Öffnung staatlicher Archive als erster Schritt - Mario Borghezio sammelt Unterschriften
Straßburg - Der italienische EU-Parlamentarier Mario Borghezio fordert die Öffnung aller "geheimen UFO-Archive" der Mitgliedsstaaten. Mit der "systematischen Geheimhaltung" müsse Schluss sein, die EU müsse
ein eigenes Archiv aufbauen, sagte der Abgeordnete. Das Transparenzgebot in der EU verpflichte die Mitgliedsstaaten, alle
ihre Daten über mutmaßliche Außerirdische offenzulegen. In seiner Erklärung verweist Borghezio darauf,
dass "das UFO-Problem" in der 33. Generalversammlung der Vereinten
Nationen im Jahr 1978 formell anerkannt wurde. Doch interessierten
Wissenschaftern werde der Zugang zu Geheimdienstinformationen verwehrt.
Borghezios Forderung ist bislang nur zum Teil erfüllt: Im vergangenen Jahr öffnete
Großbritannien seine "X-Files". Auf 4.000 Seiten wurden 800
angebliche Begegnungen mit Außerirdischen aus den 80er und 90er
Jahren veröffentlicht.
Weitergedacht
Und Transparenz soll nur der erste Schritt sein: Mitte Juni brachte Borghezio bereits eine schriftliche Erklärung ein. Darin heißt es, es sei unbedingt notwendig, ein UFO-Beobachtungszentrum zur Erforschung Unbekannter Flugobjekte aufzubauen. Dies werde "große wissenschaftliche und technologische Nebeneffekte" bringen.
Um neuen Schwung in die europäische UFO-Forschung zu bringen, müsste der Italiener mehr als 369 Kollegen zur Unterzeichnung bewegen. Dann müsste sein Anliegen dem Präsidenten mitgeteilt und im Sitzungsprotokoll verzeichnet werden. Die Chancen sind allerdings eher gering: Bis zum Dienstag hatte Borghezio erst 18 Unterschriften gesammelt. (APA/red)