Die Maulhelden bei der Abwaage

2. Juli 2010, 16:11
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    foto: reuters/michaela rehle

    Innige Umarmung nach dem freundschaftlichen Länderkampf im März in München.

Eine Begegnung mit recht rüder Geschichte – und deshalb gut einsetzbar für wechselseitige Sticheleien

Kapstadt - Deutschland vs. England mag ein Klassiker sein (zu dem Deutschland vs. Österreich wahrscheinlich die Parodie ist). Deutschland vs. Argentinien ist dagegen eine Nervenschlacht, und so eine beginnt - wie bei jedem Boxkampf - traditionell bei der Abwaage, wenn die testoste-ronprallen Kontrahenten erst einmal so richtig den Maulhelden heraushängen lassen.

Da sagt dann zum Beispiel Bastian Schweinsteiger, die Raufszenen nach dem WM-Viertelfinale 2006, das die Argentinier im Elferschießen verloren, als Stichelwaffe nutzend: "Sie versuchen immer zu provozieren, im Spiel und schon davor. So wie sie gestikulieren! Das gehört sich nicht, das ist respektlos." Diego Maradona lehnt sich zurück, tut fast gelangweilt und meint: "Bist du nervös, Schweinsteiger? Wir haben keine Zeit, uns über dich Gedanken zu machen."

Und so weiter und so weiter. Das würde wohl endlos so hin und her gehen, aber das Viertelfinale 2010 ist eben für den Samstag um 16 Uhr angesetzt. Ab diesem Zeitpunkt werden diesbezüglich der 32-jährige Usbeke Rawschan Irmatow und seine Assistenten im Mittelpunkt stehen. Und der möchte den Kontrahenten jedenfalls die außerballesterische Schneid abkaufen: "Wir pfeifen ja nicht zum ersten Mal. Wir sind eine solche Atmosphäre gewöhnt und werden einfach unseren Job erledigen."

Ruppige Brisanz

Mittlerweile hat sich die ruppige Brisanz des Duells längst in die internationale Fußballgeschichte hinein verfestigt. Alle fünf bisherigen WM-Begegnungen waren von ordentlichen Holzereien geprägt. Nicht zuletzt das Vorrunden-0:0 1966 führte zur Einführung gelber und roter Karten bei der nächsten WM.

Zweimal bestritten die beiden Kontrahenten ein WM-Finale gegeneinander. 1986 holte Diego Maradona den zweiten und bislang letzten Titel für Argentinien. Vier Jahre später verlor er ihn mittels Elfmeterschießens, Deutschland wurde zum dritten und bislang letzten Mal Weltmeister. Der nunmehrige argentinische Coach weinte darob bitterlich.

Und zwar deshalb: "Ich hatte meiner Tochter Dalma versprochen, dass ich mit dem Pokal heimkomme. Am Ende musste ich ihr etwas Schwieriges, Hässliches und Schmerzvolles erklären, nämlich dass es im Fußball eine Mafia gibt."

Es steckt also einige emotionale Würze in diesem Viertelfinale, auf das sich vor allem die Deutschen mit Akribie vorbereiten. Maradona vertraut, sagt er jedenfalls, auf das Maradonahafte von Lionel Messi. Der nämlich sei "so gut, dass er mit einer Krone auf das Spielfeld gehen könnte" . Ja, Messi habe zwar noch nicht getroffen in Südafrika, aber: "Man darf nicht vergessen, dass auch ich 1986 erst im Viertelfinale richtig in Erscheinung trat."

Messi hat übrigens zuletzt beim Training pausieren müssen. Ihn plage eine Verkühlung. Aber so was gehört genauso zur Nervenschlacht wie die deutsche Meldung, Mesut Özil und Lukas Podolski seien etwas angeschlagen.

De facto werden die Trainer, Maradona und Joachim Löw, ihre stärkste Formation aufs Feld schicken. Argentinien (Maradona: "Bei unseren Spielern wäre es eine Sünde, daran etwas zu ändern." ) im bewährten 4-3-3, Deutschland im nicht minder bewährten 4-2-3-1, das ihnen leicht zum 4-2-4 gerät.

Löw und sein Team haben die Spieler mit umfangreichen Gegnerdossiers vorbereitet, allein 50 Seiten und ein eigener Film beschäftigen sich mit Messi. Chefspion ist der Schweizer Urs Siegenthaler.

"Das Scouting" , sagt Löw, "ist von großer Wichtigkeit für uns. Urs Siegenthaler sammelt in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln unheimlich viele Informationen." Vor vier Jahren dienten diese auch dazu, für Tormann Jens Lehmann einen sehr hilfreichen Spickzettel zusammenzustellen. Fürs Elferschießen. Gegen Argentinien.

Für das will Argentinien Revanche. Verteidiger Martín Demichelis: "Wir gewinnen, weil wir besser sind." Das sehen die Deutschen natürlich anders. Und wir, wir werden sehen. (sid, wei, DER STANDARD Printausgabe 03.07.2010)

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Daviddavidovich
 
01

Das war die richtige Antwort an alle Neider in diesen
Kleinen Land.Die richtige Antwort an Maradonna.
Deutschland ist die beste Turniermannschaft auf der Welt.Was haben viele Schlaumeier geschrieben vorher Argentinien hat die besten Spieler hahaha.
Deutschland hat die jüngste und beste Mannschaft bei diesen Turnier noch eine Frage.
WER IST MESSI.Schweini über alles.

billy bob
00

schweini...sowas darf man nicht sagen....is echt unter der gürtellinie

Fischotter
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Habe mir schon vor dem Spiel keine Hoffnungen gemacht, die Argentinier könnten gewinnen.
Weil Maradonas Taktik einfach zum Scheitern verurteilt war!
So offensiv kann man in der Vorrunde spielen, doch sicher nicht mehr in der Finalphase.

Maggot Brain
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sicher war Bastian heute super, aber eigentlich IST DIE MANNSCHAFT DER STAR. Es nützt nix Superspieler zu haben, die im Nationalteam nicht funktionieren. Löws Kunst ist es die richtige Mannschaft zu formen, und auch umstrittene Spieler (z.B. Klose) dazuzuholen.

Cannondale27
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So, liebe österreichischen Freunde:

jetzt schaue ich alle Themen nach euren tollen Kommentaren durch UND REIB SIE EUCH GENÜSSLICH UNTER DIE NASE....!!!!!

Nochmals für alle: 87. Minute - D -> 3, ARG -> NULLLLLLLL!!!!

Poldi Fesch
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zu

ungeduldig :))

Gaviota
10

Mir ist es im Grunde egal, ob Argentinien oder Deutschland gegen Spanien verliert. Aber für die Deutschen tut es mir leid, dass ihr Team noch nicht nach Hause fährt, sondern vermutlich noch größenwahnsinniger geworden ist. Man darf schon peinlich-gespannt auf die nächste Pressekonferenz warten.

Caroja1985
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Ja, es ist schon sehr schwierig, so viel Erfolg der Deutschen mitanzusehen.

Daviddavidovich
 
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Idiota wäre der passende Name für Sie,aber egal
spürst du den Neid zerfressen soll er sie.

Gaviota
00

Sie sind leider völlig auf dem Holzweg. Patriotismus ist mir gänzlich fremd, ich kann mich nicht erinnern, mich je über einen sportlichen Erfolg Österreichs gefreut zu haben. Genauso fremd ist mir "Neid" wegen sportlicher Erfolge Deutschlands. Ich suche mir "meine Teams" grundsätzlich selbst aus, und Deutschland gehört genausowenig dazu wie Österreich.

Caroja1985
00

Das wird schon wieder , Kopf hoch!!!

Gaviota
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Sind Sie betrunken? Mein Kopf hängt nicht.

Poldi Fesch
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was schreibst dann

erst mit D als Titeltraeger

Gaviota
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Dasselbe. Dass es für die Moral der Deutschen und ihr Ansehen in der Welt besser wäre, wenn sie verlieren würden, weil sie anscheinend Schwierigkeiten damit haben, konstruktiv mit nationalem Erfolg umzugehen.

Quintus Beckloeffel
00

DU hast Schwierigkeiten, konstruktiv mit deren Erfolg umzugehen.

Gaviota
00

Sie als Deutschnationaler haben es da natürlich leichter, ich geb's zu.

Aber falls es Sie tröstet: Wenn Österreich jemals im Halbfinale stehen sollte und österreichische Fußballer ungestraft über die Mentalität anderer Nationen lästern, werde ich auch zur gegnerischen Mannschaft halten. Versprochen!

Caroja1985
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Das Interessante ist, dass Österreicher auch ohne Spiel ständig über die Mentalität eines anderen Landes lästern.

Gaviota
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Sie sind bei mir leider an der falschen Adresse. Ich finde den pathologischen Deutschenhass hierzulande auch unsympathisch. Suchen Sie sich also bitte einen patriotischen Deppen, mit dem Sie sich prügeln können, und lassen S' mich anglahnt!

Poldi Fesch
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diese "Laestereien"

waren auch im pro Maradona ital. TV zu hoeren.

Daviddavidovich
 
00

Deine Aussage ist der Barometer deiner Intellegenz du Reserve Freud,das gibt es doch nicht tut das auch weh was du hast.

FakkFeijs
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Indelegentz heißt das!!

Gaviota
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Ich kann ja verstehen, dass Sie sich ärgern, aber das Wort Intelligenz sollte man zumindest richtig schreiben können, wenn man sie anderen abspricht.

Systemrelevante Ausländerin
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ein gutes beispiel

für hobbypsychologie...oder worauf beruht deine seltsame annahme bzw schlußfolgerung? lebst du dein leben nach einem ähnlichen prinzip? "ich lasse mich schlagen denn danach hat man mich lieb"?^^

Gaviota
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Meine Annahme beruht unter anderem auf Schweinsteigers Aussagen über Argentinien und auf dem Umstand, dass im deutschen Fernsehen kurz nach dem Sieg über Argentinien zur Melodie von "Don't Cry For Me Argentina" Maradona verhöhnt wurde. Was einen meiner deutschen Freunde zu der Bemerkung hinriss: "So etwas würden Argentinier oder Spanier nie machen".

Sich einfach entspannt und selbstbewusst zu freuen, das können die Deutschen genauso wenig wie die Österreicher. Nationalstolz bedeutet für sie automatisch: Andere runtermachen.

Poldi Fesch
00
und wie

sie das machen wuerden

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