Überwältigende Mehrheit stimmt dafür

EU verordnet strengere Bonus-Regeln

7. Juli 2010, 13:27

Gehalts-Nachschlag für Bankmanager neu geregelt: Nur 30 Prozent sollen sofort ausbezahlt werden, der Rest auf mehrere Jahre verteilt

Straßburg - Als erster Wirtschaftsraum der Welt führt die Europäische Union rechtsverbindliche Decklungen für Bonuszahlungen ein. Das Europäische Parlament hat am heutigen Mittwoch mit überwältigender Mehrheit eine Richtlinie beschlossen, die ungezügelten Prämien für Bankmanager einen Riegel vorschiebt. Das mit 625 zu 28 Stimmen bei 37 Enthaltungen beschlossene Regelwerk sieht vor, dass höchstens 30 Prozent der Bonuszahlungen in bar ausbezahlt werden (bei besonders hohen Beträgen 20 Prozent), der Rest muss in Wertpapieren und gestaffelt überwiesen werden.

40 Prozent des Bonus müssen in mehreren Jahresraten ausgezahlt werden, die restlichen 30 Prozent sind überhaupt auf fünf Jahre zurückzustellen. Entwickeln sich die Geschäfte nicht wie erwartet, verfalle der Bonus. Vom Staat gerettete Banken dürfen überhaupt keinen Bonus auszahlen. Mit dem neuen System soll verhindert werden, dass Bankmanager in die eigene Tasche arbeiten und dabei unnötige Risiken eingehen. "Risiken sollen nicht zu höheren Boni werden können", betonte der ÖVP-Europaabgeordnete Othmar Karas.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte, dass die geplante neue EU-Finanzmarktaufsicht auch die Einhaltung der Bankerbonus-Regelungen kontrollieren und sanktionieren werde. Die neue Behörde müsse "Entscheidungen fällen, die direkt gelten für die Banken, wenn das europäische Recht nicht korrekt angewandt wurde", sagte Barnier in der Plenardebatte am Dienstagabend. "Das gilt auch für die Vergütungsregelungen".

Informelle Einigung

Der Gesetzestext beruht auf einer informellen Einigung von Rat und Europaparlament und tritt mit kommendem Jahr in Kraft. Das Europaparlament wollte ursprünglich eine absolute Deckelung der Bonuszahlungen - etwa durch die Höhe des jeweiligen Jahresgehalts -, konnte sich mit dieser Forderung aber nicht bei den Mitgliedsstaaten durchsetzen. Karas kritisierte in der Plenardebatte am Dienstag, dass die EU-Regierungen in dieser Frage die Interessen der Empfänger von Bonuszahlungen vertreten hätten. "Ohne das Europaparlament gäbe es keine Boni-Regelungen."

Skeptisch zu den Erfolgsaussichten der EU-Pläne äußerte sich in der Plenardebatte der FPÖ-Abgeordnete Andreas Mölzer. In Deutschland habe ein Gesetz zur Begrenzung von Managergehältern "nur mehr Bürokratie bewirkt", und in den USA seien die Managerbezüge durch die Offenlegungspflicht sogar gestiegen. "Unser Vorhaben gleicht dem Kampf gegen eine Hydra."

Die Regelungen sind Teil der Eigenkapital-Richtlinie (CRD III), die einen Kollaps von Banken in Krisenzeiten verhindern soll. Sie normiert höhere Eigenkapitalanforderungen bei Handelsbuchpositionen, insbesondere Wiederverbriefungen. Es wird auch eine Art "Stresstest" eingeführt, um einen Kapitalpuffer für Krisenzeiten aufzubauen. Während die Regelungen zu Bonuszahlungen schon mit Jahreswechsel in Kraft treten, gelten die Eigenkapital-Regeln erst ab Ende 2011 beziehungsweise September 2013.

EU-Finanzmarktaufsicht noch offen

Entgegen ursprünglichen Planungen stimmte das Parlament am Mittwoch jedoch nicht in erster Lesung über das Gesetzespaket zur Schaffung einer EU-Finanzmarktaufsicht ab. Die EU-Volksvertreter bekräftigten lediglich ihre Position, dass die Aufsichtsbehörden mit Durchgriffsrechten ausgestattet werden sollen. Die EU-Mitgliedsstaaten weigern sich bisher, den neuen EU-Agenturen diese Kompetenzen einzuräumen. Mit der Verschiebung des Gesetzesbeschlusses auf September wird die Chance auf Leben erhalten, einen Beschluss noch vor Jahresende zu erreichen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stärkte dem Parlament den Rücken. Viele der von den Mandataren geforderten Änderungen "liegen auf der Linie, die wir vertreten". Die EU-Regierungen brauchen aber offenbar "etwas mehr Zeit".

In der Debatte machten die Parlamentarier klar, dass sie nicht von ihrer Forderung nach Durchgriffsrechten für die EU-Aufsichtsbehörden abrücken wollen. "Es wird keine Einigung mit dem Europaparlament geben, wenn das letzte Wort nicht bei einem europäischen Aufsichtsorgan liegt", sagte der liberale Fraktionschef Guy Verhofstadt in der Plenardebatte an die Adresse des belgischen Ratsvorsitzenden Yves Leterme. Die Mitgliedsstaaten hätten nämlich "die Lektion dieser Krise immer noch nicht kapiert", verwies der belgische Politiker auf die Ohnmacht nationaler Aufsichtsbehörden in der Finanzkrise. (APA)

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Toni Meister
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Insider-Meinung :

Rolf Rothacher (7. Juli 2010, 17:24)
"Auf dem Papier ein sinnvoller Schritt
Ein Börsenhändler kauft über Tag und stellt die meisten seiner Risikopositionen Ende Tag glatt. Sein Erfolg ist sofort und absolut messbar. Auch viele Investment Banking Arbeiten Enden nach wenigen Wochen oder Monaten und der Ertrag ist gesichert. Nur das Kredit-, Garantie- und Eigengeschäft müssen mittel- und langfristig Betrachtung finden.
Die EU-Regelung bedeutet, dass die Banken höhere Fixsaläre bezahlen werden, was zu einem erhöhten Risiko für Aktionäre führt. Diese werden in Zukunft nur dann in Banken investieren, wenn diese höhere Erträge als bisher an den Aktionär abliefern. Die EU Regelung bedeutet also vor allem eine Verteuerung der Bankdienstleistung."

manfred maier
00
wollt ihr hier eine diskussion verhindern?

...WAS soll der unsinn, beiträge welche sachlich zum beispiel einen @don calvo widersprechen einfach zu unterdrücken?
macht ihr bereits wahlwerbung für seppi "die kassa ist leer" oder arbeitet ihr wieder - natürlich nichts ahnend und nichts wissend - im dienste der finanzcasinos und ihrer politischen handlanger?
geh bitte...für derart üble schwerze habt ihr doch den blogg eures hobby ökonomen frey.

Michael Seeber
00

boni-einschränkung ist ein völlig sinnloser eingriff in die rechte der eigentümer, einem manager so viel zu zahlen wie sie wollen. die eigenkapitalrichtlinien sind tausendmal wichtiger, treten aber viel später in kraft, da sie nicht so schön populistisch sind.

her wig
00

Die Eigenkapitalrichtlinien sind auch so ein böser Eingriff in die "Rechte" (wer gewährt übrigens Rechte? Das kann nur der Gesetzgeber, alles andere ist Einbildung!) der Eigentümer, bis die kommen sind sie dreifach verwässert und werden gleich wieder ausgesetzt weil man zu Beginn der nächsten Krisenwelle ja wieder "helfen" muss...

Yes I can!
00
das einzige was hier fehlt

ist ein richtwert, wie hoch die boni überhaupt sein dürfen. das sollte man vom unternehmensgewinn bzw. mitarbeitergehältern abhängig machen.

maximal das x-fache eines facharbeiters oder % des gewinns nach steuern. oft genug bekommen manager ja boni ausbezahlt, obwohl das unternehmen massive verluste erzielt.

don calvo
16
WAS WOLLT IHR EIGENTLICH???

da wird staendig und teilweise zu recht ueber baker-boni und deren kurzfristiger, schaedlicher steueranreiz gelaestert und dann gibt es einen vorschlag wie dem entgegen zu wirken sei und wieder laestern nur alle.
ich lese hier keinen einzigen konstruktiven gegenvorschlag, lediglich sudern, dass tut man gern, ist auch einfacher und scheinbar befriedigend.

bitte um vernuenftige gegenvorschlaege!
ich denke mir schon, dass dieses system funktionieren kann. allerdings nur auf vorstandsebene denn einfache mitarbeiter oder selbst abteilungsleiter, portfolioverantwortliche koennen nur innerhalb der vorgegebenen parameter handeln. wie soll das gehen, wenn man mitarbeitern den bonus streicht weil sich ein anderer geschaeftsbereich verspekuliert ha

Ava Tar
01
BEKOMMEN WIR 14.000,-/MONAT ODER DIE BRÜSSELER ?

Soweit kommt's noch, daß wir deren Arbeit machen müssen !
Wenn sie nix zusammenbringen
=> Rücktritt, und fähigere an deren Posten!

manfred maier
01
WAS wir wollen?...das die finanzcasinos gestoppt, die mehrfach angekündigten massnahmen umgesetzt werden!

...scheint ihnen das zuviel verlangt?
ihr "ich lese hier keinen einzigen konstruktiven gegenvorschlag" lässt bestenfalls ein etwas problematisches textverständnis ihrerseits erkennen.
sonst würden sie lesen "verbot von leerverkäufen und CDS, transaktionssteuern, kontrolle der korrupten US ratingagenturen,...."....oder scheinen ihnen diese - von der politik wiederholt angekündigten massnahmen, nicht sinnvoll?
dafür bejubeln sie symptombekämpfung, indem die bezahlung der angestellten der casinos regeln und beschränkungen unterworfen werden soll?
und bitte...WAS genau soll das bringen?
mehr kreativität im bereich "bezahlen der plündernden abordnung"?
na servus, der einzige der jammert - dazu erkennbar sinnlos - sind SIE an dieser stelle.

gerry68
01
alternativen....

transaktionssteuer...verbot von derivatehandel wenn er nicht zur absicherung eines realen risikos verwendet wird (Maisernte eines farmers preislich abzusichern...als bsp.)sollte diese abgrenzung technisch nicht vernünftig möglich sein komplettes verbot...überprüfung aller bankgeschäfte auf sinnhaftigkeit bezüglich der ürsprünglichen aufgabe einer bank...die da wäre allen produzenten von gütern und dienstleistung ausreichend mit kapital zu versorgen und einen zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten...reicht ihnen das als alternative?

EU-Austretter
11

Also bitte, hier noch mal die Gegenvorschläge:

http://www.webinformation.at/material/... system.pdf

manfred maier
11
herzhafte augenwischerei in der casinokratie.....

die seit jahren betriebene ankündigungspolitik ohne jegliche folgen treibt immer erbärmlichere blüten.
jetzt soll den geplünderten bürgern, welche auf verbot von leerverkäufen, CDS warten...welche endlich die transaktiosnsteuer realisiert sehen möchten sowie eine alternative zu den drei us privatfirmen welche ganze staaten ins elend raten......die bekämpfung eines symptoms des casinokapitalismus, die belohnung für die ausführenden - genannt bonus - als adäquates mittel um die talibans im nadelstreif zu stoppen evrkauft werden.
in wien tagte vor kurzem die bankiersvereinigung - als präs. josef "peanuts" ackermann - die personifizierung des rücksichtslosen taliban im nadelstreif an der spitze.
diew erden sich vor lachen kaum halten können

also dann ...
04
geht noch d o o f e r : nur 30 % sollen sofort ( ? ) ausbezahlt werden . . .

seit jahren...
wird über nachhaltiges management ...in JEDEM pimperl-wirtschaftsseminar auf hak-niveau...
referiert - und dann so ein beschluss ?

die krise ...beginnt erst richtig (siehe usa)
und nur damit - wie oft denn noch ? - wieder die banken-lobby befriedigt wird,
kommt man zu solchen d o d l -beschlüssen ?

boni`s sollten höchstens 50 % p.a.
und n a c h 4 jahren (normale geschäftsführer-zeit) bei e r f o l g...ausbezahlt werden.

diese polit_nieten...
sinnd ja nicht mal (nach 3 jahren ?) zu einem einzigen vernünftigen beschluss fähig.
es wird höchste zeit...
sie mit einem nassen fetzen... zu verjagen !

don calvo
00

verstehe ich das jetzt richtig, es sollen nicht 30% sonder 50% p.a, dass heisst also nach zwei jahren 100% gezahlt werden und das ist das ergebnis deines pimperlseminars fuer nachhaltiges management oder kannst ein bisschen mehr licht in deinen alternativvorschlag bringen?

also dann ...
00
ganz einfach : keine 30%ige auszahlung - wozu auch ?

und boni`s dürfen - höchstens - 50 % ausmachen.

auszahlung : frühestens nach 4 jahren...
eben wegen der nachhaltigkeit der unternehmens-ergebnisse .
(d.h. selbstverständlich sind die boni - NONA - innerhalb der 4 jahre mit etwaigen v e r l u s t e n...
gegenzurechnen).

Joesi Prokopetz
00

bitte wenn's geht nocheinmal probieren, so dass es verständlich ist. entweder es ist nicht klar formuliert, oder schwachsinn - das ist bisher nicht wirklich erkennbar. oder lassen sie es mit dem posten

her wig
00
Es geht hier um die Banker-Nieten,

bei denen sind selbst niedrige Standards oft schon zu hoch angesetzt.

EU-Austretter
42
Strengere Boniregeln, sehr schön, bringt nur leider gar nichts. Noch mehr kann man wohl kaum Symptombehandlung betreiben. Ginge man die tieferen, im GELDSYSTEM liegenden Ursachen der Krise an, käme kaum einer auf die Idee in die Vertragsfreiheit

derart einzugreifen, das Geld für sittenwidrig hohe Boni wäre ohnehin nicht in den Händen der Bonizahler, sondern auf viele Hände verteilt.

Neben einer Geldreform ist jedenfalls der EU-Austritt nötig.

Einfache Gegenprobe: Welcher etablierte Politiker ist für den EU-Austritt, welcher für eine Reform des Geldsystems? (Bitte genaue schauen, die FPÖ ist NICHT für den Austritt, sondern fürs Matschgern gegen die EU)

Keiner!

Und für wen arbeitet die Politikerkaste? Für die breite Bevölkerung?

Und für die EU-Befürworter: Warum wohl werdet Ihr in der Schule jahrelang einer (großteils) subtilen EU-Propaganda ausgesetzt.

Kennt Ihr 1984, den Knirps aus der Nachbarschaft, der Winston Smith verachtet? Das seid ihr.



don calvo
01
blablabla - einfach nur gelaber

bitte KONKRET:

wie sollte reformiert werden um finanzsystemschaechen zu verhindern?

EU-Austretter
11

Die Geldschöpfung soll verstaatlicht werden, also keine Geldschöpfung durch kommerzielle Banken mehr, völlige Verstaatlichung der Zentralbank. Geld soll nicht mehr durch Kredite geschöpft werden, sondern durch Regierungsausgaben, von der Monetative.

Eine Umlaufgebühr auf Geld soll eingeführt werden, damit es nicht mehr gehortet werden kann, was derzeit passiert, wenn die Zinsforderungen der Geldvermögensbesitzer nicht mehr erfüllt werden können.

http://www.webinformation.at/material/... system.pdf

http://www.monetative.de/

http://www.inwo.de/modules.p... =0&thold=0

Walter SB
00
Keine Deckelung- nur zeitliche Bremse

Es ist ähnlich wie bei der Steuer-Bremse gegen Grundstücksspekulationen.
Es geht also darum, dass Topmanager angehalten sind, langfristig und nachhaltig zu agieren. Etwas, was so einige mittlerweile vergessen haben. Kein € geht ihnen verloren, wenn sie gut gemanagt haben.
Schon der berühmte Ökonom Josef Schumpeter warnte in den 40er Jahren davor, dass das auf Zeit beschäftige Management nicht im Interesse eines langfristigen Unternehmensbestandes arbeiten würde, während der Eigentümer -Unternehmer an Erhalt interessiert sei.

tramezzino
00
alles klar

mit anderen worten: höheres fixum, niedrigere variable bezüge.

natoll
00

das kommt raus wenn man nur symptome bekämpft.

Gegrillte Galle
03
Eine interessante Geschichte...

The surprising truth about what motivates us:

http://www.youtube.com/watch?v=u6XAPnuFjJc

Ava Tar
00
Nach 2 Jahren herumwerkeln gescheitert

Dieselbe zahnlose Geschichte wie in den USA schon viel früher von Obama durchgesetzt

ansonsten nichts, siehe Artikel rechts ==========>
"EU-Finanzaufsichtsreform vorerst gescheitert"

Was bedeutet das? Es bedeutet, daß der Job des Managers riskanter wird, er hängt mehr drin, wenn es schief geht. Aber nicht, daß er anders wird: Die Unternehmensgebarung bleibt dieselbe.

Makro 24/7
00

inwiefern hat das foto mit dem text zu tun? ^^

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