NASA spricht von bedeutender Panne am Kühlsystem

5. August 2010, 22:17
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Zwei US-Astronauten sollen kaputte Pumpe am Samstag austauschen

Washington - Ein erster Außeneinsatz zur Reparatur eines ausgefallenen Kühlsystems der Internationalen Raumstation ISS findet jetzt erst am Samstag statt. Die NASA verschob die Arbeiten um einen weiteren Tag, um den Astronauten Doug Wheelock und Tracy Caldwell Dyson mehr Zeit für Vorbereitungen zu geben. Die Reparatur ist so kompliziert, dass auf jeden Fall zwei Außeneinsätze nötig sind.

Nachdem eine Pumpe in einem Kühlsystem der Internationalen Raumstation den Geist aufgegeben hatte, muss die NASA zwei Reparatureinsätze an der Außenseite der ISS ansetzen. Bei dem ersten Ausflug nach Draußen am Freitag sollen zwei US-Astronauten die defekte Pumpe entfernen. Nach ursprünglicher Planung sollte dies bereits am Donnerstag geschehen.

Den US-Astronauten Doug Wheelock und Tracy Caldwell Dyson steht nach Angaben der NASA ein komplizierter und anstrengender Einsatz bevor. Zunächst müssen sie die fehlerhafte Pumpe abmontieren, was technisch schwierig sein dürfte, weil sie Leitungen entfernen müssen, mit denen normalerweise Ammoniak in das Kühlsystem gepumpt wird. Danach müssen sie eine 335 Kilogramm schwere Ersatzpumpe etwa zehn Meter weit bewegen, um sie an der richtigen Stelle anzubringen. "Das ist ein großes, sperriges Teil", sagte die für den Außeneinsatz zuständige NASA-Verantwortliche Courtenay McMillan. Die Arbeit werde einige Zeit dauern und viel Konzentration abverlangen.

Wenig Vorbereitungszeit

Normalerweise bekommt die ISS-Mannschaft zwei Wochen Zeit, um sich auf derart wichtige Außeneinsätze vorzubereiten. Diesmal ist es weniger als eine Woche. Dafür absolvierten am Montag zwei Astronauten in einem NASA-Labor in Houston im US-Staat Texas einen Probelauf, um "Choreographie und Zeitplan" des Einsatzes vorzubereiten.

Die NASA sei auf eine derartige Anomalie vorbereitet, sagte Mike Suffredini, Manager des ISS-Programmes. Nichtsdestoweniger handle es sich "um eine bedeutende Panne bezüglich der Systeme an Bord der ISS", die behoben werden müsse.

Keine Gefahr solange zweites Kühlsystem arbeitet

In einem der beiden Kühlsysteme war in der vergangenen Woche eine Pumpe ausgefallen. Ein Versuch, diese vom Inneren der ISS aus zu reparieren, war gescheitert. Die Besatzung ist laut NASA nicht in Gefahr, solange das zweite Kühlsystem arbeite. Die Temperaturen an der wichtigsten Schaltstelle seien wegen des ausgefallenen Kühlsystems etwas höher als normal, aber im normalen Bereich. An Bord der ISS sind drei russische Kosmonauten und drei US-Astronauten.

Ohne die Wärme- und Kühlsysteme würden auf der Sonnenseite der ISS nach Angaben der NASA Temperaturen von 121 Grad Celsius herrschen. Auf der von der Sonne abgewandten Seite dagegen fielen die Temperaturen auf minus 157 Grad. (red/APA)

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    Die Besatzung der ISS (hier gesehen vom Space Shuttle "Discovery" aus im März letzten Jahres) gerät in Schwierigkeiten, sollte auch das zweite Kühlsystem ausfallen.

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