Tirol

Liste Fritz und Grüne fordern Abschaffung der Leistungsgruppen

1. Juli 2010, 13:35

Landtagssitzung war wegen einer Demonstration von den "Zornige Frauen" unterbrochen worden

Innsbruck (APA) - Eine unangemeldete Demo von Feministinnen von der Plattform "Zornige Frauen" hat am Donnerstag eine Debatte des Tiroler Landtages um die Sinnhaftigkeit von Leistungsgruppen in Hauptschulen unterbrochen. Mehrere Aktivistinnen betraten während der Aktuellen Stunde den Raum und postierten sich hinten im Sitzungssaal. Auf T-Shirts stand zu lesen "Viel mehr!". Damit setzten sich die Frauen gegen Budgetkürzungen für feministische Einrichtungen zur Wehr. Landtagspräsident Herwig van Staa (ÖVP) unterbrach darauf hin wütend die Sitzung und drohte den Frauen damit, den Sicherheitsdienst zu verständigen, wenn diese nicht den Saal verlassen.

Liste Fritz für Einführung einer "Tiroler Mittelschule"

Die Liste Fritz sowie die Grünen sehen in den Leistungsgruppen ebenfalls ein überholtes System. Gottfried Kapferer (Liste Fritz) ist das Leitungsgruppensystem "ein langer Irrweg". Dieses System sei "unsozial, ungerecht und diskriminierend", sagte er. Die Liste Fritz forderte deshalb die Einführung des Modells "Tiroler Mittelschule". Das sei in Tirol machbar und umsetzbar.

Der Grüne LAbg. Gebi Mair sah in der Aufteilung in Leistungsgruppen in der Praxis vor allem ein Mittel um schlechte Schüler loszuwerden. In der 3. Leistungsgruppe werde von den Schülern dann nichts mehr erwartet, was dazu führe, dass sie auch nichts mehr leisten. SP-Klubobmann LAbg. Ernst Pechlaner erklärte, dass ihm die reine Abschaffung der Leistungsgruppen grundsätzlich zu kurz gegriffen sei und setzte deshalb lieber auf die Einführung einer gemeinsamen, ganztägigen Schule der sechs bis 14-Jährigen.

Der FPÖ-Obmann Gerald Hauser ist für die Hauptschule. Er habe in seiner Zeit als Lehrer an einer BHS keinerlei Leistungsunterschiede zwischen Hauptschülern und Gymnastisten feststellen können. Für Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) ist die Frage einer Abschaffung der Leistungsgruppen in den Hauptschulen durchaus eine Frage, die diskutiert werden muss. Diese Maßnahme allein sei aber zu wenig. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 32
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leckbuckl
00
14.8.2010, 17:24
Er habe in seiner Zeit als Lehrer an einer BHS keinerlei Leistungsunterschiede zwischen Hauptschülern und Gymnastisten feststellen können.

das spricht ja auch für ein Gymnasium für alle!!!!

sam duke
02
bei schulskikursen

gehören die gruppeneinteilungen auch abgeschafft.

LL MM
01

Die "Tiroler Mittelschule" wäre dann eine "Neue Mittelschule" ohne zusätzliche Ressourcen. Man möchte wohl mit aller Gewalt auch auf dem Land die Hauptschule umbringen.

Ist es Bosheit, mangelnde Intelligenz oder einfach nur Ignoranz, die Politiker zu solchen Vorschlägen veranlasst?

Ich bin zwar für Föderalismus und gegen Zentralismus, aber angesichts solcher Wortmeldungen beginne ich meine Meinung grundlegend zu überdenken.

Um solche "Ideen" zu kreieren, brauchen wir keine unterbeschäftigen Landtagsabgeordneten.

Alfred Moosbrugger
01
Die Gymnastisten sterben aus:

"Er habe in seiner Zeit als Lehrer an einer BHS keinerlei Leistungsunterschiede zwischen Hauptschülern und Gymnastisten feststellen können"

metalwoman
00
12.7.2010, 14:41
kommt drauf an...

ob seine Schüler von einer Stadt- oder Landhauptschule kamen.

Nevim
00

Er ist wahrscheinlich nicht Turnlehrer. Am Schwebebalken sind die Gymnastisten bestimmt besser.

Sir Robert von Locksley
00
Generell die "stisten". Ich hab seit Wochen keinen gesehen/gehört/gerochen.

Alfred Moosbrugger
210

Genau. Schülerinnen und Schüler kommen von 10-14 alle in den gleichen Schultyp, egal ob sie mit 10 bereits Foucault lesen oder sich ansabbern, die Leistungsgruppen werden abgeschafft, damit der Foucault-Leser dem Sich-Ansabberer helfen kann (Wie sozial!), Noten werden abgeschafft und jeder bekommt zum 18. neben dem Führerscheingeschenk ein Maturageschenk und dann in der ersten Arbeitswoche lernt er, dass Schule ein riesengroßer Betrug ist, weil sie wie seit Jahrtausenden nicht auf das Leben vorbereitet, außer vielleicht ein paar Großkopferte in Eliteschulen, die dann Diplomaten werden.

Danke, lieber Fritz, erklär' uns die Welt. Darauf haben nicht nur die Tiroler (bekanntlich hochintelligente Bergbewohner) schon lang gewartet.

Ja bitte
00
In der Realität ist es eher so,

...daß scheiß egal ist was ein Schüler mit 10 liest, oder wie gut er sich Grammatisch ausdrucken kann, oder schon Differenzieren/Integrieren. - Wenn er Legastenie hat kommt er (ohne Intervention der Eltern) in die 3.Deutsch(Englisch) Leistungsgruppe, um statt Literatur zu lesen unsd seine Ausdruck zu verbessern stupide Schreibübungen zu manchen bis er völlig verblödet. Die helfen zwar nicht wirklich gegen "buchstabenverschlucker" aber ihm fehlt dann das nicht gelernte in der HTL/Borg um dort mitzukommen. - Und Wirtschaft kann wieder mal weinen weil sie keine Techniker bekommt und das AMS weil es lauter Schulkrüppel vermitteln soll. - Da sag ich nur ein Loblied auf die (Fehl-)leistungsgesellschaft -*sick

Woerns24
 
01
10.7.2010, 09:23

Sorry, aber Sie sind von der Realität so weit entfernt wie Österreich von einer WM-Quali.

In welcher Schule waren Sie? Sind Sie jamals in einer 3. LG gesessen, oder wiederholen Sie hier nur Klischees, die eine Kleinformatzeitung druckt. Realität schaut wahrscheinlich von Schule zu Schule verschieden aus, und es tut mir leid, dass Sie offensichtlich negative Erfahrung gemacht haben (oder eben nicht...)

Ja bitte
00
14.7.2010, 13:53
HS Mondsee bis 91

Deutsch 2.LG(ohne Intervention meiner Eltern 3.) Mathematik 1.LG Englisch 2.LG
Danach HTL und Physikstudium.( gebe ab und zu Nachhilfe) und hab in meinem Sportverein mit ein paar 13-15jährigen zu tun.
Woher haben sie ihre Erfahrungen? - vom Fußballplatz in der 2. Bezirksliga?((oder wie heißen die Liegen unter Bezirksliga: "2.Klasse Nord") :-)
lg

m rams
01
Unsinn,

wir haben (HTL) deren mehrere Legastheniker. Die haben einen Freibrief falsch zu schreiben und machen sonst mit den anderen normal mit.

Ja bitte
00
Dann haben sie das Glück eines...

Deutschlehrers mit Realitätssinn und Augenmaß. Ich hab Deutschlehrer erlebt die ihre Schularbeitsnote zuerst nach gezählten Rechtschreibfehlern (ab12=5) und erst dann nach Inhalt und Ausdruck bewertet haben(HTL).
Und da hatte ich noch das Glück, dass sich meine Eltern in der Hauptschule für mich stark gemacht haben.
Ohne Intervention wäre ich in der 3.LG gelandet und hätte nie so viel Literatur gelesen und meinen Ausdruck verbessert wie in der 2. Dort hatte ich allerdings zum Glück einen Lehrer der Rechschreibung gleichberechtigt neben Grammatik, Inhalt, Ausdruck geweretet hat und das hat dann meist für dreier gereicht!

jana_einsteinova
03

aber in der NMS " gezielten" Unterricht in Kleingruppen je nach Begabung einführen wollen..

Hä??
ist das nicht das gleiche???

m rams
02
Ja, so wie es mir erklärt wurde

ist das ziemlich das gleiche.
Aber es ist ja die Neue Mittelschule und da ist alles besser.

sam duke
00
die politiker, die pensionierten und die kurz

vor der pension, vergönnen den nächsten generationen keine altersversorgung mehr. anders sind deren entscheidungen nicht zu begreifen.
aber sie, die politiker, sollten aufpassen. es könnte an ihr eigenes fell gehen.

LL MM
07

Dinkhauser hat schon mit einem anderen Spruch aufhorchen lassen.

Er sagte: "Schüler aus der 3. LG finden schwer Jobs. Schaffen wir daher die 3. LG ab, damit sie sich bei der Arbeitssuche leichter tun."

Erinnert an Politiker, die Slums von Baggern planieren lassen wollen, damit die Armut verschwindet.

Solche Typen sollte man einfach nicht ernstnehmen.

woswoasios
116
Noten sind auch...

"unsozial, ungerecht und diskriminierend", also sofort abschaffen.

Ist ja irgendwie lustig. Die Wirtschaft verlangt immer mehr Leistung und die Schule soll das komplett negieren. Erst mit 15 Jahren (oder 18) dürfen die Schüler dann von der bösen Wirtschaft erfahren, dass sie gar nicht so super sind, wie Ihnen 9 Jahre vorgegaukelt wurde.

Ja bitte
10
Die "Wirtschaft" verlangt aber auch Zusammenarbeit

statt Einzelkämpfertum, Kollegiales denken statt Ellbogen Gesellschaft und Motivierende Vorgesetzte statt ständig irgend welche (abstrakten) Leistungsansprüche ohne im detail zu erklären was/wie man es wirklich will.
Wenn ich nur schlechte Noten verteile ohne zu motivieren, Fehler ankreide ohne zu erklären wies besser geht und die Entscheidung warum ein Schüler mit 2 Nachprüfungen am ende mit Klausel aufsteigt wärend der andere mit nur einer sitzenbleibt von den Betroffenen nur als Willkürakt empfunden wird brauch ich mich nicht wundern, dass wir trotz einem Rekord an Nachhilfestunden eine Rekordzahl an Schulkrüppeln haben und bei Pisa Test einfach nur "Scheisse"abschneiden. Das derzeitige Leistungssystem ist ein (Fehl-)leistungssystem.

woswoasios
03
Ich gebe Ihnen (fast) vollkommen recht.

Nur schließt die Leistungsbereitschaft, das soziale Lernen nicht aus.
Die Zeiten, wo Schüler wegen Ihrer (Nicht)leistungen von Lehrern und Schüler ausgegrenzt werden sind einfach längst vorbei. Jeder der Leistung bringt (sogenannte Streber) wird mehr gehänselt bzw. ausgelacht als "faule" Schüler. Es ist einfach kein Problem, keinen Strich zu tun, und trotzdem die (Pflicht)schule zu schaffen.

Bezüglich der Nachhilfe:
Fragen Sie in Schulen nach, in denen schulische Nachhilfe angeboten werden. Man muss die Schüler fast betteln, das sie vorbeikommen.

PS. Ich spreche für die Pflichtschule.

Ja bitte
02
Naja,

Ich hab sowohl selbst Nachhilfe gegeben als auch in meinem Sportverein Jugendliche. - Von denen im Sportverein kriegt (fast) jeder Nachilfe und die sind weder dumm noch "zu nichts zu motivieren". Auch die bei der Privat-/Instituts- Nachhilfe fallen bis auf viel. eine Ausnahme nicht in die Kategorie. Die Schule und das gesellschaftliche Umfeld (Eltern und sonstige Vorbilder) versagen einfach immer mehr und das liegt nicht zuletzt an einem "abstrakten" Leistungsdenken das weniger konkrete Ziele setzt oder definiert (vorlebt!) "wies besser geht" sondern stattdessen einfach nur übertriebene härte fordert und damit die Kinder in "innere Kündigung"/Burnout treibt.

Ich gebs zu
03
Das ist so nicht nachzuvollziehen.

Leistung bedeutet ja durchaus Verschiedenes. Während ein Arbeitgeber versuchen wird, ziemlich präzise zu bewerten, was ihm ein Arbeitnehmer wirtschaftlich bringt, kann die Schule ja immer nur alle über einen Leisten schlagen -- sprich: Standards anlegen!!!

Dazu braucht man natürlich den Notendruck nicht. Wenn die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden funktioniert, können andere Formen der Rückmeldung wesentlich produktiver sein.

Leider gehen differenzierte Beurteilungsformen immer ins Geld und belasten dadurch das System Schule über Gebühr. Außerdem neigen Schüler und Eltern dazu, Rückmeldungen über Defizite zu unterdrücken, d. h. das Klima wird zwear freundlicher, aber auch unehrlicher.

Fritz Meyer
80
Spätestens ab Mitte 30 (besser vorher)...


lässt man Ihren antisozialen Standpunkt lieber weit hinter sich und kommt zur Vernunft.

Sonst wird man bei der nächsten Gelegenheit selber ein Opfer davon.

Fritz Meyer.

KTHXBYE
03

Asozial ist, alles gleichzuklopfen. Die, die vorher keine Chance hatten, haben nachher auch keine. Die, die eine gehabt hätten, haben weniger, weil sie dem Schwachsinn angepaßt werden.

Danke, das brauche ich nicht.

unterschichtskind auf dem weg nach oben
14

ha ha ha ha ha ... wer mit 18 links ist, hat herz, wer mit 30 links ist, hat kein hirn.

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