Weg von der mobilen Gehhilfe für Senioren

Guido Gluschitsch, 11. Juli 2010, 16:23
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    KTM-Fahrrad-Chefin Carol Urkauf-Chen im Interview.

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Die nächste Generation von Pedelecs hat höhere Reichweiten, ist leichter und soll das angegraute Image der eBikes hinter sich lassen, erklärt KTM-Fahrrad-Chefin Carol Urkauf-Chen

Frage: Das KTM eCross ist „Made in Austria" - viele Teile können aber gar nicht aus Österreich stammen. Woher genau bezieht KTM welche Teile für dieses Rad?

Carol Urkauf-Chen: Ein eCross wird in Österreich produziert und verpackt, das ist „Made in Austria." KTM hat ein weltweites Netz von Lieferanten: Von Shimano aus Japan bezieht KTM für das eCross die 24-Gang-Schaltung, die Kettenrad-Garnitur inklusive Mittellager sowie die Vorderradnabe. Die Antriebseinheit, ein 250 Watt bürstenloser Gleichstrommotor, kommt von der österreichischen Magna-Tochter BionX und wird in Kanada produziert. BionX liefert auch den Lithium-Mangan-Akku mit SANYO-Zellen aus Japan sowie das beleuchtete Multi-Funktions-Display, das als Steuereinheit dient. Aus der Schweiz, von DT Swiss kaufen wir die DT Champion Speichen für das Vorderrad sowie die extra verstärkten DT Alpine 2,3 mm Speichen für das Hinterrad. Der Sattel stammt von Selle Royal aus Italien. Von Ritchey aus den USA kommt der integrierte Steuersatz. Die Bereifung, also Schlauch und Mantel, beziehen wir von der deutschen Qualitätsmarke Schwalbe.Die Federgabel liefert uns Suntour, eine taiwanesische Firma, die im Trekkingradbereich unangefochtener Weltmarktführer ist. In Mattighofen wird der Rahmen entwickelt, der laut KTM eigenem Design und Geometrie, unter strenger Qualitätskontrolle bei der Firma APRO, dem berühmtesten Rahmenbauer in Taiwan, an dem ich beteiligt bin, gebaut wird.

Frage: Welche Arbeitsleistungen erfolgen in Mattighofen?

Carol Urkauf-Chen: KTM hat eine eigene Entwicklungsabteilung mit mehr als zehn Ingenieuren, in der alle Rahmeninnovationen und Anbauteile entworfen werden. Wir verfügen über ein eigenes Testlabor, zudem wurde eigens ein Komplettrad-Teststand entwickelt. Auf diesem ist es KTM möglich ein ganzes Fahrradleben in 70 Stunden zu simulieren und zu testen.

KTM verfügt über eine eigene Laufrad-Fertigung - teils maschinell, teils manuell. Aus einzeln gelieferten Speichen, Naben und Felgen werden hochwertige Qualitätslaufräder gefertigt, die in der nächsten Abteilung mit Bereifung, Zahnkranz und nach Bedarf mit Bremsscheiben et cetera komplettiert werden.

In Mattighofen haben wir eine eigene moderne Lackieranlage - gleiche Technik und Qualität wie die Autoindustrie. Alle verwendeten Lacke sind wasserlöslich und umweltfreundlich.

Frage: Die KTM Fahrrad GmbH beschäftigt 330 Mitarbeiter. Wie viele Fahrräder produziert diese jedes Jahr?

Carol Urkauf-Chen: Von August 2009 bis Juli 2010 verkaufte KTM 190.000 Fahrräder. 160.000 hiervon wurden in Mattighofen, plus 30.000 Einstiegsmodelle von der 100-Prozent-KTM-Tochter in Tschechien produziert, bei der weitere 130 Mitarbeiter tätig sind. Zusätzlich wurden dort circa 70.000 Fahrräder für andere Marken gefertigt. Für das kommende Geschäftsjahr 2010/2011 planen wir den Verkauf von 225.000 KTM Fahrrädern."

Frage: Wie sieht es mit der Entwicklung echter Mountainbikes mit Elektrounterstützung bei KTM aus?

Carol Urkauf-Chen: KTM hat mit dem eRace bereits im September 2009 ein eMTB auf den Markt gebracht. Dieses Rad ist als erstes eMountainbike des gesamten Fahrradbereichs anzusehen. Sowohl das eRace als auch das eCross erfreuen sich vor allem im Tourismus großer Beliebtheit, weil sie nun vielen Gästen ermöglichen, Plätze, Ziele, Almen zu erreichen, die bisher zu Fuß zu weit, mit dem Rad zu beschwerlich oder mit dem Auto verboten waren.

Frage: Was sind die Next-Generation-eBikes?

Carol Urkauf-Chen: KTM entwickelt seit 1995 Pedelecs und hat im vergangenen Herbst zehn sogenannte Next-Generation-Pedelecs eingeführt. Sie haben deutlich mehr Reichweite, geringeres Gewicht und 100 Prozent mehr Einsatzmöglichkeiten: Weg von der mobilen Gehhilfe für Senioren, hin zu einer modernen und attraktiven Fortbewegungsalternative.
Zur Person: Carol Urkauf-Chen stammt aus Taiwan und ist seit 1997 alleinige Eigentümerin der KTM Fahrrad GmbH, und ist am taiwanesischen Fahrrad-Rahmenbauer APRO beteiligt.

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20 Postings
Kickstarter
00
15.7.2010, 13:05
Ich finde die Entwicklung sehr gut!

Und die möchtegern Hardcorebiker, die Angst haben dass sie von irgendwelche Bierbäuchen auf dem e-Bike verfolgt werden, die dürften ein Selbstwertproblem haben.

Weiterentwicklung und Verbreitung des E-Antriebs ist in der heutigen Zeit besonders zu unterstützen.

Wäre echt cool gewesen hätte ich damals als Fahrradbote so einen Antrieb gehabt :)

liebenfels
01
13.7.2010, 13:02
Wartet noch mit dem Kauf

Cannondale entwickelt gerade gemeinsam mit Bosch ein E-Rad. Soll sensationell werden, angeblich

Pimpi
21
13.7.2010, 12:48
E-Räder ?

Ein echter Radfahrer braucht so etwas nicht.
Ich verdiene mir jeden Kilometer, sei er auf der Straße, auf Radwegen, oder auf irgendwelche Almen mit meiner eigenen Kraft.
Und aus . . . .

Barsch mit Ohren
 
00
22.7.2010, 10:55
Für meine Mutter wird das vielleicht einmal was werden,

sie ist jetzt 72 und wenns sein muss (oder kann, bei schönem Wetter), fährt sie durchaus noch ihre 30km bei einer Radtour. Aber sie wird halt auch nicht mehr jünger.

human ic
12
13.7.2010, 14:07

wird den e-radlern ziemlich egal sein ob pimpi sie für 'echte' radler hält oder nicht. kann ja jeder kommen und beliebige massstäbe anlegen..

SCANone
00
12.7.2010, 15:50

Ich war SEHR skeptisch was diese E-Bike betrifft. Ein Freund von mir darf (wienenegie Werbegeschichte) so ein E-Bike für 2 Monate testen. Ich hab´s ausprobiert und ich muss schon sagen: sehr sehr lässig!!

Auf Stufe 4 (300% Unterstützung) bekommt man auch auf dem steilsten Hügel so einen Schub nach vorne, dass man sich einen fetten fetten Grinser einfach nicht verkneifen kann.

Für mich wär´s eigentlich nur interessant, um damit in die Arbeit zu fahren ohne ins schwitzen zu kommen (muss leider über 2 Hügerl, und im Büro duschen - nein danke)

Nachteil: Das Ding ist unglaublich schwer!! daher vergeht einem wahrscheinlich auch schon im leichten Gelände die Lust am Radln, vor allem bergab (reine Vermutung, nicht ausprobiert)

critical mass
00
12.7.2010, 13:47
E-Bike: Zukunft oder Zinnober?

Siehe zu dem Thema auch die Hype-kritische Umfrage des Radkultur-Magazins "Velosophie":

http://velosophie.at/velovote/... -zinnober/

Momentan führt: "Mein Fahrrad muss mich spüren, und ich jeden Meter Steigung! Ich bleibe ohne Unterstützung schnell..."

Heavyweather
00
25.7.2010, 23:36

Werden da auch pensionisten und nicht radfetischisten befragt oder darf man nur teilnehmen wenn man sein rad mit ins bett nimmt?

eleon
05
12.7.2010, 12:23

JUHU! noch mehr hängebauchradler braucht das land.

human ic
05
12.7.2010, 11:29

"Die Federgabel liefert uns Suntour, eine taiwanesische Firma, die im Trekkingradbereich unangefochtener Weltmarktführer ist."

so kann mans auch umschreiben dass suntour die meisten billigfedergabeln verkauft.

willbert
30
12.7.2010, 11:10
interessant..

In Mattighofen wird der Rahmen entwickelt, der laut KTM eigenem Design und Geometrie, unter strenger Qualitätskontrolle bei der Firma APRO, dem berühmtesten Rahmenbauer in Taiwan, an dem ich beteiligt bin, gebaut wird.

D.H. die gute Frau beliefert ihren Arbeitgeber, erstaunlich

steve low
01
12.7.2010, 13:22
Falls Sie es nicht begriffen haben:

Der Dame gehört die Firma KTM Fahrrad GmbH. bereits seit 1997.

Jasper Perky
01
12.7.2010, 11:45
Nur aus Neugier

Angenommen sie wäre nicht die Eigentümerin:

Was wäre so falsch daran wenn man seinen Arbeitgeber beliefert?

willbert
12
12.7.2010, 11:27
ich nehm alles zurück..

... sie besitzt auch KTM Fahhrad seit 1997 :-)

Graf Foto
00
12.7.2010, 10:14

Und ich dachte schon, dass wäre Guido am Rad... ;)

Gerhard Müller
23
12.7.2010, 06:08
Ich fordere eine durchgehende Asphaltierung

aller Almzufahrtsstraßen in den Alpen. Zumindest zweispurig mit zusätzlichen Pannenstreifen. Alle zwei Kilometer ist eine Schnellladestelle einzurichten.

Dazu noch eigene Zonen, in denen auch ganz normale Wanderer gehen dürfen. Wobei hier auf Pannenstreifen verzichtet werden kann.

Dort, wo sich Wander- und Mountainbikewege kreuzen, sind Über- bzw. Unterführungen zu errichten.

Solange der Ausbau noch nicht flächendeckend erfolgt ist, ist der Verkehr mit Ampeln zu regeln.

Birne Maja
47
11.7.2010, 18:11

"großer Beliebtheit, weil sie nun vielen Gästen ermöglichen, Plätze, Ziele, Almen zu erreichen, die bisher zu Fuß zu weit, mit dem Rad zu beschwerlich oder mit dem Auto verboten waren."

Ein weiterer Punkt warum ich diese eBikes nicht mag.

Früher hat man zumindest bei sowas seine Ruhe vor dem Pöb^W ähm... der Masse gehabt. Inzwischen schaffts dank Elektrorad aber jeder noch so grosse Bierbauch solche Stellen zu erreichen.

Zum Glück gibts auch noch Strecken die nicht nur anstrengend, sondern auch fahrtechnisch anspruchsvoll sind. Mit dem Elektrorad kommt man dort vielleicht rauf, die Chance irgendwo in einen Abhang zu kippen ist aber auch nich zu unterschätzen.

KTHXBYE
60
12.7.2010, 12:29

"Der Pöbel" seid ihr Radler allesamt.

Michael Jack Dundee
 
00
12.7.2010, 08:16

Reichweite von Fußgänger. Hängt doch mehr von der Kondition der Person ab, oder? Es gibt keine Alm, die zu Fuß nicht erreichbar ist, es sind eben mehr Stunden zu gehen, aber warum muß heute "alles" mit dem Fahrzeug erreicht werden?

Vielleicht kommt noch das ClimbingBike.

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
00
11.7.2010, 23:22
Dilemma

das Dilemma ist dass weltweit kaum wer das Rad täglich nützt, egal welches Wetter. Wer das tun will ist mit typisch holländischen Rädern besser bedient weil das dort ernster genommen wird. Es gibt leider kaum seröse usability Forschung, dzt. dürfen wir dank der Billigimporte froh sein wenn die Dinger nicht gleich auseinanderbrechen wenn sie den Baumarkt oder die Sportartikelkette verlassen.
KTM stand für Qualität und verramscht nun den Namen mit minderwertiger Ware, das ist schade, weil da doch eine Submarke möglich gewesen wäre.
APRO hat sicher das Potential die Integration von Kabeln in den Rahmen weiter zu treiben- Kooperation mit Magna Marque wäre sinnvoll im innovativ zu werden ansonsten wird hier Shimano den Weg vorgeben.

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