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Die Arbeiten an der Burg sind in vollem Gang.

Mit traditionellen Materialien und traditioneller Technik wird die Burg errichtet.

Das Projekt ist für Touristen und Historiker interessant.
Paris/Wien - Tief in den Wäldern der nordöstlichen Burgund findet derzeit eines der ungewöhnlichsten Architektur-Experimente statt. Es wird eine Burg - das Chateau Guédelon - mit genau jenen technischen Mitteln und Materialien erbaut, die im 13. Jahrhundert verwendet wurden. Zwölf Jahre nach dem Spatenstich stehen vom imposanten Bauwerk bereits Wehrmauern, Zugbrücke, Keller und das Haupthaus. Einer der Wehrtürme ist bereits 15 Meter hoch. Die Fertigstellung ist für 2023/2024 geplant.
"Die Arbeit an der Burg dauert auch deswegen so lange, weil sämtliche Baumaterialien auch in traditioneller Art und Weise gefertigt werden. Steinmetze und Tischer, die im traditionellen Gewand arbeiten, verwenden alte Werkzeuge zum Bearbeiten", erklärt Hein Koenen, Reiseführer von Guédelon. Schmiede fertigen die Nägel. Seile, Körbe und Dachziegel werden direkt auf der Baustelle hergestellt. "Da es im 13. Jahrhundert keinen Zement gab, wird nun auch der Mörtel händisch aus gelöschtem Kalk und Sand gemischt."
Beliebtes Ausflugsziel
Das Projekt ist für die Region zu einem lukrativen Tourismusgeschäft geworden. "2009 haben 315.000 zahlende Besucher die mittelalterliche Baustelle von Guédelon besichtigt", so Koenen. Finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand hat es nur in den ersten Jahren gegeben. Seit 2000 finanziert sich der Bau über die Eintrittsgelder selbst
"Wir haben jährlich 80.000 Schüler, die die Burg besuchen", so Koenen. "Guédelon ist in der Zwischenzeit auch in der akademischen Welt ein hoch anerkanntes Projekt, denn ein Ausschuss aus Wissenschaftlern und Historikern begleitet und analysiert alle Bauphasen und stellt dadurch die Authentizität der Baustelle sicher." Führungen werden in Französisch, Englisch, Deutsch und Holländisch angeboten.
Verrückte Idee wird erfolgreiches Projekt
Michel Guyot, der nahe von Guédelon einen Landsitz besitzt, hat mit der Geschäftsfrau Mryline Martin 1996 die Idee zum Bau entwickelt. Ein wesentlicher Teil der Überlegungen war es, der lokalen Bevölkerung Arbeit zu geben. "Der Standort der neuen alten Burg ist ein alter Steinbruch, der 90 Prozent der verwendeten Steine liefert. Zudem sind in der näheren Umgebung auch Eichenholz, Lehm und Wasser zum Bauen vorrätig", erklärt Koenen.
"Das Design der Burg basiert auf den Stil vom französischen König Philippe-Auguste im frühen 13. Jahrhundert", so Koenen. Auch zur damaligen Zeit habe die Bauzeit einer Burg etwa 25 Jahre in Anspruch genommen. Gebaut werden kann nur in der wärmeren Jahreszeit - vom 2. November bis 15. März ist Ruhepause.
"Neben dem berühmten Hospiz von Beaune, einem ehemaligen Krankenhaus aus dem 15. Jahrhundert, ist Guédelon inzwischen der zweitgrößte Besuchermagnet in Burgund", erklärt Christel Sarry vom Französischen Fremdenverkehrsamt in Wien. (pte)
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Allerdings wäre es nur dann historisch, wenn die örtliche Bevölkerung die Arbeiten unbezahlt als Frondienste leisten müsste und mitgebrachte Leibeigene aus Feldzügen zur Arbeit verpflichtet werden würden (wobei, das erledigen irgendiwe die zahlenden Pilger aus Flandern, Westfalen, Tyrol...).
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