Vuvuzelas

Gift für die Ohren

1. Juli 2010, 08:37
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    foto: reuters/dylan martinez

    Mit Vuvuzelas werden Lautstärken von 110 Dezibel erreicht. Die gehörschädigende Grenze liegt bei 85 Dezibel.

Akustische Umweltverschmutzung lässt auch ohne Fußball-WM die Hörschäden sprunghaft steigen - Zehn Prozent der Jugendlichen leiden unter Gehörproblemen

Bad Füssing - Sie gehen vielen auf die Nerven, vor allem aber sind sie Gift für die Ohren: die Vuvuzelas, jene südafrikanischen Fußballtröten, die mit ihren 90 bis 110 Dezibel Lärm via Fernsehen über Kontinente hinweg bis in die deutschen Wohnzimmer dringen. Der Krach der Vuvuzelas wird spätestens mit Ende der Fußballweltmeisterschaft Geschichte sein. Was bleibt, ist die wachsende akustische Umweltverschmutzung, meldet der deutsche Reportagedienst obx-medizindirekt. „Sie macht die Deutschen langsam zu einem Volk von Schwerhörigen", sagt der Ohrenspezialist Lutz Wilden vom Forum „Das Gesunde Ohr". 14 Millionen Bundesbürger leiden bereits heute an Hörproblemen. Tendenz steigend. Besonders besorgniserregend: Bereits jeder zehnte Jugendliche hat Probleme mit seinem Gehör. Ursache dafür ist nach übereinstimmender Meinung der Experten die permanente Lärmberieselung über Kopfhörer, Mega-Krach in Discos und oder bei Konzerten, aber auch der alltägliche Lärm, verursacht zum Beispiel durch Straßenverkehr.

„Eines Tages wird der Mensch den Lärm genauso bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest", schrieb der Arzt und Medizin-Nobelpreisträger Robert Koch im vorletzten Jahrhundert. Seine Prognose wurde Wirklichkeit. „Bis zum Jahr 2030 wird nach Hochrechnung von Fachleuten jeder zweite Deutsche an den Folgen von Innenohrüberforderungen, wie Schwerhörigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Hörverzerrung, Hörsturz oder Schwindel leiden", sagt Wilden.

Bei den Erwachsenen klagt mittlerweile jeder Dritte, bei den über 70-Jährigen jeder Zweite über Hörprobleme. Hauptursache ist die wachsende „akustische Umweltverschmutzung": Lärm, der uns durch den ganzen Tag begleitet. Bereits 65 Dezibel Dauerbelastung seien gesundheitsschädlich, sagen Experten. Die Initiative „Das gesunde Ohr" kritisiert vor allem den Trend der etablierten Medizin, Schwerhörigkeit standardisiert mit Hilfe von Hörgeräten zu bekämpfen. 

Ohren regenerieren

Nicht das Lärm verstärkende Hörgerät, sondern einfache, Lärm reduzierende Ohrstöpsel seien für das überlastete Ohr die beste Medizin, sich zu regenerieren. „Würden Sie einem Leberkranken raten, sich mit Alkohol zu kurieren?", fragt der Mediziner. „Ein geschädigtes Ohr aber werde durch die künstlichen Hörhilfen mit der vielfachen Verstärkung der Außengeräusche belastet. "

Menschen mit Hörschäden empfiehlt der Innenohrspezialist: „Lassen Sie sich so spät wie möglich ein Hörgerät verschreiben." Eine medizinische Notwendigkeit sei erst dann gegeben, wenn Töne über 30 Dezibel, also etwa Blätterrauschen, Atemgeräusche oder das Ticken einer Taschenuhr nicht mehr wahrgenommen werden. Wer ein Hörgerät trägt, sollte es nach Ansicht Wildens so oft wie möglich abschalten und stattdessen durch Ohrstöpsel ersetzen.

Zur Behandlung schwerwiegender Beschwerden im Gehörapparat plädiert das Forum „Das gesunde Ohr" auch für den Einsatz neuer, alternativer Therapiemethoden, vor allem bei ernsthaften Erkrankungen, wie etwa chronischem Tinnitus. So hätten umfassende Studien gezeigt, dass bei chronischen und austherapierten Tinnitus-Patienten etwa durch den Einsatz von therapeutischem Laser (Low-Level-Laser) eine spürbare Verbesserung der Krankheitssituation zu erzielen sei. „Nach den uns vorliegenden Untersuchungen kann bei Einsatz von Laser bei der Tinnitusbehandlung eine Hörverbesserung um 20 Prozent erzielt werden. Bei jüngeren Patienten und Kindern war zum Teil ein Anstieg der Hörfähigkeit um bis zu 25 Dezibel oder 50 Prozent messbar", berichtet Wilden. Von der konservativen Medizin werde dies bis heute weitgehend ignoriert. 

Einfacher Selbsttest

Das Forum „Das gesunde Ohr" empfiehlt deshalb den Selbsttest, um die Regenerationsfähigkeit des eigenen Ohrs zu prüfen: Besorgen Sie sich Ohrstöpsel in der Apotheke und tragen Sie diese eine Stunde lang, z. B. beim Einkaufen oder beim Spazierengehen. Wenn Sie die Stöpsel herausnehmen, und deutlich empfinden, dass es in Ihrer Umgebung lauter ist als vorher, hat Ihr Ohr sich durch den vorübergehenden Lärmschutz etwas erholt. Je häufiger und je länger Sie Ihr Gehör gegen unnötigen Lärm schützen, desto besser kann sich Ihr Ohr regenerieren. (red)

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17 Postings
lukas820
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Das Problem mit Kopfhörern ist ja, dass man die Musik nach kurzer Zeit als leiser wahrnimmt, da sich das Ohr an die Lautstärke "gewöhnt", sprich die Dauerbelastung dämpft. Somit dreht man dann wieder und wieder lauter.
Wurde durch verschiedene Studien belegt.

wijaa
03
für Lärmgeschädigte

ich geh gern und oft auf Konzerte und die kommen mir mit zunehmendem Alter immer lauter vor. Ich muss sagen, dass diese Dinger für solche Zwecke hervorragend geeignet sind: http://www.liveplugs.com/ Im Vergleich zu den depperten Schaumstoffpfriemel ein Genuss. Ohrenpfeifen oder ähnliches hatte ich schon lange nicht mehr.

Pastor Schutter
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Haben Vuvuzelas eigentlich ein Pfeiferl (Mundstück) eingebaut oder sid das nur hohle Röhren?

Ich hab in einem österr. Sportgeschäft welche gesehen, die kein erkennbares Mundstück hatten. Ist das schon alles?

Lukas Chen
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Vuvuzela ist kein Musikinstrment

Es ist einfach eine hohle Roehre aus Plastik. Laut eines Experiments in Japan, deren Ton kann man in 3-km weit noch hoeren, waehrend eine Trompete nur 2-km weit erreichen kann.

Captain Smoker
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WAS?

Könnt ihr das nicht größer schreiben?

Der sich den Wolf tanzt
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öffentliche verkehrsmittel ohne mp3-player?

mittlerweile ein ding der unmöglichkeit!

Galgenvogel
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aber nur mit isolierenden Ohrhörern, den normalen Krampf kann man vergessen...

dajonny
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Das Problem vieler Jugendliche ist halt auch - ohne Lärm (Musik) gehts nimma, überall müssen die Ohrstöpsel drüber sein, ganz toll wenn sich zwei Jugendliche unterhalten und jeder hat auf einem Ohr einen Kopfhörer drauf - wie abhängig muss man sein?

Mark Syl
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hm

naja, so arg wirds wohl net sein. ich hör immer noch sehr gut und müßte nach diesem bericht mehr als taub sein

Otto-Normal-Tschutsch
01
Zehn Prozent der Jugendlichen leiden unter Gehörproblemen

Des war schon immer so.
Hab auch nie verstanden was meine Eltern von mir wollten...

systemfehler1
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Wer weiß Näheres über

diese sagenhaften Tinnitus-Therapien?
Meiner hat schleichend begonnen, und ausser saublöden Bemerkungen zweier HNOs(hätten´s halt als Junger die Disco gemieden! Arbeiten Sie seit 30 Jahren ohne Ohrschutz in einem Stahlwerk?) habe ich jetzt ein Hörgerät, dass ich kaum verwende(4.000€!) und maximalen Frust als leidenschaftlicher Musikliebhaber.

pottery
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Sie scheinen bei einer HNO gewesen zu sein, wo ich vor fast 20 Jahren mal war: "Haben Sie ein lautes Hobby, tun Sie schießen?". Hörgerät woll die mir auch reindrücken, ich hab nein danke gesagt, und bin gegangen.

systemfehler1
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War vor 3 Jahren :-(

Bin Kassenpatient, vielleicht deshalb.
Hätte allerdings auch gezahlt - aber nicht bei diesen beiden Är....., Ärzten.

Anstaltskind
00
Na ja,

Wenn man sich zu viel schütz ( passiert auch immer häufiger), senkt das Ohr oft seine "unbehaglichkeitsschwelle" und vielen wird dann ohne schutz schnell vieles zu laut--> im extrem fall ist ein vorbeifahrender LKW dann schon fast schmerzhaft.
Daher s ist das gesunde mittelmass sicher der bessere Weg.

Sibylle Rosenstrauch
02

Nun, ich würde den Schluss daraus ziehen, dass der LKW tatsächlich zu laut IST.

Christoph Karl Steininger
05
nebst Ohrstöpseln

ist der Besuch eines stillen Waldes anzuraten. Je weniger Menschen dort anwesend sind desto schärfer wird man danach hören.

invisiblehand
00
absolute Zustimmung!

außerdem tun ein paar Stunden ohne Getümmel auch psychisch gut!

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