Krankheiten googlen hat Nebenwirkungen

  • Sich im Internet über eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht.
 Daraus Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch 
gefährlich sein.
    foto: apa/patrick seeger

    Sich im Internet über eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht. Daraus Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch gefährlich sein.

Viele Krankheits-Informationen im Internet sind falsch oder unvollständig - Bei kommerziellen Seiten ist Vorsicht geboten

Charlotte - Bei einer Krankheit suchen viele Patienten zuerst im Internet um Rat und entscheiden auf dieser Basis, welche weiteren Schritte sie unternehmen. Viele der hier verfügbaren Informationen sind jedoch falsch oder unvollständig, sagen US-Forscher in der Fachzeitschrift "Journal of Bone and Joint Surgery". Besonders bei kommerziellen Seiten raten sie zur Vorsicht.

Immer mehr googeln Krankheiten

"Immer mehr Menschen erscheinen mit Ausdrucken aus dem Internet in den Arztpraxen", erklärt Studienautor Madhav A. Karunakar vom Carolinas Medical Center die Motive der Forschung. Wichtig sei zu wissen, dass es große Unterschiede in der Qualität der online verfügbaren Informationen gibt. "Ärzte sollten gut vorbereitet sein, um diese Informationen mit den Patienten zu diskutieren. Sonst kann es schnell zu falschen Interpretationen kommen."

Die Forscher nahmen die häufigsten Sportverletzungen unter die Lupe und überprüften, was im Web über sie geschrieben steht. Dazu gehörten etwa Bänderrisse, Verletzungen der Rotatorenmanschette oder des Meniskus, Knie- und Schulterläsionen, der Tennisellbogen und die aseptische Knochennekrose. Ausgewertet wurden die jeweils zehn ersten Sucheinträge bei Google und Yahoo, wobei man Punkte nach Vollständigkeit, Richtigkeit und Klarheit der Darstellung vergab. Vermerkt wurde auch, wer die Information veröffentlicht hatte.

Unabhängige Seiten bieten beste Information

Die besten Inhalte gibt es bei den Non-Profit-Seiten, gefolgt von den wissenschaftlichen Quellen - wozu auch medizinische Journale gezählt wurden. Abgeschlagen davon sind die nicht auf Verkauf orientierten kommerziellen Seiten und ganz am Ende Artikel von Nachrichtenmedien sowie von Einzelpersonen. Kommerzielle Seiten mit finanziellem Interesse an der Diagnose - etwa aus der Pharmabranche - waren häufig vertreten, jedoch selten vollständig.

"Unter den ersten zehn Suchergebnissen sind im Schnitt zwei gesponserte Seiten zu finden", so Karunakar. Bei diesen gehe es den Betreibern vor allem darum, ihre Produkte zu verkaufen, weshalb sie oft tendenziös seien und wenig über Risiken oder Nebenwirkungen der beworbenen Behandlung informieren. Die Forscher empfehlen daher, kommerzielle Seiten bis auf wenige seriöse Ausnahmen lieber zu meiden.

Riskante Selbsttherapie

"Sich im Internet über eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht. Daraus Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch gefährlich sein", betont Günther Wawrowsky, Sprecher der niedergelassenen Ärzte der österreichischen Ärztekammer. Besonders bei ungünstigem Verlauf einer Krankheit oder Unsicherheiten sollte man lieber den Arzt aufsuchen. "Medizin ist nicht nur ein Messen und Wägen und man kann nicht alles niederschreiben. Was zählt, ist besonders die Erfahrung", so der Experte. (pte)

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Info´s im Internet finden...

... ist eine Fähigkeit, die Übung und Erfahrung braucht. So wie man früher in der Natur wissen brauchte um Nahrung und Unterschlupf zu finden, so bekommt man halt einen Riecher dafür, wo gute Informationen zu finden sind und welche Informationen brauchbar sind. Die Reihung in einem Suchergebnis ist je nach Suchthema ganz unterschiedlich. Ärzte bleiben mit ihrem Wissensstand oft dort stehen, wo sie ihre Dr.-Arbeit geschrieben haben. Weiterbildung holen sie sich von den Veranstaltungen der Pharmakonzerne.

viele ratschläge von ärzten sind auch nicht kosha !!

MedNews

in Amerika sterben auch schon mehr Personen durch die richtige !!! Selbstmedikation als im Straßenverkehr. Danke Dr. Google für diese präzise Diagnose. Ich finde das Internet kann der Arzt nicht ersetzen sondern bestenfalls eine Zusatzinformation bereit stellen. Hilfreich sind dann zum Nachschlagen solche Plattformen wie z.B. www.gesundheit.co.at

Wenn die Leute gestorben sind, wird's wohl nicht die richtige Selbstmedikation gewesen sein.

Hui, da bricht bei einigen der Frust aus

Dabei geht's hier um eine recht differenzierte Betrachtung: die Autoren behaupten ja nicht, Krankheitsgooglen an sich wäre schlecht, sondern dass es einige zweifelhafte Quellen gibt. Sie warnen sogar vor Seiten, die vom Lieblingsfeind aller hier versammelten Ärztebasher gesponsert werden: von der satanischen Pharmindustrie!

Und schon lang vor dem Internet hat der Besitz eines Pschyrembel nicht eine Facharztausbildung ersetzen können. Großgoschert daherreden ist halt immer leicht, wenn man für seine Behauptungen nie selbst geradestehen muss - sei es vor einem Prüfer, sei es vor Patienten.

Im übrigen bin ich der Meinung ...

dass ein Arzt nicht den Funken einer Chance hat, das Wissen, das im Internet im medizinischen Bereich zu finden ist, auch nur annähernd abzubilden.

Allerdings glaube ich auch, dass ein guter Arzt wesentlich schneller als ein Laie in der Lage ist, Informationen zu bewerten und einzuordnen.

Einschränkend dazu ist aber anzumerken, dass auch ein Arzt gut daran tut, wesentlich kritischer mit gelernten Information umzugehen.

klar

weil ärzte sich niemals weiterbilden.

weil äzte prinzipiell alle fachgebiete 100% beherrschen (müssen).

die generation internet scheint die vertr**ste aller zeiten zu sein - ein häppchen info hier, ein bißchen was da und flugs schon ist man klüger als alle fachleute dieser welt zusammen. egal in welchem bereich.

Information und Wissen/Können sind halt zwei verschiedene Schuhe.

Ein Trottel mit Wikipedia und Google bleibt trotzdem ein Trottel.

Autoritätsgläubigkeit

Auch eine Behandlung durch Ärzte "kann" gefährlich sein. Diese Aussage ist ohne sinnvolle Information.

Tatsache ist, dass wir an einer Autoritäts- und Wissenschaftsgläubigkeit leiden, die bei weitem nicht zu rechtfertigen ist.

Beispiel: Viele Jahrzehnte lang wurde in Millionen Büchern geschrieben, dass die Geschmackssinne der Zunge in Regionen aufgeteilt sind (sauer, süss, salzig etc.). Erst vor kurzem wurde festgestellt, dass das nicht stimmt, vielmehr sind verschiedenartige Rezeptoren gemischt vorhanden.

Wenn man bedenkt, dass hier niemand daran gezweifelt hat, obwohl sogar der Selbstversuch dahingehend scheitert. Wie ist das erst bei Dingen, die schwer nachvollziehbar sind?
Einer schreibt auf, Millionen schreiben ab, ist wohl üblich.

Sowas kann aber nicht unter Wissenschaftsgläubigkeit" fallen, sondern eher unter "Abergläubigkeit".
Mit dem Salz und dem Blutdruck ist es übrigens genauso. Das ist zwar nicht ganz so einfach festzustellen, aber für jeden allein zuhause machbar.

hm

wer hat wohl mehr autorität in der medizinischen diagnose? jemand der medizin studiert hat und seit jahren als arzt arbeitet oder jemand, der sich im internet irgendwelche krankheitsbeschreibungen durchliest?

nehmen sie ein allerweltssymptom wie kopfschmerzen. das passt zu dutzenden krankheitsbildern. und da wollen sie als laie besser diagnostizieren können als ein arzt?

diese "jeder-ist-experte-für-alles"-einstellung heutzutage ist eine der schlimmsten nebenwirkungen des internet.

Die Antwort passt da jetzt irgendwie voll nicht dazu.

wenn SIE das sagen, dann passt die antwort perfekt.

Ich find auch das passt...

Es passt überhaupt nicht,

es ging mit keinem Wort darum, wer mit welcher Ausbildung kompetenter ist, sondern darum, dass viele gängige Lehrmeinungen anscheinend falsch sind, da ungleich häufiger Informationen kritiklos übernommen wird anstatt diese nachzuprüfen.

nun liebes orakel

sie haben mit autoritätsgläubigkeit angefangen. und jetzt wollen sie den weg nicht zu ende gehen?

natürlich hat jemand, der sich in einem fachgebiet spezialisiert hat - egal ob kfz-reparatur, recht oder eben medizin - eine autorität aufgrund seines fachwissens und seiner erfahrung.

oder erklären sie ihrem meistermechaniker auch sie hätten auf autoschrauber.ru gelesen wie man ein auto repariert?

Nein, es geht um soetwas wie um eine allgemeine Lehrmeinung.

Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie weitgehend unabhängig von einzelnen Personen ist. Wenn ein glänzender Fachmann stirbt, dann bleibt die allgemeine Lehrmeinung dennoch ungeändert.
Ein Arzt hat am Beginn seiner Laufbahn fast 100% seines Wissens von anderen übernommen, im Lauf seiner Arbeit wird er mit seiner Erfahrung vieles bestätigen können, aber der Beitrag zur allgemeinen Lehrmeinung wird normalerweise gering bleiben.

Es geht darum, dass für jede Erkenntnis genaugenommen penibel die Quellen angegeben werden müssen, also das Forscherteam, welches hinter den Fakten mit welchen Experimenten steht. Es sollte auch ersichtlich sein, ob lediglich eine Pharmafirma die Fakten bestätigt.

Du vermischt und -wexelst da was.
Das Orakel spricht davon, dass unwahre Behauptungen oft lange weitergegeben und nicht in Frage gestellt werden, und du erklärst uns hier, wer für dich eine Autorität ist. Das hat doch überhaupt keinen Zusammenhang. Erklär uns doch lieber, wie dein Denkprozess beim Empfang einer Information ist. Gehst du danach, WER was sagt und glaubst es dann oder auch nicht, oder denkst du darüber nach, was das bedeuten könnte? Oder erzähl uns, was du gedacht hast, als du einmal das mit der Zunge ausprobiert hast.
Der kleine Wichtigmacher, der die Geschmackszonen auf der Zunge erfunden hat, wäre wahrscheinlich für dich eine Autorität gewesen, oder?

Aber ich seh schon: Es hat keinen Sinn. Du glaubst, was eine Autorität sagst, und denkst gar nicht darüber nach. Und genau das ist die Erklärung für Orakels Anfangsbeitrag.
Ok, es passt eh zusammen...

nachschlag:

übrigens perfektionierst du meine methode noch, nur mit umgekehrten vorzeichen: alles, was vom "bösen system" kommt, lehnst du prinzipiell ab. du baust dir eine parallellwelt auf, in der nicht der zählt, der sich mit einem thema jahrelang intensiv und basierend auf definierten regeln beschäftigt, sondern der, der frank und frei von regeln sich alles zusammenklauben kann was ihm gerade passt und daraus eine allgemiengültige weisheit zusammenzimmert - das genaue (und gefährliche und abschreckende) gegenteil.

warum bist du eigentlich nicht ärztin geworden? wäre wohl zu mühsam gewesen jahrelang ordentlich zu lernen und womöglich die balken vor den augen abnehmen zu müssen?

Aja, und noch was...

Wenn du brav meine Beiträge liest, wirst du feststellen, dass nicht der zählt, der irgendwas sagt, sondern immer nur der Inhalt. Ich nenne äußerst selten irgendwelche Namen oder beziehe mich auf eine Person, die was gesagt hat, sondern es bin immer ICH, die was behauptet.
Bei dir geht es die ganze Zeit nur darum, WER das ist, der was behauptet. Bei mir geht es nur um das Behauptete. Meine Thesen sind völlig menschenleer.

Meine Thesen sind völlig menschenleer.

nicht nur das...

na ja. mit jemandem wie ihnen ist keine diskussion möglich. machen sie es gut. und nicht vergessen:

wenn der bauchspeicheldrüsenkrebs ausbricht zweimal am tag eine wärmeflasche auf die wampe legen und einmal am tag einen aufguss von kuhfladen, ingwer und leinöl trinken, dann sind sie im handumdrehen wieder gesund.

Nein, ich lehne nicht alles ab, was vom "bösen System" kommt. (Was ist das überhaupt?) Sondern ich keppel nur über das, was mich stört. Mit allem anderen bin ich ja vollauf zufrieden, sonst würde ich ja keppeln. Informier dich halt einmal, was mit Schwangeren mit Bluthochdruck passiert! Wenn du das in Ordnung findest, ist dir echt nicht zu helfen.
Aber allgemein: Ich glaub, du sprichst in deinem Beitrag mehr über dich selbst. Das, was du beschreibst, ist ganz typisch für autoritätsgläubige, unsichere Menschen. Goderlberg gehört da übrigens auch dazu.

Warum hätte ich Ärztin werden sollen? Wollte ich nie.

Ja, Sie wollten lieber an der Supermarktkasse sitzen.

Es geht nicht um Autorität, sondern um Sachkenntnis. Sie haben keine und ein Professor der das Fachwissen, das er in Jahrzehnten Forschung und Anwendung erworben hat, in ein Lehrbuch gießt, besitzt die.

Ich finde es arg kleingeistig von Ihnen anzunehmen, ich und andere würden nur deshalb ihre Ausführungen ablehnen, weil Sie keine Autorität besitzen.

Ja stimmt, der Professor hat sein Fachwissen. Und wenn ich es verstanden habe, dann hab ich doch hoffentlich das gleiche Wissen, oder? Nicht gleich das ganze Lehrbuch natürlich, aber jene Stellen, die ich gelesen und verstanden habe.

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