Nachlese

Ölpest durch Atomexplosion stoppen

5. Juli 2010, 15:37
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    foto: apa/dan anderson

    Am Strand von Alabama treibt eine US-amerikanische Flagge aus Plastik im vom Öl verschmutzten Wasser

Experten aus Russland und USA sehen atomare Sprengung als letzte Möglichkeit für BP, die Umweltkatastrophe in den Griff zu bekommen

Moskau/Washington - Es ist weder ein Aprilscherz noch eine geheime Mission von James Bond, sondern ein ernst gemeinter Vorschlag einiger erfahrener Wissenschafter aus Russland und den USA: Eine atomare Sprengung über dem Bohrloch von BP im Golf von Mexiko. "Ich weiß nicht, worauf BP wartet. Sie verschwenden ihre Zeit", sagt der frühere langjährige russische Atomenergieminister und Physiker, Victor Michailow. "Man braucht nur rund zehn Kilotonnen atomare Sprengkraft und das Problem ist gelöst", lautet sein Rat.

Unterstützung aus den USA

Tatsächlich aber steht er nicht alleine da mit seinem Vorschlag einer Atomexplosion unter Wasser. Auch in den USA können sich Experten dafür erwärmen. Milo Nordyke, einer der führenden US-Forscher im Bereich Einsatz der Atomkraft zu friedlichen Zwecken, sieht eine atomare Sprengung als logische, letzte Möglichkeit für BP, das Problem in den Griff zu bekommen.

Auch Matthew Simmons, ein ehemaliger Energie-Berater von Ex-Präsident George W. Bush, hat sich dafür ausgesprochen. "Es ist in etwa so, als ob man auf einen Gartenschlauch tritt, um ihn abzuknicken", sagt Christopher Brownfield, Atom-Experte an der Columbia University und ehemaliger Atom-U-Boot-Offizier sowie Irakkriegsveteran. Brownfield allerdings wäre auch für den Einsatz herkömmlichen Sprengstoffes. Diese Idee fand zuletzt auch Ex-Präsident Bill Clinton gut. "So lange wir unsere Marine nicht dahin schicken, und sie das Loch zur Explosion bringen lassen, damit es mit Unmengen an Schutt, Stein und Trümmern gestopft wird, sind wir auf die technische Expertise dieser Leute von BP angewiesen", sagte Clinton unlängst bei einer Konferenz in Südafrika.

1966: Brennendes Gasfeld durch Explosion in den Griff bekommen

Über eine Sprengung der undichten Stelle, aus der bis heute rund 60.000 Barrel Öl ins Meer laufen, wird seit Wochen im Internet debattiert. Sowohl die USA als auch die damalige Sowjetunion hatten während des Kalten Krieges große Pläne für die Nutzung atomarer Sprengungen auch im zivilen Bereich. Wegen unberechenbarer Gefahren für die Umwelt wurden diese aber weitgehend auf Eis gelegt. 1966 setzten die Sowjets erstmals Atomkraft ein, um ein brennendes Gasfeld in den Griff zu bekommen. Teilnehmern zufolge blieb von dem Gas-Leck in Urtabulak in Usbekistan nach der Explosion nur noch ein leerer Krater übrig.

Insgesamt sprengten die Sowjets fünf Gasquellen atomar und waren drei bis viermal damit erfolgreich - das Ergebnis hängt davon ab, wen man dazu befragt. "Es gibt keinen Grund zu denken, in den USA würde es nicht funktionieren", sagt Nordyke, der US-Forscher. Der russische Experte Albert Wasiljew räumt zwei Misserfolge ein. Bei einem Versuch seien die nächsten Wohnhäuser nur rund 400 Meter entfernt gewesen. Daher habe man nur einen sehr kleinen Sprengsatz einsetzen können, deren Sprengkraft nicht gereicht habe, um das Gas zurückzudrängen, sagte Wasiljew über einen Versuch aus dem Jahr 1979 nahe der ukrainischen Stadt Charkow. "Sogar die Straßenlampen haben die Explosion überstanden."

Kritische Gegenstimmen

Aber auch auf russischer Seite gibt es kritische Stimmen. Ein Experte des größten russischen Ölexporteurs, Rosneft, der namentlich nicht genannt werden wollte, appelliert an die USA, solche Rufe nach einer Atomexplosion im Fall von BP zu ignorieren. "Das würde Tschernobyl nach Amerika bringen", warnt er. Der Moskauer Greenpeace-Experte Wladimir Chuprow stellt zudem die Darstellungen der Wissenschafter infrage.

Viele Lecks seien nach den Explosionen wieder aufgebrochen. "Ich würde vorschlagen, dass die internationale Gemeinschaft nicht auf die Russen hört. Die Russen sind scharf darauf, besonders kranke Sachen vorzuschlagen", sagte er. Letztlich räumte auch Ex-Minister Michailow ein, das sowjetische Atomprogramm zur Schließung von Gas-Lecks habe auch wegen später austretender Radioaktivität beendet werden müssen. "Dennoch: Ich sehe keine andere Lösung für das Bohrloch im Golf von Mexiko", sagt er.

Nordyke taxiert die Chancen für einen Erfolg im Falle von BP auf 80 bis 90 Prozent. Ihm zufolge müsste eine Sprengkraft von rund 30 Kilotonnen erreicht werden - das wäre in etwa zweimal so viel wie die Atombombe gegen Hiroshima. Zwar gab es noch nie eine Unterwasser-Detonation dieser Art. Nordyke zufolge wäre das aber kein Problem. Möglicherweise austretende Radioaktivität sei zudem eine kleinere Gefahr als herumschwimmende Öl-Fetzen, so der Experte. Die Haltung der USA ist indes klar. Das Energieministerium hat angesichts der offensichtlichen Risiken keine Pläne, Sprengungen am Bohrloch durchzuführen, so eine Sprecherin des Ministeriums. (Reuters)

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Meto
00
20.7.2010, 11:46

Mich würd mal interessieren, was mit den umliegend Plattformen passieren würde, wenn man eben den diskutierten Nuklearsprengkopf zünden würde. Bei einer 2m Welle wirds ja wohl nicht bleiben. Und die Druckwelle im Boden ist ja eventuell auch nicht zu vernachlässigen. Könnten dann alle munter weiter bohren? Falls nein, dann wird das die Entscheidung ja wohl auch beeinflussen.

Werner Lischka
00
20.7.2010, 22:08
wellen und erschütterung ....

wenn man davon ausgeht, dass die bombe im boden gezündet wird (sie wollen ja das bohrloch verschliessen und nicht surfen), dürften bei 1500 m tiefe die oberflächenwellen relativ gering ausfallen. die bohrplattformen halten den diversen stürmen i.d. gegend auch stand - und da sind die wellen höher als 2m.
die seismische erschütterung ist bei 10kt relativ gering (siehe diverse unterirdische nukleartests). auch gibts im direkten umkreis der unglücksstelle keine plattformen (die sind im seichten schelfgebiet).
ob die sache überhaupt sinn macht, müssen die geophysiker abschätzen.
am sichersten wäre, wenn die entlastungsbohrung funktioniert - aber bei bp bin ich mittlerweile skeptisch.

pyfex
11
20.7.2010, 00:51
Let's fetz

irgendwie wäre es cool wenn sich die Amis selbst mit Nuklearsprengköpfen beschießen würden ;)

rioja
01
20.7.2010, 20:33

und was soll daran cool sein?

Werner Lischka
00
19.7.2010, 22:49
die meisten kommentare scheinen ...

... hier das thema nach dem motto 'igit - radioaktivität' zu betrachten.
wenn die entlastungsbohrung (im ausgust) nichts bringt und die bohrlochauskleidung undicht ist, wird man sich brutalere methoden zur abdichtung überlegen müssen - oder soll das öl noch jahrzehnte ausströmen?
das ziel einer nuklearsprengung ist, soviel energie auf das bohrloch einzubringen, dass es auf einige 100 m implodiert und versiegelt wird - eine verglasung des bodens tritt maximal im direkten explosionsbereich auf (und ist sehr dünn). das problem ist - wo plaziert man die bombe und wie verdämmt man sie, so dass die hauptenergie nach unten gerichtet ist. bei der aktuellen erfolgslage ist das problematischer, als die paar rem, die frei werden.

Beamen bei Magnetstürmen
00
20.7.2010, 11:22

Also ich würde sie ja in der nähe des lochs plazieren, ist aber nur so ein gedanke von mir ;-)

Lichtfreak
00
19.7.2010, 09:43
Und ich dachte

Armageddon ist irgendwo im nahen Osten ...

F S 3
54
11.7.2010, 00:22
Das FS3 berichtete vor fast einem Monat von diesem Vorhaben…

…Was nicht erwähnt wird ist die Tatsache, daß die Militärs heute bereits viel weiter sind und über bessere Materialen verfügen, als die Russen damals.

Offenbar will aber die Obama-'egierung explizit NICHT, daß das Leck VOR der Implementierung des Cap&Trade-Programmes geschlossen wird.

Eine ganze Nation - und der Rest der (um)-Welt wird von ein paar gewissenlosen Megalomanen in Geiselhaft gehalten, damit jene die Wünsche ihrer wahren Chefs durchboxen können.

Siehe FS3-Sendung auf:
http://derstandard.at/plink/127... 4/17066960

Schneck4ever
00
19.7.2010, 08:15

"die Tatsache, daß die Militärs heute bereits viel weiter sind und über bessere Materialen verfügen, als die Russen damals."

Ja, die spalten jetzt Apfel- statt Urankerne...

o+
11
13.7.2010, 20:36
Jetzt mal abgesehen davon dass "das" FS3 ein inzwischen standardbekannter Troll in allen Gassen ist,

und wenn ich nicht einen ebenso bekannten und liebenswerten Mitposter möglicherweise beleidigen würde, dann tät' ich dem FS3 hier gerne den Titel "Trollvottel" zukommen lassen.

Zuerst mal die Verschwörung, dann das Hirn. Wenn überhaupt. Egal worum es geht, alles ist nur Hinterlist, und dass diesem Typen auffällt dass er in seiner Argumentation ein Nuk'em allen anderen ebenso wahr- und unwahrscheinlich wirksamen Varianten vorzieht, also einer extrem dauerhaften Zusatzschädigung das Wort redet, nur um an seinem krankhaften Verschwörungswahn festzuhalten... Trollvottel eben.

My apologies an den oben genannten Mitposter...

roland rathwallner
 
00
10.7.2010, 12:26

zuerst fließen abertausende tonnen öl ins mehr, dann werden sehr umstrittenen (ich glaub in europa verbotene) chemikalien hineingekippt und jetzt will man dass ganze auch noch radioaktiv verstrahlen...
da wünsch ich mal alles gute!

()
10
das hätte ich nach einer woche schon vorgeschlagen.

worauf warten sie? Bis das ganze Öl im Golf ist?

DoubleFace
00
Unter einer Bedingung: Man befördert alle BP/ARAL/SHELL/undsoweiterundsoweiterundsoweiter... Verantwortlichen zum zukünftigen Ground Zero und pulverisiert diese Verbrecher gleich mit.

Im Ernst: Sind die KOMPLETT WAHNSINNIG geworden??

Mathias
 
11
Experten aus Russland und USA sehen atomare Sprengung als letzte Möglichkeit für BP, die Umweltkatastrophe in den Griff zu bekommen

Ich würde folgendes vorschlagen: Vor der Operation im Golf von Mexiko sollten Testbomben gezündet werden - nur aus Sicherheitsgründen - damit auch wirklich nichts schief läuft. Als Testgebiete schlage ich Washington D.C. und Moskau vor ...

frenemy
22
warum stopf ma nicht

unsere övpler und fpöler und bzöler statt der bombe rein?
die dreck- und schlammlawine hat noch nie versagt.

081547112
02
warum so einseitig

wenn schon gehören alle rein, keiner ist nur um einen deut besser als der andere

KTHXBYE
22

Sollten sich nicht eher die Grünen für die Umwelt aufopfern?

Amy Beluci
00
Was für eine Idee

Ich warte nur bis Russland auf die Idee kommt einfach überall auf der Welt Öl in die Meere zu leiten damit das Leck im Golf von Mexiko gar nicht mehr auffällt!!

Stahl_____666
81
.

Auf zur Umfrage: Rot = Bombe; Grün = rinnen lassen.

Peter Alpenrausch
01
von wem war das nochmal?

unsere schlimmsten phantasien sind nur zitate der realität!

grad war noch eine depperte empfehlung der durchgekanllten "titanic" redaktion an amerika zu lesen, man möge doch einfach eine atombombe benutzen und dann das.

bravo!

Athene Pallas
01
Gute Idee.

Ein Loch im Socken entfernen, indem man es einfach wegschneidet. Irre.

ulenspygel
01

Besser: den Fuss amputiert.

Aber wer ein ordentlicher ökonomischer Krake ist, steckt das auch locker weg.

kein nick will mir mehr einfallen
01
könnte ja grundsätzlich klappen, aber

die druckwelle einer nuklearen explosion sollte sich in wasser sehr gut ausbreiten (letztliche eine art mini-tsunami), und in unmittelbarer umgebung gibts verdammt viele andere ölplattformen. wie wären die auswirkungen auf die?

Jene Grüne Straßenkatze
00
...

Eine interessante Frage, aber bisher scheint so ein Problem nicht aufgetreten zu sein - zumindest in flacherem Wasser sind Energie und Verdrängung offenbar nicht groß genug, um sich weit fortzupflanzen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Oper... Crossroads
http://en.wikipedia.org/wiki/Oper... ar_test%29
http://en.wikipedia.org/wiki/Oper... ion_Wigwam

Natürlich ist tiefer unten das Wasser dichter.

joseba beloki
01

ein erdbeben ist von der energie her bei weitem größer, siehe da http://survival.4u.org/katastrop... taerke.htm
PS: wasser ist in größerer dichte garantiert nicht "dichter", weil es nicht komprimierbar ist. nur der druck ist höher.

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