Googles Problem: Facebook erobert die Welt

Zsolt Wilhelm, 8. Juli 2010, 10:37

Das Netzwerk wächst mit rasanter Geschwindigkeit und verdrängt einen Konkurrenten nach dem anderen

Noch vor 15 Monaten zählte das soziale Netzwerk Facebook 200 Millionen Nutzer. Heute sind es bereits über 500 Millionen auf der ganzen Welt und die vor sechs Jahren in einem Studentenheim gegründete Plattform geht laut Gründer Mark Zuckerberg zielstrebig auf die Milliarde zu. Kritisch für die kommenden Jahre wird der Fokus auf Länder sein, in denen Facebook noch keine so große Rolle spielt. Einem Bericht der New York Times nach, dürfte es allerdings nicht mehr allzu lange dauern, bis einer der letzten großen Mitbewerber am Markt verdrängt wurde und Facebook die Internetwelt fest in seinen Händen hält.

Schneeballeffekt

Mit der Etablierung in den englischsprachigen Märkten und in vielen Teilen Europas ist Facebook nun in der Lage sich auf neue Regionen zu konzentrieren. Und betrachtet man den bisherigen Verlauf, dürften es lokale Player nicht leicht haben, dem Druck standzuhalten. In Großbritannien verdrängte Facebook in nur wenigen Jahren das Netzwerk Bebo. Eigentümer AOL war gezwungen die Seite nach einer 850 Millionen Dollar teuren Übernahme zwei Jahre zuvor mit hohem Verlust zu verkaufen. In Deutschland und Österreich zog Facebook am einstigen Platzhirschen StudiVZ vorbei und zählt allein im in Deutschland bereits 19 Millionen User. Vor einem Jahr war Googles Plattform Orkut in Indien noch etwa doppelt so groß wie Facebook, mittlerweile stehen sich die Anbieter auf Augenhöhe gegenüber. In Brasilien haben sich Facebooks Nutzerzahlen in zwölf Monaten auch 8 Millionen verachtfacht und Marktführer Orkut dürfte mit seinen 28 Millionen Nutzern nicht mehr lange allein an der Spitze bleiben.

Lokalisierung

Es ist wie ein Schneeballeffekt. Umso mehr Menschen Facebook gebrauchen, desto schneller breitet sich das Angebot aus. Ein Großteil dieses Wachstums in der jüngeren Vergangenheit ist dabei auf die vermehrte Lokalisierung des Dienstes zurückzuführen. Vor zwei Jahren war Facebook noch rein in englischer Sprache verfügbar. Doch mit der Festigung der US-amerikanischen und britischen Nutzerbasis wird nun ein Großteil des auf eine Milliarde Dollar geschätzten Jahresumsatzes auf die Lokalisierung verwendet. Die Übersetzung der Seite - mit seinen über 300.000 Wörtern - wurde und wird mit Hilfe der User realisiert. Freiwillige konnten animiert werden, um das Netzwerk in über 80 Sprachen zugänglich zu machen. Der Aufwand hat sich bereits bezahlt gemacht. Über 70 Prozent der Facebook-Anwender stammen von außerhalb der USA, wo bereits 123 Millionen Menschen dem Netzwerk angehören.

Riesen Problem für Google

Facebooks zunehmende Dominanz stellt vor allem für den Internet-Riesen Google eine Bedrohung dar. Die aberwitzige Vielfalt an Inhalten kann zum Großteil nicht von Googles Suchmaschine erfasst und damit auch nicht für Googles Online-Marketing genutzt werden. Gleichzeitig findet Facebook immer mehr Wege, um die Milliarden Nutzerdaten und Informationen vermarkten zu können, ohne dabei auch nur irgend einen anderen außenstehenden Werbedienst mitschneiden zu lassen. Aber auch für Webseitenbetreiber nimmt Facebook eine immer bedeutendere Rolle ein. Sorgte bis vor wenigen Monaten vor allem Google für die Verbreitung von Webseiten und Onlineinhalten, ist Facebook mit zahlreichen Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Webseiten und Nutzerprofilen nun der vielleicht wichtigste neue Zugriffsbringer.

Konkurrenzprojekt

Wie Google langfristig mit Facebooks Einfluss umgehen wird, muss sich noch zeigen. Derzeit bemüht sich der Konzern seine eigenen Angebote wie Youtube so gut es geht mit Facebook zu verknüpfen und steuert damit einen beträchtlichen Anteil der auf Facebook geteilten Inhalte bei. Ob Google es nach Orkut noch einmal probieren wird, ein soziales Netzwerk zu stellen, ist fraglich. Branchenberichten zufolge arbeite man an einem Geheimprojekt namens "Google Me". Was genau dahinter steckt, wird sich weisen. (zw)

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Posting 1 bis 25 von 104
1 2 3
-blos so-
10
eigentlich bemerkenswert

wie sehr sich Facebook halten kann obwohl jeder weiß, daß es fast schon als Verbrecherorganisation bezeichnet werden muß...

dennoch muß jeder dort einen Acc anlegen...

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
00
12.7.2010, 13:42
ich bin nicht dabei und werds auch nie sein!

failbook ist für looser, die nichts zum tun haben...
selbst schuld, wer sich dort anmeldet...

schon beim lesen der agb wird mir schlecht *kotz*

Grizzlybear
00
13.7.2010, 08:05
Wer

loser mit zwei o schreibt, ist selbst einer.

Robert Dunkelwand
 
00
Muß?

Spartaner13
00

Komm zu uns! Sei ein Teil einer großen Familie. Wir bieten dir Schutz - in einer großen und liebevollen Gesellschaft. Wenn wir genug Geld gesammelt haben, wird Mark ein Raumschiff bauen und dann fliegt er uns ins Paradies.

Patrick_Bateman_1
00

war das nicht mal bei den simpsons?

Spartaner13
00
12.7.2010, 10:22

erwischt :-) ja war so ähnllich auch bei den simpsons hihi

Der Querdenker
00

Eine Suchmaschine mit einem Tratsch-Portal zu vergleichen ist schon ein wenig weit hergeholt

Allmächtiger Satan
00

Da ziehen sie wieder über das böse Internet her, die zukunftsignoranten, längst nicht mehr vermittelbaren Frühpensionisten von Morgen hier im Standardforum.

Spartaner13
01
Google oder Andere haben keine Chance

Eine neue Plattform neben FB aufzubauen kann man vergessen - das gute an FB ist ja, dass es zentral ist - quasi alle sind dort.

Ich kann dem ganzen Quatsch nix abgewinnen. Die meisten Leute, die man dort beobachten kann, brauchen eine Bühne für ihre Angebereien ... und haben sie mit FB gefunden.

fizcaraldo
00

Vor drei Jahren hieß es doch noch:
Facebook oder Andere haben keine Chance
Eine neue Plattform neben MySpace aufzubauen kann man vergessen - das gute an MySpace ist ja, dass es zentral ist - quasi alle sind dort.

Spartaner13
01

Falsch - so groß wie FB ist myspace niemals gewesen - oder hast du es ständig im Radio und Zeitungen gelesen bzw. gehört? Nein.

berni berni1
10
Facebook.

Was ist das? So wie ICQ?

Spartaner13
00

Nein. ICQ war eher anonym. Ein Chatprogramm. Facebook ist quasi wie eine Homepage.

natoll
16

a bisserl übertrieben das ganze. facebook bietet substantiell eigentlich keinen mehrwert. und inzwischen sind die meisten leute schon selbst draufgekommen und lassen ihre accounts vor sich hin dümpeln.

The Dark
10
ist ähnlich wie bei ebay

da hat auch fast jeder einen Account, nur wieviel kauft man dort noch?

Spartaner13
10

ja so wie mein Profil auch ... nur das nötigste ausgefüllt und selbst dort hab ich oft gelogen :-) von mir bekommt fb keine daten hehe

Ben Ohm
12
oiso i bin

ned dabei.

Grizzlybear
00
13.7.2010, 08:07
Supa.

Kriegst an Schlecka.

santiago nasar
00
sie dürfen

so bleiben wie sie sind.

Beiddenker
00
Ich sehe das nicht so und sehe Facebook als Nachfolger ...

... von Compuserve et al, also eine Plattform, auf der sich technisch nicht versierte Menschen mittels des Mediums Internet "präsentieren" und kommunizieren können, was per se ja nichts Schlechtes ist.

Die große Bedeutung von FB für das reale Leben einzelner Menschen sehe ich jedoch nicht, den "Freunde" auf der "Freundesliste" sind meist keine Freunde, sondern allenfalls (Internet-)Bekannte. Ein Freund ist ein Mensch, an den ich mich wenden kann, wenn es mir schlecht geht. Und wer würde schon einen FB-Freund in die Arme nehmen, Geld leihen, etc.

P.S.: Ich habe im Übrigen keinen FB-Account, aber sehr wohl einen - ausschließlich beruflich - genutzten Xing-Account. Die wichtigen Berufskontakte finden jedoch nach wie vor nur real statt.

Vormund von Peter W1
01

sollt wohl noch angemerkt werden dass es eine open social bewegung gibt. das ist kein geheimprojekt google's sondern unter den stichworten webfinger, pubsubhubbub, salmon u.a. findet man da schon ganz interessante ansätze die eine netzwelt nach facebook formen könnten. http://code.google.com/apis/buzz... chnologies

.MS.
02
Facebook kontrolliert die, die Zeit für sowas haben

Solange es kein nennenswertes Grundeinkommen gibt sind die als Werbezielgruppe nicht sehr spannend.
Das derStandard.at jetzt voll mit Facebook-Werbung ist gibt mir allerdings zu denken. Vielleicht sollte ich meine Zeit auch damit nicht mehr verschwenden.

The Dark
01
Spätestens dann

wenn der Staat bzw. staatlichen Organisationen uneingeschränkten Zugriff auf Facebook Daten will und auch kriegen wird (brauchen ja nur entsprechende Gesetze erlassen) wird der Zulauf zu Seiten wie Facebook wieder abnehmen.

Weil nichts ist besser geeignet den Menschen gläsern zu machen als Facebook.

Trolling is a art.
27
Zukunftsforscher Matthias Horx prognostiziert:

"Nur soziale Verlierer verbleiben im Sozialen Netzwerk - diejenigen, die nichts Wichtigeres zu tun haben, als sich ständig gegenseitig die Unterhosen zu zeigen."

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