Uni-Budget

Boku fürchtet um Liquidität

1. Juli 2010, 11:47
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    foto: standard/cremer

    Rektor Gerzabek macht sich Sorgen, um die Zukunft seiner Universität.

Zu wenig Sicherheiten für Kredit - Uni-Budgets stagnieren

Die Universität für Bodenkultur (Boku) Wien fürchtet aufgrund der vom Wissenschaftsministerium angekündigten Budget-Stagnation ab 2013 um die Aufrechterhaltung des Betriebs und die Liquidität der Uni. Aufgrund der mit dem Ministerium akkordierten Expansion der Uni in den vergangenen Jahren werde man vom Sparkurs besonders hart getroffen, betonte Rektor Martin Gerzabek bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Für die Bedeckung des laufenden Betriebs fehlten von 2013 bis 2015 rund 33 Millionen Euro. Das System der Leistungsvereinbarungen (LV) hält er durch die Vorgangsweise der Politik für "gescheitert".

Die Boku werde besonders getroffen, "weil wir uns auf einem historischen Leistungshöchststand befinden", so Gerzabek. Zwischen 2001 und heute sei die Zahl der Boku-Studenten von 4.500 auf 9.900 angewachsen, mit 32 Millionen Euro an eingeworbenen Projektmitteln würden zusätzlich 850 Wissenschafter finanziert. Durch die Übernahme von lange geplanten Gebäuden wie dem "Vienna Institute of Bio Technology" (VIBT) oder dem Uni- und Forschungszentrum in Tulln bzw. die anstehende Nachbesetzung von Professuren habe die Boku eine nicht lineare Budgetentwicklung, weshalb der Einsparungsbedarf umso höher sei.

Forderung nach Überschreibung der Boku-Gebäude an Uni

Dazu komme, dass ein sehr hoher Anteil der Kosten nicht disponibel sei: So gebe die Boku 32 Prozent ihres jährlichen Budgets für Gebäude und Liegenschaften aus und 33 Prozent für die Gehälter von Beamten bzw. Vertragsbediensteten, so Gerzabek. In diesem Zusammenhang forderte er die "sofortige Überschreibung" aller Boku-Gebäude und -Liegenschaften, die derzeit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehören. Wenn man etwa Kredite aufnehmen müsse, brauche man auch Sicherheiten - derzeit könne die Boku nur das Mobiliar und die bereits zu 82 Prozent abgeschriebenen wissenschaftlichen Geräte anbieten.

Einstellung von Studien möglich

Als Konsequenzen der Budgetentwicklung stellt die Boku die Einstellung von Studien oder die massive Einschränkung der Forschung in den Raum. Senats-Vorsitzender Hubert Hasenauer kann sich zumindest ersteres nicht vorstellen: "Ich kann ja nicht Studienprogramme so mir nix dir nix schließen." Man habe eine Art Vertrag mit den jungen Leuten, dass sie ein begonnenes Studium auch abschließen können.

"Wer will da noch an strategischen Plänen arbeiten?"

Gerzabek glaubt es zwar "noch nicht, dass die Politik wirklich die Unis kaputtsparen will". Was derzeit aber geschehe, sei eine "nachhaltige Beschädigung der Boku". Das derzeitige Steuerungssystem über die Leistungsvereinbarungen (LV) habe er zwar sehr positiv empfunden - "mit dieser Vorgangsweise ist es aber gescheitert". Man habe die Leistungsvereinbarungen für 2010 bis 2012 "länger verhandelt als sie inhaltlich Bestand hatten". Das Ministerium habe angesichts der bevorstehenden Stagnation zum Überdenken von in den LV festgeschriebenen Vorhaben geraten - "wer will da noch an strategischen Plänen arbeiten?"

Gerzabek will keine Zugangsbeschränkungen

Trotz der Sparvorgaben will Gerzabek die Nachbesetzung von Professuren nicht aussetzen, da ansonsten die inhaltliche Basis fehlen würde. Auch beim Thema Zugangsbeschränkungen bewege sich die Boku "nicht im Mainstream". Anders als an anderen Unis, wo es einen Massenansturm nur in bestimmten Fächern wie Psychologie oder Publizistik gebe, sei der Studentenandrang an der Boku in allen Fächern hoch - "und alle unsere Studien haben für Österreich eine hohe Bedeutung". Außerdem kommen an der Boku nur 4,5 Prozent der Studenten aus Deutschland. Insgesamt gebe es 15 Prozent ausländische Studenten, davon ca. die Hälfte aus Entwicklungsländern - über Beschränkungen in diesem Bereich "will ich nicht einmal eine Diskussion beginnen".

Stagnation statt zehn Prozent Plus

Die vom Wissenschaftsministerium den Universitäten bereits angekündigte Stagnation ihrer Budgets ab 2013 kostet auch die anderen Hochschulen eine Menge eigentlich erwarteten Gelds. In der derzeit laufenden Leistungsvereinbarungsperiode (2010-2012) erhalten die Unis rund 6,51 Mrd. Euro - das ist laut Daten des Ministerium ein Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber der vorangegangenen Periode (2007-2009). Ab 2013 wird es keine Erhöhung des Budgets geben.

Leistungsvereinbarungen sind öffentlich-rechtliche Verträge, die zwischen den einzelnen Unis und dem Bund für jeweils drei Jahre abgeschlossen werden. Inhalt sind primär die von der Universität zu erbringenden Leistungen, die Leistungsverpflichtung des Bundes (also vor allem die Finanzierung) sowie Inhalt, Ausmaß und Umfang der Ziele sowie der Zeitpunkt der Zielerreichung. Zu den von der Uni zu erbringenden Leistungen zählen u.a. strategische Ziele, Profilbildung, Universitäts- und Personalentwicklung, Forschung, Studien und Weiterbildung sowie gesellschaftliche Zielsetzungen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
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bösartiger gutmensch
51

"Für die Bedeckung des laufenden Betriebs fehlten von 2013 bis 2015 rund 33 Millionen Euro."

im letzten rechnungsabschluss per 31.12.09 werden 867 teur für wertpapiere des anlagevermögens und 41.106 teur an liquiden mitteln ausgewiesen. also um die liquidität mach ich mir da keine sorgen ....

also dann ...
00
aufgepasst - dieser rektor (so wie die meisten andern auch...) sind bwl. völlig un-belegt !

seine aussagen
sind einfach entbehrlich - sonst nichts !

dieGRAS
03

Anstatt 2% des BIPs bereitzustellen, sparen ÖVP und SPÖ die Unis zu tode.

Solange die Rektorate jedoch nur reden und nicht gemeinsam mit StudentInnen Taten setzen, siehts düster aus!

der Bastard, der dich nachhause bringt
04

Wer braucht schon gut ausgestattete Unis, wenn man einen Koralmtunnel haben kann...

/Ironie off!

werauchimmer sonstnuwer
 
09
Sparen wir dort wo´s was zum holen gibt! - auf der Boku?

Der Betrieb auf der Boku war in den letzten Jahren nur durch das Engagement unzähliger Boku-MitarbeiterInnen aufrecht zu erhalten! Ein Studiengang (mit ungefähr 400 Studienanfängern jedes Jahr) sitzt das ganze erste Semester im Kino weil an der Boku die Räumlichkeiten fehlen. Die Bachelorarbeiten werden teilweise zu 13 geschrieben da das Personal für die Betreuung fehlt. Aus Übungen werden aus dem selben Grund Massenvorlesungen. Professuren sind unbesetzt und unbedingt nachzubesetzen. 2/3 der Lehrenden der Boku sind über Drittmittelfinanziert, und leben unter prekären Arbeitsverhältnissen.

also dann ...
81
die bilanz der b o k u ... haben mit seinen unwahren behauptungen nichts zu tun !

1.) siehe - Bilanz boku 2008 http://www.boku.ac.at/fileadmin... z_2008.pdf

... es fehlen also v.2013-15 rund 33 Millionen ?
und
wieso nimmt er die nicht aud der PORTO-KASSE,
wo 43 (!) mio (und 2007 - 38 mio) herumliegen ?

2.) siehe : gewinn - verlustrechnung 2008
http://www.boku.ac.at/fileadmin... g_2008.pdf

...ähm...und die Boku gibt 32 % f. Gebd. + L iegen-schaften aus ?
nun -von den erlösen (2008)v. 117,7 mio
...entfallen auf die AfA 6,5 mio = 6 % !

...und 33 % f.d.Gehälter ?
die gehälter/pesonalaufwand betrug 69,7 mio
= 60 % ( !)

- - -

da stellt sich nur 1 frage :
wie d o o f... darf ein rektor eigentlich sein ?

Jetzt mit mehr Geschmack als Glutamat!
28
ich bitte dich

von dingen, von denen du offensichtlich keine ahnung hast, einfach zu schweigen. gewinn und verlustrechnung nach wu style braucht die boku eigentlich am allerwenigsten. tataa

also dann ...
51
naja ... wenn sie ... das sagen ?

seit 2005 - sind die uni`s verpflichtet...
gem UGB zu bilanzieren.

alles klar ?

Jetzt mit mehr Geschmack als Glutamat!
14
gut so.

die "portokasse" ist natürlich eventuell nicht nötig für liquidität, rücklagen, ähnliches? aber man merkt hier spricht der fachmann mit unglaublicher fülle an lösungsvorschlägen.

also dann ...
40
ä h m . . . 45 % vom umsatz als cash (über jahre...)

zu halten - für rücklagen = eigenkapital ?

und - es sind 33 % lohnkosten ?

und der rektor ist ein sog. "blitzgneisser"...,
und die erde ist eine scheibe,
gelle.

Manglaubteskaum
13
... wie schnell sich überall Experten finden

- aber dass die Rücklagen vielleicht nicht aus dem Globalbudget sondern aus §27 Mitteln stammen, wo sie aufgrund extrem verzögerter Zahlungen von Fördergebern wie dem BUND auch dringend benötigt werden
- hohe Personalkosten -> zufällig hat sich die Studierendenzahl verdoppelt -> selbst wenn vor 5 Jahren zuviel Personal da gewesen wäre, gäbe es spätestens jetzt einen Mangel ...

also dann ...
40
a h a - und sie ...sind ein exerte ?

1.
rücklagen...siehe UGB
werden v o r (!) der ermittlung des gewinnes "dotiert" und stellen (sieh an...) einen aufwand aber k e i n e ausgabe dar.
2.
ich kritisierte nicht...die hohen personalkosten, die
- wie sie richtigerweise anführen - mit der studiernenanzahl mit steigen,
sondern die tatsache, dass sie NICHT 33 %
(wie vom rektor öffentlich hinausposaunt...)
sondern 60 % des umsatzes ausmachen !

zuerst lesen
dann denken
und erst danach...posten.

p.s. nochmals :
r e k t o r e n, die nicht mal (ansatzweise !) ihre eigenen ergebnisse (bilanz, G/V, cash flow rechnung) kennen...sollten ganz kleinlaut ihre
- erschreckenden - wissensdefizite verringern.
"nachhilfestunden" in ABWL + Buchhaltung 1+2
am WIFI...z.b.

bösartiger gutmensch
00

so gut wie jede universität verfügt gemäß ihrer rechnungsabschlüsse über liquidität ohne ende .... nachdem aber die unis nach dem selbstverständnis "wir werden zu tode gespart" leben, zählt das nicht.

dezente kritik dahingehend, das -zig millionen cash (> 50% der bilanzsumme!) wohl kaum auf einen liquiditätsengpass hindeuten führt dann zum undifferenzierten anwurf, keine ahnung zu haben und dass eine guv keiner braucht .... mal abgesehen davon, dass die guv mit den liquiden mitteln nix zu tun hat.

also dann ...
20
naja ... NUR in der G/V sehen sie die liquiden mittel (1.grades)...als auch die wertpapieren z.b.

im casj-flow-statement (kapitalflussrechnung)...
hingegen, sehen sie den cash-mittel-zufluss- p.a. !

und wenn der - ahungslose - rektor
... um die liquidität fürchtet...
dann entlarvt er sich nur selbst als in wirtschaftl. belangen total unwissender.

ja - stimmt, (fast) a l l e UNI`s
haben viel zu h o h e liquiditätsbestände !
es sind bei der tu-graz z.b.
(der rekt.chef sünkel ist dort rektor...) auch 45 mio !

also dann ...
10
natürlich sehen sie die liquiden mittel (kassa, bank usw.) + wertpapiere

in der b i l a n z - stimmt !
und die cashflows...in d. kap.flussrechnung.

Manglaubteskaum
12
auch hier nur der "halbe Duchblick"

bei 33% geht es um den Personalkostenanteil, der aufgrund des Dienstrechtes (Beamten, etc.) NICHT reduzierbar = einspar ist. Darüber hinaus gibt es auch Angestellte nach neuem Dienstrecht ...

also dann ...
20
naja ... der umsatz = 117 mio (2008) /für 2009 gibts noch (?) keine ziffern...

5.a. die löhne der beamten ...... 16,6 mio
5.d. altersversorgung f. beamte...3,0 "
5.3 + f : refundierungen.............1,3
total = 20,9 mio
= 19 % vom umsatz.

sie können`s drehen wie sie wollen . . .

kurz gesagt :
wenn ein rektor hier "bewusste panik-mache"...
betreibt - selbst aber nicht mal die kennziffern seiner eigenen UNI... kennt, dann soll er sich
1. mal s e l b s t...schlau machen - und/oder
2. einfach seine klappe ... halten !

Manglaubteskaum
11
immer noch nicht verstanden?

- Es geht nicht nur um die Beamten, sondern auch um die VBs im Gegensatz zu den nach 2004 eingestellten MitarbeiterInnen und Drittmittelbediensteten ...
- selbstverständlich gibt es bereits auch Zahlen aus 2009

Vielleicht realisieren Sie langsam, dass das Problem nicht so eindimensional ist, wie Sie sich das gerne wünschen!

also dann ...
20
wer zusammenhängend lesen kann ... ist klar im vorteil.

nachdem die beamten 19 % v. umsatz ausmachen...
posten sie doch einfach die VB`s...(kopfanzahl und euro-mio) die ihrer meinung nach fehlen
- mit dem entsprechenden link dazu !

aber aufgepasst :
wenn die VB`s gem, ASVG = als angestellte...
entlohnt werden, zählen sie auch nicht als beamte
- alles klar ?

also dann ...

Kirschenkompott
01

sehr brav. Wenn Sie jetzt noch eine Zierzeile malen, dann gibts ein Sternderl, und bei 10 Sternderl darf man sich was aus der Schatzkiste aussuchen.

also dann ...
00
und wenn sie ihre sternderl... einfach dem rektor geben ?

der braucht wirklich ihre "intellektuelle"...hilfe.

Kirschenkompott
00

oje - beleidigt sein ist aber schon ein wenig unsportlich.

Die jetzige Situation an den Unis treibt manchen alte O-Profs und 'alter' Verwaltung die Blässe ins Gesicht: Man war gewohnt, dass dann doch planiert wird und jetzt kann man erstmals den Geruch, dass das alles auch schief gehen könnte, nicht mehr ignorieren.

also dann ...
10
eigenartig . . . der hochschulsektor erzielt - seit jahren - ü b e r s c h ü s s e ...

die einzelnen UNI`s
- h o r t e n ihre ÜBER-liquidität (so wie die boku)
- haben mehr als 300 mio in wertpapiere ( ? )
investiert
- und rücklagen von mehr als 1 mrd...angehäuft
(was ca. 1/3 des hochschulbudgets entspricht !).

und dann sondern rektoren ihre horror-meldungen
ab, ohne auch nur irgendeinen bwl. zusammenhang
behirnt ...zu haben oder ihre "ergebnisse"...
den studierenden + der öffentlichkeit zu erklären.

ob sie dies "kapieren" ... oder nicht, ist ja völlig
unerheblich - weil tatsache.
(nachzulesen in der offiziellen statistik österreichs,
- östat - gebarung des staates, 2008 - 1. teil)

noch fragen ...?

Hafner
90
Fürchten um Liquidität?

Die Damen und Herren Akademiker sollten sich vielleicht einen Bürolehrling engagieren, der ihnen folgendes zeigt:
- Einnahmen (= das Geld, das man vom Staat bekommt)
- Ausgaben (= das was man ausgeben kann)
Die Betonung liegt auf "kann". "Will" kommt darin nicht vor.
Dieser Regel unterliegt ein multinationaler Konzern wie microsoft genauso, wie die Jetti Tant mit ihrer Pension.
Die Damen und Herren Akademiker sind aufgerufen, für ihr Gehalt auch dafür zu sorgen, dass Geld reinkommt. Wie jeder Firmeneigentümer und jede Führungskraft in jedem Unternehmen.
Führungskraft zu "spielen" ist zu wenig.
Woher das Geld kommen soll? Genau für die Beantwortung derartiger Fragen werden Führungskräfte bezahlt.
Wie z.B. die Damen und Herren Akad..

bloody-nine
 
03
husch husch

gehns wieder in den ortner-blog, oder zum unterberger, dort könnens mit ihrer BWL-halbbildung herumtrollen ohne sich total lächerlich zu machen.

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Posting 1 bis 25 von 103
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