Arbeitspause: Besser als ihr schlechter Ruf

2. Juli 2010, 11:25

Berufsverband Deutscher Internisten rät zu Pausen - Durcharbeiten sei "Raubbau am eigenen Körper"

Wiesbaden - Durch Pausen können Arbeitnehmer ihre Leistungen oft steigern. Die kurzen Ruhephasen helfen Körper und Geist dabei, sich zu regenerieren und Kraft für neue Aufgaben zu tanken. Arbeitnehmer sollten deshalb viel öfter mal tief durchatmen - egal, was die Kollegen denken. Das rät der Berufsverband Deutscher Internisten. Aufgrund des Drucks in vielen Unternehmen ist es jedoch nicht einfach, seiner Gesundheit und der Konzentrationsfähigkeit zuliebe bei der Arbeit kurze Ruhephasen einzulegen.

Raubbau am eigenen Körper

Pausen hätten einen schlechten Ruf, sagt der Arbeits- und Organisationspsychologe Professor Rainer Wieland von der Universität Wuppertal. "Wenn jemand häufig Pause macht, heißt es gleich: 'Das ist ja ein lahmes Ei'.' Dagegen werde es als Zeichen von Einsatzbereitschaft gewertet, wenn Mitarbeiter sagen, sie bräuchten keine Pause." Das ist jedoch ein Irrglaube und Raubbau am eigenen Körper. Durch regelmäßige Auszeiten sinke der Stresspegel messbar, und Mitarbeiter seien leistungsfähiger, erläutert Wieland.

Unfallrisiko sinkt

Darüber hinaus verringert sich das Risiko eines Arbeitsunfalls, wenn Mitarbeiter genug Pausen machen. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin hin. Viele Unfälle im Betrieb ereignen sich deshalb, weil Mitarbeiter überlastet sind und dadurch unaufmerksam werden. Doch Pause ist nicht gleich Pause. Am Schreibtisch beim Essen nebenbei E-Mails zu bearbeiten ist falsch und nicht erholsam. Die Mittagsmahlzeit sollte nach Möglichkeit nicht am Schreibtisch eingenommen werden. Darüber hinaus sollten Arbeitnehmer versuchen, zwischendurch einmal richtig abzuschalten und den Kopf freizubekommen. Helfen kann dabei zum Beispiel ein Spaziergang in der Mittagspause. (sid)

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7 Postings

Bahnbrechende Erkenntnisse!!!

Schön wärs...

wenn ich mal Chef sein sollte, würd ich sofort den Mittagsschlaf einführen ;)

Du hättest dir ;-) ersparen können - "Power napping" gibts schon längst und wird sich künftig noch mehr verbreiten.

Die "richtige" Pausengestaltung hängt immer..

...davon ab, was man während der Arbeit tut. Um zumindest für ein paar Minuten auf andere Gedanken zu kommen, reichen meistens schon 3 Jongliertücher oder -bälle und ein paar tiefe, bewusste Atemzüge, bei denen man sich auf das Ausatmen konzentriert.

Zum kurzfristigen Stressabbau recht meistens distanzieren + atmen. Und wenn man sich nachher wieder kurz aktiviert, indem man einfach mal zwei Stockwerke hochläuft, ist man wieder fit für die Arbeit.

ja würd man mich von 12 bis 12:30 schlafen lassen...da kann ich gaaanz anders hackeln am nachmittag.

Ja, klar, ausgeschlafen sind die Kaffee- und Zigarettenpausen ja viel ergiebiger.

Wo'st in manchen Firmen schon zur Pinkelpause die Karte ziehen musst?


Da werden viele auf's Geld schauen, mit dem Kopf schütteln und lieber durchhackeln.

Gerade die Berufe mit der höchsten Belastung haben die schlechtesten Arbeitsbedingungen - auch und gerade bei den Arbeitspausen.

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