Beikost

Stillkinder neigen eher zu Eisenmangel

5. Juli 2010, 15:59
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    foto: apa/waltraud grubitzsch

    International ist umstritten, wann Eltern mit dem Zufüttern beginnen sollten.

Laut einer neuen Studie soll nach dem vierten Monat, allerspätestens nach einem halben Jahr, zugefüttert werden

Mütter, die ihre Kinder voll stillen, sollten nach vier bis spätestens sechs Monaten damit beginnen, eisenreiche Breinahrung zuzufüttern. Ansonsten droht ein möglicherweise gefährlicher Eisenmangel. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), das der Universität Bonn angegliedert ist. Die Wissenschafter betonen, dass Muttermilch in den ersten Lebensmonaten die ideale Säuglingsnahrung sei. Sie müsse aber zur rechten Zeit mit eisenreicher Beikost ergänzt werden. Die Studie erscheint in der Fachzeitschrift Clinical Nutrition.

Die FKE-Forscher hatten den Eisenstatus von insgesamt 76 Kindern bestimmt, und zwar vier, sieben und zehn Monate nach der Geburt. Zwei Drittel der Säuglinge waren - wie aktuell empfohlen - bis zum vierten Monat voll gestillt worden. Der Rest hatte bereits ab dem dritten Monat ausschließlich Fertigmilch aus Milchpulver erhalten.

Einsenreserven in der Leber

Fertige Säuglingsmilch ist mit Eisen angereichert: Sie enthält mehr als die zehnfache Menge dieses Spurenelements als ihr natürliches Vorbild. Muttermilch dagegen ist von Natur aus eisenarm. Neugeborene verfügen über Eisenreserven in der Leber, aus denen sie ihren Bedarf in den ersten Monaten decken können. Die Studiendaten bestätigen, dass diese Reserven in aller Regel tatsächlich bis zum Ende des vierten Lebensmonats ausreichen: Nur drei Kinder aus der Stillgruppe hatten zu diesem Zeitpunkt einen leichten Eisenmangel. In der Flaschenmilch-Gruppe war ein Säugling betroffen.

Stillkinder: Eisendefizit ab 6. Monat

In beiden Gruppen begannen die Eltern nach dem vierten Monat damit, fleischhaltige Breinahrung zuzufüttern, die eine gute Eisenquelle  ist. "Die Nahrungsumstellung erfolgt allerdings immer sukzessive", erläutert Studienleiterin Mathilde Kersting. "So erhielten die meisten Kinder in der Stillgruppe wie empfohlen noch im 2. Lebenshalbjahr zumindest einmal täglich die Brust. Daher nahmen sie zu diesem Zeitpunkt immer noch weniger Eisen auf als ihre Altersgenossen, die Flaschenmilch erhielten." Diese Ernährungsunterschiede schlugen sich auch im Blutbild nieder: Im Alter von sieben Monaten hatten zehn Stillkinder ein mehr oder weniger ausgeprägtes Eisendefizit, in der Flaschenmilch-Gruppe dagegen keines.

Eisen ist ein zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Dieser ist für den Sauerstofftransport aus der Lunge zu den Organen zuständig. Bei zwei Stillkindern war die Hämoglobin-Menge deutlich reduziert. Mediziner sprechen von einer Eisenmangel-Anämie. Die Blutwerte zeigten zudem, dass bei ihnen die Eisenspeicher fast leer waren. Nach zehn Monaten waren die Zahlen ähnlich: Bei jedem fünften Stillkind waren die Eisenspeicher erschöpft. In der Vergleichsgruppe gab es dagegen keine Probleme.

Muttermilch bleibt Nahrungsquelle der Wahl

"Vor allem für die Entwicklung des Gehirns ist eine ausreichende Sauerstoffversorgung wichtig", sagt Mathilde Kersting. "Deshalb sollten Eltern auf eine gute Eisenzufuhr achten." Das ändere nichts daran, dass Muttermilch in den ersten Lebensmonaten die beste und gesundeste Nahrungsquelle sei. „International ist jedoch umstritten, wann Eltern mit dem Zufüttern beginnen sollten. Wir raten, nach dem vierten Monat oder allerspätestens nach einem halben Jahr damit zu beginnen und die Zahl der Stillmahlzeiten sukzessive zugunsten von Beikost zu reduzieren." Dabei sollten Eltern auch darauf achten, zu möglichst fleischreichen Gläschen zu greifen, da davon die Eisenversorgung profitiere. (red)

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Posting 1 bis 25 von 56
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llewellyn
00
30.7.2010, 23:30
Ich sage es doch:

Premilch > Schweiß

DagmarRehak
 
00
25.7.2010, 00:53
Man sollte echt nicht alles glauben, was in der Zeitung steht:

http://www.welt.de/die-welt/... schen.html

Da gibt es ein renommiertes Institut, das gegen Geld Unwahrheiten verbreitet, und ein Mitglied in der Nationalen Stillkommission (!!!), das ebenfalls gegen Geld das vorzeitige Abstillen propagiert.
Da wird gelogen, dass sich die Tastaturen biegen...

vanille
01

geh leck...
kann man da nur sagen

Kathi1609
 
01
Werte Redaktion, könnt ihr lesen?


In dieser Studie wurden Eisenwerte erhoben. Ein niedriger Eisenwert muss noch lang kein Eisenmangel sein. Man weiß schon lange, dass auch viele Schwangere niedrige Eisenwerte haben, und wer dann nicht der Zufütter-Nahrungsergänzungs-Industrie auf den Leim geht, durchschaut, dass das wohl beabsichtigt ist, dass der Mensch manchmal weniger Eisen im Körper hat.

Um den relevanten Wert dieser Studie nochmal festzuhalten: Man lese das Kleingedruckte: Studie gesponsert von Hipp und Nestle!

biggi729
10
12.7.2010, 21:34

hallo kathi, hast dus zufällig gerade gesehen? am 2er war ein bericht in "thema: hausgeburt vs. high-tech-kaiserschnitt". war interessant!

Kathi1609
 
10
12.7.2010, 21:56
Hallo Biggi! Danke für den Hinweis, ist ja nett von dir. ;-)

Ich hab den Bericht gesehen, ja.

Ich hab schon durch das Hausgeburtsforum davon gewusst, dort hat die Hausgeburtsmutter schon in der Schwangerschaft gepostet und wir haben ihr die Daumen gedrückt, dass sie ihr Wutzelbaby (hat immerhin 5,2kg!) daheim bekommen wird!
Was ja dann auch glücklich erfolgt ist.
:-)))

biggi729
10
12.7.2010, 22:16

5,2 kg??? na habe die ehre! na herzlichen glückwunsch und alles gute für mutter und baby ;o))

Kathi1609
 
10
13.7.2010, 08:17
ich werd es ihr ausrichten!

sie freut sich sehr - über das baby und auch über den schönen bericht ..

biggi729
10
13.7.2010, 14:44

das glaub ich gern, die kleine ist ja auch absolut entzückend ;o))) aber 5,2 kg rausquetschen ... alle achtung!
hab leider den anfang des berichtes verpaßt, hab zufällig reingezappt. aber mir hat er auch gut gefallen. nur der husslein, na das is ja ein unsympathler ... :o(

Kathi1609
 
10
13.7.2010, 14:51
vor allem ist es eine tolle leistung, wenn einem nach der ersten geburt,

bei der das kind ein kilo und drei cm kopfumfang weniger hatte, ein kaiserschnitt verpasst und nachher gesagt wird, es hätte da unten eh nicht durchgepasst ...

ja, der herr doktor husslein ... wie hat ein arzt hier im forum mal gesagt: "der nach oben geschwommene nichtschwimmer" ... ;-))
und wie stolz er nicht auf seinen "gemütlichen" kreißsaal war ....

biggi729
10
13.7.2010, 20:33

das ist wirklich mutig.

stimmt, jetzt wo dus sagst, kann ich mich wieder an die bemerkung erinnern ;o)

guggi102
00

Wo hast Du das mit Hipp und Nestle gefunden? Ich hab nämlich gesucht und nichts derartiges entdeckt.

Kathi1609
 
00
Du musst auf Clinical Nutrition angemeldet sein.

Das hab ich vor ein paar Monaten gemacht, als die ebenfalls gesponserte "Studie" zur neuen Empfehlung, nur vier Monate voll zu stillen, rauskam.

Dann kannst du in den vollen Text rein und dort sind sie dann.

Beranek
03
Keine relevante Studie!

Wenn ich mir den Abstract ansehe: OK, nach 7 Monaten haben die einige Stillkinder tatsächlich weniger Eisen als die Norm vorgibt. Nach 7 Monaten haben 2 Blutarmut. Statistisch signifikant ist das nicht. Dazu müsste die Studie viel größer sein. Soll man deshalb allen(!) Kindern angereicherte Kuhmilch geben?

Die Normwerte für Eisen sind sehr umstritten. Veganer müssten demnach unheimlich siech sein. Das Gegenteil ist der Fall!

An die Redaktion: Bitte kritisch lesen!

Aruliho
00
Popeye Verschwörung

diese Studie ist wahrscheinlich ein Versuch der Spinatlobby, selbigen für die Zielgruppe wieder schmackhaft zu machen... ;D

guggi102
00

Ja, wenn mir die Herren und Damen Studiendesigner noch verraten, wie ich den Eisenbrei in mein Kind hineinbekomme, wenn es keine Beikost will?
Weder mit vier noch mit 6 Monaten. Mit 8 Monaten vielleicht drei Löfferl.
Mit 18 Monaten verputzte sie dann ein Kinderschnitzel - also das wird der passende Zeitpunkt fürs Eisen gewesen sein.
Ihr Gehirn dürfte normal entwickelt sein, 2.Klasse Volksschule, lauter Einser.

Soph
00
Echt?

Es gibt noch Schulen, die in der 2. Klasse VS durch Noten beurteilen?

guggi102
00

Ja, mir wärs eh lieber gewesen noch ein Jahr verbale Beurteilung - aber die Lehrerin hat es so empfohlen. Meiner Tochter ist das ziemlich egal.

Soph
00
Nunja, LehrerInnen sind ja häufig...

... nicht glücklich mit dem Mehraufwand, der duch nicht-Noten-Beurteilung notwendig ist.

Aber wir sind hier in /Gesundheit, entschuldige für offtopic.

silver.fish
04

Hab noch nie von einem Eisenmangel - Stillkind gehört... Verdacht: Studie so gebogen, dass Hypothese bewiesen wurde, warum auch immer...

Beranek
00
Die Studie ist zu klein, um etwas zu beweisen

Siehe mein Posting weiter oben.

Dagmar Rehak
 
00

Wenn sie krank sind oder gerade eine Wachstumsphase hinter sich gebracht haben, kann das schon vorkommen. Das ist aber bei Flaschenkindern genauso.

A Voice
01
Lücke

Stillkinder sind doch normalerweise in Studien besser dran - Wie paßt das mit dem beobachteten Eisenmangel zusammen? Bei uns werden Kinder ja iA deutlich kürzer gestillt und früher zugefüttert. Trotzdem rennt der Rest der Welt nicht anämisch herum ...Wie schlimm ist dieser beobachtete Mangel also wirklich?

Dagmar Rehak
 
00

Passt eh nicht zusammen. Hier wurde auch gar kein Mangel festgestellt, nur der Eisenstatus überprüft. Man geht offenbar davon aus, dass im Blut eines Babys Eisen herumschwimmen muss. Stimmt aber nicht. Zu viel ist sogar ungesund. Es kommt auch nicht aufs Eisen an, sondern auf die Farbe, und zwar von Kind und Zellen. Über den Zustand der Erythrozyten verliert der Artikel kein Wort, also wird das wohl völlig im gesunden Bereich gewesen sein.

farbrauschen
04

hab mal eine abhandlung über schwangerschaft und eisen gelesen, die sehr einleuchtend war:
bei annähernd
allen
schwangeren wird eisenmangel diagnostiziert.
das deutet aber darauf hin, dass dieser eisenmangel nicht pathologisch, sondern physiologisch, und den umständen entsprechend ist, also eine gewisse funktion hat, die bildlich etwa folgendermaßen erklärt wurde:
erreger reisen mit vorliebe auf den
eisenbestandteilen des blutes im körper herum - gibt es weniger eisen, gibt es weniger fortbewegungsvehikel für erreger, die schwangeren sind ein bissserl müder, aber gesünder.

und genau das wäre ja auch bei den stillkindern sinnvoll:
sie bleiben gesund und sind ruhiger, schlafen mehr, wodurch die mutter schneller wieder zu kräften kommen kann

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