Kanzlerfrage: Faymann vor Pröll

2. Juli 2010, 14:20
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SPÖ profitiert von Aufwind, ÖVP findet trotzdem mehr Zustimmung

Werner Faymann liegt erstmals seit März 2009 in der Kanzlerfrage wieder klar vor ÖVP-Obmann Josef Pröll. Das zeigt der ATV Österreich-Trend, eine aktuelle Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag von ATV unter 1000 wahlberechtigten Österreichern. 24 % der Österreicher würden bei einer Kanzlerdirektwahl Werner Faymann die Stimme geben, im Vergleich zum März konnte der SPÖ-Chef damit um sechs Prozentpunkte zulegen. Anders das Bild beim Koalitionspartner: ÖVP-Chef Josef Pröll kommt nur noch auf 22 % - im März wollten ihn noch 29 % als Regierungschef.

Dazu der Meinungsforscher Peter Hajek: "Lange Zeit war nicht klar, was dem Kanzler politisch am Herzen liegt. Mit dem Thema - soziale - Gerechtigkeit wurde sein Profil, und das der SPÖ, geschärft. Bis dato hatte nämlich sein Vize Josef Pröll von diesem Vakuum profitiert."

Sonntagsfrage: ÖVP liegt weiter vorne
21 % der Bevölkerung meinen, die ÖVP habe die besseren Konzepte gegen die Wirtschaftskrise, nur 14 % trauen das der SPÖ zu. Fragt man aber, wer die gerechtere Budgetkonsolidierung vornimmt, verkehrt sich das Bild: 22 % sprechen dies der SPÖ zu, nur 17 % trauen dies der ÖVP zu. "Der SPÖ ist mit ihrer Gerechtigkeitskampagne die Re-Positionierung geglückt", meint Peter Hajek

Auch die Kanzler-Partei SPÖ profitiert - wenn auch in geringerem Ausmaß - vom Aufwind für Werner Faymann. Die Sozialdemokraten, die in der Sonntagsfrage seit einem Jahr klar hinter dem Koalitionspartner lagen, konnten den Abstand zur ÖVP deutlich verringern. So würden derzeit 32 % der SPÖ ihre Stimme geben, im Vergleich dazu waren es im März nur 28 %. Die ÖVP verliert dagegen leicht von 35 auf 34 %. Die FPÖ, die im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfs deutlich eingebüßt hatte, stagniert bei 20 %, die Grünen verlieren leicht von elf auf neun % und das BZÖ wäre mit drei % nicht mehr im Nationalrat vertreten. (red)

 

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