Uni-Zugang

81 Prozent für Beschränkungen

03. Juli 2010 13:15

Umfrage: 47 Prozent für Aufnahmeprüfungen und Studiengebühren

Wien - Die überwiegende Mehrheit der Österreicher plädiert für Zugangsbeschränkungen an den heimischen Universitäten. Laut einer am Samstag vom Nachrichtenmagazin "profil" vorab veröffentlichten Umfrage der Karmasin Motivforschung sind 81 Prozent dafür. Konkret plädieren 47 Prozent für Aufnahmeprüfungen und Studienbeiträge, 27 Prozent wollen lediglich Aufnahmetests und sieben Prozent wollen nur Studiengebühren. Nur 14 Prozent plädieren für einen freien Uni-Zugang in allen Fächern. Der Rest nannte andere Maßnahmen oder wollte sich nicht festlegen.

Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) tritt (anders als die SPÖ) für Studiengebühren ein und hatte im Mai angekündigt, gemeinsam mit dem Koalitionspartner einen Vorschlag für die Neugestaltung der Studieneingangsphase noch vor dem Sommer präsentieren zu wollen. Karl plädierte etwa für Aufnahmeprüfungen, mit denen die Drop-out-Quote der Studenten gesenkt werden solle. Der Ende Juni abgeschlossene "Hochschuldialog" hat dazu allerdings keine konkreten Ergebnisse gebracht. (APA)

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Ludwig - Vogelstrauß
04.08.2010 20:11

In einem Land, in dem Karmasin gleichklingt mit Wissenschaft, braucht man sich weder über die Zustände an den Universitäten noch über allgemeine Bildungsfeindlichkeit wundern.

kerkerichyto
08.07.2010 19:19
Wo bleiben eigenlich die ganzen Studenten die jedesmal aufschreien, wenns um Studiengebühren geht?

Die führen sich wie naive Hippies auf.

smea_gol
05.08.2010 19:15

warum?
sie freuen sich doch auch darüber, wenn sie zum arzt gehen, und dort quasi gratis behandelt werden, bzw. von der allgemeinheit ausfinanziert...

MCuja
08.07.2010 09:29

und noch was... warum vergessen eigentlich immer alle dass es auch zuzeit studiengebühren gibt? wenn man 2 semester über mindeststudienzeit kommt darf man zahlen... also den langzeitstudenten und gammler gibt es nicht mehr... außer es handelt sich gleichzeitig um leute mit geldscheißer...

Matthias1
04.08.2010 22:38

und so passt es auch, denn absolut jedes Studium in Österreich ist in Mindeststudiendauer + 2 Toleranzsemestern schaffbar (gewisse Sonderfälle gibts natürlich immer), jedoch sieht die Sache schon wieder anders aus, wenn man nebenbei noch arbeiten muss, deswegen bräuchten wir endlich ein besseres Stipendiensystem.

Und für die sogenannten "Gammelstudenten" sollten die Studiengebühren deutlich höher ausfallen als momentan, sobald die Toleranzsemester aufgebraucht sind

smea_gol
05.08.2010 19:16

einspruch:
architektur ist kaum in dieser zeit schaffbar (durchschnitt 14 semester statt 10)
bei den meisten technischen studien ist die durchschnittliche studienzeit länger als die vorgesehene regelstudienzeit.

Matthias1
06.08.2010 16:09

ich hab selber eine techn. Studienrichtung an einer Uni absolviert, die zu den schwersten in Österreich zählt, und laut eigenen Erfahrungen durchaus höher einzustufen ist als z.B. die TU Wien! Trotzdem habe ich es auch in der Toleranzzeit geschafft! Ich würde zwar nicht behaupten, dass dies problemlos war, da doch ein gewaltiger Lernaufwand dahintersteckte, jedoch ist es schaffbar, sofern man das Ganze mit dem nötigen Ergeiz angeht!

Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass 2 Toleranzsemester für ein techn. Studium sehr eng bemessen ist, und ich verstehe es nicht, dass auch "Studienrichtungen" wie Soziologie dieselben Toleranzen haben

MCuja
08.07.2010 09:26

ich möchte wissen woher die leute immer diese daten für ihre statistiken haben... und wie glaubhaft die sind... wieviel leute wurden befragt ... 100 vielleicht? alter, schicht, gehaltsklasse? dazu gibt es natürlich keine angaben... aber natürlich sind sie perfekte stellvertreter für das ganze österreichische volk... ich bin mir sicher, dass alle abstimmenden praktische erfahrung mit dem studentenalltag haben - es ist ja furchtbar spaßig mindestens 2 nebenjobs neben 2 studien zu machen.. nur damit man sich einfach ne wohnung leisten kann...ja wenn dann grundsätzliche studiengebühren kommen wird alles noch viiiiel toller.... nein ... natürlich passiert dann keine schichtspezifische ausselektion... neinnein... wir sind ja alles soooo lieb...

Matthias1
04.08.2010 22:40

wieviele Studenten absolvieren 2 Studien und haben 2 Nebenjobs? Sowas dürfte eine Ausnahme sein! Aber teilweise gebe ich ihnen recht: Ich bin zwar für Studiengebühren, begleitend müsste aber auch das Stipendiensystem gewaltig überarbeitet werden

Death 'n' Roll
05.07.2010 12:56
Man sollte die Schulpflicht wieder abschaffen.

Das würde das Budget sanieren.


Das war doch nur eine Schnapsidee von Maria Theresia.

SeMi70
05.07.2010 11:38
Ich bin fuer Beschraenkungen, Aufnahmetest und Gebuehren

Weil Beschraenkungen, gute Aufnahmetests und auch geringe Studiengebuehren helfen qualitativ hochwertige Studienrichtungen anzubieten und mit geringerer Drop-out Rate.
Die Maehr, jeder soll alles studieren koennen hilft jedoch nicht hochqualifizierte Absolventen in den fuer die Zukunft wichtigen Studienrichtungen zu schaffen.

Und fuer alle Aufreger: ich habe selbst studiert, Studiengebuehr bezahlt und mein Einkommen durch Nebenjobs oder Teilzeitjobs gesichert.

dm 123
05.07.2010 13:48

die drop-out quoten in österr. liegen wohl kaum an individuellen unzulänglichkeiten der studierenden sondern an einem strukturellen fehlprogramm. ich kenne viele leute, die ihr studium abbrechen mussten obwohl sie ziemlich engagiert studierten und sicher auch "gute" akademiker und akemikerinnen geworden wären - nur war es ihnen allen hpts. aus finanziellen gründen ganz einfach nicht möglich, im vorhandenen universitätssystem fertig zu studieren! aussteigen mussten übrigens die, die keine finanzkräftigen eltern im rücken hatten!
zu zahlen: http://www.oeaw.ac.at/shared/ne... 100308.pdf
zwar aus 2008, aber in diesem bericht der akademie der wiss. steht, dass die österr. drop-out quoten zu den höchsten der welt gehören

anno nuehm
07.07.2010 00:25
entschuldigung?


mein elternhaus ist ,rein sozialpolitisch, nicht mal zum mittelstand zu zählen - und ich habe mir auch alle meine abschlüsse vollkommen selbst finanziert.

das argument, manche könnten aus ihrer finanziellen situation heraus nicht studieren bzw. müssen abbrechen, trifft allerdings nur bedingt zu. jedem sozial schwachen österreicher stehen stipendien bzw. beihilfen zu... dazu muss man sich natürlich auch noch einen nebenjob suchen...

die krux an der sache ist aber eine andere. nur mit geleisteten sws bekommen sie ihre zuschüsse... wenn also (egal ob sozial gut oder schlecht gestellte) studenten kein finanzielles auslangen finden, liegt es meist a) an desinformation oder b) am mangelnden studienerfolg... nicht an den studienbeschränkungen

Round'n'round it goes
05.07.2010 08:39
Was mich bei solchen Studien immer interessiert:

Wie bzw. was wurde denn gefragt? Denn wir kennen ja alle diese tollen Umfragen, wo es heißt "Die öst. Unis Platzen aus allen Nähten, die Studis sind unzufrieden weil sie keinen Platz bekommen, die Profs. überlastet, alle sind unglücklich. Sind Sie für Zugangsbeschränkungen?"
Ich bin ja selbst (eher) für Beschränkungen, weil ich mittlerweile die Hoffnung aufgegeben habe, dass dieses Land noch mal Geld für Bildung ausgeben will. Aber Beschränkungen sicher nicht um jeden Preis - und sicher nicht so, wie sie aktuell gemacht werden.

tante kommunismus
05.07.2010 00:04
ich bin nicht bereit

über steuern den IV-mitgliedern die ausbildung zu finanzieren - sollen die, die immer "mehr privat" rufen, ihr "humankapital" gefälligst selber ausbilden - mit dem eigenen geld.

ich nur bereit für die schönen künste, gesellschafts- kulturwissenschafen, nicht-kommerziell orientierte medizinische forschung sowie open source forschung zu zahlen. bitte das zur kenntnis zu nehmen, danke.

tante kommunismus
05.07.2010 00:09
und das,

was ich zu finanzieren bereit bin, soll natürlich dann auch allen interessierten offenstehen. eh klar.

potz
04.07.2010 23:56

sind das die gleichen 80% denen forschung komplett blunzn ist? oder sind das die anderen 80%.

bei solchen umfragen sollte man eine frage wie zb. 'was ist eine universität?' vorschalten.

Quim Barreiros
05.07.2010 00:11

Ja das sind die Leute, denen egal ist, dass junge, talentierte Akademiker, denen sie über die Steuern den Schul- und Universitätsbesuch gezahlt haben, irgendwann doch ins Ausland abwandern, weil sie von den Zuständen hier genug haben. Sehr sinnvoll...

Kantojyrsin
04.07.2010 22:01

Nun, dann müsste man - vom Standpunkt der Gegner von Studiengebühren und Beschränkungen aus betrachtet - diesem Prozentsatz Argumente liefern, warum Studiengebühren und Beschränkungen nicht sinnvoll sind, Überzeugungsarbeit leisten sozusagen.

dm 123
04.07.2010 20:24
karmasin = marktforschungsinstitut = verkauft umfragen

nur mal zwischendurch, damit fakten wie die, dass es sich bei karmasin um ein marktforschungsinstitut handelt und nicht um ein wissenschaftliches institut nicht ganz vergessen werden. falls mit fragebögen gearbeitet wurde, kann ich mir gut vorstellen wie die elaborierten und differenzierten fragen an die sicher unglaublich repräsentative stichprobe formuliert waren. "sollen oder können alle menschen studieren?" stimme sehr zu und stimme zu sind dann in der auswertung: person ist für zugangsbeschränkung.
lieber qualitäts-standard, es hat null qualität, ergebnisse von solchen studien 1:1 zu übernehmen. außer dass die headline populistisch u tendentiell ist, hat der artikel keinen wert. falls so gewollt auch ok, jedoch keine qualitätszeitung.

mailat
05.07.2010 10:54
kann man nicht mehr viel hinzufügen

hätte ich vom standard auch nicht erwartet. 81% bekommt in Österreich nicht mal der heinz.

also dann ...
04.07.2010 20:13
dies...ist nichts als ein "geakuftes GUT-achten"...für 1 pol. zweck !

machen wir hier mal eine "umfrage", z.b.

w e r...will weniger steuern zahlen ?
w e r... möchte einen fixen arbeitsplatz ?
w e r... möchte eine niedrigere kriminalität ?
w e r...ist für die offenlegung d. parteienfinanzierung?
w e r...ist für längeren urlaub ?
usw
usw.

das kleine "geheimnis" liegt nur darin,
die richtigen...fragen zu stellen, sodass
das "gewünschte ergebnis" - automatisch - erzielt wird.
und dafür
hält sich die politik...ihre GUT-achter !
auch kein geheimnis.

und das ros-blattl...hat wieder eine 1/2 seite...
gefüllt.

silverfinger
04.07.2010 18:47

jaja die Beatrix will Studiengebühren UND eine Tolle "studieneingangsphase".
Gute Nacht Österreich!

left
04.07.2010 22:19

Und was wäre Ihr Vorschlag? Die Universitäten haben nun mal nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung. Wenn zuviele studieren, leidet die Qualität. Die Drop-Out-Quote ist in Österreich entsprechend hoch.

z1303
01.08.2010 21:48
Wieviel kostet der drop-out, wieviel kostet die Aufnahmsprf?

Der Drop-out (= Studenten, die keine Prf ablegen) kosten so gut wie nichts. Sagen wir 3 Verwaltungsangestellte Mannjahre pro Fakultät.
Wieviele Akademiker und Verwaltung erfordern die Aufnahmsprfungen?

Die andere Frage ist: Haben wir ZUVIELE Akademiker? Wenn ja, würde eine Beschränkung Sinn machen. Fragt man aber: Werden auch 81% sagen, wir brauchen mehr Akademiker.

Ob den Unis mehr oder weniger Budget gegeben wird, ist reine (macht-)politische Angelegenheit.

Die 3-ten Spieler sind die Unis. Die wollen sich durch Master-Programme im Stile amerik. Unis profilieren. Dh kl Klassen. (BA ist das Massenprog) Später einmal auch vergleichbare Dr/PhD Programme. Da werden sie mit der jetzigen Ausstattung die Absolventenzahlen reduzieren.

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