Österreichische Archäologen auf dem Weg nach Stonehenge

5. Juli 2010, 13:32
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"The Stonehenge Hidden Landscapes Project" nutzt High-Tech zur Rekonstruktion der Anlage in ihrem einstigen Kontext

Wien - Ein internationales Team von Wissenschaftern macht sich daran, das jungsteinzeitliche Monument Stonehenge einer näheren Analyse zu unterziehen. Mit dabei sind Experten um Wolfgang Neubauer, Direktor des neuen Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien. "Wir wollen mit modernsten Methoden die ganze Landschaft um die Steinkreise erfassen und dadurch auch mehr über das Monument selbst erfahren", so Neubauer.

Bekannt ist, dass die Anlage in mehreren Phasen errichtet wurde: Die ersten Megalithen wurden spätestens ab 2000 vor unserer Zeitrechnung aufgestellt, rund 500 Jahre früher gab es bereits kreisförmige Gräben und Wälle. Die Siedlungen um das Monument sind teils bis zu 1.000 Jahre älter. Etwa mit Boden-Radar, Laserscanner, feinsten Magnetmessungen, teilweise auch mit Flugzeugen sollen nun im Rahmen des Projekts "The Stonehenge Hidden Landscapes Project" die bronzezeitlichen Grabhügel, Zugangswege und sonstige Artefakte sichtbar und zu einem umfassenden, dreidimensionalen Modell erstellt werden.

Kontextfindung

"Das erste Ergebnis dieser Forschungen wird eine durchgehende digitale Karte des unsichtbaren und im Boden verborgenen Stonehenge werden, die das berühmte Monument mit den durch modernste Messtechnologie wieder sichtbar gemachten archäologischen Strukturen im Untergrund verbinden wird", so Neubauer. Letztendlich wollen die Forscher verstehen, wie die Menschen gelebt und gewohnt haben. Dann sollte auch klarer werden, welchem Zweck die Steinkreise wirklich gedient haben. Bisher gibt es diesbezüglich nur Theorien, so könnte es eine Kultstätte ebenso gewesen sein wie ein astronomisches Observatorium.

"The Hidden Landscapes Project" ist ein internationales Kooperationsprojekt und wird von National Trust und English Heritage unterstützt. Das LBI kooperiert mit Partnern aus Österreich, Deutschland, Norwegen und Schweden. (APA/red)

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