Verschlungene Planeten hinterlassen "Schmutzflecken"

26. Juli 2010 09:54

Die Atmosphäre von Weißen Zwergen zeigt, wovon die Sterne einst umkreist wurden

Montreal - Weiße Zwerge haben in der Regel eine sehr reine äußere Atmosphäre aus Helium oder Wasserstoff und darunter dann Helium. Bei etwa 20 Prozent dieser Sterne sind schwerere Elemente jedoch noch nicht vollständig ins Innere gesunken, sondern bilden "Schmutzflecken". Im Frühjahr stellten britische Astronomen die Theorie auf, dass dies nicht interstellarer Staub und Gase seien, die der Stern angezogen hat, sondern dass es sich dabei um die Überreste ehemaliger Planeten handle. Diese hätten den Stern umkreist, ehe sie sich dieser in seiner Phase als Roter Riese einverleibte, um anschließend in sein stabiles Endstadium als Weißer Zwerg einzutreten. Von einer "verlorenen Generation" von Planeten war damals die Rede.

Einen besonders interessanten Einblick gewährt der zuletzt untersuchte Weiße Zwerg SDSS J073842.56+183509.6. Astronomen um Patrick Dufour von der Universität Montreal bezeichnen ihn als den "am stärksten verschmutzten Weißen Zwerg": In seiner Atmosphäre fanden sie erstaunlich große Mengen von unter anderem Natrium, Magnesium, Silizium, Kalzium und Eisen. Aufgrund der Menge gehen sie davon aus, dass es sich dabei um die Überreste eines ehemaligen Zwergplaneten - also eines Himmelskörpers ähnlich Pluto oder Ceres - handelt, der von dem Stern verschlungen wurde. Die Analyse der Elemente ermöglicht Rückschlüsse auf die Zusammensetzung planetarer Objekte in anderen Sternensystemen.

Wenn die Theorie von "verlorenen Planeten" zutrifft, würde dies außerdem bedeuten, dass Planeten mit einer ähnlichen Zusammensetzung wie die Erde noch häufiger vertreten sind als gedacht. Ein Indiz dafür sind diejenigen Weißen Zwerge, deren Atmosphäre keine eigene Wasserstoff-Schicht hat, in deren nahezu reiner Heliumatmosphäre aber Spuren von Wasserstoff ebenso vorhanden sind wie die von schwereren Elementen. Der Wasserstoff als am häufigsten im Universum vorkommendes Element könnte theoretisch aus verschiedensten Quellen stammen. Dass er aber auffallend oft gemeinsam mit den schwereren Elementen auftritt, deutet auf einen gemeinsamen Ursprung hin: Und zwar auf einen Planeten, auf dem es Wasser gab. (red)

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Das Wort
01.08.2010 12:24
Eng verschlungene Sterne und Flecken am Firmament - was soll man sich dabei denken?

Bald kommt eine neues Sternlein!

F S 3
27.07.2010 16:17
Und schon wieder "Verunreinigungen" und "Störungen" des herkömmlichen Modells…

…und nicht des Sterns selbst.

Wenn man weiß, daß all diese Elemente eben erst in der Atmosphäre des Sterns gebildet werden, sind es auch keine "Schmutzflecken", maximal eben an der weißen Weste der überalterten Annahme.

Und um diese zu bestätigen - wird wiederum eine neue Erklärung geboren (Planet verschlungen), ohne jedoch sich weiter mit der grundlegenden Inkonsistenz des überkommenen Modells auseinandersetzen zu müssen.

Adiaphora
30.07.2010 17:19
Inkontinenz ist das - nichts weiter;-)

So verdummte Wissenschafter der Erde erkennen nicht die Plasmaströme und deren verdrillten Reste?

Boots Mann
26.07.2010 15:38
Demnach könnten die "verdreckten" Sonnenflecken...

....Spuren sein vom Planetenverrecken?

aeff
27.07.2010 11:53

Achtung!! Der Begriff "Sonnenfleck" beschreibt etwas ganz anderes - Stellen auf unserer Sonne und auch anderen Sternen (allerdings Hauptreihensterne keine WZ) wo das gebündelte Magnetfeld den Wärmestrom verdrängt und das Gebiet daher kühler ist.
Hier im Artikel handelt es sich um Weisse Zwerge, die eine "verschmutzte" Athmosphäre aufweisen.
Von "Schmutzflecken" ist im übrigen in der orignal Arbeit überhaupt nicht die Rede. Weiters nimmt man nicht an das der Planet im Riesenstadium des Sterns verschluckt wurde. Es hat sich nur, durch seine Nähe, die Zusammensetzung verändert. Die leichten Elemente wurden fortgeblasen.
Der übrig gebliebene Rest wurde dann zerissen (Staubscheibe) und eben teiweise schon aufgesogen.

F S 3
27.07.2010 14:33
Gut zusammengefaßt. Vielleicht interessiert es sie in diesem Zusammenhang aber auch, daß…

…da vor Jahren ein Stern entdeckt wurde, wo EIN EINZIGER Sonnenfleck den halben Stern abdeckt:

"HD 12545" oder "XX Triangulum"
http://tinyurl.com/2ugmds3

trollvottel
27.07.2010 13:45

Ich glaub dem Stiefelmanderl ging's nur um den schlechten Reim :)

Cogito Ergo Dumm
27.07.2010 09:14
Der Leichensaft

sozusagen.

PaterPäderasty
26.07.2010 15:45
das könnte, vielleicht, möglicherweise...

aber wieso "Schmutzwabern" aus schwereren Atomen nicht absinken? Kohäsion?

F S 3
27.07.2010 13:49
Die schwereren Elemente sinken je nach Elektronegativität u.Gewicht wohl ab, werden aber -im Gegensatz zur Lehrmeinung - hw.an der Oberfläche des Sterns durch Fusion erzeugt. Bei weißen Zwergen reicht die Koronarentladung bis auf die Oberfläche des…

…Sterns hinunter. Das helle Anoden-Tufting (Granulation=magnet.Bündelung der Entladungen gegen den Stern) geschieht nicht,weil er unter geringerem elektr.Stress steht (vollst.Entladung).

Der Stern ist demnach extrem heiß,weiß u.wirkt "unterbelichtet".Die "Brüche" im HR-Diagramm zeigen übedies sehr schön die elektr.Natur v.Sternen auf,da wir dort die bekannten Diskontinuitäten v.Anodencharakteristik in Gasentladung wiedererkennen.

Bei einem weißen Zwerg bildet sich eine dünne Doppelschicht z.umgebenden Plasma aus,die fast den ges.Potentialunterschied zeigt. Deswegen auch die bei ihnen beobachtete große X-Strahlung (Elektronen werden i.d.kleinen DS extrem beschleunigt) u.die hohe Temp.,aber eben geringere Luminosität (siehe Sirius A+B).

aeff
28.07.2010 14:19

Ihnen ist aber schon bewusst, dass es sich gerade bei diesem WZ um einen eher kühlen handelt, mit einer Teff von ~ 15000 K.
Und Fusion von so schweren Elementen braucht neben einem sehr hohen Druck auch noch mal viel höhere Temperaturen als im Sonneninnernen (viel mehr als 100 Mio. K!)
Ich hab zwar Ihre Erklärung nicht wirklich verstanden denke ich, aber irgendwas im Bauch sagt mir, dass da einige Hunde drinnen sind ;-)

F S 3
28.07.2010 19:30
Ja, natürlich hat das FS3 das Paper studiert. Wenn wir normaler Weise die Coulom-Barriere überwinden wollen, sind da 10^6 K notwendig. Aber da sind ja noch die schnellen Elektronen und dementsprechend heftige Magnetfelder. Als kleine Anregung dazu: …

…Auch bei Blitzentladungen auf der Erde kann Fusioniert werden, ohne daß sich die Umgebungstemperatur global erhöht. Und schließlich darf auch doch bei den Protonen noch getunnelt werden.

Das mit der kurzen Erklärung war im übrigen ganz einfach. Im Prinzip war es die weitergeführte Beschreibung, was bei der Anode in einer einer Gasentladung geschieht.

Falls sie im Bereich Astrophysik unterwegs sind, sollten sie sich ja wohl daran erinnern, wie "schockiert" die Community war, als man erkennen mußte, daß Sirius B -ein Weißer Zwerg- auf den CHANDRA-Aufnahmen der weitaus Hellere war, obwohl er im sichtbaren Licht 10.000x blasser wirkt.

Elektrisch betrachtet hat das Erscheinungsbild v.Sternen nichts mit ihrem angeblichen Alter z.tun.

aeff
27.07.2010 12:05

Das ist eine recht gute Frage!

Durch die hohe Gravitation müssten sich die Elemente recht rasch entmischen - die schweren also schnell nach unten sinken.
Vielleicht sorgt aber der nachfallende Materie Strom aus der Scheibe für kontinuierlichen Nachschub, oder man stösst beim Aufbau von WZ's auf was Neues..

Cogito Ergo Dumm
27.07.2010 09:14
Die gravitäre Differentiation braucht einfach ihre Zeit.

Sizzlin' Sally
26.07.2010 14:16

dafür braucht man also die weltraumputze...

Cuca Racha
 
26.07.2010 13:27
Das heisst,...

... auch wir werden in ein paar Jahren (na gut, *10^9) als Schmutzfleck enden.

Passt eigentlich, sind wir eh schon jetzt irgendwie.

Hotzenplotz 4 President
26.07.2010 11:27
"Einen besonders interessanten Einblick gewährt der zuletzt untersuchte Weiße Zwerg SDSS J073842.56+183509.6."

ich glaub SDSS J073842.56+183509.6. setz ich auf die liste für potenzielle namen meines ersten kindes.is wenigstens geschlechtsneutral.

GevatterTod
26.07.2010 14:13
wenn ihr Kind ein Zwerg wird

sollten sie das auf jeden Fall!

Grisu der kleine Drache
27.07.2010 13:59

Na ja, wenn´s auf die Welt kommt, ist es sicher nicht größer als ein Zwerg, und weiß ist es vermutlich auch. Der Name passt perfekt.

GevatterTod
27.07.2010 14:04
na dann verweis ich mal in musikalische:

Johnny Cash: A Boy named Sue!

Viel Spass dem Zwerg

koston
26.07.2010 12:48

A: "Und wie groß ist SDSS J073842.56+183509.6"
Hotzenplotz 4 President: "1/65 Fußballfelder"

Nick Tameer
27.07.2010 08:06

Schmutzig, vernachlässigt, irgendwie white trash - drängt sich da nicht einfach Kevin auf?

Ueberlebenskuenstler
27.07.2010 13:11

und wenns a Maderl is, Cindy oder Mandy?

101010
26.07.2010 12:07

nun sie können ihm doch einen anderen namen geben...

und den anderen 100-300 milliarden auch gleich

Dirty Sanchez
 
26.07.2010 12:10
Okay, dann fange ich an.

Hiermit benenne ich den weißen Zwerg SDSS J073842.56+183509.6. um in John-Bob.

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