Kopf des Tages

Konsequente Netzwerkerin an der Uni-Spitze

01. Juli 2010 18:57
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    Foto: apa/roland schlager

Sonja Hammerschmid scheint maßgeschneidert für die Anforderungen eines Rektorenjobs

Zielstrebig, ehrgeizig, hartnäckig, gewissenhaft, nie um ihre Meinung verlegen, eine Frau mit Handschlagqualität: Dieser Ruf begleitet Sonja Hammerschmid schon lange. Solch karriereorientierten Eigenschaften dürften nicht zuletzt das ihre dazu beigetragen haben, dass die bestens vernetzte Wissenschaftsmanagerin zur neuen Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetMed) gekürt wurde.

Dass sie nun als einzige Frau unter 20 männlichen Chefs staatlicher Unis firmieren wird, berührt sie nicht sonderlich. Ihre Triebfeder sei ein starker Gestaltungswille, sagt die 42-Jährige, verhehlt aber auch nicht die Freude am Führen, Leiten und Lenken. Ihr Profil scheint maßgeschneidert für die Anforderungen eines Rektorsjobs: Bei der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) verantwortlich für Technologie und Innovation, kombinierte sie schon bisher ihre Erfahrungen aus der Wissenschaft mit Businessaffinität, setzt sich seit Jahren für universitäre Unternehmensgründungen und Technologietransfer ein.

Aufgewachsen im ländlichen Baumgartenberg in Oberösterreich, ging sie nach dem Borg nach Wien, um Molekularbiologie und Genetik zu studieren. Nach dem Magistertitel zog es sie in die Praxis, genauer gesagt zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, wo sie fünf Jahre lang forschte. Nach einem wissenschaftlichen Seitensprung in Form eines Postdoc-Studiums eignete sie sich in einer kleinen Firma die nötigen betriebswirtschaftlichen Grundlagen an. 1999 holte sie das Wirtschaftsministerium in die damalige Innovationsagentur, wo sie das Life-Science-Programm aufbaute. Seither konzeptionierte sie Förderprogramme, legte damit Forschern Rutschen zur Wirtschaft, pflegte enge Bande zu Unis, Politik und Industrie.

So geschmiert lief das Karriererad von Hammerschmid - die als SPÖ-nahe gilt, aber mit allen kann - jedoch nicht immer: Mehrmals fiel sie um Führungspositionen um, unter anderem in der AWS selbst. An der VetMed, wo sie sich jetzt wieder in eine neue Aufgabe hineinknien kann, ist sie keine Unbekannte: Von März 2008 bis Mai 2010 saß sie im Uni-Rat - der ihr letztlich auch den Sprung an die Spitze ermöglichte. Als Biologin sei sie der VetMed auch inhaltlich verbunden, sagt Sonja Hammerschmid, die verheiratet und kinderlos ist. Ihre Power wird sie brauchen: Angesichts der tristen Uni-Budgets und der Querelen um Misswirtschaft, die der vorzeitigen Amtsübergabe vorausgingen, wird sie mehr als genug gefordert sein. (Karin Krichmayr, DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2010)

Kommentar posten
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Asylwiener
19.10.2010 23:36
hmm

unabh von der person - ich hab gedacht ein rektorat steht nur habilitierten offen? (plus internationale forschungstuatigkeit und entspr. publiaktionsliste. so steht's zumindest in der HptUni Ausschreibung)

Joseph Kyselak
21.10.2010 09:34
Was ist die "Hauptuni"?

king of smile
06.07.2010 07:25

Wow die Poster und Posterinnen im Standardforum beginnen ohne Fr. Hammerschmied zu kennen gleich einmal zu sudern und ihr die Qualifikation abzusprechen. Hätt mich auch gewundert wenn es anders wäre.

Loxoceles
06.07.2010 17:50

Werter Kollege, der CV von Frau Rektor in spe ist im Internet abrufbar. Den link finden Sie weiter unten.

Wenn jemand mit Polithintergrund zuerst als Mitglied des "Aufsichtsrats" (Unirats) eine Ausschreibung verfassen lässt, die auf das eigene Profil zugeschnitten ist, um dann anschließend mehr oder weniger direkt vom Aufsichtsrat in den Vorstand (Rektorat) zu wechseln, dann ist das mehr als anrüchig!

Loxoceles
06.07.2010 18:02

Zusatz:
http://derstandard.at/124654371... ruendermut

Hier offenbart sich deutlich, dass Frau Hammerschmid anscheinend kaum Verständnis für Grundlagenforschung hat. Dafür aber umso mehr für Produktentwicklung und Betriebswirtschaftslehre. Der einzige Kommentar eines Lesers zu diesem Artikel zeigt die Problematik deutlich auf.

Gute Nacht, Universität.

warumauchnicht
05.07.2010 10:55
Chance vertan

Schade um die Möglichkeit die verkorksten VetMed Sümpfe trockenzulegen. Endlich wird der derzeitge Rektor aus dem Amt gejagt da folgt schon der- pardon, "Jubelmeldung"- die nächste Networkerin, die nicht einmal im Verborgenen networkt sondern als Uni Rat Mitglied gleich ihre eingene Inthronisation als Rektorin vorbereitet. "Ich komme aus der Technologie und bin es gewohnt, zwischen Männern zu agieren" so wird sie in der Presse zitiert- sie pocht also auf das einzige Qualifikationsargument das sie hat: Sie ist eine Frau.
Für mich ist das allerdings zu wenig.

saifalislam
04.07.2010 00:07
"Konsequente Networkerin"

Ich kenne die Dame nicht, aber den Ausdruck "Konsequente Networkerin" wuerde ich nicht als Kompliment interpretieren.

BuddyHill
04.07.2010 10:45

das ist der neue terminus in der akademikerwelt für "nach oben gebum..". das wort konsequent will ich gar nicht näher interpretieren.

Nevim
04.07.2010 12:03

Haben Sie auch Anhaltspunkte für Ihre Behauptung oder darf es nur einfach nicht sein, dass eine Frau erfolgreicher ist als Sie?

Loxoceles
05.07.2010 19:59

Im Artikel steht:
"Nach einem wissenschaftlichen Seitensprung [sic!] in Form eines Postdoc-Studiums..."
Wer Wissenschaft nur im Zuge eines Seitensprungs kurz betrieben hat, ist meines Erachtens nicht unbedingt dazu geeignet, die Anliegen der Wissenschafter gegenüber der Politik zu vertreten. Dafür wäre tieferes Verständnis vonnöten als ein kurzer "Seitensprung".

Mario Ahner
17.10.2010 10:38
Was ist überhaupt ein "Postdoc-Studium"?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Tätigkeit nach der Promotion, also um kein "Studium", sondern in der Regel um eine wissenschaftliche Projektmitarbeit.

durazell
03.07.2010 20:57
??

Die qualifiziert aber gar nix als Rektorin. Nichts.

Loxoceles
05.07.2010 20:00

Wir sind in Ö. Da gibt es Parteien und ihnen nahestehende.

goldener_drache_spielt_mit_phoenix
05.07.2010 22:22
das sind keine Parteien, das sind Netzwerke! ;)

Ofenkartoffel
03.07.2010 20:39
Fesches Madl

Wachmütze
08.07.2010 12:10
Sexist

Loxoceles
03.07.2010 20:38

Wir benötigenen ja keine Leute mehr, die Wissenschaft "tun". Wir benötigen nur mehr Leute, die Wissenschaft "verwalten". Jetzt kommt die Gilde der WissenschaftsverwalterInnen an die Macht.
Gute Nacht. Österreich.

Nevim
04.07.2010 09:52

Es ist nunmal die Aufgabe eines Rektors, Wissenschaft zu verwalten. So wie es Aufgabe eines Fußball-Managers ist, das Team zu verwalten. Dem wirft auch niemand vor, dass er selber nicht mitspielt!

Loxoceles
05.07.2010 13:54

Um eine Lizenz als Fußballtrainer zu erlangen, müssen Sie selber in einem Verein eines gewissen Niveaus tatsächlich Fußball gespielt haben.

Nevim
05.07.2010 15:43

Sie hat ja einen PhD und dann auch noch ein paar Jahre als Postdoc gearbeitet. Das ist wahrscheinlich gleichwertig mit der Fußballer-Erfahrung, die so mancher Trainer hat.

Tatsache ist, dass nicht unbedingt die besten Spieler später die besten Trainer werden oder die besten Trainer früher die besten Spieler waren. Das sind unterschiedliche skill sets, und so ähnlich stelle ich mir das bei Rektoren auch vor.

Loxoceles
05.07.2010 20:02

Hat auch jemand ihre Dissertation gelesen?

Nevim
06.07.2010 00:13

Es steht Ihnen frei, diese in der Bibliothek einzusehen.

Loxoceles
06.07.2010 22:18

Seien Sie doch bitte so freundlich, und teilen Sie mir kurz den Mädchennamen der Dame mit, damit ich nicht so lange suchen muss. Sie kennen Ihn bestimmt!

Blickfang
03.07.2010 08:17
Publikationen

Ich finde im Netz keine Publikationsliste der Rektorin. In Google Scholar Fehlanzeige. Kann diese jemand posten?

f 3
05.07.2010 15:29

es gibt keine publikationen (auch nicht in medline).
allerdings könnte sie welche unter ihrem mädchennamen haben.
würde mich aber nicht wundern, wenn sie keine hätte. nur 7 jahre in der forschung - und "networking" kostet halt zeit und energie :-)

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