Carles, Wesley oder Marc sind Waserln. Jedenfalls im Vergleich zu Jack, Holly und Lucy. Denn wenn stimmt, was deren Mutter, Mrs. Webb, sagt, dann ignorieren die drei nicht einmal die väterlichen Pfiffe.
Zumindest darf man die Ratlosigkeit von Kay Webb wohl so deuten. Als ein Fernsehreporter sie davon in Kenntnis setzte, dass ihr Gemahl Howard Milton das Finale der Fußball-WM leiten werde, schlug sie sozusagen die Hände über dem Kopf zusammen: "Er kann ja nicht einmal seine Kinder kontrollieren. Ich weiß nicht, wie er das auf einem Fußballplatz hinkriegt."
Anders wahrscheinlich. Zum Beispiel so, wie beim EM-Gruppenspiel 2008 zwischen Polen und Österreich. Webb pfiff damals in der Nachspielzeit einen Elfer gegen Polen.
Ivica Vastic machte daraus Österreichs einzigen EM-Treffer zum 1:1. Und Polens Ministerpräsident Donald Tusk machte, den polnischen Abseitstreffer vergessend, aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Nach dem Spiel wollte ich jemanden umbringen."
Wer solches erlebt, neigt im Alltag dann wohl zu etwas Nachsicht. Aber auch damit macht man sich, wie man sieht, nicht bei allen eine gute Nachred. (Wolfgang Weisgram - DER STANDARD PRINTAUSGABE 10.7. 2010)