Kärnten als "Spitzenreiter" - Jeder zweihundertste Pflichtschüler 2009 in Beratung
Die Zahl an Pflichtschülern, die wegen Verhaltensauffälligkeiten von Lehrern oder Eltern zur Schulpsychologischen Beratung geschickt werden, steigt. Waren 2007 noch 2.274 Sechs- bis 14-Jährige deshalb beim Schulpsychologen, waren es 2009 bereits 3.130. Demnach wurde im vergangenen Jahr jedem zweihundertsten Pflichtschüler (0,51 Prozent) schädigendes oder selbstschädigendes Verhalten - von Suchtmittelmissbrauch oder Essstörungen über Vandalismus bis zu psychosozialen Störungen oder Verwahrlosungserscheinungen - attestiert.
2007 traf dies auf 0,35 Prozent der Pflichtschüler zu. Das zeigte die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied.
Stärkster Anstieg in Kärnten
Den stärksten Anstieg bei den Beratungsfällen gab es zwischen 2007 und 2009 in Kärnten, wo sich der Anteil von 0,37 Prozent auf 1,24 Prozent der Pflichtschüler mehr als verdreifacht hat (siehe Grafik). Auch in der Steiermark gab es hohe prozentuelle Zuwächse, ebenso in Vorarlberg und im Burgenland. Eine leichte Zunahme beim Anteil der vom Schulpsychologen behandelten Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten gab es in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Wien. In Tirol gab es hingegen einen geringen Rückgang von 0,37 auf 0,35 Prozent.
Anstieg wegen Sensiblisierungmaßnahmen an Schulen
Bei den genannten Zahlen handle es sich lediglich um einen "Ausschnitt aus dem quantitativen Spektrum der Verhaltensauffälligkeiten im Pflichtschulbereich", wird in der Anfragebeantwortung betont. Immerhin seien dabei nur jene Fälle erfasst, in denen verhaltensauffällige Schüler von der Schulpsychologie beraten wurden. Die Daten würden allerdings belegen, dass sich die Inanspruchnahme "kontinuierlich von 2007 bis 2009 erhöht" habe und zeigten eine "zunehmende Tendenz bei der Fragestellung 'Verhaltensauffälligkeiten'".
Das Unterrichtsministerium führt die Zunahme bei den Beratungen allerdings nicht auf eine Zunahme der Verhaltensauffälligkeiten an sich zurück, sondern auf Sensibilisierungsmaßnahmen an Schulen wie die Projekte "Weiße Feder" oder "Faustlos". Dazu komme, dass die Zahl der Schulpsychologen 2009 um 20 Prozent auf 180 aufgestockt worden sei und dieses erweiterte Angebot von Lehrern und Eltern auch genutzt werde. (APA)