Volksrepublik

China wächst fast so stark wie vor der Krise

Andrea Vyslozil, 07. Juli 2010 18:03

Immobilienblase gefährdet Aufschwung - 9,5 Prozent höheres BIP prognostiziert

Wien - Das Bruttoinlandsprodukt Chinas wird 2011 um 9,5 Prozent wachsen, schätzt das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Sollte China in den kommenden fünf Jahren aber konsequent qualitatives statt quantitatives Wachstum anstreben, könnte der Anstieg geringer ausfallen, sagt WIIW-Expertin Waltraud Urban.

Im März 2010 importierte China erstmals seit Beginn des Wirtschaftsbooms mehr Waren als es ausführte. Mittlerweile hat sich das wieder geändert. Trotzdem liegen Import- und Exportrate nur knapp auseinander. Diese Entwicklung lässt sich, sagt Urban, hauptsächlich mit dem aktuellen Euro-Kurs erklären: Durch den verhältnismäßig schwachen Euro seien chinesische Waren am europäischen Markt derzeit teurer. Das schwäche die Nachfrage. Umgekehrt könne China europäische Ware günstig importieren. Der Handel mit der EU macht insgesamt 18,6 Prozent des chinesischen Exports aus. Weil die chinesische Wirtschaft im Vergleich zu ihren Haupthandelspartnern USA und EU viel schneller wächst, erwartet das WIIW für die nächsten Jahre ein geringeres Plus bei Handels- und Leistungsbilanz als in den Jahren vor der Krise.

Turbulent ist auch die Entwicklung am Immobilienmarkt: Chinesische Spekulanten haben eine Immobilienblase ähnlich jener in Spanien ausgelöst. Der Immobiliensektor allein macht zehn Prozent des chinesischen BIPs aus. (Andrea Vyslozil, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.7.2010)

Jup posts
08.07.2010 13:04
Frau Vyslozil

Laut Statistik der europaeischen Handelskammer ist die EU ein deutlich groesserer Handelspartner, vor allem fuer Chinas Exporte als die USA (ueber ein Jahr betrachtet), auch liegt der Exportanteil in die EU weit ueber ihren 18 Prozent. Ich darf um ihre Quelle bitten. Danke.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.