Regenbogenparade in Wien

Viel nackte Haut auf der Ringstraße

5. Juli 2010, 15:29
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    foto: apa/herbert p. oczeret

    Einige Aktivistinnen bedeckten ihre Brüste lediglich mit schwarzen Klebestreifen, Absperrband oder überhaupt nur mit Bemalung.

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    Bei strahlendem Sonnenschein kamen nach Veranstalterangaben 110.000 Menschen zur 15. Regenbogenparade.

Laut Veranstaltern rund 110.000 Teilnehmer bei 15. Auflage des Menschenzuges gegen die Diskriminierung Homosexueller

Wien - Strahlenden Sonnenschein und dementsprechend viel nackte Haut war am Samstagnachmittag auf der mittlerweile 15. Regenbogenparade rund um die Wiener Ringstraße zu sehen. Zahlreiche der laut Veranstaltern rund 110.000 Teilnehmern zeigten sich dank der heißen Temperaturen äußerst spärlich bekleidet und verzichtet gänzlich auf die Bedeckung des Oberkörpers - und zwar nicht nur Männer: Einige Aktivistinnen bedeckten ihre Brüste lediglich mit schwarzen Klebestreifen, Absperrband oder überhaupt nur mit Bemalung.

Angeführt wurde der Tross dieses Jahr von sechs Motorrädern, die mit Regenbogenfahnen geschmückt waren. Dahinter marschierte eine ebenfalls sechsköpfige, jeweils in den Farben grün, rot, blau, gelb, violett und orange körperbemalte Abordnung mit buntem Federschmuck. Dahinter folgten die knapp 40 Wägen und die Umzugsschar. Mit von der Partie war einmal mehr Hermes Phettberg, der in einem Fahrradtaxi chauffiert wurde. "Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen", freute sich der bekennende Homosexuell. Er sei bisher bei jeder Parade dabei gewesen.

In Sachen Selbstinszenierung ließen viele Teilnehmer ihrer Fantasie freien Lauf. Zu sehen waren unter anderem eng anliegende Polizeiuniformen, Lederkorsetts, Federboas, Brautkleider, Engelsflügel und Tierkostüme. Nicht fehlen durfte auch heuer die traditionelle Kutsche, die allerdings nicht von Pferden, sondern acht hitzeresistenten Personen gezogen wurde.

Neben all der Musik und Feierlaune wurde auf die politische Botschaft allerdings nicht vergessen. Eine riesige Regenbogenfahne - geschätzte 50 Meter lang - wurde von der Feiergemeinde getragen. Auf Plakaten waren Slogans wie "Transsexuellenrechte jetzt!" oder "Freizügigkeit, Tuntigkeit und Kampflesbentum" zu lesen. Abseits von Parteien und großen Organisationen - etwa SPÖ, Grüne und die Homosexuelle Initiative (Hosi) - fanden sich auch eher unbekannte Initiativen in den Menschenmassen. So demonstrierte beispielsweise "Mostviertel andersrum" in der Krachledernen und mit Leiterwagen für mehr Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender-Personen. Das Motto "We are family" beziehe sich auf die Forderung, Homosexuelle in Familienangelegenheiten rechtlich gleichzustellen, erklärte Hosi-Chef Christian Högl der APA.

Politisch wird es auch bei der Abschlusskundgebung, die um circa 17.30 Uhr am Schwarzenbergplatz beginnen wird, zugehen. So haben sich etwa Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) und die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou für Reden angekündigt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 251
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_marvin
11
Wahnsinn...

Habe mir jetzt ein paar Postings durch gelesen...
Es gibt wahrhaftig "dumme" und rückständige Menschen, die keinen Weitblick haben!!!
Ich bin ein wenig geschockt, muss ich zugeben!

markimark
01
in sachen homo- und hetrosexualität

waren uns die antiken römer weit voraus.

noch ein glanzstück unserer geschätzten katholischen kirche. und das beste: nach 2000 jahren beharren sie immer noch auf dem selben mist.

Monopoly mit Hut
02

Also gut. Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer JE für uns getan?

Schrumpfschlauch
00
Sie haben uns den Frieden gebracht!

markimark
00
zur verdeutlichung meines posts:

nein, ich rede natürlich nicht von sklaverei und vergewaltigungen. (meine güte, dass ich das jetzt wirklich hinschreiben muss...)

ich rede davon, dass die römer nicht zwischen hetro und homosexualität unterschieden haben. es war völlig normal auch mal einen gleichgeschlechtlichen sexualpartner zu haben.

parapente
01

aber die Römer gibts nicht mehr - gell?

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
00

naja, genetisch gesehen- selbstredend. Ausgestorben sind sie nicht.

ama2deus
00

und trotzdem gibt es noch zahlreiche errungenschaften unserer heutigen zivilistation, die auf die römer zurückgehen.

(13-1)te fee
00
"und trotzdem gibt es noch zahlreiche errungenschaften unserer heutigen zivilistation"

die errungenschaften haben wir eh übernommen

aber jeden mist müssen wir nicht nachmachen - man kann ja auch aus den fehlern anderer lernen

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
01

naja, ein Mist wäre zum Beispiel, andere dafür zu verurteilen, in wen sie sich verlieben.. aber keine Sorge, den Fehler werden wir auch noch los.

(13-1)te fee
00

der "Fehler", den wir in deinen augen auch noch los werden sollten waren die Lustknaben - versklavte, dauervergewaltigte menschen.

man hat mit menschlichen eigentum "gespielt". mit minderjährigen, denen man gar nicht erst eine zukunft zugestanden hat. und wenn sie nicht mehr unverbraucht genug waren, oder gelangweilt hatten, waren sie auch schon (meist bestialisch) ermordert
aber nein - bei sklaven nennt man das ja anders

jeden mist, jede dekadenz müssen wir wirklich nicht mitmachen...

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
01

was bist du denn für ein dummer Polemiker.
Dass es bei der Liebe um etwas gegenseitiges geht, und es um eine freiwillige Sache zwischen zwei Menschen, die alt genug sind, um zu wissen, was sie tun handelt ist doch komplett selbstverständlich.

Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch und käufliche Liebe gibt es, soweit ich weiß, auch unter Hetereosexuellen Menschen. Oder nicht? Ihrer Logik nach muss man jetzt auch heterosexuelle Partnerschaften verdammen.

abrakadabra3
146

Mir ist eigentlich vollkommen egal, welche sexuellen Vorlieben jemand hat und was derjenige zu Hause tut, allerdings ist es mir nicht egal, dass jedes Jahr so eine lächerliche Parade veranstaltet wird. Was bezweckt diese? Was bezwecken Homosexuelle durch diese Parade?
Ein homophober Mensch wird dadurch nicht liberaler, eher umgekehrt!

Aufmerksamkeit? Wofür? "Dass alle Homos halbnackt auf der Straße rumfeiern?" So kommt das rüber, mag es auch durch die Medien in diese Richtung gelenkt werden.
Wieso braucht man eine Parade?

_marvin
00

Als jener, der davon betroffen ist (auf gut deutsch: ich bin schwul), kann ich Ihnen folgende Antwort geben: Solange es keine völlige Gleichstellung gibt!

DOCH: Warum darf es diese Veranstaltung nicht geben, selbst wenn die völlige Gleichstellung erreicht ist und selbst wenn es keine Diskriminierung mehr gibt? Warum gibt es Faschingumzüge? Warum gibt es sonstige Großevents?
Dies ist eine Veranstaltung wie jede andere und bereichert die Stadt Wien!

Ad "lächerliche Parade" ... ist Ihnen Gleichstellung auch egal und ist diese lächerlich in Ihren Augen? Denn ich kann Ihnen sagen, es gibt in Österreich keine Gleichstellung - wir sind hier eigentlich sogar Schlusslicht!

Applaus, Applaus.
02
11.7.2010, 05:21

der original-poster hat sicher insofern recht, als dass die parade bei den nicht-teilnehmern polarisierend wirkt. ein alfons haider im dancing-stars outfit ist für die akzeptanz beim durchschnitts-wiener ehepaar sicher förderlicher als ein paar durchgeknallte raver auf der parade.

Ben Vassy
10

und inwiefern trägt die parade etwas zur gleichstellung bei? sie verstärkt bestehende vorurteile und behindert somit die gleichstellung.

Timagoras
 
37
"Was bezwecken Homosexuelle durch diese Parade? "


einmal im jahr zu zeigen, dass wir uns nicht mehr verstecken müssen?
(aber ich weiß, etliche hier hätten es gern, wenn die uhr zurückgedreht würde - oft genug hört und liest man ja "die können zuhause machen was sie wollen, aber müssen sie die öffentlichkeit mit ihrem sündigen tun belästigen?") ;o)

und was bezwecken menschen mit faschingsumzügen, demonstrationen oder öffentlichen festen?

abrakadabra3
31

Wieso müssen Sie unbedingt zeigen, dass Sie sich nicht verstecken müssen? Aufmerksamkeit?

Timagoras
 
20
"Wieso müssen Sie unbedingt zeigen, dass Sie sich nicht verstecken müssen? "



Ihrer meinung nach wäre wohl besser, das nicht zu zeigen, nicht wahr?

aber warum? ;o)

Timagoras
 
00
"Allerdings verstehe ich nicht, wieso Sie es unbedingt zeigen wollen? "


das haben Sie vorhin schon geschrieben, worauf ich antwortete bzw. die gegenfrage stellte:

"Ihrer meinung nach wäre wohl besser, das nicht zu zeigen, nicht wahr?
aber warum?"

worauf Sie antworteten mit:
"Allerdings verstehe ich nicht, wieso Sie es unbedingt zeigen wollen?"

nun frage ich erneut:
Ihrer meinung nach wäre wohl besser, das nicht zu zeigen, nicht wahr?
aber warum?

abrakadabra3
00
"einmal im jahr zu zeigen, dass wir uns nicht mehr verstecken müssen?"

Die Initiave geht durch diesen Satz von Ihnen aus. Sie wollen zeigen, dass Sie sich nicht verstecken müssen, wie Sie schreiben. Ich frage Sie, wieso Sie es unbedingt zeigen wollen? Wenn Sie etwas tun und Sie jemand fragt, weshalb sie das getan haben, sagt man doch auch nicht "wieso sollt ich es nicht tun"?

Also ist Ihre Gegenfrage, warum es besser wäre, es zu verstecken (was ich übrigens nie gesagt habe), irreführend und keine wirkliche Antwort. Sie fragen einfach "warum nicht" auf meine Frage "warum eigentlich"...

Timagoras
 
10
"Sie fragen einfach "warum nicht" auf meine Frage "warum eigentlich"..."


eben.

warum nicht?

nur weil manches an der parade leute wie Sie (und auch mich) stört, soll die parade nicht mehr stattfinden, oder nur so stattfinden, wie Sie (und ich) das gerne hätten?

ich würde sagen, wir überlassen es den veranstaltern, teilnehmern und zuschauern, ob und wie sie die parade abhalten.
niemand muss hingehen, der sich an schrillen oder skurrilen outfits bzw. darbietungen stört.

ich gehe schon lange nicht mehr hin, weil ich mich mit einigen exzessen einfach nicht identifizieren kann (und weil ich eh oft genug dabei war). aber wenn's den leuten spaß macht - wo ist das problem?

abrakadabra3
11

Jeder soll meinetwegen lieben/leben, wen/wie er will. Allerdings verstehe ich nicht, wieso Sie es unbedingt zeigen wollen?
Andere interessieren sich für meine sex. Gesinnung auch nicht und genauso wenig interessiere ich mich für jene von Schwulen/Lesben oder auch Heterosexuellen. Ich lauf auch nicht mit einem Schild auf der Straße herum "ich bin hetero". Das ist meine Sache und hat keinen zu interessieren. Und genauso sollten es Homosexuelle handhaben.

Ben Vassy
16

na hoffentlich haben sie dann auch keine fotos von frau/freundin/kind am arbeitsplatz; hoffentlich nehmen sie ihre partnerin nie mit, wenn sie mal privat wo eingeladen sind; hoffentlich erzählen sie nie irgenwem vom gemeinsam verbrachten urlaub.... etc.

all das könnt nämlich leut auf die idee bringen, daß sie hetero sind. und das wollen sie ja vermeiden, richtig?

abrakadabra3
11

Schauen Sie, hier liegt auch das Problem...

Ich will meine sex. Gesinnung weder verstecken, noch präsentieren. Es ist mir wurscht! Ich habe in der Tat ein Foto von meiner Partnerin am Arbeitsplatz. Ich stelle dieses Foto für mich auf und nicht für andere. Ich will also weder etwas präsentieren, noch verstecken.
Ein Vorposter meinte, es muss aber gezeigt werden, wodurch es eigentlich zur ganzen Diskussion kam. Und meine Antwort darauf ist, dass es nicht gezeigt werden muss (das bedeutet aber nicht, dass es versteckt wird - es gibt mehr als schwarz und weiß).

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