1980er-Jahre: Die Bäume verlieren Blätter und Nadeln - Der Katalysator kommt - Österreich, Schweiz und Schweden führen die US-Abgasnorm ein
In "Österreichs Magazin für Technik und Sport", der Autorevue, war im Februar 1985 Folgendes zu lesen: "Wir Österreicher haben es leichter als unsere deutschen Nachbarn, die sich mit den Verbündeten der Europäischen Gemeinschaft rumschlagen müssen, die - wie etwa Frankreich und England - eine ziemlich engstirnige und egoistische Haltung einnehmen, was die Verbesserung der Umweltsituation anbelangt. Einerseits, weil man sich vom Waldsterben kaum bedroht fühlt, und andererseits, weil man für die finanziell angeschlagene Autoindustrie durch die Kosten der Katalysatortechnologie eine zusätzliche Gefahr sieht."
Die Lage schien bedrohlich: Vor allem die Bäume verloren schipplweise ihre Blätter und Nadeln, verursacht allerdings überwiegend durch schwefelhältige Industrieabgase. Trotzdem wurde dies zum Anlass genommen, den in den USA bewährten Dreiwegkatalysator für Autos zu übernehmen.
Österreich, Schweiz und Schweden gingen voraus und führten stufenweise die strenge US-Abgasnorm ein. Die Autoindustrie und die Autofahrerclubs wehrten sich vehement (ARBÖ und ÖAMTC versuchten mit lächerlichen Flottentests amerikanischer Autos die Fehleranfälligkeit der Kats zu beweisen). Gleichzeitig reagierte die Autoindustrie aber blitzschnell und war selbst für die winzigen Märkte Schweiz, Österreich und Schweden in der Lage, praktisch über Nacht jede Menge Modelle mit Kat anzubieten. Das Geschäft lief dabei glänzend: Die Autos wurden um zehn Prozent teurer, und man verkaufte so viele wie nie zuvor. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/09.07.2010)