Österreich

Europa-Schlusslicht bei Sonnenstrom

4. Juli 2010, 18:29

Beim Ausbau der Fotovoltaik ist Österreich ein Nachzügler im Europavergleich

Beim Ausbau der Fotovoltaik ist Österreich ein Nachzügler im Europavergleich. Allein in Tschechien wurden 2009 zwanzigmal mehr neue Anlagen installiert. Ursache ist auch dort ein attraktives Einspeisegesetz.

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Wien - Vor einem Jahr ging der österreichische Klima- und Energiefonds angesichts der Antragsflut regelrecht unter - der Server der Förderstelle ging im Ansturm der Fotovoltaik-Förderwilligen geradezu in die Knie. Heuer wurde das Fördervolumen des Bundes für Kleinanlagen auf 35 Millionen Euro aufgestockt - womit in Summe rund 5500 Sonnenstrom-Anlagen gefördert werden könnten, wie das Umweltministerium zum Aktionsstart mitgeteilt hatte.

Gleichzeitig beginnt das Anträgesammeln heuer auch nach Bundesländern gestaffelt - und anstelle der Antragsflut findet diesmal teilweise eher ein Tröpfeln statt. In Wien etwa konnten zum Ende der Vorwoche erst 27 Anträge angenommen werden - Spitzenreiter ist derzeit Salzburg mit 377 fertigen Einreichungen. Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Tirol stehen noch aus.

Für den oberösterreichischen Energie-Landesrat Rudi An-schober (Grüne) liegt der Fehler im System: "Laut unseren Schätzungen gäbe es in Oberösterreich rund 10.000 Interessenten. Aber wenn alle zwei Jahre die Förderbedingungen geändert werden, kann sich kein Markt entwickeln."

Vorbild ist für Anschober neben Deutschland und Italien auch Tschechien - ausgerechnet jenes Land, das wegen der Ausbaupläne von Temelín unter oberösterreichischen Dauerbeschuss steht. "Man muss die Energiepolitik Tschechiens differenzierter sehen. Denn Tschechien ist gleichzeitig massives Ausbauland bei Fotovoltaik und Windenergie."

Die Vergleichszahlen sind eindeutig: Allein im Vorjahr wurden in Deutschland Fotovoltaik-Anlagen mit einer maximalen Leistung von insgesamt 3000 Megawatt neu installiert. In Italien waren es 700 MW und inTschechien immerhin noch 411 MW. "Österreich ist in diesem Vergleich das absolute Schlusslicht in Europa - mit einer neu installierten Leistung von mageren 19,9 Megawatt" , betont Anschober.

Der entscheidende Unterschied seien die attraktiven Einspeisetarife in den Nachbarländern nach Vorbild des deutschen Einspeisegesetzes (EEG). Am höchsten ist der Einspeisetarif für Sonnenstrom inTschechien mit 44 Cent pro Kilowattstunde - und zwar ohne Deckelung. In Österreich gibt es erhöhte Einspeisetarife nur für Anlagen mit mehr als fünf Kilowatt Maximalleistung - und das gedeckelt mit 500.000 Euro pro Jahr für Neuanlagen. "Die Folge: Die Budgets für 2010 und 2011 sind bereits vergeben, und das Budget für 2012 ist bald ausgeschöpft" , bilanziert Anschober.

Dazu kommt noch die für "Häuselbauer" interessante Investitionsförderung des Klima- und Energiefonds für Fotovoltaikanlagen bis 5 kW - ebenfalls gedeckelt, mit 35 Millionen Euro.

In Österreich sind in der Folge Anlagen um zehn bis 15 Prozent teurer als etwa inDeutschland - da die Installationsbetriebe keine großen Mengen bestellen können. Tschechien hingegen musste aufgrund der massiven Nachfrage die Notbremse ziehen: Ende Jänner lagen bereits Zusagen und Genehmigungen für den Bau von Solar- und Windkraftanlagen mit einer Leistungsstärke von über 1000 MW (davon 5200 MW Fotovoltaik) vor. Daher wurde die Förderung ausgesetzt, weil die Netzaufsichtsbehörde vor einem Zusammenbruch der Stromnetze warnte. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2010)

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thomas reis
01
14.000 MW Photovoltaik global

Also der Markt ist global 1000 Mal größer als in Österreich, laut aktueller SMA Pressemeldung. Die Produzenten für PV kommen mit Ihren Aufträgen nicht mehr nach. Die Nachfrage kann nicht mehr befriedigt werden. Aber in Österreich wird noch immer die Photovoltaik weder bei Forschung noch Unternehmsentwicklung nennenswert finanziert. Es ist der Markt in etwa 5 Jahren bei einem Preis unter 15Cent/kWh etwa 2500 mal größer als er derzeit ist. Infos zu den Studien und aktuellen Analysen etc auf meinem Blog. Hier eine amerikanische Studie welche die einzelnen Stromgestehungskosten der unterschiedlichen Technologien bewertet: http://tinyurl.com/37pzzto

Birger Jarl II
23

Im Interesse der Steuerzahler hoffe ich, das bleibt so.

chg4711
22
Möchte mit meinem Strompreis keine Alibi Subventionen finanzieren !

Photovoltaik für Häuslbauer ist Unsinn. Auch in grossem Massstab ist die Energie- und Kostenbilanz von Siliziumtechnik umstritten.
Sonnenkollektoren für Häuselbauer fürs Swimmingpool nützlich, im Winter damit heizen eher nicht.

Naboki
10

achgeh das mit dem 50 breitengrad ist nur eine politische ausrede, die Sonne scheint ja überall hin ;)

Hoffentlich bleiben wir auch schlusslicht in dieser Statistik (nachdem wir sowieso nie Spitze sein werden)

Erzpiefke
 
33
Je weniger Photovoltaik desto niedriger die Strompreise

Da kann wieder einmal vom "glücklichen Österreich" sprechen.

Heavyweather
00

Egal wo...die Gewinne der Stromkonzerne steigen jedes Jahr exorbitant.
Mit Kohle und Atomkraft geht es natürlich schneller.

Gustav Albrecht
11
Vergleich zu Deutschland

Wer Deutschland als Referenz verwendet, soll auch den Haushaltsstrompreis als REFERENZ verwenden. Bei uns kostet er rund 16 bis 17 Cent / kWh, in Deutschland geht es heuer in Richtung 23 CENT!!! Ursache ist die Fotovoltaikförderung, die ja heuer geändert bzw. eingestellt wurde.
Ist ja eh nur um 35% mehr.
Aber man kann durch den ÖKOSTROM den strom so teuer machen, dass dann gesagt werden kann, GEFÖRDERTE Solarenergie ist billiger als der Standard Haushaltsstrom.

Heavyweather
00

Wo ist das Problem? Du kannst dir ja aussuchen wieviel Strom du verbrauchst.
Es zwingt dich keiner Strom zu kaufen.
Weniger Umweltbelastung durch weniger Produktion.

Wenn der Strom doppelt so teuer wird könnts ihr Deutschen vielleicht ein paar KohleKW weniger neu bauen.

thomas reis
03

die fotovoltaik Förderung verteuert den Strom vielleicht 25 Jahre lang, jedoch nicht in dem Aussmaß wie angenommen. In Deutschland sind es die Konzerne die die Gewinne einstreichen. In Österreich versumpft der Ökostrom Anteil irgendwo Richtung ungenutzter Biomasse Kraftwerke etc. Der Vorteil für Länder wie Deutschlnd wird sein, dass in 25 Jahren große Mengen an kostenfreiem Solarstrom eingespeist werden, denn die Kraftwerke laufen mehr als 40 Jahre. Ebenso steht in eineigen Jahren dann eine Technologie zur Verfügung die deutlich billger sein wird als atomare oder fossile: http://tinyurl.com/37pzzto

Grisu der kleine Drache
02

Diese Preisdifferenz hat nur zu einem geringen Teil mit der Förderung von Solarenergie zu tun. Die Preiserhöhung für den Letztverbraucher durch die Förderung von Erneurbarer Energie (solar, Wind, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) liegt insgesamt bei ca. 2 Cent inklusive Umsatzsteuer.

Wirtschaftshierbleiber
02

Warum schreiben hier Dinge die nicht der Wahrheit entsprechen?

EEG macht ca. 5% des Endabnehmerpreises.
Dafür gibt es auch 100.000 Arbeitsplätze.

method="post"
00
Österreich Schlusslicht

Gibt es überhaupt irgendeine Branche, irgendetwas, in dem Österreich führend in Europa oder gar der Welt ist?
Manchmal fragt man sich, wie eigentlich der Wohlstand und das hohe Lebens- und Sozialniveau hier zustande kommt und wer eigentlich unsere Brotgeber sind.
Was für ein Operettenstaat.

Heavyweather
00

Anscheinen hast du Österreich noch nicht verstanden.

saifalislam
01
10.7.2010, 19:36
ganz sicher...

... bei den Energiedrinks

chg4711
02
Doch - Die Inkompetenz unserer Politik !

monoton
07

kein wunder! die övp mit ihren umweltzerstörungsminister pröll, bartenstein, kakerlakovitsch haben nichts ausgelassen um die österreichische vorreiterrolle in alternativenergien zu zerstören.
zuerst die vernichtung des ökostromgesetzes, dann die förderung von müllverbrennungsanlagen für freunderl die keiner braucht, das zuschauen der erhöhung des co2 ausstoßes, und natürlich peppi prölls lieblingsprojektes, die umverteilung der kosten für die co2 zertifikate von den verursacher zu der bevölkerung.
peppi pröll und die övp hat uns damit in den nächsten jahren mit ihrem kapitalen versagen 500 millionen euro an mehrkosten verursacht

Linus Tintifax
40
was für ein titel

"Europa-Schlusslicht bei Sonnenstrom" - aber geh, echt? klingt wie "afrika-schlusslicht bei ski-tourismus"...

natoll
32

die energiemenge der sonne die auf österreich trifft genügt um österreich 200-fach mit strom zu versorgen.

Jacksonson6
00

Mehr als fragwuerdiger Artikel:

1) Quelle
2) Vergleich in absoluten Zahlen ohne Ruecksicht auf Einwohnerzahl ...

Wirtschaftshierbleiber
00

Wie viel Energie ist eigentlich in Österreichs Pumpspeicher Kraftwerken gespeichert?
Wie viele Stunden/Tage könnte man damit den heimischen Strombedarf decken falls mal eine Wolke über den PV Anlagen sein sollte?

Chanandelar Bong
12
Wolken ?

Wolken blockieren nur das sichtbare Licht. Die restlichen Wellenlängen (UV, IR) können auch bei bewölktem Himmel zur Energieerzeugung genutzt werden. Simples Tageslicht reicht schon. Und das gibt es solange die Erde ihre Bahn um die Sonne beibehält.

WBR
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Tageslicht genügt: Für 1 kW pro 100 m²?

Erstens: Wolken blockieren nicht nur das sichtbare Licht. Zweitens: Solarzellen können nicht alle Wellenlängenbereiche nutzen. Drittens: Photovoltaik kann diffuses Licht nutzen, richtig. An einem grundsätzlich sonnigen Tag kann das noch eine ziemliche Energiemenge sein. Bei dichter Bewölkung sinkt der Ertrag aber drastisch und der Mangel muss ausgeglichen werden. Die Frage war zwar provokativ formuliert, aber berechtigt.
Pumpspeicher sind aber nur eine Ausgleichsmöglichkeit unter vielen.

Michael ....
33

>Und das gibt es solange die Erde ihre Bahn um die Sonne beibehält.

ausser die 6 - 12h die wir "Nacht" nennen, und bei Bewölkung ist die Ausbeute auch um ein Hauseck geringer ...

Wirtschaftshierbleiber
00

In der Nacht wird weniger Energie gebraucht.
Der Umstand, dass mit PV nur am Tag Strom erzeugt wird ist für das Netz eigentlich positiv.

Die Sommer/Winter Schwankung ist eher problematisch weil gerade im Winter auch die Wasserkraftwerke weniger Strom liefern.

natoll
00

tja, es gibt ja nicht nur die sonne.

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