Präsidentin an Teamchef

"Halte durch, Diego!"

6. Juli 2010, 18:43
  • Artikelbild
    foto: ap

    Mehr als versöhnlicher Empfang: Fans umjubeln Maradona und seine Burschen bei deren Heimkunft in Buenos Aires.

Das gibt es wahrscheinlich nur in Argentinien. Nach und trotz der großen Enttäuschung bei der WM wird Teamchef Maradona von Spie­lern und Fans bekniet zu blei­ben. Auch Staatspräsidentin Kirchner appelliert

Buenos Aires - "Olé, olé, olé, olé, Diegoooo, Diegooooooo!" So und nicht anders beschloss Cristina Kirchner eine Rede bei einer öffentlichen Veranstaltung in San Miguel, einem Vorort von Buenos Aires. Worum es in der Rede der argentinischen Staatspräsidentin ursprünglich gehen sollte, konnte nachher niemand mehr sagen - jedenfalls ging es um Fußball und sonst gar nichts.

"Halte durch, Diego" , hatte Kirchner dem Teamchef indirekt zugerufen und damit offenkundig den Nerv der Zuhörer getroffen. Und sie berichtete davon, dass die Teamspieler ihre Einladung in den Präsidentenpalast abgelehnt haben. "Sie glauben, sie verdienten eine solche Auszeichnung nicht." Freilich erneuerte Kirchner, derzeit sozusagen die Mutter einer traurigen Nation, ihre Einladung ins sogenannte Rosa Haus. "Die Spieler liegen falsch, sie haben es verdient zu kommen, und deshalb werde ich warten, bis sie da sind." Und sie bot Maradona ihre uneingeschränkte Unterstützung an. "Denn kein Mensch hat uns auf dem Fußballplatz mehr Freude bereitet als Diego Armando Maradona."

Maradona selbst hatte - wie schon in Südafrika - auch am Montagabend in Buenos Aires festgestellt: "Meine Zeit ist vorüber, ich habe alles gegeben." Eine Zukunft ohne Maradona scheint für die Mehrheit der Argentinier aber offensichtlich kaum vorstellbar. Immerhin hat Maradona das entscheidende Wort noch nicht in den Mund genommen, und es ist davon auszugehen, dass ihn nicht nur Spieler, Fans und Präsidentin, sondern auch Angehörige zum Weitermachen überreden wollen, schließlich wirkte er in Südafrika vital wie seit Jahren nicht.

Die Verantwortlichen des argentinischen Verbands (AFA) halten sich bis dato bedeckt. Zu Wort meldete sich nur Luis Segura, Präsident von Maradonas früherem Klub Argentinos Juniors und enger Freund des AFA-Präsidenten Julio Grondona - er sagte, was ohnehin jeder weiß. "Ganz allein Maradona entscheidet, ob er weitermachen will."

Die taktisch desaströse Vorstellung beim 0:4 gegen Deutschland kann dem Teamchef anscheinend nichts anhaben. Auch Segura schlug vor, Maradona solle doch seinen Vertrag erfüllen. Die Vereinbarung gilt bis zur Copa America 2011, die von Argentinien veranstaltet wird. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen namentlich nicht genannten, "guten Freund" von Maradona mit den Worten: "Diego ist zu Hause bei seiner Familie und denkt nach. Ich kann nicht bestätigen, dass er bereits zurückgetreten ist. Es wird darüber diskutiert."

Maradonas ehemaliger Mitspieler und bisheriger Assistent Alejandro Mancuso versicherte unterdessen, Maradona werde nicht zurücktreten. "Wie ich Diego kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass er zurücktritt, ohne den WM-Titel zu gewinnen." (sid, fri - DER STANDARD PRINTAUSGABE 7.7. 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 379
1 2 3 4 5 6 7 8 9
ich bin rapid-fan
00
Bitte bleib

Narürlich war das nicht die Beste WM von den Argentiniern- das liegt wahrscheinlich am Trainer- aber wenn sie die Copa America gewinnen bleibt er fix. Das wird allerdings noch ein weiter Weg seine Taktik muss er auf jeden Fall noch verbessern.

derHirschi
01

Wenn er wirklich weitermacht ist es zwar sportlich schlecht für Argentinien, aber immerhin toll für alle anderen Teams und auch für uns als Zuseher gibts a paar Wuchteln zu sehen/hören.

kelchstein
00
Schön, dass Maradona wieder lachen kann. Ich war doch etwas besorgt.

Und schön, dass er wohl weitermachen wird.

kingdavid
00

vlt. Sollte er ein paar taktik und strategie bücher büffln.er is ja noch rel.jung...

Barca_10
00

Maradonna ist der beste und der beste gibt nicht auf biss er alles gewonnen hat !!!!!

derHirschi
00

Da hat jemand a bissl zuviel seichte Teenie-Schnulzen gelesen ;)

Walter KURTZ
 
30

Und da sagen die Leute, Maradona verstünde nix von Taktik.
Ist doch ein ganz klarer Plan dahinter (teilweise mit erschreckenden Parallelen zum verblichenen Jörgl).
Rücktritt androhen, auf die flehenden Rufe "bitte, tua uns des net an, bleib doch" warten, dann großmütig doch weitermachen, Copa America gewinnen und dann Teamchef auf Lebenszeit...
Diego bleibt. Die Copa America im eigenen Land schaut der sich nicht von der Tribüne an...

Clemenca Hess
01

find ich auch das diego einer der schillerndsten personen war bei der wm, hoffentlich sehen wir den bussibär in 4 jahren bei der wm in brasilien wieder !!

o loko meu!
00

Die Argentinier scheinen solche Niederlagen richtig zu genießen! Fica Maradona!!! :-))

Quant N. Sprung
72
Und das ist genau der Grund...

... warum solche Laender nie ueber den Status eines Schwellenandes hinauskommen werden: Die sichtbaren Ergebnisse der eigenen Unfaehigkeit werden entweder ignoriert oder dem boesen Imperialismaus/Kolonialismus angelastet. Selber Konsequenzen ziehen und die Sache das naechste Mal besser machen geht in diese Simplizissimusse nicht hinein.

Horus_the_Chorus
00

So ein Blödsinn. Wollen sie etwa behaupten dass das ballesterische Abschneiden der Argentinier im direkten Verhältnis zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes steht?

Wenigstens ignoriert die argentinische Politik den Fußball nicht völlig. Denn das ist genau der Grund warum Österreich fußballerisch nie über den Status eines Entwicklungslandes hinauskommen wird.

En Sabah Nur - Apocalypse
00

zum Glück sind wir nur im Fussball und der Politik so blöd. Sonst wären wir eine Bananenrepublik.

Der elegante Herr von nebenan
 
00

Dafür müssens net so viel hackeln und haben mehr Spaß im Leben.

so go
03
Maradona wird immer unsterblich bleiben!

Er war mMn die schillerndste Persönlichkeit bei dieser WM und es würde auch mich freuen, wenn er bleiben würde.

Quant N. Sprung
72
Maradona...

... ist ein grosses Kind, das mit Handtoren, Drogenexzessen, Mafiaverbindungen, Steuerhinterziehungen und Vaterschaftsbestreitungen zumindest fuer mich kein Sympathietraeger ist. Das kindlische Abgebussel seiner Spieler war doch nur noch peinlich. Als er nach der Niederlage Messi ans Herz dreuckte, war dem das sichtlich zuwider. Fuer mich als Trainer auf diesem Niveau voellig untragbar.

fauler willi
10

gott was bist du denn für ein komplexhaufen.

Quant N. Sprung
10
Seit wann...

... ist Gott denn eine Komplexhaufen? Versteh ich nicht....

1116er
21
marandana,

der krankl argentiniens...

Tanz den Constantini
00

Krankl und Maradona - das verhält sich wie Edmund Sackbauer zu Toni Montana. ^^

so go
30
was treibt sie eigentlich dazu, jedem ausländer einen pseudo-equivalenten inländer gegenüberzustellen?

ausländerfeindlichkeit vllt? schliesslich hamma eh scho alles in österreich... sogor wödmasta...

jedenfalls halte ich es für selten dämlich.

Stef Hoche
10
die Argentinier

haben aus dem Fall Domenech auch nichts gelernt. nach der nächsten pleite stehen sie dann vor dem scherbenhaufen... wie mann Tevez spielen lassen kann wenn man milito hat versteht auch kein mensch...

Ruben Manuel Da Silva
15

der nächste der maradona mit zwei "n" schreibt möge die hand gottes an seiner rechten backe spüren!

wolf67
00

marrrradonnnnnnnnnnnnna

Dandyleone
00

Nein, zwei... er hat doch "zwei" gesagt...

En Sabah Nur - Apocalypse
00

Besser als Pekermann war er zumindest, dennoch er und nur er hat es versaut. Kein Mittelfeld, Messi allein auf weiter Flur und die Wildsau Tevez...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 379
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.