US-Außenpolitik

Blauäugig im Kaukasus

4. Juli 2010, 18:25

Von der erhofften Wendung zu westlichen Werten ist vor allem in Aserbaidschan wenig zu merken - von Markus Bernath

Das waren noch Zeiten, als George W. Bush an einem späten Augustabend in Tiflis mit den Hüften wackelte und georgische Kriegsmänner mit gezückten Dolchen so enthusiastisch über die Bühne sprangen, dass die Sicherheitsleute des damaligen amerikanischen Präsidenten nervös wurden. Zeiten der Blauäugigkeit gewissermaßen. Einen Georgien-Krieg und einen US-Präsidenten später ist die amerikanische Strategie für den Kaukasus - sofern es eine solche jemals gab - ein Scherbenhaufen.

Washington hat Mitte der 1990er-Jahre mit Erfolg in Aserbaidschan für den Einstieg von BP und anderer westlicher Ölkonzerne im Kaspischen Meer lobbyiert, später die "Rosenrevolutionäre" in Georgien massiv finanziell unterstützt und ihnen den Weg in die Nato zu ebnen versucht, und wollte 2009 schließlich - irgendwie im Vorbeigehen - schnell die Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern bewerkstelligen. Gebracht hat das alles nur eines: die Einsicht der Obama-Regierung, einen politischen Neustart mit Russland zu wagen, der alten und neuen Vormacht im Kaukasus, die sich nicht einfach verdrängen lässt.

Hillary Clintons Besuch in Aserbaidschan, Georgien und Armenien sollte natürlich zeigen, dass das neue Verständnis für Moskau nicht auf Kosten der drei Kaukasusstaaten geht. Politische Partner kann man sich aber auch einbilden. Von der erhofften Wendung zu westlichen Werten ist vor allem in Aserbaidschan wenig zu merken. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2010)

Alphysiker
22

Wann ich auf die Mexikanische Olkatastrof schaue, ich kann die Aserbaidschanis nicht zu viel westliche Werten wunschen. Insbesonders weil da es Olinteresse auch gibt.

Peter Sichrovsky
22
US-Beating

Der 100. Kommentar in dem die USA als Idioten beschrieben werden, als Versagen der Weltpolitik und Loser des Jahrhunderts...Journalismus kann gut oder schlecht sein...oder nur langweilig und predictable

onlooker
01
sie scherzen, 100 beatings?

millionen mal wurde über diese gangster geschrieben, wo man hinschaut, gibt es nicht als probleme, untertreiben sie nicht

anders and
 
01
Durch Ihre Brille betrachtet:

ja!

Für andere Leser ist der Kommentar deutlich differenzierter (US-Erfolge im Kaukasus, Russland konnte aber nicht von dort verdrängt werden.)

Joseph EU
20
Das kommt noch....

Wetten ???

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