Lobbying für Medizin-Uni in Linz

08. Juli 2010 14:08

Würde Ärztemangel ab 2020 ausgleichen

Ein oberösterreichischer Verein setzt sich für eine medizinsiche Universität in Linz ein. Laut ORF Oberösterreich glaubt der Verein "Förderer der Medizin Uni Linz", dass das Studium bereits in drei Jahren starten könnte.

Bestätigt fühlt sich der Verein vom oberösterreichischen Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser, der von einem drohenden Ärztmangel ab 2020 spreche. Der steigende Ärztebedarf würde daher eine vierte Medizin-Uni rechtfertigen, so der Verein. Vereinsmitglied Wolfgang Stampfl kündigte an, bis zum Herbst gemeinsam mit der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich dem Bund ein Vorfinanzierungskonzept vorzulegen. Die Entscheidung über Universitätsstandorte liegt nämlich beim Bund.

Der Verein gehört dem "Projekt Med Uni Linz Oberösterreich" an. Unterstützt wird das Projekt laut Homepage u.a. von Landeshauptmann Josef Pühringer, dem Linzer Bürgermeister Franz Dobusch und dem oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten  Peter Niedermoser.  (red, derStandard.at, 8.7.2010)

Kommentar posten
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mrs dra
27.07.2010 11:14
eine gute Medizin Uni

braucht nicht hunderte Professoren wie es in Wien der Fall ist. Und der große Teil sieht Lehre sowieso nur als lästig an und hält sie kaum ab.
Als Jungmediziner muss man fundiertes Wissen in der Basisversorgung haben und von den Spezialisierungen gehört haben und sich darin Orientieren können.
Das kann meiner Meinung sehr wohl auch ein kleinerer Standort bieten. Das muss nicht das AKH sein. Und für eine Super Spezialvorlesung kann man auch leicht Dozenten in einen Zug von Wien nach Linz setzen, damit die einmal im halben Jahr ihre Vorträge halten.
Man sieht jetzt schon, dass die Qualität der Betreuung in Lehrkrankenkhäusern in Wien zum guten Teil höher ist, als die des AKH.
Und 720 Studienbeginner pro Jahr ist garant für schlechte Qualität!

christ_sein
12.07.2010 21:05
Stadtgröße und MedUni-Standort

Grundsätzliches
1. Der Gesundheitsbereich ist ein Zukunftsbereich.
2. Qualitativ hochwertige medizinische Ausbildung ist wichtig.
Vergleiche mit anderen Städten, die eine medizinische Universität haben (Spitzen Unis ! )
Freiburg im Breisgau - 220 000 Einwohner Tübingen - 83 000 Ew.
Heidelberg - 145 000 Ew.
Ulm - 120 000 Ew.
Würzburg - 135 000 Ew.
Yale (USA New Haven)- 124000
Einwohner
Wien - 1 800 000 Ew. -
Cambridge UK - 120 000 Ew
Oxford UK - 145 000 Ew -
Linz - 189 000 Einwohner

bobwheeler
09.07.2010 22:37

Unnötig, aus mehrerer Hinsicht.

a) Kosten (Bürokratie, Gebäude/Umbau, Infrastruktur)
b) Profilierungssucht (Primar =/= Univ-Prof.) - wie war das mit den Krankenhäusern der Landeskaiser?
c) Uni = Forschung (Uni-Klinikum, Lehrstühle, Forschungszentren, Know-how und wissenschaftliche Vernetzung)

Wenn so wenig Studenten nach OÖ zurückkehren, sollten die sich lieber mal überlegen, warum niemand dort arbeiten möchte.

Weiters ist es viel günstiger, die bestehenden Standorte auszubauen, als in der Pampa komplett neu aus dem Boden zu stampfen.

Mit den selben Argumenten könnten wir gleich in Klagenfurt eine MedUni gründen.

Wenn die restlichen 3 unterfinanziert sind, ist es doch Blödsinn, einen komplett neuen Standort aufzusperren.

Daher: gegen

Jacksonson
10.07.2010 08:48

Also die drittgroesste Stadt Oesterreichs als "in der Pampa" zu bezeichnen spricht nicht fuer sie.

Ansonsten stimm ich ueberein.

Firemonkey
09.07.2010 09:18
Wir haben 4 Med. Unis!!

Wien, Innsbruck, Graz sind staatliche und eine Private (nur 5 Jahre Studium!) in Salzburg.

byron sully
09.07.2010 13:11

und was spricht gegen eine weitere, wenn es an den bestehenden standorten viel andrang gibt?

Pannonia Jack
09.07.2010 13:20

Was spricht gegen den Ausbau existierender Medizin-Unis?

byron sully
09.07.2010 13:31
natürlich nichts,

aber wir sprechen hier nicht von einem 500-leute-kaff irgendwo zwischen alm und alm, sondern von der drittgrößten stadt österreichs, die auch schon zwei universitäten hat. und wenn vieles andere in linz studiert werden kann - wieso nicht auch medizin? ist die fixierung auf möglichst wenige großstandorte wirklich das sinnvollste?

Firemonkey
09.07.2010 15:41
Wie wärs wenn die Bundesländer (und OÖ ist hier

ein Paradebeispiel für gewaltige Probleme) zuerst ihre Hausaufgaben machen. Unsere Strukturen sind mittlerweile viel zu groß. Wir haben doppelt so viele Spitalsbetten wie wir brauchen würden. 2/3 der Spitäler sind unter 300 Betten und zählen damit als zu klein um qualitativ betrieben werden zu können (aufgrund zu kleiner Fallzahlen was auch die großen gefährdet und damit uns als Patienten; und ja ich halte das AKH in Wien dagegen für zu groß). Das heißt zuerst mal Schließung aller nach medizinischen Gesichtspunkten nicht benötigten Spitäler. Alle Kleinspitäler schließen geht wegen der Gebirgsstruktur im Westen Öst. nicht. Aber ca. die Hälfte geht. Dafür keine Bedarfsprüfung mehr im niedergelassenen Bereich. Dann erst schauen ob Uni nötig!!

byron sully
09.07.2010 18:41

da bin ich ganz anderer meinung.
erstens: lieber zu viele spitalsbetten als zu wenige.
zweitens: wenn es sich nicht grad um eingriffe handelt, die nur an den "topspitälern" vorgenommen werden können, dann sollten die leute möglichst nah ihres wohnortes behandelt werden. wieso sollen z.b. die angehörigen für einen besuch bis zu 200 km in die nächste landeshauptstadt fahren müssen?
gesundheit und bildung - an den beiden dingen zu sparen, ist so ziemlich das unerträglichste.

Firemonkey
09.07.2010 19:20
Sie argumentieren bei Gesundheit mit Angehörigen

besuchen?!? Gehts hier um Befindlichkeiten oder um Gesundheit? Schon mal was von Qualität statt Quantität gehört? Oder davon dass es gewisse Mindestfallzahlen benötigt um Qualität überhaupt erst aufrecht erahlten zu können? So nebenbei durch die große Anzahl an Krankenhäuser erreichen die meißten Krankenhäuser diese nötigen Fallzahlen nicht mal im Ansatz. Aber es ist ja besser dass einen viele Verwandte besuchen anstatt dass die OP korrekt abläuft. Ich glaub ich bin im falschen Film!

byron sully
10.07.2010 02:42

also punkt eins mal: nicht jeder spitalsaufenthalt ist mit komplizierten eingriffen verbunden. bei einer lungenentzündung z.b. wird zumeist nichts herumoperiert.

und nochmals: bei komplizierteren eingriffen bin ich ja klar dafür, daß die in den dafür spezailisierten krankenhäusern durchgeführt werden. aber was die "leichteren" sachen betrifft, so können die ruhig auch im bezirkskrankenhaus behandelt werden. und ihre geringschätzung der bedeutung von besuchen der angehörigen zeugt nicht grad von einer humanistischen einstellung.

Firemonkey
10.07.2010 08:29
Ad ihrer Spezialisierung

Da haben sie anscheinend nichts dagegen, gut führen wir die mal konsequent durch, das beudeutet aber bereits dass mind. 1/4 der Häuser dicht machen muss! Es ist ein Hammer wieviele Häuser zb. ein Knie operieren.
Und tun wir nicht so als wären die letzten Jahre keine Häuser geschlossen worden. In OÖ waren es die letzten Jahre mind. 2 die geschlossen wurden, in anderen Bundesländer wurden ebenfalls welche geschlossen. Dazu noch ein paar Abteilungen es geht aber zu langsam.

Firemonkey
10.07.2010 08:26
Die meißten Sachen könnten auch leicht im

niedergelassenen Bereich erledigt werden. Das ist ja hierzulande das Problem. Wir haben viel zu viele Leistungen ins Spital verlagert. Die leichten Sachen von denen sie sprechen können (Lungenentzündung in einer schweren Form kann vermutlich nur ein Spital) auch die Niedergelassenen machen und das viel günstiger.
Auch wenn es vielen nicht gefällt aber wir haben viel zu viele Spitäler. Teilweise mit gerade mal 10km Abstand (der NÖ Pröll baut ja gerade "neu" 2 Häuser in so einem lächerlichem Abstand).
Zb. in OÖ kommen jetzt 3 Herzkatheter, das Fachpersonal aber fehlt bzw. wenn in Vbruck der der sich auskennt in Urlaub ist, wer soll das Zeug dann bedienen? Die Rettung wird aber nicht die KH nach gerade vorliegender Diensteinteilung anfahren.

byron sully
11.07.2010 14:30

natürlich ist es lächerlich, nur aufgrund von landes- bzw. bezirksgrenzen zwei spitäler quasi nebeneinander zu bauen. aber was ich nicht mag, ist dieses "wozu brauchen wir so viele spitäler am land?", das man oft hört. so als ob nur stadtmenschen (und ich bin ja selber großstädter) ein krankenhaus gleich in der nähe haben dürften.

Walter Fenz
08.07.2010 22:27
Durch die unsägliche Krankenhauspolitik in

OÖ sind Turnus- und Fachärztemangel in den Krankenhäusern immer drückender.

Mittels Provinzialisierung und Überschußproduktion möchte man sich vor einer längst überfälligen Totalreform der Krankenhaus- und Ausbildungslandschaft drücken.

Das wird in die Hose gehen.

Pannonia Jack
08.07.2010 15:51

Und wieso werden dann halt nicht bestehende Medizin-Unis ausgebaut? Diese Variante käme sicherlich billiger!

Es muss nicht in jedem Bundesland für jede Fachrichtung eine Uni oder ein Institut stehen.

egon edi ohne strachwitz
08.07.2010 17:23
billiger?

für angehende medizinstudenten im raum oö wärs billiger-anstatt die horrenden mieten und nebenkosten in wien zu bezahlen.

heutzutage muss man nicht nur sehr gescheit sein,man braucht auch noch sehr viel money,um durch mind 6a durchzukommen.

koko
09.07.2010 10:28
So manchem Oberösterreicher würde es nicht schaden, aus dem Bundesland rauszukommen.

Das erweitert den Horizont und formt den Charakter. (das Rauskommen, um woanders zu studieren - und zwar jeden, nicht nur den oberösterreichischen.)

Pannonia Jack
08.07.2010 17:27

Es geht nicht um die Medizin-Studenten in OÖ - es geht um die Finanzierung des österr. Bildungssystems!

Mario Ahner
08.07.2010 14:54
Da frag' ich mich schon.

Für die bestehenden Unis ist angeblich zu wenig Geld da, und in Linz wollens eine neue aus dem Boden stampfen. Wie geht das zusammen?

Loxoceles
08.07.2010 19:26

Das ist genauso, wie sich die neue Elite-Uni in Gugging auf das Budget der anderen Unis in Österreich ausgewirkt hat.

Schurli Schorsch
 
08.07.2010 14:47

blablabla. eine meduni in linz ist ungefähr so nötig wie ein kropf am bein. oder glaubt hier irgendwer, dass die uni dann frisches geld bekommt? doch wohl kaum, es wird anderen weggenommen. nur weil sich linz hier profilieren will und endlich einmal als "voller" unistandort angesehn werden will, brauchen wir sicher keine 4. meduni. genauso wie man keine 2. kunststofftechnik dort braucht, oder eine 3. technische chemie fakultät oder eine 4. juridische. wir sind nunmal ein kleiner staat, wir brauchen nicht alles in drei und vierfacher ausführung, es reicht meistens schon so wie es ist...

Matthias1
29.07.2010 10:46

Warum sollte Linz kein vollwertiger Uni-Standort sein? Besonders die techn. Studienrichtungen in Linz brauchen den österreichischen Vergleich absolut nicht zu scheuen, nein, sie zählen sogar laut diversen Rankings zu den Besten in Österreich (mal ganz davon abgesehen, dass es z.B. Mechatronik sonst auf keiner Uni gibt).

Weiters würde mich interessieren, wie Sie darauf kommen, dass kein zweites Kunststoffstudium benötigt wird? Momentan gibt es nur Leoben, in Österreich würden jedoch 3x mehr Absolventen benötigt, als Leoben jedes Jahr hervorbringt. Weiters ist OÖ DER Kunststoffstandort schlechthin, und Absolventen sind sehr, sehr schwer zu finden. Bitte nächstes mal informieren

miretha
09.07.2010 08:26
ich würde einmal behaupten, dass

technische Studien sehr wohl in Linz ihre Existenz-Berechtigung haben. Soll denn jeder BWL und Soziologie studieren? DAVON gibt es schon genug.
Und man mag es kaum glauben: aber es gibt viele Leute, die nicht in Wien studieren wollen.

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