SP-Kritik an Fekters Asylplänen

2. Juli 2010, 19:32

Asylwerber-Internierung bleibt Streitfall: Für Sonja Ablinger "fehlt jede sachliche Rechtfertigung"

Wien/Frankenburg - Die von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) geforderte neuerliche Asylgesetzverschärfung - die Anwesenheitspflicht von Flüchtlingen in den Erstaufnahmezentren während des Asylzulassungsverfahrens - sorgt weiter für Unmut in der SPÖ. "Für eine solche Maßnahme fehlt jede sachliche Rechtfertigung", sagte SPÖ-Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger zum Standard.

Ablinger beruft sich auf zwei Anfragebeantwortungen Fekters. Diese hatte die Notwendigkeit der Internierung wiederholt damit begründet, dass das Abtauchen von Flüchtlingen während des Asylverfahrens verhindert werden müsse: "Dabei weiß die Ministerin gar nicht, wie viele Asylwerber untertauchen. Denn darüber werden keine Statistiken geführt", sagte die SP-Abgeordnete.

Eine Anfrage hatte Ablinger selbst gestellt, die zweite, auf das Jahr 2009 bezogene, FPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Vilimsky. Fekter konnte Vilimsky mangels Zahlen weder Auskunft geben, "wie viele Asylverfahren eingestellt wurden, weil sich Asylwerber dem Verfahren entzogen haben", noch, "wie viele Asylwerber sich ungerechtfertigt aus der Erstaufnahmestelle entfernt haben".

Verhandler schweigen

Die Anwesenheitspflichtverhandler selbst - für die ÖVP Fekter, für die SPÖ Verteidigungsminister Norbert Darabos - schweigen sich über den Stand der Verhandlungen aus. Vor Herbst sei mit keiner Einigung zu rechnen, sagte Fekter-Sprecher Gregor Schütze. Soweit bekannt, ist geplant, alle Flüchtlinge zu internieren, die in Österreich einen Asylantrag stellen - bis zu sieben Tage. In einer vor drei Monaten erstellten Punktuation steht zusätzlich, dass auch Asylwerber, bei denen zu erwarten ist, dass ihr Verfahren in Österreich nicht geführt wird - Dublinfälle etwa -, unter Anwesenheitspflicht stehen sollen. Ob das weiter Teil der Verhandlungen ist, war nicht zu erfahren.

"Es braucht einen Aufstand der Anständigen" hatte Donnerstagabend der Publizist Robert Misik bei einer Protestkundgebung mit über 10.000 Teilnehmern gegen die Ausländerpolitik in Österreich aus Anlass der bevorstehenden Ausreise Familie Zogajs gesagt. Am Samstag findet im oberösterreichischen Wohnort der Zogajs, in Frankenburg, ein Abschiedsfest statt. (Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe, 3. Juli 2010)

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Subari
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Viele Asylwerber haben das Problem, dass sie...

auf dem Weg nach Österreich in einem unserer Nachbarländer aufgegriffen und erkennungsdienstlich behandelt werden. Ihre Fingerabdrücke werden im EURODAC-System erfasst, sie können ihre Reiseroute nicht vertuschen. Es droht die Abschiebung aus Österreich in das zuständige Dublin-Land.
Aber es gibt auch dann Möglichkeiten:
"..., sondern untertauchen. Dann verlängert sich die Überstellungsfrist auf 18 Monate.
So lange im Untergrund zu überleben, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Einigen ist es – nicht zuletzt mit Hilfe engagierter MitbürgerInnen – gelungen. Nach Ablauf der 18 Monate ist Österreich für das Asylverfahren zuständig."
http://www.asyl-in-not.org/php/aus_u... 17019.html

Das ist die sachliche Rechtfertigung.

noxund klachl
10
Auch die Konsequenzen überlegt?

Ein weiterer Aspekt: Unbestimmte Anzahl von Flüchtlingen nutzt Ö als Transitland auf dem Weg ins bevorzugte Asylland, z.B. Deutschland. Werden sie durch die "Internierung" in Ö erstmals im EURODAC erfasst, wird der Asylantrag im bevorzugten Zielland - z.B. D - nicht zugelassen bzw. droht die Abschiebung in das zuständige Dublin-Land, nämlich Österreich.
Abhängig von dieser Anzahl wird die Zahl an Asylwerbern in Ö womöglich steigen, sachlich gesehen nützt so eine Maßnahme also weder den Asylwerbern noch dem österreichischen Asylsystem.

LCD
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Gut zu wissen.

Anton Friesl
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Wenn jemand eine größere medizinische Operation benötigt.,.

dann wird er auch für einige Tage im Spital "eingesperrt" weil er für die notwendigen Untersuchungen jederzeit greifbar sein muss. Der kann auch nicht nach der Anmeldung einfach untertauchen und erwarten, dass er automatisch die Operationsfreigabe erhält.

Wer einen Asylantrag gestellt hat und bei den Gründen nicht geschwindelt hat der hat auch kaum ein legales Motiv unterzutauchen. Es ist ihm zumutbar, dass er für einige Zeit sich an einem bekannten Ort mit leichter Erreichbarkeit aufzuhalten hat. Wenn er dies nicht tun will, mit der Begründung, dass er sich auch in Österreich noch vom Geheimdienst seines Heimatlandes verfolgt fühle, der soll weiterziehen. Für den wäre Österreich auch nach Gewährung von Asyl kein sicheres Land.

cwebb
22
"Für eine solche Maßnahme fehlt jede sachliche Rechtfertigung"

Sagen sie das dem jugendlichen Asylschwindler Sarkis der gerade untergetaucht ist.

http://kurier.at/nachricht... 013930.php

donaquijote
00
sie verwechseln da was.

bei der internierung geht es ausnahmsweise nicht um das grausliche benehmen der österreicher gegenüber bereits integrierten menschen, sondern um neuankömmlinge, die sich bei den behörden melden (!) und um asyl ansuchen.

LCD
31

Asylantenschwindler? Haben sie den Artikel überhaupt gelesen? Da steht kein Wort von Asylschwindel. Nehmen sie jetzt ihre Medikamente und ab ins Bett.
Das hier ist nicht das Reichsforum für Propaganda.

noxund klachl
22
Noch nicht genug?

Vier Kinder in Schubhaft (darunter 2 und 4 jährige),
Privathaus in der Nachbarschaft ohne Gefahr im Verzug und ohne Durchsuchungsbefehl von Polizei gestürmt...
Welche Zahl an Grauslichkeiten fehlt Ihnen denn noch?

Dan Scratch
04

Diese Asylgesetzverschärfung ist sozusagen der ausgestreckte Mittelfinger, den Fekter den Demonstranten vom 1. Juli zeigt.

LCD
31

Fekter herself ist der Mittelfinger Luzifers an jeden vernunftbegabten Menschen.

eclecticon
00

worte sind geduldig
regierungspartner zum fekterrauswurf zwingen or STFU

spö == credibility fail

pagat ultimo
00
aber schon seit 2005.

damals haben's - in der opposition!! - ohne irgendeinen politisch plausiblen grund der verschärfung des fremden- und asylrechts zugestimmt (wer sich noch erinnert: stichwort "zwangsernährung in der schubhaft").

die spö ist in fragen des fremnde- und aufenthaltsrechts in keinem punkt glaubwürdiger als die övp.

Cayenne69
04

Wenn die SP so viel zu kritisieren hat, dann sollen sie den Plänen der Frau Fekter nicht zustimmen...

Erwin Wolfram
31

Uebersetzung

Im Rahmen der Terrorpraevention wird es wichtiger lfuechtlinge zu quaelen, damit die erhoehten Budgets fuer Nichtleistung bestehen bleiben duerfen.

Jeffrey Lebowski
 
24
Die einzige wahre Wahrheit(© Irene Brickner)

und wehe jemand behauptet etwas gegenteiliges...das ist das ein ganz pöser na*i

DRIVER 8
15

Die Asylantenzahlen sind rückläufig, wir haben eines der schärfsten Asylgesetze Europas:
Ganz klar! Da hilft nur eine Verschärfung des Asylrechts.

Subari
00

Die Belastung durch Asylwerber ist zwar seit der Asylreform 2010 gesunken, die Asylwerberzahlen pro Kopf liegen in Österreich aber immer noch um das Dreifache über dem EU-Durchschnitt.
Insbesondere bei unbegleiteten Minderjährigen zählt Österreich neben Norwegen und Schweden zu den beliebtesten Asylländern.
Und die Konkurrenz schläft nicht:
http://www.zenit.org/article-2... rg/g-20898

LCD
20

na klar, sonst würden ja selbst die Schlechtmenschen merken dass wir die Fekter gar nicht [mehr] brauchen.

a las barricadas
00
ganz schön hinterfotzig von der spö

beschließt die spö ein fremdenrecht, dann tut die spö so, als wäre das övp sache - manno - bis dato war der wirtschaftsflüger der övp immer für eine liberale, offene arbeitsmarktpolitik nur der ögb / fsg hat bis dato a la fpö gemauert.

Geh!danke
512
Fekter soll zurücktreten

nur Fekter?
Sollten nicht auch jene zurücktreten, die die Gestze beschlossen haben, die Grundlage ihres Handelns sind, ja sein müssen! Das wären dann die Abgeordneten der SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.
So zu tun, als wäre es Fekterr allein und nicht das österr. System, ist fahrlässig und dumm oder manipulativ.
Aber F. eignet sich halt wunderbar als Projektionsfläche für Ungutes.

Parzi Fist
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Das ist weder fahrlässig und dumm oder manipulativ!

Fekter war die EINZIGE, die humanitäres Bleiberecht 'verhängen' kann und sie tut es nicht.

Ist doch Irrsinn! Hier leben Menschen, gut 2-3000, die sich ähnlich gut integriert haben wie die Zogajs, die unsere Spreche gelernt haben, die in unseren Schulen ausgebildet wurden und was tun wir? Abschieben!!!

Ein Wahnsinn, nicht nur humanitär, auch volkswirtschaftlich gesehen!

strangerinastrangeland
 
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Klar, Österreich braucht dringend eine zusätzliche Friseurin....

Hubert Ungeist
 
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Nein das ist falsch..

das humanitäre Bleiberecht is kein Gnadenrecht mehr. - Daher kann Fekter das auch nicht gewähren. Jetzt ist es ein Antragsrecht, mit gewissen Kriterien ausgestattet, die die Zs nicht erfüllen (2009 warens etwa 2000 Personen die es bekmmen haben).

LCD
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Diese Forderungen kann aber keiner erfüllen, nicht mal Sie.
Wie können Asylbewerber ein Einkommen bestimmter Höhe vorweisen, wenn ihnen Arbeit verboten ist? Wie sollen sie einen "normalen" Wohnsitz verlangen, wenn sie kein Einkommenm haben dürfen um die Miete zu bezahlen?
Diese Gesetzesverschärfung ist ein Hohn, und nur die wenigsten merken das.

Hubert Ungeist
 
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Komische

dennoch gibt es ca. 2000 Asylwerber die das letztes Jahr erreicht haben

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