Rektoren, Uni-Senate und ÖH warnen vor Sparkurs
Wien - Österreich könnte abermals ein heißer Protestherbst an den Universitäten bevorstehen. Nach den Rektoren der heimischen Hochschulen schlagen jetzt auch die Senate der Universitäten und die Hochschülerschaft wegen der Uni-Sparpläne der Regierung Alarm. Die Senate - Leitungsgremien, in denen alle Uni-Angehörigen vertreten sind - sprachen am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme von einer "besorgniserregenden" Ankündigung des Wissenschaftsministeriums, wonach die Uni-Budgets ab 2013 eingefroren werden sollen. Ein Sparkurs dieser Dimension würde "die Zukunft Österreichs" gefährden.
Die Vorsitzende der Hochschülerschaft (ÖH), Sigrid Mauer, kündigt im Gespräch mit demStandard für Herbst eine mögliche Neuauflage der Proteste an den Universitäten an. "Es ist ein Wahnsinn, dass die Politik nicht versteht, dass es auch wirtschaftlich notwendig ist, in die Forschung und die Bildung zu investieren. Es ist denkbar, dass wir uns mit den Rektoren zusammentun und es zu gemeinsamen Protesten kommen wird."
Maurer: "Wenn die Regierung nicht reagiert, sollten die Unis einfach keine Miete mehr zahlen und das Geld für die Lehre verwenden." Rektorenchef Hans Sünkel, der auch Kündigungen von Wissenschaftern wegen des Sparkurses befürchtet, schlug in diesem Zusammenhang vor, der Bund solle die Uni-Gebäude an die Universitäten übertragen.
Wegen fehlender Finanzmittel hat die Med-Uni Innsbruck eine Online-Aktion gestartet und erwägt einen Protesttag. (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 3.7.2010)