Dortmunder U

Museumsquartier im Miniformat

1. Juli 2010, 18:56
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    foto: ruhr.2010

    Weithin sichtbares Wahrzeichen: das wieder erstrahlende Dortmunder U der Union-Brauerei.

Ein Kühlhochhaus einer ehemaligen Brauerei wurde zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität

Eine der größten Herausforderungen im Ruhrgebiet ist es, Nachnutzungen für herausragende, aber funktionslos gewordene Industriearchitektur zu finden. Kulturell genutzt werden nicht nur die Zeche Zollverein in Essen, eine weitläufige, bizarre Anlage mit exemplarischer Bauhaus-Architektur, und der Gasometer in Oberhausen, der größte Europas: In Dortmund wird seit Jänner 2008 das Kellereihochhaus der ehemaligen Union-Brauerei, denkmalgeschütztes Wahrzeichen der Stadt, zu einem "Zentrum für Kunst und Kreativität" umgebaut. Die Kosten für die Adaptierung schätzt man auf 49 Millionen Euro.

Das "Dortmunder U" beherbergt künftig das Museum Ostwall und sieben weitere Institutionen, darunter den Hartware Medienkunstverein, das Zentrum für kulturelle Bildung im digitalen Zeitalter und das Frauenfilmfestival. Die Idee erinnert an das Museumsquartier in Wien, der Mix an Partnern, die das Programm bestreiten, scheint aber nicht wirklich ausgewogen zu sein: Die 15.000 Quadratmeter werden all jenen zur Verfügung gestellt, die Platznöte haben, so auch der Technischen Universität und der Fachhochschule.

Obwohl man schon vor einem halben Jahr wusste, dass die Bauverzögerungen nicht mehr aufzuholen sind, hielt man am Eröffnungstermin 28. Mai fest. Der Medienverein zeigt daher zwar zwei exzellente Ausstellungen - aber im Provisorium: Es fehlen Böden, Beleuchtungskörper, Klimatechnik und Toiletten. Am 8. Oktober soll nun die "Gesamteröffnung" stattfinden; die Zeit bis dahin wird als "Prolog" bezeichnet.

Sicher nicht mehr fertig wird heuer ein anderes ehrgeiziges Projekt: der Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle von Herzog & de Meuron am Duisburger Innenhafen. (trenk/ DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2010)

 

  • Vom schwierigen Umgang mit der Historie [2]

    Titelbild "Nemci in Maribor": Ein Schlüsselprojekt der Kulturhauptstadt widmet sich seiner ehemals deutschsprachigen Bevölkerung und ist ein wichtiges Symbol einer lokalen Vergangenheitsbewältigung

  • "Wendepunkt"

    Die Suche nach der Kulturhauptstadt [16]

    TitelbildMaribor, zusammen mit Guimaraes Kulturhauptstadt Europas, protzte nicht: Das Eröffnungswochenende fiel eher bescheiden aus

  • Kulturappell auf Ausländisch [1]

    TitelbildMaribor steht vor der Pleite: Zentrale Bauten wurden nicht errichtet, berühmte Künstler vergrault. Doch die Hoffnung in der europäischen Kulturhauptstadt 2012 lebt weiter - trotz alledem

  • Mehr Licht!

    TitelbildAb Samstag, 14. Jänner, ist Maribor Kulturhauptstadt Europas 2012. Neben Hochkultur soll dabei auch Alltagskultur sichtbar werden

  • Der verlorene Mariborer Regie-Sohn [1]

    TitelbildMaribor ist europäische Kulturhauptstadt 2012. Der bisherige künstlerische Leiter, Theaterregisseur Tomaz Pandur, kehrte der Stadt allerdings den Rücken

  • Reihenfolge

    Kulturhauptstädte 1985 bis 2016

    Die Länderreihenfolge ist bereits bis 2019 festgelegt

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