Einserkastl Rau

Mächtige Fürsten

01. Juli 2010 19:18

In regelmäßigen Abständen erscheinen in News und Krone "Abrechnungen" für die Bundesregierung

Zur Grundausstattung der österreichischen Politikfolklore gehört der "mächtige Landesfürst, der es der Bundesregierung so richtig hineinsagt". Unter den starken Landeshauptleuten, die immer wieder einmal "auf den Tisch hauen", sind Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Niederösterreichs Erwin Pröll besonders beliebt (bei manchen Medien). In regelmäßigen Abständen erscheinen dann in News oder in der Krone "Abrechnungen" mit und gute Ratschläge für den jeweiligen Kanzler bzw. die ganze Bundesregierung.

Umgekehrt ginge es aber auch. Zum Beispiel haben Häupl und Pröll mit der parteipolitischen Besetzung des Vorstandes des Flughafen Wiens offenbar einen mächtigen, extrem teuren Pallawatsch angerichtet. Der Rechnungshof hat dazu einiges zu sagen. Pröll hat - im Wissen um die Qualitäten des Mannes - seinen Landespolitiker Franz Gabmann in den Vorstand geschickt, der sich dort aber wirklich nicht bewährte. Einiges auszusetzen hat der Rechnungshof auch an der hochriskanten Veranlagung der NÖ-Wohnbauförderungsgelder. Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka wurde von Pröll bisher nicht zur Verantwortung gezogen. Der Rechnungshof befinde sich in einem "Irrtum", ist die Schmeck's-Anwort.

Mächtige Landesfürsten gut und schön, aber wenn sie das nächste Mal wieder "Auf den-Tisch hau"-Interviews geben, sollte man sie an die eigenen Danebenhauer erinnern. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2010)

Kommentar posten
21 Postings
Josef Beck
06.07.2010 14:54
Auch RAU irrt

Kolumnisten haben kein leichtes Leben.
Auf begrenztem Platz kritisieren, informieren, unterhalten.
Wenn's dann noch im Standard, einer der wenigen verbliebenen Qualitätszeitungen, auf Seite 1 erscheint, gibt's aber auch noch ein wenig Verantwortung.
Irgendwas sollte schon stimmen.
Einem Herrn Franz Gabemann, der einen Baustopp für den Syklink verhängte und die die aus dem Ruder laufenden Kosten stoppte, die vor ihm entstanden sind, zu unterstellen, dass er sich wirklich nicht bewährte, ist zumindest voreilig. Denn es scheint laut Aufsichtsrat Ordnung und Klarheit einzukehren, die jahrelang fehlte. Und der Rechnungshof und die Finanzmarktaufsicht werden den Rest klären.
Aber auch das sei Herrn Rauscher noch unbenommen. Als Meinung. Nu

Wieviel Demokratie ist es bitte?
02.07.2010 12:46
Diesen Spinnern

die Teppiche unter den Füßen wegzuziehen, ist angesagt. Alles andere ist fruchtlos. Eine Minirepublik mit 9 Bundesstaaten auf 83.000 km², ist das Hirnrissigste, was dieser Planet an Milliarden verschlingenden Scheinbürokratien je gesehen hat.

Nix da Smoothies! Obst trinkt man gebrannt
02.07.2010 17:22

Was heißt da "Scheinbürokratien"?

Das ist alles echt!

mikromalist
 
02.07.2010 09:54
Gegen die politische Diktatur der

Mittelmässigkeit gäbe es nur ein Mittel: den Aufstand der sensiblen Medien.
Dazu gehörten Medien, Kultur, Bildung und Forschung, Verwaltung!!!, Justiz!!!, Exekutive!!!, Kirchen (Schluck, als Atheist muss ich das sagen), ... kurz Einrichtungen, die häufig mit UNS interagieren und deren politische Position neutral sein sollte.

Aber so lange diese selbst am Tropf hängen, werden sie das nicht tun. Im Gegenteil, sie lassen sich von der bequemen Mittelmässigkeit anstecken.

Hans Müller1
 
02.07.2010 11:53
Ich liebe diese nichtssagenden Auffrufe ("sensible Medien", "gegen die Mittelmäßigkeit")

mikromalist
 
02.07.2010 13:03
Was Sie lieben ist mir

ziemlich wurscht.
Wenn Sie sich mit den vielen Fehlentscheidungen der Niedrig IQ Regierungen abfinden, oder gar von ihnen profitieren, OK.
Aber, wenn Sie nicht wissen welche Rollen sensible Medien in einer Informationsgesellschaft spielen, sollten sie einfach einmal still sein?

Hans Müller1
 
02.07.2010 13:30
Weiß nicht was sensibel sein soll, wenn Sie kritisch meinen:

Ob es kritische Medien gibt hängt von der Bevölkerung ab - Medien verkaufen nur die Wahrheiten die gelesen werden wollen

Leider ist unser (ASVG) Mittelstand zu dumm und lässt sich ohne Gegenwehr ausquetschen bis zum geht nicht mehr

mikromalist
 
02.07.2010 14:05
Kritsch hat keinen Zeitfaktor,

aber Sie haben recht, "sensibel" sagt auch nicht reaktions-schnell und wirksam.
Ich übernehme da vielleicht auch einfach einen u weichen Begriff aus dem Kommunikations-Sprech?

(aber das hätten wir anders auch diskutieren können - ohne Polemik?)

Ausgeflippter Lodenfreak
02.07.2010 13:21

Was sind "sensible Medien" konkret?

mikromalist
 
02.07.2010 14:09
p.s. zB bei der Willensäusserung

der Opposition im Iran, war von der Bedeutung sensiblen Medien die Rede ...
(der Begriff ist aber älter)

mikromalist
 
02.07.2010 13:59
IMO, "Medien" die ideologische, politische, soziale, kulturelle ...e

Trends reaktionsschnell verstärken, abschwächen, umkehren, .. können, weil sie eine breite Öffentlichkeit rasch erreichen, und Akzeptanz geniessen (ob zu recht oder zu Unrecht ... :=) )
Wenn Kirche sagt: Weiber-an-den-Herd
Wenn Schule sagt: Disziplin-ist-alles
Wenn Exekutive sagt: Versammlung-ist-potentieller-Terrorismus
Wenn Justiz sagt: Goofe-Politiker-sind-prizipiell-straffrei
..........................
weil sie politische Willensäusserung nachplappern
haben WIR ein Problem, .......

Hans Müller1
 
02.07.2010 14:31
Sie sind also der Meinung dass die Demokratie versagt

und irgendwelche Institutionen / Berufsgruppen die nicht demokratisch gewählt werden dagegen auftreten sollten, quasi für das Gesamtwohl der Gemeinschaft eintreten sollten?

Warum sollten diese Institutionen / Berufsgruppen nicht ihren eigenen egoistischen Zielen folgen wie andere auch?

mikromalist
 
02.07.2010 16:54
Die repräsentative Demokratie

verselbstständigt sich. Politiker gehen Bündnisse mit Justiz, Exekutive, Verwaltung ein, die nicht zum Wohle der Bevölkerung geformt werden, sondern zur Bildung und Besetzung einer einträglichen Nische ...
Ich nenne das Diktatur. Dass diese von höchst mittelmässigen Denkern betrieben wird macht sie zur Diktatur der M ...
Einfach, lächerlich und deshalb und schrecklich.

Hans Müller1
 
02.07.2010 20:27
Glaube Sie haben die Wurzel des Problems nicht verstanden

es gibt keine große Verschwörung der Bösen da oben, unsere Politiker sind nur ein Spiegelbild von uns selbst.

mikromalist
 
05.07.2010 08:43
Sie klingen, wie jene Lehrerinnen, die

ihre eigen Unfähigkeit in die Schuhe der Schülerinnen schieben.
Von de Weisheit der vielen haben sie noch nie etwas gehört?
(Ich hofje, sie nennen sich nicht auch noch "Demokrat"?)

Hans Müller1
 
02.07.2010 12:28
...Aufrufe...

WFL1
02.07.2010 09:06
Skylink = Häupl + Pröll

Sensationell, dass wenigstens ein Journalist die Courage hat, die tatsächlichen Verantwortlichen des Skylink-Desasters zu benennen: Nämlich die Herren Häupl + Pröll. Diese beiden Herren haben (mittels eines windelweichen "Aufsichtsrates") einen Abteilungsleiter der Arbeiterkammer, einen Abteilungsleiter des Gewerkschaftsbundes und einen Abteilungsleiter der Wirtschaftskammer zum Vorstand des Flughafens Wien-Schwechat erhoben.
(Keiner der 3 war je in der Privatwirtschaft tätig, von Flughäfen ganz zu schweigen.)
Und diese 3 Herren haben sich als total überfordert erweisen: Was für eine Überraschung! Die Rechnung darf, wieder einmal, der österr. Steuerzahler (und Flughafenbenützer) bezahlen...

Ava Tar
02.07.2010 07:05
Na ich weiß nicht.

Aus Sicht der Firmen, die die Skylink-Milliarde verdient haben, hat die Pröll-Häupl'sche Jobbesetzung doch gut funktioniert

Das ganze Thema Flughafen ist doch ein Hochpreiskonzept, bei dem die AUA sich Konkurrenz vom Leib hält, der konkurrierende Flughafen in Bratislava am besten mitgekauft werden sollte, und im Endeffekt die Passagiere alles zahlen

Jetzt sind wir verwundert, daß das beim Kapazitätsausbau genauso läuft ?

Als gelernter Österreicher erwarte ich mir doch gar nichts anderes mehr.

Major Nelson
 
01.07.2010 22:03
Naiver letzter Satz.

Wer sollte das denn tun? Der von News oder Krone entsandte Interviewer? Der jeweilige Herausgeber?

Als würde mit solchen Gefälligkeitsinterviews nicht ein ganz bestimmter Zweck verfolgt...

Da ist Kritik nun wirklich nicht am Platz, weder aus Sicht des interviewten Landeskaisers noch aus der Sicht des reichweitenstarken Boulevard-Mediums, das dieses Interview ja schließlich nicht für seine Leser veröffentlicht.

Menschen gegen Menschen
01.07.2010 20:38

Und: Steuerhoheit und damit Wettbewerb für die Bundesländer. Dann wird es spannend - denn auf einmal müssen sie für ihre Unfähigkeit die Verantwortung vor den Steuerzahlern übernehmen.

ceterum censeo faymanem esse d...
02.07.2010 08:53
Das wäre möglich!


Wahrscheinlicher ist allerdings, dass das verschwenderische Wien den Bach runtergeht und herauskommt, dass der wahre überflüssige Teil der Bund ist - und nicht die Länder.

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