Wiener Spionage-Tauschzentrale

USA und Russland übergaben Agenten in Schwechat

9. Juli 2010, 13:26
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    Die beiden in Schwechat gelandeten Flugzeuge

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    Drehscheibe Wien: Im Zuge des Agentenaustausches sollen unbestätigten Informationen zufolge zehn jüngst in den USA festgenommene russische Spione gegen den russischen Atomwissenschaftler Igor Sutjagin und drei russische Doppelagenten getauscht werden.

     

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    Auch die russische Spionin Anna Chapman wird ausgetauscht - Siehe Kopf des Tages >>>

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    Die zehn Spione beim Gerichtstermin in New York. Sie alle haben sich schuldig bekannt.

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    Vor Gericht hießen "Richard" und "Cynthia Murphy" wieder Wladimir und Lydia Guryew.

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    Der Nuklearwissenschafter Igor Sutjagin soll Geheimnisse an den Westen weitergegeben haben. Das Foto zeigt ihn bei einer Gerichtsverhandlung in Moskau im Jahr 2004. Sutjagin soll Teil eines Spion-Austausches mit den USA sein.

Vier US-Agenten im Tausch gegen zehn russische Spione - Der Austausch soll in Wien stattgefunden haben - Innenministerium hat offiziell kein Informationen

New York/Moskau/Wien - Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Agentenaustausch sind ein russisches und ein US-amerikanisches Flugzeug am Freitag um 11.15 Uhr in Wien gelandet. Sie könnten die Spione an Bord haben, welche die beiden Seiten austauschen wollen. Bei den Flugzeugen handelt es sich um eine Boeing 767-200 Extended der US-Charterfirma "Vision Airlines" (Flugkennzeichen: N766VA) und eine Yakolev Yak-42-D des russischen Ministeriums für Notfälle (Flugkennzeichen: RA42446). Wie die Augenzeugen berichteten, wurden Personen aus dem Flugzeug geschleust, um danach sofort mit einem schwarzen Van zu der jeweils anderen Maschine gebracht zu werden.

Die eigentliche Austauschaktion dauerte etwa eineinviertel Stunden. Gegen 12.30 Uhr startete die Maschine des russischen Katastrophenschutzes wieder mit mutmaßlichem Ziel Moskau, eine Viertelstunde später auch jenes aus den USA in Richtung Westen. Ob tatsächlich Geheimagenten an Bord waren und umstiegen, dafür gab es keine offizielle Bestätigung. Augenzeugenberichten zufolge fand der Austausch jedenfalls mit Hilfe eines schwarzen Vans statt.

Der britische Sender BBC zeigte entsprechende Live-Bilder. Im Zuge des Agentenaustausches sollen unbestätigten Informationen zufolge zehn jüngst in den USA festgenommene russische Spione gegen den russischen Atomwissenschaftler Igor Sutjagin und drei russische Doppelagenten getauscht werden. Als Drehscheibe der Aktion soll Wien dienen. Sutjagin soll unbestätigten Meldungen zufolge am gestrigen Donnerstag in Wien angekommen sein.

Flug nach Moskau über Wien

Das Flugzeug mit den zehn russischen Agenten an Bord sollte laut Medienberichten zuerst nach Wien und dann weiter nach Moskau fliegen. An Bord waren auch US-Marshalls, weil die Spione bis zum ersten Agentenaustausch zwischen beiden Ländern seit 1986 offiziell noch in Haft sind. Die schnelle Rückkehr nach Russland werde "durch den neuen Geist der russisch-amerikanischen Beziehungen und das hohe Niveau des gegenseitigen Verständnisses der Präsidenten beider Länder" möglich, verlautete aus dem Kreml. Vertreter beider Staaten hatten wiederholt erklärt, die Affäre werde sich nicht negativ auf die Beziehungen zwischen Moskau und Washington auswirken.

Enttarnte Spione bekennen sich schuldig

Nur Stunden vor ihrem Abflug hatten die enttarnten russischen Spione vor einer New Yorker Richterin zugegeben, für die russische Regierung gearbeitet zu haben. Für jeden einzelnen stand ein Anwalt auf und antwortete auf die Frage, ob sie die Anklage akzeptieren, mit einem knappen "Ja". Die meisten hatten sich als Amerikaner getarnt. Ihre Häuser und Autos sowie Teile ihres Vermögens wurden eingezogen. Einige haben Kinder, die nun selbst entscheiden sollen, ob sie ihren Eltern nach Russland folgen.

Vor Gericht hießen "Richard" und "Cynthia Murphy" wieder Wladimir und Lydia Guryew, "Donald" und "Tracey" wurden wieder zu Andrej und Elena. Die als attraktive, rothaarige Spionin bekanntgewordene Anna Chapman heißt allerdings wirklich so. Auch zwei weitere der zehn spionierten unter ihren tatsächlichen Namen. Sie waren erst Ende Juni nach jahrelangen Ermittlungen von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden, nur kurz vor einem US-Besuch von Medwedew. Dies sei aber purer Zufall gewesen, hieß es.

Medwedew begnadigt US-Agenten

Noch in der Nacht auf Freitag unterzeichnete Medwedew dann einen Ukas (Verordnung, Erlass; Anm.), mit dem der angebliche CIA-Agent und Nuklearexperte Igor Sutjagin, die mutmaßlichen Doppelagenten Alexander Saporoschski und Sergej Skripal sowie Gennadi Wasilenko begnadigt wurden. Zuvor hatten sie in einem Gnadengesuch an Medwedew ihre Schuld eingestanden. Sutjagin soll schon am Donnerstag nach Wien ausgeflogen worden sein. Von Wien sollte er angeblich von Österreich aus vom britischen Geheimdienst nach London gebracht werden.

Allerdings sollen sie stark unter Druck gesetzt worden sein. So hatte Sutjagin, der bereits seit fast elf Jahren in einem nordrussischen Straflager gefangen war, seine Schuld stets bestritten. Er soll Informationen über die russische Raketenabwehr sowie über Atom-U-Boote an eine britische Agentur mit Kontakten zum US-Geheimdienst übergeben haben. Die anderen drei Männer saßen ebenfalls bereits seit mehreren Jahren in Haft. Auch sie sollten über Wien ausgetauscht werden.

Innenministerium hat "keine Informationen"

Das österreichische Innenministerium hat auch bezüglich der russischen Spione, die von New York über Wien nach Moskau unterwegs sein sollen, "keine Informationen". Sprecher Rudolf Gollia erklärte Freitag früh auf Anfrage der APA: "Das ist nicht unsere Geschichte. Daher kann ich weder bestätigen noch dementieren." Schon in Sachen Sutjagin hatte es am Donnerstag geheißen: "Wir können das weder bestätigen noch dementieren, weil wir es nicht wissen." Gollias Pendant vom Außenamt, Peter Launsky-Tieffenthal, stimmte darin ein - ohne den letzten Teil der Aussage, wie er sagte.

Der Leiter des Österreichischen Zentrums für Geheimdienst, Propaganda und Sicherheitsstudien, Siegfried Beer, geht davon aus, dass die österreichischen Behörden informiert sind, wie der dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe) sagte: "Der Mann wird in der Regel von zwei Geheimdienstmitarbeitern im Flugzeug begleitet. Dann wird er von britischen oder US-Sicherheitsleuten 'übernommen' und in die britische oder amerikanische Botschaft gebracht. Oder er bleibt auf dem Airport, und es geht gleich weiter. Jedenfalls sind bei solchen Aktionen die österreichischen Geheimdienste informiert oder sogar beteiligt."

(APA, red, derStandard.at, 9.7.2010)

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F S 3
06
12.7.2010, 16:41
Das frühere Mitglied des US-Spionage-Projektes "Stargate" (nicht die TV-Serie), McMoneagle schrieb ein Buch mit dem Titel "Memoirs of a Pyschic Spy", wie auch Jon Ronson "The Men who stare at Goats" schrieb, was uns auch einen lustigen Film…

…bescherte, worin George Clooney auf Ziegen starrt, bis jene tot umfallen.

In Russland gab es ähnliche Programme bereits viel früher,wie etwa die "Blue Star"-Gruppe,deren Zweck es war,auf telepathischem Wege Informationen v."Gegner" zu erlangen,u.dessen Psycho-Gruppen mit Fehlinfos zu versorgen.

Der Zeitpunkt des orchestrierten Auffliegens der russischen Gruppe -inkl.der medialen Präsentation jeder Menge seltsamer Gründe dafür- fällt mit dem Öldesaster im Golf zusammen,das für Obama eine Zicke-Zacke-Mühle darstellt: Mächtige Interessensgruppen wollen die Katastrophe f.ihre Zwecke ausnützen-u.etwa die US-Regierung so in das "Cap&Trade"-Programm pressen.

http://www.mind1st.co.uk/blog_cat.... eral&id=35

Karin Stadler2
21
10.7.2010, 00:19
BRAVO!!! Das ist ja wie mit den 3 Affen! Oesterreich ist Weltspitze beim Wegschauen

Wenn das nur gut geht.

Vielleicht kann das Aussenministerium ueber die Botschaften eine Aussendung machen.

Kommen Sie zu uns - bei uns koennen Sie Ihre Dinger drehen. Wir bieten hervorragenden Service.
Gschamster Diener!

fahrenheit 451
00
10.7.2010, 23:18

mein gott. das wird seit 1945 alles über österreich gemacht. deswegen ist es ja so absurd wenn tschetschenen behaupten in wien sicherer zu sein als in warschau.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00

Die Frau Chapman dürfte bei mir auch spionieren *hust*.

Hansi Huber
00

Wo denn? In der Hose?

grandw
00

Dachte der Kalte Krieg ist längst vorbei.

Christiane Amanpour
 
06
Gerade weil die öst. Behörden in solchen Fällen alles wissen, aber sich nach außen blöd stellen, bleibt uns dieser Wirtschaftszweig erhalten.

Die Briten jedenfalls schreiben über den Austausch der Spione nicht so ausweichend, wie das der Standard tut:

http://news.bbc.co.uk/2/hi/worl... 564994.stm

SELBSTVERSTÄNDLICH wissen die zuständigen Abteilungen des Innen- und Außenministerium ALLES über die Aktion. Wer glauben Sie, hat den schwarzen Kastenwagen gefahren, der die Leute von einem Flugzeug zum nächsten gebracht hat?

Die oben geschilderte Haltung der öst. Behörden (alles ermöglichen, aber "nix" wissen) HAT Wien zu diesem Treffpunkt gemacht.

Reinhard Joelli
00
10.7.2010, 19:06
Erste Seite NYT

Hier in den USA ist der spy swap mit Bildern vom Wiener Flughafen auf den Titelblaettern der Zeitungen, z. B. der new York Times.

Karin Stadler2
10
10.7.2010, 00:14
Sorry, habe in der Eile nicht ihr ganzes Posting gelesen

habe so eigentlich nur wiederholt, was Sie schon geschrieben haben.

Jedenfalls wird man mit solchen Aktionen noch mehr Gesindel anlocken.

Oesterreich ist Spitze im Wegschauen!

Karin Stadler2
11
10.7.2010, 00:10
Mit dem Wirtschaftszweig koennten Sie recht haben

Auf den sollte man eigentlich verzichten wollen.
Fuer den Ruf Oesterreichs ist diese Aktion jedenfalls nicht foerderlich.
Allein, dass es moeglich ist, dass das IMinisterium behauptet keine INformationen zu haben, spricht Baende. Das gibt's wohl in keiner westlichen Demokratie. Und deshalb wurde das auch auf oesterr Boden abgezogen. Und die Leute "fressen" das, weil es halt so spannend ist und sie dabei das Denken vergessen.
Habe mal meinen amerikanischen Chef hier in London gefragt, was er fuer ein Image von Oe hat. War nicht sehr schmeichelhaft: "da wird viel zurechtgebogen" Gerade dass er das Wort nicht crooked verwendet hat.

Karin Stadler2
10
Keine Informationen

Ist schon beachtlich - Offenbar ist kein Heini des Aussen- oder Innenministeriums imstande eine annehmbare Erklaerung abzugeben. Oder vielleicht sind sie noch dabei, das mit den USA und Russland abzustimmen.

Und das Volk gibt sich zufrieden.

Ist wie in der Wiener U-Bahn, da schaffen es die Fahrer auch nicht eine Durchsage zu machen. Bis auf die eine oder andere nette Ausnahme, der/die einen guten Morgen wuenscht.

In London ist man da wesentlich kommunikativer.

rapunzels frisör
13
Innenministerium hat "keine Informationen"

gott sei dank nicht!

ich möchte mir ja gar nicht vorstellen,
was für ein bond-girl die schottertante abgegeben hätte!

powercat
00
10.7.2010, 02:07

kann nur lachen über Ihre Naivität rapunzels frisör.
Natürlich waren die informiert und auch vor Ort aber warum sollen sie das gegenüber der Presse zugeben???

.oOo. /|||||||\ .oOo.
00

somit hat wien doch auch eine WM, die WM im spionaustausch. 10:4 für russland.

headbang0r
01
puh!

Wie spannend ist das denn, bittesehr?

tante kommunismus
00
das war sowas von

unfassbar spannend.

Kontra
00
Da sieht man wieder, wie wichtig unsere Neutralität ist

,-)

Vorsicht, Zynismus!

kerkerichyto
00

Genau deshalb machen die das hier.

Weil wir neural sind. Deshalb ist auch die Neutralität sinnloooos.

peace & love
01
ein klassiker.

sense3001
00

"kein informationen"

ministry of silly walks
00

die Rothaarige hätte bei mir ein paar Tage Urlaub machen können... :-)

Psycho87
01

auf neutralem Boden?

lol

Posten schadet der Gesundheit
01
das war eh schon immer so in Wien.

Während des Kalten Krieges unübersehbar, jetzt aber auch noch: Geheimdienst-Umschlagplatz Wien!

cheap thrills
00
die krone titelte damit gestern.

auch interessant.

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