Wiederbetätigungsprozess in Wiener Neustadt - vertagt

05. Juli 2010 14:24

Neuer Termin am 13. Oktober, Gericht lehnte Antrag auf Entlassung aus der U-Haft ab

Wegen Wiederbetätigung mussten sich am Montag zwei Angeklagte am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Der Erstbeschuldigte war bis zu seiner Verhaftung Anfang November 2009 "Bundesjugendführer" der NVP ("Nationale Volkspartei"). Er zeigte sich teilweise geständig. Das Verfahren wurde zwecks weiterer Zeugen und eines Gutachtens auf den 13. Oktober vertagt. Der 21-Jährige bleibt in U-Haft - einen Antrag auf Haftentlassung lehnte das Gericht ab.

Dem Ex-Funktionär werden NS-Wiederbetätigung (nach Paragraf 3g des NS-Verbotsgesetzes), Sachbeschädigung - er soll Plakate überklebt und auf ein Auto eingeschlagen haben - und wegen des Besitzes eines Schlagrings ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Der Strafrahmen beträgt bis zu zehn Jahre Haft.

Erstangeklagter bereits wegen Wiederbetätigung vorbestraft

Verfahren nach dem Verbotsgesetz seien selten und daher außergewöhnlich, nicht jedoch für den Erstangeklagten, verwies Staatsanwalt Wolfgang Handler auf ein bereits vorangegangenes Verfahren. Der Niederösterreicher habe u.a. 2008 in einem "vollen" Lokal - zwar alkoholisiert - sein Glas auf den "Führer" erhoben, mehrmals "Sieg Heil" gerufen und die Hand zum Hitler-Gruß ausgestreckt, bis der Türsteher dem Treiben ein Ende setzte.

Bei einem Zeltfest habe sich der 21-Jährige insofern öffentlich wiederbetätigt, als er aus dem geöffneten Autofenster in hoher Lautstärke abgespielte NS-Lieder schallen ließ. Seine nationalsozialistische Gesinnung habe er zur Schau gestellt, indem er an seinem Wohnungsfenster in Wiener Neustadt NS-Devotionalien (Hakenkreuzfahne und Hitler-Büste) zur Schau stellte. Der Zweitangeklagte (38), der sich nicht schuldig bekannte, habe ein Hakenkreuz an eine Bahnunterführung in Wiener Neustadt gesprayt und den Erstangeklagten bei NVP-Treffen "propagandistisch für Passanten wahrnehmbar" mit dem Hitler-Gruß begrüßt.

Verteidiger spricht von "menschlicher Tragödie"

Verteidiger Hans Peter Kandler sprach von einer menschlichen Tragödie. Sein - aus einem zerrütteten Elternhaus stammender - Mandant habe den falschen Halt gesucht. Nach dem ersten Verfahren habe ihn ein hervorragender Bewährungshelfer "wieder zurückgebracht", er sei "geläutert" gewesen - aber "zu schwach", nachdem ihn immer wieder NVP-Mitglieder kontaktiert hätten. An den Vorfall im Lokal könne er sich aufgrund seines betrunkenen Zustandes nicht erinnern.

Nachdem er mit dem Verbotsgesetz in Konflikt geraten war, habe er versucht ein neues Leben anzufangen, beteuerte der Angeklagte. Er sei aber ständig von Bekannten aus der rechten Szene kontaktiert worden - aus Sicht von Richter Hubert Zak angesichts der Funktion des Beschuldigten innerhalb der NVP nicht verwunderlich. Seit November 2009 befindet sich der 21-Jährige, der in der Folge aus der NVP austrat, in Untersuchungshaft. (APA)

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Blauer Dunst!
15.07.2010 18:23
Die gehören alle eingesperrt!

Unruhe im Land stiften und Menschenhass, auch wenn bald jeder drauf kommt dass es Münchhausen-Geschichten sind, bleibt doch was hängen und auf dass zählt Kickl der Sprücherlschreiber vom Strache!
Immer mehr Kärnten übernehmen mit ihren debilen Verstand parlamentarische Funktionen und dass intensiv seit 2000, also mindestens 10 Jahre!
Große Zeitungen unterstützen diesen braucnen Dreck noch und manche Jugendliche auch -selbst Schuld wenn es dann auch zu Übergriffen auf unsere Sicherheit durch NEO-NAzis und andere kommt!
Gebt doch endlich der SPÖ wieder die Absolute und Häupl muss sowieso LH bleiben, alles andere ist der RUIN für Wien!
Die ÖVP (Kopf) ist da nicht zu bewegen, dass hier eine Einigkeit zu Stande kommt - Wahltag ist Zahltag!

wildkater
08.07.2010 11:23

OK, dem 21-jährigen kann man ja noch eine gewisse Unreife attestieren (in dem Alter hat HC immerhin schon Paintball geübt).

Aber wer mit 38 noch Hakenkreuze an Wände sprüht (und sich auch noch dabei erwischen lässt), der sollte sogar für die Ewiggestrigen noch zu blöd sein.

erlich
07.07.2010 22:51
... millionen tote klagen an ...

... jeder versuch einer RELATIVIERUNG hinkt gewaltig!

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
06.07.2010 12:49
(Wieder)betätigt

Es ist in höchstem Masse bedenklich, dass labile Typen aus zerrütteten Verhältnissen immer wieder Halt im Rechtsextremismus finden. Diverse Einrichtungen, die oft mit viel Steuergeld subventioniert werden, haben dagegen offensichtlich wenig Chancen. Man sollte einmal hinterfragen, was hier falsch gemacht wird.

dasBeobachter.blogspot.com
07.07.2010 07:44

die frage ist: wird was falsch gemacht, oder haben die entscheider nur ein anderes ziel?

wenn es darum geht, wählerschaften zur machtsicherung zu aquirieren, machen diese herren ja nichts falsch, oder? - zumindest oberflächlich und auf ihre wirkungsperiode betrachtet.

hawkeyelinz
06.07.2010 10:08

wenn einer die falsche hand hebt, wird er eingesperrt. wenn ein priester ein kind vergewaltigt wird er versetzt. - wo bleibt die gerechtigkeit?????????????????

wildkater
08.07.2010 11:26

Ist das Ihr ernst?
Für das, was die Kirche vertuscht hat kann doch der Staat nichts dafür. Nachgewiesene Vergewaltigung wird genauso strafrechtlich verfolgt wie faschistische Agitation.

dasBeobachter.blogspot.com
06.07.2010 11:17
und was sollten wir deiner meinung nach machen?

*) jene, die mittels hetzte und gewalt leid schaffen freilassen,
*) oder den anderen einsperren?

wenn du nicht verzweifelt versucht hast, die taten der beiden zu verharmlosen, bist du im falschen forum:
http://derstandard.at/127733746... te-Anzeige

Kelborn
06.07.2010 08:42

Verteidiger spricht von "menschlicher Tragödie"?

Ich nenne das gesellschaftliche Tragödie!

dasBeobachter.blogspot.com
06.07.2010 07:51
natürlich kommen diese leute aus zerrütteten familien,

meist sogar mit alkoholikern als eltern(teile).
natürlich haben diese leute massive psychische probleme.

Aber vor allem, wenn jemand bereits von diesen Schäden weiß, kann er sich nicht darauf ausreden, "schwach" geworden zu sein.

Man kann gegen eine Sucht kämpfen, oder die Sucht als Ausrede verwenden. Hilfe existiert zur genüge - man muss sie nur in Anspruch nehmen.

gerade bei gewaltbereitschaft, pädophilen neigungen oder fanatismus dieser art (nazis, islamisten, linksextremisten, hooligans usw.)
hat der geschädigte pflichten gegenüber seiner umgebung.

wenn ein täter sich weigert, die gesellschaft vor ihm zu schützen, indem er sich helfen lässt,
gehört die gesellschaft vor ihm geschützt.

Donald Kerabatsos
05.07.2010 21:06
seit November 2009 in Uhaft? - Warum, wegen Wiederbetätigungsgefahr..??

Lächerlich.

Kelborn
06.07.2010 08:43

Verdunklungsgefahr? Fluchtgefahr? Tatbegehungsgefahr? ...

verleih nix
06.07.2010 09:58

steht ja im artikel. eine einschlägige verurteilung im jahr zuvor. was erwarten sie denn noch? einen putschversuch?

dasBeobachter.blogspot.com
06.07.2010 11:19

ein putschversuch ist abhängig von einfluss, macht und wille.
glücklicherweise haperts bei diesen leuten an ersteren beiden dingen. - aber sie arbeiten dran. ;)

Oriesimus
05.07.2010 20:45
Endlich

eine sinnvolle Aufgabe für StA Handler!

samm
05.07.2010 20:09
sommerhit für die nvp sommerparty :-)

http://www.youtube.com/watch?v=B... re=related

Der Mann im Fass
 
06.07.2010 11:34
Der Mann im Fass
 
06.07.2010 11:44
Seria
05.07.2010 19:26

da sollte man sich doch auch mal die BZÖ FPK Fpö Aktiven etwas genauer unter die Lupe nehmen

dasBeobachter.blogspot.com
06.07.2010 11:20

dazu müsste man im osten ein paar staatsanwälte austauschen. ;)

Michail Bakunin
 
05.07.2010 20:19

Ist ja nicht so, dass die Querverbindungen nicht bekannt wären: https://rfjwatch.wordpress.com/

Domenico Blaschek
05.07.2010 16:57
Elende rote Falken.

pater hirni
06.07.2010 00:10
schrieb derfalke,

und kniete vor dem wc strache nieder.

Fritz Meyer
05.07.2010 19:04
Danke für das klare Bekenntnis, "Domenico Blaschek"!


Nicht dass es zwischenzeitlich nicht schon jeder gemerkt hätte.

Michail Bakunin
 
05.07.2010 15:59

Bei aller Abneigung zur NVP - die langen U-Haftzeiten sind eine Freichheit. Als ob er mit Führer Robert nicht schon genug gestraft ist ;-).

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