Neue Uni-Proteste drohen

2. Juli 2010, 19:11

Rektoren, Uni-Senate und ÖH warnen vor Sparkurs

Wien - Österreich könnte abermals ein heißer Protestherbst an den Universitäten bevorstehen. Nach den Rektoren der heimischen Hochschulen schlagen jetzt auch die Senate der Universitäten und die Hochschülerschaft wegen der Uni-Sparpläne der Regierung Alarm. Die Senate - Leitungsgremien, in denen alle Uni-Angehörigen vertreten sind - sprachen am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme von einer "besorgniserregenden" Ankündigung des Wissenschaftsministeriums, wonach die Uni-Budgets ab 2013 eingefroren werden sollen. Ein Sparkurs dieser Dimension würde "die Zukunft Österreichs" gefährden.

Die Vorsitzende der Hochschülerschaft (ÖH), Sigrid Mauer, kündigt im Gespräch mit demStandard für Herbst eine mögliche Neuauflage der Proteste an den Universitäten an. "Es ist ein Wahnsinn, dass die Politik nicht versteht, dass es auch wirtschaftlich notwendig ist, in die Forschung und die Bildung zu investieren. Es ist denkbar, dass wir uns mit den Rektoren zusammentun und es zu gemeinsamen Protesten kommen wird."

Maurer: "Wenn die Regierung nicht reagiert, sollten die Unis einfach keine Miete mehr zahlen und das Geld für die Lehre verwenden." Rektorenchef Hans Sünkel, der auch Kündigungen von Wissenschaftern wegen des Sparkurses befürchtet, schlug in diesem Zusammenhang vor, der Bund solle die Uni-Gebäude an die Universitäten übertragen.

Wegen fehlender Finanzmittel hat die Med-Uni Innsbruck eine Online-Aktion gestartet und erwägt einen Protesttag. (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 3.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 92
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Ich B. Sisyphos
 
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Sind die post seit einigen Wochen allgemein stundenlang verzögert, oder steh ich auf einer watch list?

3ch0
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Diesmal Fackeln nicht vergessen!!!

global_citizen
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die Frage ist dann wenn oder was willst anzünden ?

Universitätgebäude zu beschädigen ist so ziemlich dass dümmste was man tun kann. Du könntest nach Vorarlberg fahren und dich bei der Strickliesl beschweren, aber die war doch auch nur eine lächerliche Marionette. Systemtheoretisch betrachtet sind eigentlich die Chinesen und Inder an der jetztigen Finanzkrise "schuld". Die arbeiten für ein paar Cent pro Stunde und produzieren nun
auch schon High-tech Zeugs wie UMTS-Sticks zu Kampfpreisen. Und solange es bei denen bergauf geht, gehts bei uns bergab. Aber keine Angst: nicht alles ist globalisierbar: Baunebengewerbe (Fliesenleger, Estrichmacher, Maurer etc. etc.), alle
Arten von Heilberufen (Arzt, Krankenschwester, Pfleger) sind jedenfalls Zukunftsbranchen für "good old europe".

English by choice
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"Es ist ein Wahnsinn, dass die Politik nicht versteht, dass es auch wirtschaftlich notwendig ist, in die Forschung und die Bildung zu investieren.

Und wann verstehen die Studenten das es auch an ihnen liegt, in die Uni-Ausbildung zu investieren? Wann verstehen die Studenten, dass wir in einem Land leben, wo man/frau fuer Kindergarten, Schulbuecher und Transport im Pflichtschulbereich zahlen muss?
Selbst Studentin in England (und nein,bin NICHT reich, sondern musste Kredite aufnehmen), trotzdem kann ich die Argumentation der Studenten in Oesterreich NICHT nachvollziehen. Uni-Ausbildung ist KEIN "Menschrecht", so wie hier im Forum einige behaupten!
Studenten wollen Qualitaet, aber nix dazu beisteuern. Sie wollen weniger Studenten in Seminaren, aber keine Knock-out Pruefungen. Fuer 'hoeher gebildete' Leute, nicht sehr logisch!

Rudolf Mentär
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Man kann beides haben!

Ich habe die Vorzüge der Britischen Unis auch erlebt und bin der Meinung, man kann beides haben. Freien Hochschulzugang, geringe/keine Studiengebühren UND Qualität in der Lehre (die in Österreich in vielen Fächern derzeit fehlt).
Was man dazu braucht? Geld. Woher das kommen soll? Aus dem Budget. Warum? Weil es eine Investition in die Zukunft Österreichs ist, wenn möglichst viele Menschen möglichst gebildet sind.
Es geht nich darum, ob Menschenrecht oder nicht, es geht darum, ob sinnvoll oder nicht. Und ich bin der Meinung in die Bildung der jungen Leute zu investieren ist das Sinnvollste, was der Staat mit seinem Geld tun kann. Die Summen, um die es hier geht, sind zudem im Vergleich zu anderen Bereichen (z.B. ÖBB, Autobahnen) gering.

smea_gol
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Sie Dolm,
es gibt Gratiskindergärten, außer in rechten Fehlspekulations Bundesländern wie Kärnten.
Schulbücher und Transport, bzw. fachliteratur und Transport müssen Studenten auch selbst zahlen, wie auch vieles mehr, zB Miete (Schüler wohl kaum, da bei Eltern), zum Teil Steuern (da Arbeitstätig um das Studium überhaupt finanzieren zu können) und anderes.

Sber machen Sie ruhig weiter mit ihrer Hausmeister-kronenzeitungspolemik, sie fügen sich damit hervorragend in dieses Land ein.

debian1
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Stichwort TU München: mit 360€/Semester finanzieren die Studenten alleine die Vielzahl an nobelpreisgeschmückten Lehrpersonen/Absolventen? Die alternative Erklärung ist, dass der Freistaat Bayern, immerhin das reichste deutsche Bundesland, gezielt in Bildung investiert um diese Führungsrolle zu behalten...

Mensch ärgere dich!
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aus Ihrem Posting kann man herauslesen, dass die ideologischen Staatsapparate (Familie, Schule, Kirche, Medien...) ganze Arbeit leisten.

Schurli Schorsch
 
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man merkt, dass sie schon wo anders waren bzw überhaupt wo anders studiert haben. wie sonst hätten sie sich eine derartige meinung bilden können? in österreich ist das ja unmöglich bzw wird man vom linken mainstream (der ja hierzulande gerne als liberal bezeichnet wird, wohl deshalb weil bei uns keiner weiß was das wort bedeutet) mundtod gemacht, wenn man so eine ansicht vertritt. immer weiter so bitte! hier im standardforum mangelt es leider sehr stark an vernünftigen meinungen und standpunkten. jaja ich weiß schon dafür krieg ich jetzt sicher wieder a rotes stricherl und ein paaar kommentare al a sie sind rechts, sie sind reaktionär, sie sind övp-wähler, sie sind reich und wollen die armen ausschließen oder was weiß ich...

Andre Mainung
00

ich glaube, wenn ich mir mein Studium mit einem Kredit finanzieren müsste, hätte ich es nicht riskiert zu studieren anzufangen. Denn ich hätte nicht gewusst, ob es auch wirklich das richtige für mich ist.
Darum bin ich froh, dass ich ohne finanzielles Risiko die Chance hatte, das richtige im Leben für mich zu finden.
(und keine sorge, ich vergeb keine roten stricherl)

unterschichtskind auf dem weg nach oben
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ich freu mich schon auf die wohlstandskindlichen Kommunistendeppen, die in der großen Selbstverständnis aufgezogen wurden und jetzt, wie bei den Eltern, einfach Luft anhalten probieren bis sie ihren kleinen Willen durchgesetzt bekommen. hoffentlich halten sie die Luft wirklich konsequent an. Es wird ein Spaß wieder erinnert zu bekommen, dass die wohlstandskindlichen Kommunistendeppen die großen großen sehr sehr großen Verlierer in Österreich sind.
Es kann ja nicht sein, dass plötzlich irgendwie eine Leistung gefordert werden kann, wenn bis jetzt immer als geschenkt wurde. Widerstand.

smea_gol
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rechter wa++ler. mehr gibt es zu ihnen nicht zu sagen.

tante kommunismus
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Nieder mit der Wissenschaft, die fürs Kapital nur schafft!

in den 1960er und 1970ern waren viele studieren (zumind. in deutschen großstädten, in frankreich ...) noch kritisch. heute hat man sich - das zeigt das zitat des ÖH-vertreters deutlich - nicht nur abgefunden mit der rolle, die der wissenschaft im kapitalismus zugewiesen wird; nein: man befürwortet diese rolle auch noch. das ist: traurig.

"dass es auch wirtschaftlich notwendig ist, in die Forschung und die Bildung zu investieren"

ja, aber das kapital und sein polit. handlanger sind eben der meinung, dass man einiges abbauen kann - weil nicht fürs kapital verwertbar, also geldverschwundung. dagegen kann so ein ÖH-fuzzi ja kaum argumentieren, denn eigentlich bestätigt er ja nur seine rolle als diener des kapitals. was will er kritisieren?

tante kommunismus
12
Wie der Staat die Ressource Bildung bewirtschaftet

Teil1: Einleitung
Teil2: Wie sind Wissenschaft und Ausbildung eine Ressource des Kapitals
Teil3: Die Kritik, die zum Wissenschafts- und Ausbildungsbetrieb immer dazugehört
Teil4: Mehr Markt und mehr Konkurrenz für die von der Konkurrenz und für sie getrennte Sphäre
Teil5: Diskussion: Studiengebühren / Chancengleichheit als ein Ideal der Konkurrenz
Teil6: Nachtrag I: Eliteuniversität für 'Wissensvorsprung': Monopolisierung des Wissens für die imperialistische Konkurrenz
Teil7: Nachtrag II – zu einigen Argumenten des Protests: 'Bildung ist keine Ware' / Ideologie, Praxis und Leistung der Privatisierung - Diskussion / Studiengebühren als Beitrag zur Gerechtigkeit

http://doku.argudiss.de/?Kategorie=AuE#62

Mensch ärgere dich!
43
"Es ist ein Wahnsinn, dass die Politik nicht versteht, dass es auch wirtschaftlich notwendig ist, in die Forschung und die Bildung zu investieren."

die Wirtschaft soll scheißen gehen!

smeki
01

Kurz, bündig und vollkommen zutreffend.

Mensch ärgere dich!
01

man kann es nicht oft genug sagen :-)

unterschichtskind auf dem weg nach oben
22

stimmt, vollkommen richtig, zum Leben brauchen wir Luft, Liebe und Sandkuchen.

Mensch ärgere dich!
02

und eine unsichtbare Hand

Herr Plumm
222

1. es ist jetzt schon so, dass nur wenige studienabgänger einen entsprechenden job in ihrem fach finden

2. was machen wir wohl, wenn all österreicher voll auf bildung machen und plötzlich keine bäcker, maurer,.... mehr da sind?

Schurli Schorsch
 
00

dann holen wir noch ein paar ausländer ins land. die schuften dann für uns und zahlen unsere akademiker pensionen...

Dan12
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bin auf eine hauptschule gegangen und kann mich noch gut an die leute erinnern, die gesagt haben, dass sie wollen, dass sie endlich fertig sind mit der schule und endlich ihr eigenes geld verdienen können.
wahrlich, nicht jeder hat bock weiterhin schule oder dann gar auf eine uni zu gehen - is auch gut.

Andre Mainung
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keine Sorge, die Maurer wirds noch länger geben! aber von welcher Fr. Bäcker sprechen Sie?

smea_gol
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tja, leider ist aber auch der anteil der bäcker, bauarbeiter und landwirte/bauern gesunken. also wenn wir schon in zukunft alle auf der straße sitzen, dann bitte doch wenigstens gut ausgebildet.

Martin295
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1. Es gibt sicher Studiengänge bei denen es Abgänger schwerer haben einen Job zu finden (z.b. als Jurist), aber zu sagen das nur wenige Abgänger einen Job finden ist schlichtweg falsch. Fragen Sie mal einen Physiker, Chemiker, Kunststofftechniker, Informatiker, Elektrotechniker usw.

2.) Es gibt noch immer genug Menschen die nicht die Matura machen oder an ein Studium interessiert sind. Sollte es tatsächlich einmal so weit sein und es an Bäckern fehlen, schließt ein Master Abschluss die spätere Arbeit als Bäcker nicht aus.

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