Einserkastl Rau

Qualität beeinträchtigt

7. Juli 2010, 19:35

Die SPÖ will die Wohlhabenden besteuern, die ÖVP irgendwas, was dem Mittelstand nicht wehtut

Ganz spät. Finanzminister Josef Pröll will - mit dem Einverständnis von Kanzler Faymann - verraten, wie das Budget saniert wird. Kann es sein, dass Pröll - und Faymann - das selbst noch nicht wissen? Es wäre eine Erklärung für die merkwürdige Politik: spät das Budget vorlegen und es husch, husch vom Parlament beschließen lassen.

Es wird nicht gehen ohne Steuererhöhungen, und angeblich werden sogar einige von den unnötigen Ausgaben angetastet, die sich Bund und Bundesländer leisten. Aber offensichtlich ist keine Einigung zwischen SPÖ und ÖVP da. Die SPÖ will die Wohlhabenden besteuern, die ÖVP irgendwas, was dem Mittelstand nicht wehtut. Einsparungen? Die Front der Besitzstandswahrer steht. Dazwischen treibt die Regierung ihre Hinhalte-Spielchen.

Diese Konzeptlosigkeit ist umso schlimmer angesichts der erschreckenden Zukunftslosigkeit der Regierung. Die Wissenschaftsministerin sagt allen Ernstes, dass "der freie Hochschulzugang die Qualität des Studiums beeinträchtigt". Ja, schon, wenn man nicht dafür sorgt, dass mehr junge Leute studieren können. Die Aussage an sich ist, auch wenn sie anders gemeint war, niederschmetternd.

Österreich braucht für seine Zukunft keine Hilfsarbeiter, sondern bestens ausgebildetes Personal. Aber dafür haben wir kein Geld. Daher schränken wir eben die Studienmöglichkeiten ein. Und kürzen die Forschung. Das bringt's wirklich. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2010)

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Posting 1 bis 25 von 29
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mikromalist
 
01
1. Ich befürchte auch, sie wissen es nicht.

2. Es ginge ohne Steuererhöhung, aber die Umstellung der Bezugsgrössen von Löhne auf Erträge ist überfällig. Was das ist wissen sie schon gar nicht?
3. sie SIND die Front der Besitzstandswahrer (die Orgien der Besitzstandswahrung finden in ihrem Windschatten statt)
4. Ihr Befund und die Therapie zum Bildungs/Wissenschaftssystem ist falsch Herr rau.
Manchmal müssen hypertrophe Systeme zuerst drastisch gestutzt werden, damit sie später rasch und qualitätsvoll wachsen können.
Unsere wenigen Spitzenwissenschafter und Universitätslehrer werden in der beidseitigen Mittelmässigkeit erdrückt.
Akademische Hilfsarbeiter helfen auch nicht!

also dann ...
217
geh bitte ... beim vermögen gibt es KEINEN MITTEL-STAND ! ! !

weil
- die 10 reichsten famllien 58 mrd
- die 100 reichsten ö s i `s ...98 mrd
= die hälfte der gesamten staatsschuld
und die obersten 10 % 66 % des gesamtvermögens
besitzen.
w o ...sieht den pröll + sein handelsschulabslovent
- JA, der mann mit NULL wirtschaftsverstand -
eine mittelstand ?

beim einkommen liegt der median = die MITTE
bei ca. 1900 b r u t t o...
und nicht völlig IRRigen 4-500 von den die kleingeistige... polit-(Niete)-elite pausenlos dahersabbert.
- - -
und bei den vermög.bez.steuern
...wie die OECD + IWF seit jahren feststellen...
hat Ö die niedrigste !
eine erhöhung auf eu-niveau = 4,2 mrd an einnahmen OHNE dass die (evtl. aufkommende) konjunktur beeinträchtigt werden würde.

so what ?

dölerich hirnfidler
20

wenn die welt so einfach wär, wie sie glauben, gäb's auch keine krise.

also dann ...
01
smile - die tatsachen ... sind immer einfach (wenn man sie den kennt) :

nur - das "behirnen" (wollen)... ist schwer - stimmt !

ino
010
wie wärs mit abtauschen?

faymann verzichtet auf die hacklerpension für 58jährige gemeindebedienstete, wenn pröll die landtage zusperrt (art.15 b-vg wird umgeschrieben).

niessl gibt den unnötigen assistenzeinsatz des heeres an der grenze auf, dafür gibt neugebauer beim beamtendienstrecht nach.

mitterlehner streicht subventionen für großunternehmen (die ohnehin keine brauchen) und bures verzichtet auf den koralmtunnel.

lopatka gibt bei der erbschaftsteuer nach (was allein das erbe von dichand und leopold in die staatskasse gespült hätte!) und häupl verkauft gemeindeeigene betriebe (skylink!)

rudas und karl werden komplett eingespart.

- rau -
01
Dieser Vorschlkag hat was...

Toni Meister
00
Dieser Sachverhalt mehrer Probleme ist...

.....m.E. in einer Klein-Kolumne mit 4 Absätzen nicht sinnvoll darstellbar.

Ronnie Herbolzheimer
64

Österreich braucht in Zukunft keine Hilfsarbeiter? Was für ein dummer Spruch, Ausdruck der ständischen Arroganz einer gepamperten Mittelschicht, vormals: Kleinbürgertum. Wenn morgen die Hälfte aller Hilfsarbeiten unerledigt blieben, stünde das Land still. Wenn die Hälfte aller achso hoch qualifizierten Beamten, BWLer, Wissenschafter - ja: und Journalisten - ausfielen, könnte höchstens bemerkt werden, wie entbehrlich sie sind. An der Unentbehrlichkeit all der Arbeiten, die von Leuten gemacht werden, die vom Schreibtisch aus nicht einmal gesehn werden können, wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

tramezzino
02

automatisch wachsen jedes jahr in ö 10.000 neue potentielle hilfsarbeiter nach (jugendliche ohne schulabschluss). in 10 jahren hast du 100.000 hilfsarbeiter, ganz egal, wie toll das bildungssystem ist.

Ausgeflippter Lodenfreak
01

Sie sitzen einem Irrtum auf, wenn Sie glauben, die gut ausgebildeten Menschen würden deshalb lauter hochstehende großartige Jobs machen. Es ist vielmehr so, dass immer höhere Ausbildungen für die Jobs gefordert werden. Die Jobs die früher ein HTL oder HAK-Absolvent gtemacht haben, machen heute Mag und DI ohne mehr zu verdienen. Früher waren im Lager gänzlich ungebildete Hilfskräfte, heute muss ein MA im Lager einen Computer bedienen und mit einem Barcode-Scanner umgehen können.
Die Arbeitswelt ist in allen Bereichen komplexer und schneller geworden, darauf müssen wir uns einstellen, denn für komplett unausgebildete oder leider auch "schwache" Menschen gibt es keine Jobs mehr.

spoiled ballot
01
also willst du einer breiten masse den zugang zur bildung

versperren, und hilfsarbeiter bewusst "produzieren", weil die frei von rechten und aufstiegsmöglchkeiten, der wunsch der ausbeuter sind?

gratuliere.

Ronnie Herbolzheimer
11

Es ist einfach sensationell, wie hier "Bildung", "Ausbildung", "Qualifikation" und"absolviertes Studium" durcheinander geworfen werden, und das teilweise in einem Deutsch und mit einer Rechtschreibung bzw. Grammatik, die mehr über die Bildung all dieser Qualifizierten sagen als der ärgste Satiriker es je könnte. Nun, in diesem Land geht es nie um "Bildung" (die hier auch bestenfalls als "Belesenheit" verstanden wird), sondern um die Qualifikation für irgendein Posterl, das einem Prestige, Einkommen und eine möglichst unangreifbare Position verschafft. Und das durchaus nicht nur in der Bürokratie.

Ludovico Settembrini
03
teil 2

ich empfehle das buch "fault lines" von raghu rajan.
darin beschreibt er einen zusammenhang von lohn und bildung; u.a. stagnieren die einkommen weil die arbeitskraefte zu geringe qualifikationen aufweisen.

um aber die differenz zwischen gestiegenen lebenskosten und stagnierendem einkommen auszugleichen muss der staat einspringen...er subventioniert einzelne sektoren. die subventionen kommen aber spaeter als steuerlast retour...

im verhaeltnis zu den lebenskosten ist das einkommen eines durchschnittsakademikers heute, was das einkommen eines facharbeiters vor 25 jahren war...

KaltesKlaresWasser
00

das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Einkommen stagnieren, weil die Arbeitgeber am längern Hebel sitzen, auch am Arbeitsmarkt für Akademiker. Friß oder stirb. Verhandlungsmacht haben nur die, die wirklich seltene Qualifikationen aufweisen. Als 08 15 Akademiker ist das nicht der Fall. Für den einzelnen bringt Bildung dann was, wenn sie höher ist, als die der anderen.

Ludovico Settembrini
00

da haben sie wahrscheinlich recht. rajan beschreibt in erster linie die usa, und das system in oesterreich ist schon auf grund der geringeren groesse anders...

Ludovico Settembrini
06
rau hat schon recht - teil 1

ungelernte arbeitskraefte wird es immer geben...und zwar genug! aber das bildungsziel unserer gesellschaft muss ein anderes sein.

vor 100 jahren genuegten 5 klassen volksschule um die arbeitskraefte jobfit zu machen. meinen sie maria theresia hat die schulpflicht eingefuehrt um den verkauf von schultaschen zu foerdern?.

heute und in zukunft genuegt der hauptschulabschluss nimmer, der entspricht dem bildungsziel eines westl. industrielandes der 50er jahre.

in wirklichkeit sollten die schulpflicht um 2-3 jahre verlaengert werden und moeglichst jeder an die reifepruefung herangefuehrt werden. ueber aufnahmspruefungen an den unis kann man dann reden.

Ronnie Herbolzheimer
30

Aber ja doch, genau so muss die Zukunft aussehen: lauter Häuptlinge, keine Indianer. So sieht sie aus dem isolierten Blickwinkel von Leuten aus, die von der Schule auf die Uni und von der Uni in ein Büro weitergereicht werden. "Ungelernte Arbeitskräfte wird es immer geben, und zwar genug", die importieren wir einfach - aber "Herrenmenschen" darf man euch nicht nennen, oder?

- rau -
04
Abgesehen davon, dass alle wirtschaftsforscher

wie Aiginger und Felderer die Forcierung der Höherbildung fordern, lehrt ein Blick in die Welt, dass wir langsam aber sich abgehängt werden.
Asiatische Länder (China, Indien, Südkorea) investieren massiv in Bildung , weil sie nicht ewig die Turnpatschenhersteller der Welt bleiben wollen. Wir investieren in Bürokratie (da hat Ronnie recht )und in veraltete Produktionen, die schon in der Slowakei genauso gut und viel billiger hergestellt werden.Die wahr Katastrophe ist die Überproduktion an Hilfsarbeitern unter den unterqualifizierten Migrantenjugendlichen.

Ludovico Settembrini
00

2x falsch:

1. weniger haeuptlinge und mehr indianer
2. die indianer sind besser qualifiziert und entscheiden mehr

Ret Marut
13
Ergo werden Sie sicher Hilfsarbeiter!

max meier562
 
20
der ronnie hat recht

keiner braucht die staatsschmarotzer aber ohne diejenigen die die tatsaechliche arbeit erledigen geht wirklich nichts. damit es auch sie begreiffen, wenn ein paar uniformierte weniger herumstehen und strafzettel verteilen hat dies keinerlei auswirkung, es ist eher besser. wenn jedoch kein installateur mit seinen "hilfsarbeiter" kommt wenn die toilette verstopft ist dann ergibt dies ein echtes problem und diese handwerker cum "hilfsarbeiter" arbeiten wirklich, das sind keine abstrakten quatscher wie politiker, gewerkschaftler und apparatschiks.

Susanne_B
04

Der Installateur ist aber kein Hilfsarbeiter, sondern eine ausgebildete Fachkraft. Er hat eine entsprechende Ausbildung absolviert.

Ronnie Herbolzheimer
12

Ergo war ich lange genug und in vielen verschiedenen Jobs Hilfsarbeiter, weiß genau, wieviel da geleistet wird - unterbezahlt und bei Arbeitsbedingungen wie vor 100 Jahren -, weiß auch, wie oft irgendein Hakler die Fehler irgendwelcher leitender Angestellter ausbügeln muß. Die von keinerlei Kenntnis getrübten Caféhaus-Urteile, die z.b. in diesem Forum und diversen Artikeln abgegeben werden, zeugen freilich von der geistigen Überlegenheit der Höherqualifizierten, auf denen die Zukunft Österreichs schnarcht, äh: ruht.

igit
01

sind Sie sicher, Sie haben nicht einen vermeintlichen appetit auf studierte?

Ronnie Herbolzheimer
00

Erstens bin ich ein "Studierter", zweitens halte ich das - allzumal in diesem Land des selbstgefälligen und trägen Mittelmaßes - durchaus nicht für etwas besonderes, und drittens sollten Sie einmal nachchecken, was "vermeintlich" eigentlich bedeutet.

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