Prozess

Agentengewerbe nicht ordentlich angemeldet

09. Juli 2010 18:01

Kafkaesker Prozess in New York gegen die zehn Agenten, die für Russland arbeiteten

Schnell sollte es gehen, Hauptsache schnell. Es war gerade mal dunkel geworden in New York, da hob die Maschine der obskuren Vision Airlines, gechartert vom Weißen Haus, auch schon ab in Richtung Wien. Nur wenige Stunden vor dem Start hatten die ausgetauschten Agenten noch im Bundesgericht an der Pearl Street gesessen. Anna Chapman, das Glamourgirl der verworrenen Spionagegeschichte, war wie die meisten anderen auch in Sträflingskleidung vor Kimba M. Wood, dem Richter erschienen.

Es wurde mucksmäuschenstill, als Wood die zehn nach ihren Namen fragte. Als Erster war der Mann an der Reihe, der sich Richard Murphy nannte und mit seiner Frau "Cynthia" in der grünen Vorortidylle des Städtchens Montclair wohnte. Seine wahre Identität: Wladimir Gurjew. Seine Gattin Cynthia heißt eigentlich Lydia. Donald Heathfield, der in Harvard studiert hatte und sich als Kanadier ausgab, hört auf den Namen Andrej Bezrukow, seine mit Immobilien makelnde Partnerin Tracey Lee Ann Foley ist Jelena Wawilowa.

Alle lassen sich ein auf ein Geschäft, einen "plea deal" , wie es in Amerika heißt, wenn jemand seine Schuld eingesteht und dafür mit Milde rechnen darf. Spionage ist es nicht, was der Richter ihnen zur Last legt. Keiner habe Staatsgeheimnisse weitergegeben. Auch der Vorwurf der Geldwäsche wird fallen gelassen, obwohl er angesichts geschmuggelter Dollarbündel zunächst erhoben werden sollte. Auf Geldwäsche stehen bis zu 20 Jahre hinter Gittern. So etwas könnte nur aufhalten, wenn es schnell gehen soll, weshalb der zuständige Staatsanwalt das mit dem Geld streicht und sich auf eine Anklage beschränkt, die so bizarr klingt, dass sie eines Kafka-Romans würdig wäre. Alle zehn, lautet der Vorwurf, hätten es versäumt, ihr Agentengewerbe bei den US-Behörden ordnungsgemäß anzumelden. Die elf Tage Gefängnis, die Richter Wood als Strafmaß festsetzt, haben die Spione bereits abgesessen. Der Blaulichtfahrt zum Flughafen steht also nichts mehr im Wege.

Die Mannschaft Barack Obamas, so viel ist klar, will ihr nach Abrüstungsvertrag und Iran-Absprachen deutlich verbessertes Verhältnis zu Russland nicht belasten, zumal der amerikanische Präsident einen guten persönlichen Draht gefunden hat zu seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew. Klar ist auch, dass Obama die Weichen stellte. "Der Präsident wurde zu jeder Zeit voll informiert vom Justizminister" , sagte sein Stabschef Rahm Emanuel. "Ja, und es waren Entscheidungen zu treffen" .

Was altgediente Insider überrascht, ist das Tempo, mit dem Moskau und Washington das lästige Kapitel abhaken wollten. John Martin hat in seinen 26 Jahren im Justizressort 76 Spionagefälle erlebt, er kennt das 007-Flair ebenso wie das mühsame Einfädeln komplizierter Deals. Noch nie seien Spione nach so kurzer Haft freigekommen wie die zehn Russen in Amerika. Früher habe man oft jahrelang an einem Austausch gefeilt, diesmal sei das völlig anders.

Lieber in New York geblieben

Robert Baum spricht von einer bitteren Stunde für seine Klientin Anna Chapman, der die Boulevard zu Füßen lag. Baum sieht sie nicht als raffinierte Spionin, sondern als ehrgeizige Geschäftsfrau. "Wenn sie überhaupt etwas getan hat, dann war es minimal" , sagt er. Die 28-Jährige, glaubt er, wäre lieber in New York geblieben.

Der Fall von Vicky Pelaez ist komplizierter. Die 55 Jahre alte Journalistin, die nach Lima flog, um von russischen Beamten Geld entgegenzunehmen, hat eine peruanische und amerikanische Staatsbürgerschaft. Nun garantiert ihr die russische Regierung pro Monat zweitausend Dollar Stipendium, dazu kostenloses Wohnen und Besuchsreisen ihrer Kinder. Ihrem Anwalt zufolge wollte sie aber gar nicht nach Russland. Sie kennt das Land nicht einmal. (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2010)

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17 Postings
flotter denker
11.07.2010 17:06
Ja lustig

Nachtsonne
10.07.2010 12:03
Agentengewerbe anmelden

Wobei der Justizminister (=Generalstaatsanwalt bzw. FBI) ist die zuständige Behörde.

Kann die unangenehme Nebeneffekt haben dass die Aufenthaltsbewilligung plötzlich beendet wird?

Falsche Identität ist auch nicht vorgeworfen, es ist offensichtlich nicht strafbar sich als US-Amerikaner auszugeben bzw. falsche Identitätsangaben machen.

Redwraithvienna
15.07.2010 14:07
Agenten ...

melden sich normalerweise an ... das heisst das "Kulturattache" oder "Mitarbeiter der Botschaft" oder sonstiges. Sprich als Mitarbeiter eines fremden Staates auf deinem eigenen Boden.

Und wenn man dann draufkommt das die das nicht gemacht haben ist das strafbar (wird in Österreich nicht anders sein).

Insofern ist das zwar wahrscheinlich eine Lappalie ... aber eben ein grund um sie hinter gitter zu bringen ... (wenn man wollte was hier anscheinend nicht der fall war)

Machine Gun
10.07.2010 12:29

weis ich doch. wie könnte ich als osama bin laden in österreich auch nur so leben... mit turban und allem aber amerikanischem pass, passiert dir garnichts...

ich bin abduhlla ahhmed osama mahmud allawi al-nesr freund von al-sardr...

die fekter glaubts wahrscheinlich..

aber wie, wenn nicht als verrückter poster, könnte ich mich schützen? alle glauben i sei nur ein spinner, aber wenn di wüssten..

Machine Gun
10.07.2010 10:45
http://derstandard.at/123723017... -berichtet

die organisieren verschmelzung von EU, nordamerikanische union (nau - gibt es wirklich schon!), zukünftige afrikanische union! die wird gerade gebildet! google it, if you don't belive it!

die wollen die weltherreschaft. die haben die sinnlose, real-funktionslose FED etabliert und sind dabei über leichen gegangen...

das ist ein höchst elitär-verschwörter geheim zirkel, aus medien, politik, wirtschaft und militär...

die wollen uns alle mit einem rfid-chip in den kopf pflanzen und uns dann auf schritt und tritt überwachen. das wird bereits in den niederlanden praktiziert mit dem aufhänger bargeld zu ersetzen und einfach zu sein.

1984 steht bevor. orwell würde sich im grab umdrehen und aldous huxely mit brave new world auch...

Fisch^^Fisch
10.07.2010 11:44
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonn... onnenstich

Einem Sonnenstich kann durch das Tragen einer hellen Kopfbedeckung vorgebeugt werden. Vor allem kleine Kinder sind durch den Sonnenstich gefährdet.

Machine Gun
10.07.2010 12:51

auch schon fertig... schade... mir ist so langweilig...

Machine Gun
10.07.2010 12:25
leider sei ich im pavillon mit den geheimdienst nixen...

wir hätten nun orales zu diskutieren..

sprache muss wieder gesprochen werden!

Machine Gun
10.07.2010 12:22
Horch
09.07.2010 18:29
Ich

war noch niemals in New York.

meinrad
09.07.2010 19:38

ich war noch niemals auf hawaii.

Horch
10.07.2010 09:53
Schweigen

ganz zu schweigen von San Franzisko und nicht beachteten Bekleidungsvorschriften (zerrissenen Jeans)

meinrad
10.07.2010 10:06

und noch niemals richtig frei!

Horch
10.07.2010 10:10
Grundsatzfrage

Mein Gott, haben wir überhaupt schon einmal richtig gelebt?

Fisch^^Fisch
10.07.2010 10:23

Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen.

Horch
10.07.2010 10:30
Passen

so jetzt geb ich es zu, die Lyrices von Udo sind nicht meine Stärke, meine Tochter singt aber statt San Franzisko "Sandmanndisko".

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
09.07.2010 20:57
falscher artikel

für nationalratsreden vom petzner

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