Optometrie

Wechsel zwischen nah und fern kann Augen schwer fallen

8. Juli 2010, 16:36

Probleme mit den Bewegungsmuskeln - Überanstrengung des Sehzentrums

Wien - "Die Überprüfung der Sehschärfe und der Ausschluss von Schielfehlern alleine genügen bei Schulkindern nicht", sagt der Direktor der Akademie für Optometrie in Wien, Wolfgang Dusek. In seiner laufende Studie untersucht er visuelle Funktionen bei sechs- bis 14-jährigen Kindern mit Lesestörungen. Wissensvermittlung in der Schule erfolge noch immer hauptsächlich durch Lesen von der Tafel und Schreiben in das Heft.

Auch wenn die Sehschärfe völlig in Ordnung sei, könne es sein, dass die Motorik des Augenpaares nur unter Anstrengung oder gar nicht funktioniert. Gutes Sehen in der Ferne und in der Nähe für sich selbst könne funktionieren. Der Distanzwechsel verlange aber von den Bewegungsmuskeln der Augen eine auf das Augenpaar bezogene Koordination. In der Ferne sollten die Augen quasi parallel zueinander ausgerichtet sein, während in der Nähe eine dem Willen nur bedingt unterlegene Einwärtsbewegung vollzogen werden muss.

Überanstrengung des Sehzentrums

"Steht das Augenpaar in Ruhestellung ein wenig nach außen, kann dieses "zu wenig" an Konvergenz, also nach Innenstellung überbrückt werden. Umgekehrt ist das aufgrund der Verschaltung der Nerven aber gar nicht möglich. So kommt es in beiden Fällen zu einer Überanstrengung der Augen und des Sehzentrums im Gehirn. Verwechslung der Buchstaben, fehlendes oder schlechtes Leseverständnis können die Folge sein", so Dusek.

Entsprechenden Tests seien zwar bekannt, aber mit mindestens 45 Minuten Zeitaufwand für die Untersuchung verbunden sind. Abhängig vom Untersuchungsergebnis seien dann entweder Übungen oder eine spezielle Brille, die für eine bestimmte Zeitspanne oder auch immer zu tragen ist, nötig. Der Erfolg solcher Maßnahmen, so Dusek, bestätige sich durch fehlerfreies Schreiben, dem Verschwinden von "Buchstabendrehern" und sich normalisierendem Leseverständnis. (red)

Elisabeth Schandl
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19.7.2010, 20:02
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