Der Tierschützerprozess als Warnung und Auftrag

05. Juli 2010 17:56
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    Foto: apa/helmut fohringer

    Die drei Angeklagten im Gerichtssaal

Um weiterer rechtsstaatlicher Agonie zu entgehen, muss der Antimafiaparagraf 278a überdacht werden

Vor zwei Wochen wurde unter Druck der SPÖ, der Grünen und von Menschenrechtsgruppen der - auffallend vernünftige - Beschluss gefasst, das Terrorismuspräventionsgesetz auf mögliche unerwünschte Wirkungen hin zu überprüfen, bevor man ihm endgültige Wirkkraft gibt. Jetzt wird bis Herbst mit Experten darüber beraten, wie zu verhindern ist, dass - zum Beispiel - NGOs und Journalisten künftig als Terrorunterstützer vor den Kadi gezerrt werden können, wenn sie Sicherheitslücken auf Flughäfen und in Datenbanken aufgedeckt haben.

Dass derartige Befürchtungen nicht politischer Paranoia zuzurechnen sind, sondern dass derzeit in Österreich wirklich ein erhöhtes Risiko für - sagen wir - unerwarteten Gebrauch martialischer Strafgesetze existiert, zeigt das aktuelle Tierschützerverfahren. Der Prozess gegen 13 Aktivisten wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer international vernetzten Tierschützermafia verzweifelt am Landesgericht Wiener Neustadt inzwischen im vierten Monat vor sich hin.

Vorletzte Woche wurde der Prozess unterbrochen, denn nach 34 Verhandlungstagen waren gerade erst fünf Verhandlungstagprotokolle fertig abgetippt. Diese aktentechnische Verzögerung wird jetzt bis 19. Juli aufgeholt, dann werden bis Ende des Monats weitere Zeugen vernommen, bevor es im August in die Sommerpause geht. Dann wird erst etwa die Hälfe der Anklagezeugen vernommen worden sein (um nicht auch von den Zeugen der Verteidigung zu sprechen, die anschließend drankommen) - aber im September geht es zum Glück ja munter weiter - wahrscheinlich bis weit ins Jahr 2011 hinein: drei Verhandlungstage pro Woche, bei permanenter Anwesenheitspflicht für alle Beschuldigten, was für diese jede geregelte Berufsausübung verunmöglicht.

Und wird dann eines Tages ein Urteil gefällt, so wird die Causa wohl in die Berufung gehen, sei es von Seiten der Ankläger oder der Angeklagten. Immerhin geht es um viel: um einen Mafiavorwurf, der aufgrund eines Paragrafen gerichtsanhängig wurde, dessen Beschlussfassung über die Einwände möglicher Missbrauchbarkeit hinweg unvernünftig rasch erfolgte. Dass es beim Terrorismuspräventionsgesetz jetzt anders gehandhabt wird, ist erleichternd. Aber genau das wirft die dringende Frage auf, ob die Antimafiabestimmung, der Paragraf 278a nicht rückwirkend auch eine solche Überprüfung braucht. Ob er nicht dringend novelliert werden muss. (Irene Brickner, derStandard.at, 5. Juli 2010)

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Erwin Wolfram
26.07.2010 03:35

die berichterstattung ueber den der prozess ist der unterhalter in italien, waehrend wir hier am liebsten ueber den berlusconi herziehen und die den dort nicht so witzig finden. ich glaube die politiker haben das gesetz beschlossen um den transnationalen witz zu foerdern nur wir haben das nicht verstanden.

Lemonshark
 
05.07.2010 21:59
Mafiaparagraph

Ich bin nur gespannt wofür dieser selsame Paragraph als nächstes missbraucht wird?

Wahrscheinlich wird dann jeder Unterstützer von Greenpeace, Amnesty International oder anderen NGO´s vor den Kadi gezerrt um diesen kritischen und lästigen Organisationen den garaus zu machen.

Die freie Meinungsäuserung wird beschnitten und/oder unter Strafe gestellt und Österreich wird von einer Demokratie zur Diktatur!

der Rabe
05.07.2010 17:26
Der Prozess geht um viele Millionen


Noch jahrelange Prozessdauern, Berufungen bis Strassbourg, Haftentschädigungen, Anwaltskosten, usw...
Schadensbegrenzung sollte jetzt wohl die zuständige Ministerin machen. Doch dazu ist sie zu kurzsichtig. Ihre Brillen unterstützen nicht die Sehschärfe, das ist nur ein Tick. Und ausserden zahlts ja eh der Steuerzahler...

Ab mit dieser Trutschn!

Mario Rutar
05.07.2010 17:02

Das Thema langweilt schön langsam. Steuergelder werden dafür auch noch vernichtet. Einfach pauschal 1 Jahr ins Zuchthaus und die Sache hat sich. Da gibt es dann Kost und Logis auf Staatskosten...

saufen statt rauchen
05.07.2010 23:30
wow, zuchthaus

ich befürchte die zustände unter denen die angeklagten und deren familien derzeit leben müssen sind grausam (!) genug.

witherabbitt
 
05.07.2010 20:07


Mit der zuständigen Ministerin? Mit ihren Lehrern, die Ihnen nichts beigebracht haben? Mit allen Brillenträgern?

Ignaz gartengschirrl
05.07.2010 19:34

und auf was hinauf ins zuchthaus, so ganz ohne jeden beweis?

zhang sanfeng
05.07.2010 16:29
statt gerechter strafen

am ende eines ordentlichen prozesses
gibt es ab jetzt
bestrafung durch recht eigenartige "prozesse".

Ravenhorst
05.07.2010 15:57
Endet dieser Prozess auch einmal?

Wer zahlt die Prozesskosten? Hoffentlich nicht wir Steuerzahler!

Michail Bakunin
 
07.07.2010 23:49

Natürlich zahlen wir Steuerzahler. Kosten bisher weit über 5 Millionen... Dauern wird`s bis 2011 in erster Instanz, Ende wohl nicht absehbar.

Bürger Europas
05.07.2010 15:37

"NGOs und Journalisten" die "Sicherheitslücken auf Flughäfen und in Datenbanken aufgedeckt haben" mit fanatischen Tierschutzterroristen zu vergleichen ist schon absurd genug.

fervlixt
05.07.2010 23:33
fanatische tierschutzterroristen

ververurteilung nennt man das wohl, oder?

Bürger Europas
07.07.2010 07:48

Kein Grund zu stottern!

KTHXBYE
06.07.2010 14:56

Realitätssinn nennt man das.

O. Pryde
05.07.2010 16:56

ein echter bürger europas: einfach wegschauen, dann wirds schon nicht so schlimm werden.

Bürger Europas
07.07.2010 07:41

Im Gegensatz zu Ihnen schau ich nicht weg, wenn Menschen bedroht werden.

(ziemlich dämliches Posting btw...)

KTHXBYE
05.07.2010 15:36
"Der Tierschützerprozess als Warnung und Auftrag"

Ich hätte nicht gedacht, daß Bricker einmal einen sinnvollen Satz von sich gibt.

Ist dieser Prozess doch tatsächlich eine Warnung an Balluch und ähnliche Extremisten, mit dem Auftrag, es in Zukunft nicht wieder zu übertreiben.

Mim103
07.07.2010 11:45
Wer ist Bricker?

O. Pryde
05.07.2010 16:56

ach, konnte man ihnen etwa schon etwas beweisen?

Bürger Europas
07.07.2010 07:43

Die Einzigen, die hier Schuld oder Unschuld schon sehr genau zu kennen scheinen, sind die vermeintlichen "Tierschützer" und ihre Freunde.

KTHXBYE
05.07.2010 18:50

Es ist ja auch noch keiner verurteilt.

BatoutofHell
05.07.2010 18:26
rechte koffer

brauchen keine beweise.

KTHXBYE
05.07.2010 22:58

Linke Koffer halten alles für legal, was der Sache dient.

janeinvielleicht
06.07.2010 12:02

so etwas kann nur ein rechter koffer behaupten.

KTHXBYE
07.07.2010 14:45

Sagt ein linker Koffer.

Ceterum Censeo wünsche ich der Zensur die Krätze an den Hals.

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