Trotz Ölkatastrophe

Hoffnung auf Investoren zieht BP-Kurs nach oben

07. Juli 2010 20:57

BP-Chef Tony Hayward buhlt bei Investoren im Nahen Osten um Geld für den angeschlagenen Energiekonzern. Die Aussicht auf Unterstützung gibt der Aktie Aufwind

Wien - Neue Hoffnung für BP. Der Chef des wegen der Ölpest im Golf von Mexiko angeschlagenen Konzerns, Tony Hayward, ist nach Abu Dhabi gereist und hat dem Staatsfonds ADIA "Optionen" für eine Beteiligung vorgestellt. Zuvor hatte die saudische Zeitung El Eqtisadiyah berichtet, dass Investoren aus Saudi-Arabien zehn bis 15 Prozent der BP-Anteile kaufen wollten. Der Konzern braucht dringend Geld zur Bewältigung der Folgen der Ölkatastrophe.

Zuletzt wurde spekuliert, dass der weltweit viertgrößte Ölkonzern BP nach Partnern sucht, um eine drohende feindliche Übernahme abzuwenden. BP soll auch mit Staatsfonds in Libyen, Kuwait, Katar und Singapur gesprochen haben. Einige Staatsfonds sind bereits BP-Anteilseigner. Norwegen und Kuwait halten je rund 1,8 Prozent, China 1,1 und Singapur 0,7 Prozent.

Die Hoffnung auf Geldgeber hat der BP-Aktie Auftrieb gegeben, in London legten die Papiere 4,44 Prozent zu. Der BP-Kurs hat seit April knapp 44 Prozent eingebüßt. Den Aktien kam auch zugute, dass der Konzern laut Eigenangaben Fortschritte beim Schließen des Bohrlochs erzielt hat. Die Arbeiten an einem der zwei Entlastungsbohrlöcher kämen besser voran als geplant, aus dem Leck werde aber noch mehr als einen Monat lang Öl austreten.

Bohr-Moratorium

Die EU-Kommission will jetzt ein Moratorium für Ölbohrungen vor den europäischen Küsten. Die Zulassung neuer Bohrungen falle zwar in die Kompetenz der Mitgliedsstaaten, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger, aber "ich würde derzeit neue Zulassungen nicht empfehlen" . Das Moratorium solle so lange gelten, bis die EU-Kommission ihre Prüfung der Sicherheitsaspekte von Ölbohrungen abgeschlossen habe. Nach Beratungen mit den in der EU tätigen Ölförderern und den nationalen Aufsichtsbehörden soll ein Maßnahmenpaket vorgelegt werden. (Reuters, APA, bpf/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.7.2010)

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17 Postings
b_UT
07.07.2010 11:56

9% gestiegen, nachdem sie um viel mehr als 9% gefallen sind nach dem Untergang der Plattform.
auf Ursprungsniveau sind sie noch lange nicht.
Aber: Die Spekulanten sind von den Leerverkäufen auf Realkäufe umgestiegen, die Pressemeldungen über die Kosten der Katastrophe sind langsam abgelutscht und BP hat die eigene PresseInitiative nun gestartet.

Da hilft nur Lagavulin!
07.07.2010 10:47
mit einer sprengung wäre das loch binnen kürzester zeit gestopft. es ist dramatisch, daß diese lösung nicht gewählt wird, da man hofft das bohrloch dicht zu kriegen und so das invest zu schützen. krank!

don calvo
07.07.2010 13:23
krank ist lediglich so ein unueberlegtes posting

ueberlege bitte eine sekunde lang bevor so einen stumpfsinn postest.
wuerde eine sprengung funktionieren haette man dies am 2ten tag getan und nicht waere mit BP passiert, kaum ausgelaufenes oel, keine zig milliarden schaden und das management sicher im sattel.

Schrödinger's Cat
07.07.2010 13:22

Und noch einmal: bisherige Kosten für BP: mehr als 3Mrd.$, 50Mio Barrel à 70$/bbl =3,5Mrd.$.

Wird also vermutlich andere Gründe geben weshalb das Bohrloch noch nicht verschlossen ist.

Mork vom Ork
07.07.2010 11:57

genau ... wenns so simpel wäre würde BP das ja sicher nicht machen.

Sie glauben wahrscheinlich an das Gesetz der Schwerkraft ... nur ein problem wenn der Druck von unten stärker ist ...

Freigeist
07.07.2010 10:15
"Staatsfonds"

klar möchten die staatsfonds haben. ein staat wird sein investment nicht pleite gehen lassen. da werden notfalls milliarden an steuergelder zugeschossen.

BP scheint genau zu wissen, dass er aus eigener kraft oder durch neue aktionäre das finanzdebakel nicht lösen kann, auf das der konzern zusteuert.

die brauchen investoren die nicht rechnen können/wollen und mit nahezu endloser finanzkraft hinter sich. da bleiben nur mehr staaten übrig, denn die sind die einzigen, die das geld der bevölkerung einkassieren und an konzerne weiterreichen können.

und mit den staatsfonds kommen dann auch die anderen investoren wieder, da die das wissen und dann die gewinne absahnen können.

das könnte österreich mit der ÖMV auch passieren.

frankiegoes
07.07.2010 09:36
Sell the rumour, buy the fact

oder war es anders rum :-?

Roter Baron
07.07.2010 09:17
gestern hieß es noch bp geht pleite

also was jetzn ?
hat einer der herrn bei den rating-agenturen
heute morgens beschwerlichen stuhlgang gehabt ?


roter baron

Hans Müller1
 
07.07.2010 11:47
Wer hat gesagt BP geht pleite? hmmm

Wenn die Pleite von BP mit Sicherheit feststehen würde dann wäre BP pleite - ein bisserl selber nachdenken ist gefragt.

Sie beziehen Ihre Informationen aus Zeitungen wo eder seinen Senf dazugeben kann - genauso sinnvoll ist es sich über eine Vorhersage von Hans Krankl in "Österreich" über den zukünftigen Weltmeister beschweren sollte diese nicht eintreffen

Litschi Monster
07.07.2010 09:23

Ich arbeite zwar nicht in einer Ratingagentur, aber bei mir war's wunderbar flockig weich, vielleicht eine Spur zu klebrig. Falls es jemanden interessiert.

Quasi-Mode
07.07.2010 08:41

die haben getrickst

man muss nur wissen wie man den Nippel durch die Lasche zieht, und oben an der kleinen Schraube dreht

her mit den Strichen!
07.07.2010 06:53
BP entwickelt sich zum Zocker-Papier...

...und ich sehr drei Möglichkeiten:

1. BP stemmt das Problem wirklich aus eigener Kraft (was sind schon 3 Mrd.)

2. BP wird wie eine "systemrelevante Bank" am Leben gehalten

3. BP geht pleite

Also, 2 dafür 1 dagegen.

klausenpown
07.07.2010 10:42

Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht gleichverteilt.

Mir fehlt. BP wird übernommen, die Verbindlichkeiten werden vom neuen Eigentümer mittels eines Fonds ein für allemal beigelegt (und wenns 50 Mrd. sind).

Freigeist
07.07.2010 10:24
je nach schlagzeilen werden die kurse

rauf oder runter gehen.

hier geht es rein um spekulation auf kursschwankungen und nicht um den realen unternehmenswert.

der wert von BP hat sich bereits halbiert und die endgültigen kosten stehen nicht einmal ansatzweise fest. BP wird zum spielball von spekulanten und konkurrenten.

wer jetzt schnell kauft und verkauft, kann mit BP sicher gut verdienen, aber als "investition in die zukunft" würde ich keinen cent ausgeben

Redwraithvienna
07.07.2010 08:07

BP ist nicht "systemrelevant"

Sprich am leben erhalten wird es sicher nicht. Was passieren könnte ist BP geht pleite und die diversen anderen Öl konzerne kaufen die einzlenen Förderechte und Lizenzen auf.

Freigeist
07.07.2010 10:06
für GB ist BP systemrelevant

entweder der staat hält BP am leben mit steuergelder oder sie erklären ihren einwohnern, warum die pensionen drastisch gekürzt werden müssen (im fall einer pleite).

ob so oder so, tatsächlich zahlen werden den schaden die briten.

immerhin haben sich mit der halbierung des unternehmenswertes auch die angelegten gelder der pensionsfonds entsprechend reduziert.

Toxo Logic
 
07.07.2010 09:34

Wenn BP pleite geht zerbricht das britische Pensionssystem und vielleicht nicht nur dort. Als sicherer Hafen für die Zocker bei Pensionsfonds ist BP systemrelevant, mehr wie andere Großbanken.

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