Experte: Berufsheer ist nicht teurer als Wehrpflicht

7. Juli 2010, 21:40
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    foto: apa/neubauer

    Eingenebelt: Die Panzertruppe (hier mit Saurer-Schützenpanzer) führt vor, was sie kann. Aber die Kader sind überaltert, die Mannschaften kaum einsetzbar.

Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner verlangt, die Wehrpflicht auszusetzen - das wäre effizienter, sagen Experten

Wien - Jahr für Jahr zieht das Bundesheer rund 25.000 junge Wehrpflichtige zum Dienst ein - aus dieser Basis werden einige für eine längere Verpflichtung geworben und zudem ein paar Frauen, die sich zu Kadersoldatinnen berufen fühlen, rekrutiert. Das sei völlig ineffizient, sagen Experten.

Mit 3500 bis 5000 Freiwilligen, die jedes Jahr angeworben und auf drei Jahre Dienst verpflichtet werden müssten, könnte das Bundesheer gleich effizient sein und alle Aufgaben im In- und Ausland abdecken, erfuhr der Standard.

Mittelfristig wäre ein Berufsheer auch deutlich billiger, auch wenn niemand eine konkrete Berechnung wagen will. Nur so viel steht fest: Jeder Grundwehrdiener kostet derzeit rund 14.000 Euro an Ausrüstungs-, Unterbringungs- und vor allem Ausbildungskosten. Ein beachtlicher Teil des Systems Bundesheer ist ausschließlich mit seiner eigenen Erhaltung - der ständigen Beschäftigung mit Wehrpflichtigen - beschäftigt.

Derzeit werden aber an allen Enden Sparmöglichkeiten gesucht. Im Standard-Interview hatte Verteidigungsminister Norbert Darabos kürzlich angekündigt, dass man beachtliche Teile des Heeres - etwa Panzer und Panzerhaubitzen - einmotten könnte. Dies aber würde nach Einschätzung von Experten in der ersten Phase keine Verbilligung bringen.

"Um einen Panzer fachgerecht einzumotten, muss man entsprechende Hallen adaptieren, sämtliche Flüssigkeiten auslassen und durch andere, zur Konservierung geeignete, ersetzen. Auch Rohr und Kampfraum benötigen eine spezielle Behandlung, nämlich mit trockener Luft" , sagt ein Offizier. Ähnliche Anlaufkosten brächte wohl auch eine Umstellung von einem Wehrpflichtigenheer auf ein aus Freiwilligen zusammengesetztes Berufsheer. Das räumt auch Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner ein - als Wehrsprecher des BZÖ fordert er ein Aussetzen der Wehrpflicht und eine Verjüngung der Truppe durch Freiwillige. Es gibt nämlich Truppenteile, deren Kader im Schnitt 36 Jahre alt ist - wobei der Altersschnitt rasch steigt. Für Einsätze sind derartig überalterte Truppen kaum geeignet.

Keine Dauerarbeitsplätze

Die Blutauffrischung durch junge Freiwillige, die jeweils nur auf drei Jahre dienen sollten, wäre dringend notwendig. Durch die seit Jahren angespannte Budgetsituation können aber nicht einmal jene Freiwilligen aufgenommen werden, die sich derzeit für eine Karriere beim Heer interessieren. Was jetzt - und noch mehr in einem künftigen Berufsheer - gelten muss: Die Freiwilligen bekämen keinen Dauerarbeitsplatz, nach drei Jahren müsste der Großteil in einen Zivilberuf wechseln.

Das aber hat schon bisher kaum geklappt. Wer beim Heer länger dient, schielt häufig auf eine Dauerstellung beim Arbeitgeber Staat - und weil dieser allzu oft nachgibt, kommt es zu der angesprochenen Überalterung.

Ähnlich war die Situation in Belgien, das bereits in den Neunzigerjahren auf ein Berufsheer umgestellt hat - dabei aber einen Großteil seiner alten Berufssoldaten behalten hat. Die Kosten für das Berufsheer sind dort steil angestiegen. Einsparungen gibt es erst, wenn die bestehenden Strukturen abgebaut worden sind. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2010)

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Georg Schütt
00
14.7.2010, 20:57
Alle Artikel über Srebrenica, das Kosovo oder den Bosnien-Krieg im allgemeinen

werden zu einer Spielwiese, auf der sich serbische Nationalisten, Revanchisten, Völkermord-Leugner und Antiwestler ungehindert austoben dürfen.

Eine Schande für eine angeblich liberale Zeitung in einem angeblich aufgeklärten Land.

Louis - der springt und es auf den Punkt bringt
33

Eine gerechte Lösung zum Frauenproblem:
Eine Frau soll mit 18 aussuchen können ob sie ein Staatsbürger mit gleichen Rechten und Pflichten sein will.
Wenn sie ja sagt, dann erhält sie Wahlrecht und muss natürlich genauso wie ein Mann ihren Kopf hinhalten.
Sagt sei nein, dann muss sie nicht mithelfen, bekommt aber weder aktives noch passives Wahlrecht.
Das wäre die gerechteste Lösung schlechthin.
Die derzeitige Rosinenpickerei muss ein Ende haben.

zwonko ivanovic
20
22.7.2010, 13:10

Gute Idee, aber ich find, das sollte man dann auch Männer fragen. Es soll sich dann jeder aussuchen dürfen, ob er lieber nicht wählt oder sich den Sklavendienst spart.

Kuehlschrank .
 
10
11.7.2010, 19:47
Man sollte seine politischen Ideen nicht aus Starship Troopers beziehen

Das ist ein schlechtes Buch.

davethebrave
 
00
22.7.2010, 20:53

aber ein geiler film

Matthias Fuchs
 
22

Wollen Sie damit sagen, dass jeder der keinen Wehr-/Zivilidienst abgeleistet hat kein Wahlrecht haben soll? Was ist mit all den Untauglichen? Was ist dann eigentlich mit dem Wahlrecht ab 16? Was ist mit denen, die erst später einrücken, da sie einen Aufschub erhalten?

Also man kann über vieles diskutieren, aber Ihr Vorschlag ist meiner Meinung nach kompletter Schwachsinn.

Johann A Höfler
 
31
Geht es nach klaren programmatischen Aussagen unserer Spitzenpolitiker der Parlamentsparteien, schlägt der Allgemeinen Wehrpflicht bald die Stunde. Haben die Politiker aber auch die weit reichenden Konsequenzen überlegt, welche mit der Umstellung des

Wehrsystems verbunden wären? - in http://www.bmlv.gv.at/cms/artik... hp?ID=1678 : Fazit: 1 sachl Darstellung mit Für und Wider.
Soll mir trotzdem einer klarmachen, wozu ein Haufen von 25.000 Beamten als Quäler von GWD's benötigt wird + dass sie billiger sein sollen als 1 Berufsarmee mit sagen wir insgesamt 5.000 "Beamten"! Zu meiner Zeit mit 1.000 ATS lernte ich Waffen auseinandernehmen und dämmlich zu putzen, zu kuschen und 3!! Schüsse habe ich abgegeben und zu glauben, dass der böse Ungar und Jugoslawe bei uns jederzeit einfallen mögen. Ich soll besser ausgebildet sein als ein Berufsheerler, der nur Krieg spielt? In Wahrheit braucht man d. BH für d billigen Zividienst-Sklaven, denn sonst muss man den ZV abschaffen, wie in SK, SLO, I, SRB

aiuto
00
12.7.2010, 14:12
Unsere Politiker haben so wie immer,...

gar nichts überlegt.

Matthias Fuchs
 
11

Drei Schüsse ist in der Tat wenig, ka was Ihre Waffengattung war.

Wir waren zumindest sehr oft scharfschießen, hatten sehr viele Gefechtsdienste ... also wenn unsere Ausbildung teuer war würde mich das nicht wundern.

Wobei ich schon der Meinung bin, dass viele der Ausbilder eine Katastrophe sind.
Da wird das Gerät zu Tode geputzt -- wie selbst die eigene ÖBH-Zeitschrift feststellt -- und die, die es eigentlich richtig machen werden bestraft und mit "Beschädigung von Heereseigentum" vollgelabert.

Paul Dresten
25
Wenn man die Frage nach einem Berufsheer stellt, sollte man sich mit den bisherigen Erfahrungen auseinander setzen, die andere Länder in diesem Bereich gemacht haben und die sind praktisch in jedem Land die Gleichen gewesen:

1, Die Kosten für ein Berufsheer lagen immer deutlich über denen von Milizarmeen.
2, Man bekommt nur diejenigen, die in der Privatwirtschaft keine Chance haben. Eine gesteigerte „Professionalität“ stellte sich nirgends ein, sondern Einsatzfähigkeit und Qualität sank.
3, Ein positiver volkswirtschaftlicher Effekt konnte in keinem dieser Länder erzielt werden, stattdessen stieg die Jugendarbeitslosigkeit woraus zusätzliche Kosten erwuchsen.
4, Zusätzliche vollbezahlte Arbeitsplätze im Sozialbereich konnten durch die Abschaffung des Zivildienstes nicht lukriert werden, da es in diesem Bereich bereits vorher schon einen eklatanten Arbeitskräftemangel gab. Ein noch größeres Fehl an Arbeitskräften war die Folge.

Marilynn E.
12

Quelle für Ihre Behauptungen?

Paul Dresten
11
Jedes Land, dass auf Berufsarmee umgestellt hat.

Marilynn E.
22
10.7.2010, 20:47

das behaupten Sie. ich könnte genau dsa Gegenteil behaupten. Sie sollen mir eine nachvollziehbare Quelle nennen, wo man das nachschauen und verifizieren kann. Nur Ihre Behauptung alleine reicht da nicht.

Paul Dresten
11
11.7.2010, 15:47
Ja, behaupten könnten sie das natürlich. Nur bräuchte ich

kaum 10 Minuten um sie zu widerlegen. Dazu bräuchte ich nicht viel mehr als das Internet.
Allein die Tatsache, nicht mal genug Eigeninitiative zu entwickeln selbst mal nachzusehen und sich alles zum A.. tragen lassen zu wollen zeigt bereits die wahre Intention der Wehrpflichtgegner!

Marilynn E.
22
11.7.2010, 17:17

jojo, gähn, nur keine nebelbomben werfen, wenn einem die belege ausgehen. Sie haben etwas behauptet, Sie müssen es belegen und ned ich.

also hoppauf, her mit den quellen, wenn ja eh alles so klar belegt ist.

oder können´s das nicht, weil Sie das sich zusammengedichtet haben?

Paul Dresten
11
11.7.2010, 22:57
Mal eine kleine Auswahl an Büchern, Artikeln usw.

Hartwig M. „Warnendes Beispiel Spanien“ Magazin der Bundeswehr
Revision estrategica de la Defesa, Madrid 2005
Gauzy-Krieger F./Meyer B. Wege und Umwege zur Professionalisierung
Manigart Ph. Risk and Recruitment in Postmodern Armed Forces
Irondelle B. Civil-Military Relations and the End of Conscription in France
dazu noch ein paar Internetartikel
www.thecommentfactory.com/irregular... tary-2308/
http://www.fas.org/irp/eprin... htwing.pdf
http://www.tagesschau.de/ausland/m... 88722.html
http://principiis-obsta.blogspot.com/2010/01/d... hr-us.html
http://www.spiegel.de/politik/a... 08,00.html
viel spaß beim lesen!

Louis - der springt und es auf den Punkt bringt
10

Am wichtigsten ist die Beendigung der weiblichen Rosinenpickerei.
Und komm nicht mit Verdienst-Gschichtl.
Denn erstens ist das nicht bewiesen, zweitens wird sowohl privat wie auch staatlich mehr Geld für Frauen ausgegeben(und darauf kommt es an) und drittens hat ein Arbeitersohn sicher nicht mehr Geld in der Brieftasche als eine Unternehmertochter und ein ein Lagerarbeiter nicht mehr als eine Abteilungsleiterin.
Zudem finanzieren wir Frauenpensions-Privilegien sowie viele dubiose Frauenvereine und Förderungen.
Aber die sind schlau, setzen sich ins gemachte Nest, lassen uns zahlen und reden uns dann noch ein wie benachteiligt sie angeblich sind.
Wir Männer müssen verstehen wie sehr wie benutzt werden und diesen Mißstand abstellen.

Marilynn E.
00

*gähn*

Marlon62
22
2, Man bekommt nur diejenigen, die in der Privatwirtschaft keine Chance haben. Eine gesteigerte „Professionalität“ stellte sich nirgends ein, sondern Einsatzfähigkeit und Qualität sank.

Ahja, bei der allgemeinen Wehrpflicht, bei welcher unwillige Männer einberufen werden, bekommt man fähigere Leute?
Das spricht eigentlich dafür, das Militär komplett abzuschaffen, weil unfähige Pflaumen in den Chefetagen sitzen.

Paul Dresten
01
Wenn sie ernsthaft glauben, das die Soldaten in einer Berufsarmee weniger unwillig sind,

haben sie noch nie mit einer Berufsarmee zu tun gehabt. Der einzige Grund warum sich Leute in Ländern mit Berufsarmee melden ist ihre Chansenlosigkeit in der Privatwirtschaft. Damit haben sie dann nicht nur Uwillige sondern auch geistig Minderqualifizierte als Soldaten. Während GWDs ihren Unwillen sehr rasch ablegen, wenn sie gebraucht werden (siehe Slovenieneinsatz, Katastropheneinsätze, Auslandseinsätze u.a.) können die Soldaten der Berufsarmee ihre geistige Minderbegabung nicht ablegen.

more more
00
13.7.2010, 09:53

Ganz so stimmt das auch nicht. Viele melden sich auch, weil es der Familien-Tradition entspricht.
Oder weil Freunde dort sind.

Johann A Höfler
 
30
den jetzigen Militär-Beamten

ist auch nicht unbedingt die hohe Professionalität zuzusprechen. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Durch meine sinnlose Wehrtätigkeit, die ich verbringen musste, kuschen und Maul halten (ansonstens gabs befolhlene Rapports),... kann ich mir nicht vorstellen, dass ich mit meinen Mit-Wehrpflichtigen eine tollle Glanzleistung abgegeben hätten. Will mir dieser Herr Paul Dresden - der wahrscheinlich ein Militärler ist - einreden, dass ich schiesen kann (mit drei Versuchen), aber unzählichen Waffenzerlegungs- und putz-Übungen?
Gratisleistungen für Unteroffiziere während der Militärdienstzeit zu erbringen ist schön und erbaulich? Ja, Sie sprechen mir aus dem Herzen - weg mit dem Heer und den unfähigen Pflaumen in den Chefetagen!

R. Lexer
00

Es hängt auch viel von den Rahmenbedingungen ab. Etwa in den USA, wo Colleges und Universitäten für viele unleistbar sind, hat die Armee leichtes Spiel, wenn sie Militärstipendien, Pilotenausbildungen etc. anbietet.

Paul Dresten
01
So leichtes Spiel, dass sie mittlerweile in der Neonaziszene

Obdachlosenheimen, Strafanstallten und in Südamerika rekrutieren müssen, das Einstiegsalter auf 35 erhöhen mussten und eine Analphabetenquote von 30% haben.
Sieht nicht wirklich nach leichtem Spiel aus.

R. Lexer
00

Die von den Universitäten und Colleges kommen natürlich in die Offiziersausbildung.

Grundsätzlich rekrutiert die Army aber permanent, überall ziemlich aufdringlich und auch abseits des Kontinents. Und ja, die Army öffnet sich auch für High-School-Abbrecher. Die bilden die dann selber bis zur Hochschulreife aus (was eigentlich Voraussetzung ist).

Das ist mit dem ÖBH natürlich nicht zu vergleichen, das einem mal einen Flyer zu EF in die Hand drückt, oder einen Brief schickt, und fragt, ob man als einer der 11% Prozent tauglichen nicht eine Offiziersausbildung machen will.

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