Laut Veranstaltern rund 110.000 Teilnehmer bei 15. Auflage des Menschenzuges gegen die Diskriminierung Homosexueller
Wien - Strahlenden Sonnenschein und dementsprechend viel
nackte Haut war am Samstagnachmittag auf der
mittlerweile 15.
Regenbogenparade rund um die Wiener Ringstraße zu sehen. Zahlreiche
der laut Veranstaltern rund 110.000
Teilnehmern zeigten sich dank der
heißen Temperaturen äußerst spärlich bekleidet und verzichtet
gänzlich auf die Bedeckung des
Oberkörpers - und zwar nicht nur
Männer: Einige Aktivistinnen bedeckten ihre Brüste lediglich mit
schwarzen Klebestreifen, Absperrband oder überhaupt nur mit Bemalung.
Angeführt wurde der Tross
dieses Jahr von sechs Motorrädern, die
mit Regenbogenfahnen geschmückt waren. Dahinter marschierte eine
ebenfalls sechsköpfige, jeweils in den Farben grün, rot, blau, gelb,
violett und orange körperbemalte Abordnung mit buntem Federschmuck.
Dahinter folgten die knapp 40 Wägen und die Umzugsschar. Mit von der
Partie war einmal mehr Hermes Phettberg, der
in einem Fahrradtaxi
chauffiert wurde. "Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen",
freute sich der bekennende Homosexuell. Er sei
bisher bei jeder Parade dabei gewesen.
In Sachen Selbstinszenierung ließen viele Teilnehmer ihrer
Fantasie freien Lauf. Zu sehen waren unter anderem eng anliegende
Polizeiuniformen, Lederkorsetts, Federboas, Brautkleider,
Engelsflügel und Tierkostüme. Nicht fehlen durfte auch heuer die
traditionelle Kutsche, die allerdings
nicht von Pferden, sondern acht
hitzeresistenten Personen gezogen wurde.
Neben all der Musik und
Feierlaune wurde auf die politische
Botschaft allerdings nicht vergessen. Eine riesige Regenbogenfahne -
geschätzte 50 Meter lang - wurde von der
Feiergemeinde getragen. Auf
Plakaten waren Slogans wie "Transsexuellenrechte jetzt!" oder
"Freizügigkeit, Tuntigkeit und Kampflesbentum" zu lesen. Abseits von
Parteien und großen Organisationen - etwa SPÖ, Grüne und die
Homosexuelle Initiative (Hosi) - fanden sich auch eher unbekannte
Initiativen in den Menschenmassen. So demonstrierte beispielsweise
"Mostviertel andersrum" in der
Krachledernen und mit Leiterwagen für
mehr Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender-Personen. Das Motto
"We are family" beziehe sich auf die
Forderung, Homosexuelle in
Familienangelegenheiten rechtlich gleichzustellen, erklärte Hosi-Chef
Christian Högl der APA.
Politisch wird es auch bei der
Abschlusskundgebung, die um circa
17.30 Uhr am Schwarzenbergplatz beginnen wird, zugehen. So haben sich
etwa Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) und die grüne
Klubobfrau Maria Vassilakou für Reden angekündigt. (APA)