Zwei Russen in Großbritannien gestrandet

11. Juli 2010, 12:43

Agententausch hing offenbar am seidenen Faden - Geheimdienste schirmen ausgetauschte Agenten vor Öffentlichkeit ab

Washington/Moskau - Nach dem abenteuerlichen Agentenaustausch zwischen Russland und den USA schirmen die Geheimdienste die übergebenen Spione vollständig vor der Öffentlichkeit ab. Der größte derartige Tauschhandel seit Ende des Kalten Krieges endete mit der Landung des Flugzeugs mit den begnadigten russischen Häftlingen am Freitag in Washington, wobei zwei Agenten bereits in Großbritannien von Bord gegangen waren.

Die beiden freigekommenen Russen halten sich nun in einem Hotel auf. Igor Sutjagin, ein Waffenexperte, hält sich nach Angaben seines Bruders, Dmitri Sutjagin, in einer Kleinstadt in der Nähe von London auf. Sein Bruder habe nach seiner Ankunft in Großbritannien seine Frau angerufen. Er trage immer noch seine Gefängniskleidung, wisse den Namen der Kleinstadt nicht und habe weder ein Visum noch Geld, sagte sein Bruder in Obninsk in Russland.

Zusammen mit einem ehemaligen Oberst des russischen Militärgeheimdienstes, Sergej Skripal, wohnt Sutjagin nun in einem Hotel. Die beiden anderen Russen flogen weiter in die USA.

Der gestrandete Spionageverdächtige ist sich nach Angaben seines Bruders noch nicht sicher, ob er nach Russland zurückkehren soll. Sutjagin und die drei weiteren Russen wurden zwar vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew begnadigt, doch wolle Sutjagin sich erst über die Lage informieren und abwarten.

Sutjagin wurde 1999 verhaftet und 2004 wegen der Weitergabe von Informationen über Atom-U-Boote an ein britisches Unternehmen verurteilt, das eine Tarnfirma des US-Geheimdienstes CIA sein soll. Im Gefängnis von Archangelsk im Nordwesten Russlands wurde ihm am vergangenen Montag mitgeteilt, dass er bei dem Agentenaustausch dabei sein werde.

Der russische Waffenexperte Igor Sutjagin rief seine Frau aus einem Hotel in einer kleinen Stadt nahe London an, wie dessen Bruder Dmitri am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sutjagin war 2004 wegen Weitergabe von Geheimunterlagen an eine Tarnfirma des US-Geheimdienstes CIA zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Bei ihm sei ein weiterer der insgesamt vier übergebenen Russen, sagte Dmitri Sutjagin. Britischen Medien zufolge handelte es sich dabei um Sergej Skripal, ein früherer Oberst des russischen Militärgeheimdienstes, der für Großbritannien spioniert haben soll.

USA wollten Deal platzen lassen

Nach Angaben Moskauer Medien wäre der spektakuläre Austausch beinahe noch gescheitert. Nachdem die Namen der vier von Washington gewünschten Westspione in der russischen Presse aufgetaucht seien, wollte die US-Seite den Deal platzen lassen, sagte ein Moskauer Geheimdienstler der Zeitung "Moskowski Komsomolez" (Samstag). Zudem habe Sutjagin beim entscheidenden Treffen in Moskau die Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes "hysterisch angeschrien", dass er kein Geständnis unterschreiben werde. Erst nachdem man dem 45-Jährigen gesagt habe, dass die USA ihn selbst als CIA-Agenten austauschen wollten, habe Sutjagin zögerlich zugestimmt.

Die US-Regierungsmaschine hatte auf dem Weg von Wien nach Washington einen Zwischenstopp auf der Luftwaffenbasis Brize Norton in Mittelengland gemacht. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) landete das Flugzeug auf dem Flughafen Dulles vor den Toren von Washington. Die zehn in den USA begnadigten russischen Agenten waren zuvor bereits in Moskau angekommen und anschließend an einen unbekannten Ort gebracht worden. Die russischen Behörden machten über das Schicksal der zehn Agenten am Samstag keine Angaben.

Der russische Spionagering war Ende Juni in den USA aufgeflogen. Die zehn in den USA Inhaftierten hatten sich am Donnerstag vor einem Gericht in New York schuldig bekannt, als Agenten Russlands aktiv gewesen zu sein. Das Gericht stimmte einer Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung zu, wonach die Beschuldigten sofort abgeschoben werden sollten. Auf dem Wiener Flughafen vollzogen die USA und Russland dann am Freitagvormittag den Tausch: Die beiden Maschinen parkten nebeneinander auf einem abgelegenen Rollfeld und hoben im Abstand von 15 Minuten zum Rückflug ab.

Panetta handelte Austausch persönlich aus

Nach Angaben des Weißen Hauses hatte CIA-Chef Leon Panetta persönlich den Agentendeal verhandelt. Dabei habe die US-Regierung vier russische Häftlinge nach "humanitären und Gesundheitsbedenken" sowie "anderen Gründen" für den Tausch ausgewählt. Das Weiße Haus sei von den Geheimdiensten erstmals im Februar über den Spionagering informiert worden, hieß es.

Die frühere Sicherheitsberaterin unter der US-Regierung von Ex-Präsident George W. Bush, Francis Townsend, sagte dem Nachrichtensender CNN, auf die in die USA zurückgekehrten Agenten warte nun eine Nachbesprechung ihres Einsatzes, die Wochen oder sogar Monate dauern könne. Dabei würden sie in der Obhut der CIA sein. "Wir werden von diesen Leuten recht viel erfahren können", mutmaßte Townsend. Anschließend werde der Geheimdienst ihnen neue Identitäten geben und ein neues Leben ermöglichen.

Die Spionageaffäre hatte die Beziehungen zwischen den USA und Russland erheblich belastet. Beide Seiten arbeiteten an einer schnellen Lösung, um langwierige Gerichtsverfahren mit möglicherweise unangenehmen Enthüllungen zu vermeiden. Den Austausch werteten Washington und Moskau als Beleg für die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen, die Beziehungen nach Jahren des Misstrauens weiter zu verbessern. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 34
1 2
Ein nitupsaR
 
26
11.7.2010, 14:16

"Igor Sutjagin, ein Waffenexperte, hält sich nach Angaben seines Bruders, Dmitri Sutjagin, in einer Kleinstadt in der Nähe von London auf. Er trage immer noch seine Gefängniskleidung, wisse den Namen der Kleinstadt nicht und habe weder ein Visum noch Geld, sagte sein Bruder in Obninsk in Russland."

Scheint sich um an echten Top-Spion zu handeln.

suboptimal
 
02
12.7.2010, 00:48
aber er lebt

noch

franz fröhlich
02
11.7.2010, 11:32
Schade dass es MAD nicht meht gibt!

Spy vs Spy in Reinkultur.

suboptimal
 
02
11.7.2010, 09:27
Der menschliche Faktor

von Graham Greene
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_... che_Faktor

unverändert aktuell

Kapitalismus Luege
03
11.7.2010, 08:48
was sich ein Staat heutzutage so alles einfallen lassen muss

um seine Daseinsberechtigung rechtzufertigen

Und jedem seine eigene Busspur
01
11.7.2010, 15:09
Es geht weniger um den Staat

sondern um den Staat im Staat: den Geheimdienst.
Es gibt viele historische Beispiele, wo ein Feind künstlich geschaffen wurde, letztlich auch, um die hohen Budgets für die innere Sicherheit zu rechtfertigen, und Einsparungen zu verhindern.

Markus Wang
 
00
11.7.2010, 12:41
Alles Schall und Rauch

Es geht doch in der aktuellen Spiongeschichte doch um nichts anderes als dem Poebel durch den Staat aufrechterhaltende Ordnung inkl sexy 006 und den anderen an den Fingern herbeigezogenen vorzutaeuschen.

Alles Schwindel, ich glaub kein Wort, alles heisse Luft wie in Wien am Wochenende.

fadelini
01
10.7.2010, 23:13
und wieder business as usual

Karas spielen Sie weiter...

Bergdolm
00
10.7.2010, 22:19
Show must go on

Show must go on
Queen

Alles Show!

In diesen Tagen wäre es nicht mehr nötig, einen solchen Tango aufzuführen.
Man will offensichtlich jeweils den eigenen Leuten eine gewisse Daseinsberechtigung der Geheimdienste demonstrieren.

Was soll's - Show must go on

Nachtsonne
10
11.7.2010, 07:20
Ein Versuch Wert vom Ölleck abzulenken

Dann machen welche Russen dingfest, Smile mit Medwedew, auch Wien eingemischt, Dritter Mann, Kanal, ja da fliesst auch Schmutz.
Ölleck in Golf vom Mexico ist derzeit wieder voll offen.

Kanonier 66
03
10.7.2010, 21:35

Österreich sollte diese sachen forcieren das wären schöne einnahmen für den flughafen

Ferdinand Berger
11
11.7.2010, 11:22
nicht wirklich...

...da die ja nicht mal über den duty-free gehen mussten ;-) außerdem bezweifle ich, dass die landegebühren bezahlt werden, die gehen doch sicher davon aus, dass sowas gratis ist...

Martin Fierro
00
10.7.2010, 21:27
rechtsstaatlich?

schon moeglich dass dieser austausch im interesse beider laender liegt. unter dem aspekt der rechtsstaatlichkeit jedoch nicht unproblematisch.

manfred maier
113
10.7.2010, 19:19
die vision airlines....welche visionen wohl jene menschen hatten.....

...die weltweit von der CIA entführt und mit vision airlines in US folrerlager verfrachtet wurden?
kecker name.......dazu die anklage gegen die "spione", von denen sich dazu offenbar zwei ohne probleme im US pudelland aufhalten dürfen.
ob sie die auflage erhalten, ihre agententätigkeit anzumelden?
und...hört ihr kafka bereits vor lachen brüllen in seinem grab?

Girgl Galgenstein
26
10.7.2010, 20:55
Manfred Maiers missionarischer Eifer

wirft sich mal wieder - oh Wunder - auf die USA. Überraschung!!!

Thomas Jandl
36
10.7.2010, 19:51

Ihrem Posting nach sind Sie ja auch ein Kandidat fuer einen Flug.

Erstens weil Sie Visionen haben, und zweitens weil die USA Leute wie Sie ja brutal entfuehren.

manfred maier
30
11.7.2010, 12:35
sie halten tapfer die stellung.....

.....ganz unten, wo intellektualität bestensfalls noch in spurenelementen vorkommt.
gratuliere.

Girgl Galgenstein
21
11.7.2010, 19:39
Na, dann haben Sie ja jetzt Gesellschaft bekommen

manfred maier
21
11.7.2010, 19:45
kein mensch hat gerufen.....

...galgenvogel.
sie können sich nun wieder die braune farbe aus dem gefieder waschen und das paintball gewehr zur seite legen.
ich wollte mich keinsfalls bei ihnen anbiedern...ehrenwort!

Parkschwein
00
11.7.2010, 19:06

wie ist das so, wenn die "intellektualität" die intelligenz bei weitem überragt?

onlooker
12
11.7.2010, 09:35
es wurden in der tat viele leute entführt und in

geheimnisgefängnissen brutal misshandelt

muppetbasher
03
10.7.2010, 18:46
In der Hitze habe ich gelesen: "...... die begnadeten russischen Agenten......". Naja

onlooker
00
11.7.2010, 09:36
wollen sie damit zum ausdruck bringen

"lesen in der hitze bringt visionen"?

hmmm...
02
10.7.2010, 17:56

Das Sommerloch lässt grüßen...

subveren
00
10.7.2010, 18:49
ja - das ist wohl so...

... aber dir fallen sicher bald wieder bessere Kommentare ein! Kopf Hoch

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