Mozilla hat bis zu fertigen Version noch große Pläne für seine Javascript-Engine
Eben erst hat man beim Mozilla-Projekt eine erste Beta-Version für den Firefox 4 fertiggestellt, die eine Fülle von Verbesserungen für den Browser bringt - auch gerade im Performance-Bereich. Doch damit will man sich noch lange nicht zufrieden geben, wie Mozillas "Open Source Evangelist" Christopher Blizzard nun in einem aktuellen Interview mit Gizmodo betont.
Speedup
Besonders für die - in der aktuellen Beta im Vergleich zu anderen aktuellen Browser noch eher durchschnittliche - Javascript-Performance hat man noch einiges vor. So arbeitet man an einem "Baseline JIT (Just-in-Time-Compiler)" für den Firefox, der dem Browser in diesem Bereich ähnliche Performance-Werte wie die Konkurrenz liefern sollte. Richtig spannend wird die Angelegenheit allerdings erst, wenn man das Ganze dann mit dem bisherigen Ansatz von Mozilla, dem Tracing JIT, kombiniert. Denn dadurch werde man eine Javascript-Engine haben, die der gesamten Konkurrenz um ein ganze Generation voraus ist, zeigt sich Blizzard überzeugt.
Nativ
Nicht viel hält der Mozilla-Entwickler hingegen von Googles "Native Client"-Ansatz, mit dem nativer Code direkt im Browser ausgeführt werden kann. Der hier zu erzielende Performancevorteil sei in vielen Bereichen bereits vernachlässigbar, mit dem Tracing JIT komme man solchen Ansätzen bereits sehr nahe - und werde wohl über die Zeit noch deutlich besser werden.
Mobil
Im mobilen Bereich konzentriert man sich derzeit - neben Maemo / MeeGo - vor allem auf Android, ursprünglich habe man auch große Pläne für Windows Mobile gehabt. Microsoft habe diese aber effektiv verhindert, indem man die Entwicklungsmöglichkeiten für Windows Phone 7 erheblich eingeschränkt hat, insofern verzichte man künftig auf diese Plattform. So werde Windows Phone 7 eben mit irgendeiner "furchtbaren" Version des mobilen IE ausgeliefert werden, erlaubt sich Blizzard eine kleine Gehässigkeit.
Unabhängigkeit
Den Umstand, dass Mozilla im Vergleich zu anderen großen Playern im Browser-Markt - also Microsoft, Google und Apple - ein relativ kleines Unternehmen sei, sieht der Entwickler sogar als Vorteil: "Wir sind die einzigen die nur einen Browser machen", so Blizzard, man habe hier keine Hintergedanken wie das Mitverkaufen von Betriebssystemen oder Werbeeinschaltungen. (red, derStandard.at, 09.07.10)