Umfrage zum Schulschluss

Mehrheit ist für Aufnahmsprüfungen an Unis

11. Juli 2010, 17:17
  • Artikelbild
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Anstellen für den Medizin-Test: Geht es nach den Teilnehmern der Umfrage, sollten auch für andere Studien Aufnahmeprüfungen eingeführt werden.

  • Artikelbild
    vergrößern 500x447
    grafik: standard

Zeugnis für Lehrer: Sie sind engagiert und erziehen zu Kritik

Wien - Wenn's politisch wird, dann ist die Sache schon verfahren: Fragt man die Österreicher nach der Gesamtschule oder etwas, was auch nur im Entferntesten so klingt, dann bekommt man lange eingeprägte Antworten. Deshalb hat DER STANDARD gemeinsam mit dem Linzer Market-Institut im Juni eine Bildungsumfrage gemacht, bei der politische Einschätzungen ausgeklammert geblieben sind. Es zeigte sich, dass die Frage, in welchem Alter die erste wichtige Bildungsentscheidung fallen sollte, von zwei Dritteln der Befragten "etwa mit 14, also nach der Hauptschule oder der Unterstufe" gegeben wird.

Diese Antwort kommt von Eltern schulpflichtiger Kinder mit einer ähnlichen Deutlichkeit wie von älteren oder jüngeren Befragten. Politisch könnte man das als klare Zustimmung zur Gesamtschule werten, meint Market-Chef Werner Beutelmeyer. Er verweist darauf, dass beinahe jeder vierte Befragte sogar eine Gesamtschule bis 18 befürwortet - also eine "Matura für alle", wie sie von Unterrichtsministerin Claudia Schmied als Langfristziel angestrebt wird.

Aber so einfach ist das nicht. DER STANDARD ließ nämlich in derselben Umfrage auch erheben, was von der viel politischer klingenden Forderung gehalten wird, die Wissenschaftsministerin Beatrix Karl in die Diskussion gebracht hatte: "Es hat ja kürzlich einen Vorschlag gegeben, dass alle Kinder zumindest eine gewisse Zeit, also bis sie etwa 14 sind, ins Gymnasium gehen sollten. Was meinen Sie: Ist das eher eine gute Idee oder halten Sie von diese Idee eher nicht so viel?" Und da sagte ein Teil derselben Befragten, die eben noch die Entscheidung über den Bildungsweg auf 14 oder sogar 18 Jahre anheben wollten, dass sie von der Idee nicht so viel halten. Beim "Gymnasium bis 14" wollen nur 46 Prozent mitziehen, ebenso viele sind dagegen.

Matura reicht nicht

Überhaupt das Gymnasium! Kann das heute noch leisten, was es verspricht - nämlich die Hochschulreife zu gewährleisten? DER STANDARD ließ fragen: "Da gibt es ja zwei Meinungen: Die einen sagen, dass die Matura für die Hochschulreife ausreicht und jeder das Studium wählen kann, das ihn oder sie interessiert. Die anderen sagen, dass die Matura nur eine Grundvoraussetzung ist und dass generell überprüft werden soll, ob jemand für das jeweilige Studium geeignet ist. Was meinen Sie?" Darauf sagten 59 Prozent, dass die Matura nur Grundvoraussetzung ist, dass aber die Studierfähigkeit eigens geprüft werden sollte.

Und was passiert, wenn jemand zu früh auf die "falsche" Schule geschickt wurde? Bildungspolitiker predigen gerne die "Durchlässigkeit des Schulsystems" - dass es etwa problemfrei möglich sei, von der Hauptschule in eine AHS zu wechseln. An diese Durchlässigkeit glaubt aber nur jeder zweite Befragte. 44 Prozent meinen: Eine falsche Bildungsentscheidung hängt einem ein Leben lang nach. Besonders Männer und Angehörige der obersten Einkommensschicht teilen diese Vermutung. Wer selber noch in Ausbildung ist, neigt eher dazu, an eine zweite Chance zu glauben.

Andererseits: Man lernt ja nicht für die Schule, sondern für das Leben. Und da kommt es darauf an, welche Bildungsziele die Lehrer vertreten. Hier zeigt die Umfrage (und die Grafik), dass die Lehrer gute Noten bekommen - gerade jene, die noch in Ausbildung sind, aber auch Eltern von Schulkindern erinnern sich bei den eigenen Lehrern vor allem daran, dass sie zu Selbstbewusstsein und Kritikfähigkeit erzogen haben. Es sind vor allem ältere und weibliche Befragte, die sich zur Anpassung erzogen fühlen.

Generell werden die heutigen Lehrer im Vergleich zu früheren Lehrergenerationen als engagierter (16 Prozent) oder zumindest gleich engagiert (37 Prozent) eingeschätzt. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 12.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 318
1 2 3 4 5 6 7
Gerhard Grabner
30
12.7.2010, 23:23
Der Durchschnittsösterreicher siehr das so:

Ich fühl mich dumm und interessiere mich nur für mein Haus und mein Auto, und drum will ich, dass möglichst wenig studieren und möglichst viele so sind wie ich. Also her mit der Aufnahmeprüfung!

Bagel
00
20.7.2010, 12:25

Und vollgestopft mit Ressentiments schreit er dann noch:
"Haltet den Dieb!"

der Rabe
03
12.7.2010, 21:58
So was kommt raus,

wenn sich Skilehrer und Gehrers mit dem Thema Uni befassen.

Wasmichstört
01
12.7.2010, 15:27
Dann bitte eine Volksabstimmung...

...dann ist alles klar! - Aus Sparsamkeitsgründen kann man immer gleich mehrere Fragen in regelmäßigen Abständen zur Abstimmung bringen... siehe Schweiz! - Die fahren doch nicht so schlecht damit...

celesto
01
12.7.2010, 13:27

1. FH und UNI soll schön ein Unterschied bleiben!

2. Mehr Geld für Bildung! 2.1 Mrd gegenüber 30 Mrd für Pensionen..hallooooooo????????

Techniker
12
12.7.2010, 15:18

Und dieser wäre?
Und kommens mir jetzt nicht mit wirtschaftlicher Ausrichtung und wissenschaftlicher Ausrichtung!

Round'n'round it goes
00
13.7.2010, 09:05

Idealerweise ist es so.
Ein Elektrotechnik-Uni-Student kommt zB durch's Studium, ohne je auch nur einen Elektromotor gesehen zu haben.

also dann ...
12
12.7.2010, 13:22
wieder so einen PIMPERL-STUDIE ... die weder

repräsentativ (bei 500 befragten sollte wenigstens das konfidenzintervall...agneeben werden)
noch valide ... ist.

auch ist das kritiklose"nachbeten" solcher ergebnisse
- die wohl die kleinkarierte meinung d. reaktionsstuben wiedergibt ...? -
einfach entbehrlich !

um - überhaupt - ernst genommen zu werden, wären
... sämtliche fragestellungen zu den 59 % die eine aufnahmsprüfung f.d. uni`s befürworten...
offenzulegen.

die vermutung, dass diese eben so... formuliert wurden, damit dann eben diese ergebnisse eintreten,
bleibt bei solchen "pimperl-ergebnissen"...
ungeklärt.
d.h.
es ist ein "GUT-achten...wie so viele andere auch
- und somit einfach "meinungs-bildungs-s c h r o t t".

Harri Hirsch
00
12.7.2010, 15:03
Seiens mir nicht bös

Aber wenn Sie nicht ständig willkürlich Punkterl und Stricherl einstreuen würden, müssten Sie nicht soviel abkürzen und Ihre Postings würden insgesamt deutlich an Lesbarkeit gewinnen.

also dann ...
00
12.7.2010, 18:42
gut - ich verzeihe ihnen ...

WM Mix
21
12.7.2010, 13:52
Konfidenzintervall??

Sie sind ein wohl ganz gescheiter!
Solange keine Kommerstellen bei Prozentwerten angegeben ist, braucht man bei 500 Befragten doch keine Konfidenzintervall. Wenn Sie nur ein bisschen Ahnung hätten, von was Sie da reden...
Ihr Kommentar ist: somit einfach "meinungs-bildungs-s c h r o t t".

formosa
41
12.7.2010, 14:31
kommerstellen

reden sie sonst nur dialekt und zwingen sich "hochdeutsch" zu schreiben?

Michael Jack Dundee
 
01
12.7.2010, 15:22

Vielleicht zu oft ein Kommersaufen gehabt? *smile*

also dann ...
00
12.7.2010, 13:55
naja ... statistik (normalverteilung) dürfte nicht zu ihrem "geistigen reportoire"...

gehören, gelle...

macht ja nix - jeder wie er kann.

ricko
13
12.7.2010, 13:17
"mehrheit ist fuer aufnahmspruefungen" - die mehrheit ist nicht informiert. die EU rueffelt uns schon, da wir zu wenig akademiker haben und unsere bildungsausgaben verglichen mit dem bip ein schlechter witz sind.

europa moechte sich nicht noch ein griechenland leisten in zukunft aber genau darauf steuerts hin.
bip ca 78 mrd, 35mrd pensionen, 2.1mrd bildung.

ES GIBT KEINEN ANSTURM an den unis, sondern viel zu wenig lehrpersonal und raum. nicht, das mehr ausgegeben wird, nein, es wird sogar nun um 10% gespart. (quelle: studiendekan e-technik,tu wien, vertraege werden nicht verlaengert, keine aufnahme mehr, prof werden abgebaut, es wird also noch schlechter). der verwaltungsapparat wird nicht angeruehrt, nur wiss abgebaut. die unis ein reiner selbstverwaltungsbetrieb. output NULL.

warum? weil studenten eine wahlminderheit darstellen.

unser parteien machen nur politik fuer die naechste wahl.

Bagel
00
20.7.2010, 12:32

Es ist genug Geld im System.
Aber die Dinosaurier sind noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.
Sonst könnte es nicht sein, dass die umfangreichen technischen Möglichkeiten, die heutzutage zur Verfügung stehen würden, nur so zaghaft genutzt werden.
Wozu muss ein Prof den gleichen Vortrag 100 Mal machen?
Auf Video ansehen, dann Online-Kreuzerl-Test für die Zulassung zur Fragestunde(ebenfalls Einschaltung mittels Videokonferenz möglich), die angesichts des Vorwissens dann sehr effektiv wäre.
Und, und, und.
Es gäbe so viele Möglichkeiten. Stattdessen wird ideenlos nach Geld für Dino-Futter gerufen.

Pingu
00
13.7.2010, 10:25

Das BIP von Österreich ist schon deutlich über 78 Mrd.

ravenna
00
12.7.2010, 15:20

Wer die Aussage, von wegen zuwenige Akademiker, einfach dumpf nachkaut (wie auch die ÖH), zeigt nur, dass er von der Materie (wer bei uns bzw. in anderen Ländern als Akademiker zählt) keine Ahnung hat. Die Akademikerquote ist nichts anderes als eine Zahl, sagt aber überhaupt nichts darüber aus, ob wir mehr Akademiker brauchen oder nicht.

ricko
00
12.7.2010, 18:45

und wer prizipiell gegen alles ist sollte auch prinzipiell keine diskussion mitführen

ravenna
00
12.7.2010, 19:35

Schöne Aussage, nur sehr fehl am Platze.

die Stimme von Maggie Simpson
00
12.7.2010, 13:00
zu was studieren ??

So gut, wie DER kann man gar nicht werden, bei SOOO einer steilen Karriere, muss das ja der überdrüber-Typ sein !!!
Oder etwa doch nicht....

http://derstandard.at/127641369... Bundesbahn

Agnostiker1
96
12.7.2010, 12:37
Ohne Eignungstest sinkt das Niveau der Uni. Es zeigt sich....

..in den vielen Abrechern und Ewigkeitsstudenten. Die Matura ist heutzutage eine Prüfung, die Hinz und Kunz, absolviert und ist als Eignungstest ungeeignet.

Pingu
00
13.7.2010, 10:29

Zeigen die vielen Abbrecher nicht eher, dass das Niveau (=Anforderungen) zu hoch für viele Maturanten ist?

Agnostiker1
00
13.7.2010, 12:40
Die österreichischen Unis sind in einem internationalen....

...Wettbewerb. Dass wir bei allen Rankings abgeschlagen sind, ist ein Beweis, dass das Image unserer Unis im Ausland nicht sehr hoch ist. Wenn wir nun die Anforderungen nochmals herunterschrauben, dann gibt es vielleicht weniger Abbrecher, aber es ist ein klassischer Phyrrussieg. Warum haben wir den fast keine Forscher und Wissenschaftler von internationalem Rang aufzuweisen und warum ist Österreich eine Forschungswüste? Weil unsere jetztigen Absolventen nur Mittelmaß sind. Um unsere Zukunft zu sichern, genügt nicht der vorherrschende Durchschnitt, sondern umgekehrt wird ein Schuh draus. Deshalb Eignungstests, um nur die tatsächlich geeigneten und auch leistungsbereite Studierende an die Unis zu lassen.

Pingu
00
15.7.2010, 16:11

Einmal davon abgesehen, dass sie meine Frage nicht beantwortet haben: Ich habe nirgends behauptet, dass die Anforderungen herunter gesetzt werden sollen. Und ich glaube auch nicht, dass mit einem Eignungstest das Niveau höher würde.
Ich bin überhaupt gegen Eignungstest. Denn einerseits bin ich davon überzeugt, dass diese nicht "richtig" funktionieren und andererseits dann eh wieder mit irgendwelchen Österreicher/Frauen/wasauchimmer-Quoten eingegriffen wird (die keines Falls den ersten Teil des Satzes korrigiert).
Wenn ich mich an meine erste große Prüfung im Studium, die man so als Eignungstest (+ etwas Vorwissen) nehmen könnte, zurück erinnere, hätte ich nicht bestanden - jetzt habe ich ein Leistungsstipendium.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 318
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.