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Bischkek - Drei Monate nach dem Machtwechsel in Kirgistan ist die bisherige Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, als Präsidentin vereidigt worden. Die Ex-Außenministerin gilt als unabhängig von den bisher in der Politik des Landes dominanten Familien-Clans. Sie soll das Amt bis zu den ersten regulären Präsidentenwahlen im Oktober des kommenden Jahres führen.
Die Kirgisen hatten sich am vergangenen Sonntag in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, eine parlamentarische Demokratie nach europäischem Vorbild einzuführen. Gleichzeitig wurde Otunbajewa mit mehr als 90 Prozent der Stimmen als Staatsoberhaupt legitimiert.
In ihrer Antrittsrede versprach Otunbajewa, künftig werde im Land Recht und Gesetz herrschen. "Die Demokratie ist ein System, das tief in der Seele des Volkes verwurzelt ist." Sie werde alles daran setzen, sagte Otunbajewa inReferenz auf die jüngsten Unruhen, dass die Folgen dieser Tragödie so schnell wie möglich überwunden werden. In den letzten Wochen wurden tausende Menschen bei Kämpfen zwischen Volksgruppen getötet. Die EU-Kommission hatte zuvor eine unabhängige Untersuchung der Unruhen gefordert.
Den Opfern der blutigen Unruhen im Juni sicherte sie Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu. "Ich verspreche, dass die kirgisische Regierung alles tun wird, um vor Einbruch der kalten Jahreszeit all denen eine Unterkunft zu verschaffen, die das Dach über dem Kopf verloren haben", sagte sie.
Neben ethisch motivierten Auseinandersetzungen betrachten Beobachter die wirtschaftlichen Probleme des Landes als größte Herausforderung für die neue Präsidentin. (AFP, apn/DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2010)
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