Kopf des Tages

Ein überragender und umstrittener Seelsorger

08. Juli 2010 19:22
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    Foto: apa/gindl

    Ägidius Zsifkovics wird neuer Bischof im Burgenland.

Schon allein aufgrund seiner überragenden Körpergröße könne Ägidius Zsifkovics nie wirklich unauffällig sein

Er sei, sagen seine Kritiker, in den elf Jahren als Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz eher unauffällig gewesen. Unsinn, meinen seine Freunde: Schon allein aufgrund seiner überragenden Körpergröße könne Ägidius Zsifkovics nie wirklich unauffällig sein. Zurückhaltend, bescheiden und verbindlich, das ja - aber das müsse ein Mann wohl sein, der mit Bischöfen wie Kurt Krenn ebenso auskommen musste wie mit Alois Stecher oder Christoph Schönborn.

Studienkollegen erzählen, dass sie dem aus Güssing stammenden Burgenland-Kroaten von jeher zugetraut hätten, Bischof zu werden - denn er habe seelsorgliche und politische Fragen gleichermaßen auffassen können. So wurde Zsifkovics gleich nach dem Studium (Priesterweihe 1987) Sekretär des damaligen burgenländischen Bischofs Stefan László, der in den Wende-Jahren den Kontakt zwischen der österreichischen Kirche und den Kirchen in den östlichen Nachbarländern gepflegt hatte, was seinem Nachfolger Paul Iby viel weniger gelungen ist.

Eine Aufgabe, die der Karriere-Katholik Zsifkovics in seinen verschiedenen Funktionen umso lieber weitergeführt hat. Mit Beharrlichkeit und Feinfühligkeit gelang es ihm, die Nachbarn zu bewegen, 2004 einen Mitteleuropäischen Katholikentag gemeinsam in Österreich auszurichten. Nicht im alten Machtzentrum Wien, sondern in Mariazell, das als Wallfahrtsort weit in den Osten strahlt.

Neben diesen Aufgaben achtete Zsifkovics aber stets darauf, dass er die Bodenhaftung nicht verliert: Seit 1994 ist er Pfarrer der nordburgenländischen Gemeinde Wulkaprodersdorf/Vulkaprodrstof.

Dort weiß man, dass er nur auf den ersten Blick spröde wirkt - nach spätestens drei Minuten finde Zsifkovics mit beinahe jedem Gesprächspartner eine Verbindung, in der man gemeinsam lachen könne. Den Kritikern von Zsifkovics ist das Lachen angesichts der überfallsartigen Bestellung allerdings vergangen. Der Theologe Paul Zulehner hat ihm zu große Rom-Nähe vorgeworfen - Zsifkovics war einige Zeit Vizerektor des Instituts Santa Maria dell'Anima in Rom. Hans Peter Hurka von "Wir sind Kirche" erinnert sich daran, dass der Dialog mit Zsifkovics eingeschlafen ist - und dass man mit ihm als "ideenlosem Vollzieher" römischer Entscheidungen keine Gesprächsbasis finden werde. Abwarten, sagen seine Freunde: Zsifkovics sei zwar "ein traditioneller Priester" , aber wandlungsfähig. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 9.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
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Takeshi Kovacs
09.08.2010 21:16
"...denn er habe seelsorgliche und politische Fragen gleichermaßen auffassen können.."

es handelt sich hier offensichtlich um einen megawiffzack...

egon edi ohne strachwitz
03.08.2010 19:13
moral steht über physischem wollen

zeigen sie das
räumen sie mit missbrauch sofort auf
lassen sie missbrauch nie zu
auch ausser ihrer zuständigkeit
kämpfen sie gegen missbrauch mit allen mitteln

auch gegen alte-missbrauch bleibt missbrauch und darf nie verdeckt geduldet werden

Kahless
13.08.2010 08:21
...

Sie wissen aber schon, dass man dann die halbe kath. Kirche anprangern müsste ? Und nicht erst seit diesem Jahrhundert ?!?!?

mstislav raskachlovitsch
13.07.2010 08:15
Als bischöflicher Vollstrecker Rom´s.....

....sowieso besser geeignet.........vielleicht folgt ja ein wirklich menschenfreundlicher und vor allem menschlicher Seelsorger auf seinen Priesterposten nach......

hansi goldach
 
11.07.2010 17:40

der "theologe" paul zulehner muss stets seinen
völlig sinnlosen senf dazugeben.

schafmeister
23.07.2010 09:26

Mögen Sie keinen Senf als Würze zu Würsteln?

zinn glaeckl
22.07.2010 23:31
bist es du,

sodano?

aiuto
10.07.2010 12:18
es wäre ja ein Wunder gewesen,

wenn die "Wahl" einmal auf einen Kandidaten gefallen wäre, der nicht gleich von an Beginn an wieder zu Diskussion führt.
Aber es ist vielleicht wirklich besser so. Dann verlassen nämlich noch mehr Gläubige das Schiff der rk Kirche - und irgendwann wird dieser Altzherrenverein sehen, dass es so nicht miehr weitergeht.

Sam Polani
10.07.2010 12:27
die Schriftgelehrten & Priester entfernen sich immer mehr von den Gläubigen . .

Stimmt was Sie schreiben! Ich sehe es aber so: Die Priester und Schriftgelehrten entfernen sich immer mehr und mehr von den "Gläubgen". Leider, ist aber so. Und dies ist damit der Grund warum immer mehr Gläubige diesen Verein verlassen.

Kremser
12.07.2010 09:06

das volk vermag seinen hirten nicht mehr zu folgen, sei es aus unverstand oder gar dummheit

onlooker
09.07.2010 21:15
je mehr suderanten als bischöfe desto schneller die austritte

so soll es auch sein, werden ja sehen wie viele
austritte im burgenland sein werden

masterjo
09.07.2010 18:21

wir sind kirche.. die werdens auch irgendwann mal begreifen.

"karriere-katholik" find ich geil

Lectrice
09.07.2010 16:42

Paaaaaaaaaaasst - damit schiesst sich die kK umso schneller ins out!

pinguin78
09.07.2010 16:34

alois wagner oder reinhold stecher, aber nicht alois stecher!

chiwato
09.07.2010 13:46
der

spielt bei sts.

Hurz!
09.07.2010 11:49

Die Diözese bekommt einen Bischof mit Verankerung in der Seelsorge, klaren Blick für Realitäten und pragmatischer Herangehensweise. Nona ist er Vatikan-kompatibel. Aber unter allen klar konservativen Kandidaten, was anderes steht derzeit halt nicht zu Debatte, ist er mit Sicherheit einer der umgänglichsten.

Politicus1
09.07.2010 11:16
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bluebeard's 8th wife.
09.07.2010 10:11

meine große distanz zu kirchen hat auch mit meinem unbehaggen gegenüber bestimmten priestertypen zu tun; neue neue bischof repräsentiert diese ganz vorzüglich (leise im auftreten, hart in der sache, mit der ins gesicht geschriebenen sexualneurose).

Lectrice
09.07.2010 16:43

Mit solchen Typen macht sich dieser Verein aber umso schneller großflächig unbeliebt. Insoferne sollen's nur so weitermachen.

apostata
09.07.2010 09:45
ein echter kapellari

genau diese beschreibungen des hr.zsikovits könnten für kapellari stehen und umgekehrt, beton im kopf, absolut loyal bis zur selbstaufgabe gegenüber dem vatikan und sehr kommunikativ mit seinen untergebenen, ein echter guter apparatschik, wahrscheinlich hat er bei der priesterweihe auch schon gesagt, dass er einmal ein grosser im vatikan werden will, der nachfolger vom bi hudal in der anima in rom war er schon einmal.der wird den burgenländern alles an reform versprechen, sie zum 10.000 mal fragen, was sie sich wünschen und dann beinhart die vatikanlinie durchziehen.diese typen von bischöfen sind allzu bekannt in der rkK österreichs.aber die kathol haben die bischöfe,die sie verdienen.

schafmeister
23.07.2010 09:21
Kapellariepigone

Vielleicht ist er schon als Kapellarinachfolger vorgesehen da Kapellari in einigen Jahren in die Rente gehen muß

gwfak
09.07.2010 01:27
Selig die,

die schon vorab wissen, dass sie keine Gesprächsbasis finden werden. Vielleicht hilft ausprobieren.

Stoascheissa Korl
09.07.2010 08:19

Ausprobieren legt eine mögliche Korrektur nahe: die ist hier nicht denkbar.
Ich kenne die beteiligten Herren nicht, aber das Problem dürfte sein, dass, falls keine Gesprächsbasis gefunden wird, dieser Zustand 30 Jahre andauern wird.

09.07.2010 01:16
die kirche ist ein wirtschaftsunternehmen

die konzernspitze in rom wählt natürlich für jede filiale einen dem sie vertraut, der im sinne des römischen managements agiert.
ist doch klar.
nestle würde auch nicht einen danone-fanatiker als nestle-österreich-chef wollen. odr?

Thun23
 
09.07.2010 07:41
Stimmt für jeden Konzern und das sind sie

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