Hammerschmid neue Vetmed-Rektorin

30. Juni 2010 19:05
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    Foto: der standard/fischer

    Sonja Hammerschmid neue Vetmed-Rektorin

Termin für Amtsantritt steht noch nicht fest, positive Reaktionen von verschiedenen Seiten

Wenig Bedenken, sich schon bald in einer von Männern dominierten Universität als Chefin behaupten zu müssen, hat die designierte Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität (VetMed), Sonja Hammerschmid. "Ich komme aus der Technologie und bin deshalb gewohnt, zwischen Männern zu agieren", sagte Hammerschmid im Gespräch mit der APA.

Noch kein Termin für Amtsübernahme

Die Molekularbiologin arbeitet seit elf Jahren bei der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) und leitet dort den Bereich Technologie. "In dieser Branche bin ich als Frau schon lange einsam, aber letztendlich spielt es keine Rolle", sagte Hammerschmid. Die designierte Rektorin möchte das aws nun auch nicht Hals über Kopf verlassen. So seien gerade Budgetverhandlungen im Gange, diese möchte sie noch unter Dach und Fach wissen. Ein Termin für die Amtsübernahme vom amtierenden Rektor Wolf-Dietrich von Fircks an der VetMed steht daher noch nicht fest, "es könnte im Herbst sein".

Auch wenn sie die Universität als Uni-Rätin bereits kennt, wird sie am Anfang "gut zuhören". Letztendlich freue sie sich über die Herausforderung, die vielen Ebenen und die vielen Bedürfnisse befriedigen zu müssen. "Ich gestalte gerne und gehe aktiv auf Dinge zu", so Hammerschmid.

Budgetär schwierige Zeit

Sie ist sich bewusst, dass sie das Amt als Leiterin der einzigen veterinärmedizinischen Uni in Österreich in einer budgetär schwierigen Zeit antritt. Aber immerhin hätten die Hohen Schulen den Vorteil, bis 2012 gesicherte Budgets zugesichert bekommen zu haben. Anschließend werde es darum gehen, die Budgets etwa mittels Drittmittel und Kooperationen voranzubringen. Das Wissenschaftsministerium hat angekündigt, dass das Uni-Budget ab 2013 stagnieren wird, was defacto eine Kürzung bedeutet.

Als zweite Rektorin in Österreich - nach Ingela Bruner als kurzzeitige Chefin der Universität für Bodenkultur (Boku) - sieht sich Hammerschmid schon "ein wenig als Vorreiterin". Für sie ist auch klar, dass die Quote an Frauen in der Forschung höher werden muss.

Die Molekularbiologin Sonja Hammerschmid ist am Mittwochabend zur neuen Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmed) gewählt worden. Neben Hammerschmid standen Anton Mangstl von der Welternährungsorganisation FAO und der Schweizer Veterinärmediziner Marcel Wanner, bis vor kurzem Vorstand des Vereins der veterinärmedizinischen Ausbildungsstätten Europas (EAEVE), im Dreiervorschlag des Senats.

Positive Reaktionen
"Die Vetmed bekommt mit Sonja Hammerschmid eine junge, engagierte Rektorin und Wissensmanagerin im besten Sinn des Wortes", kommentierte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl die Wahl Hammerschmids zur Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität (VetMed) Wien. Karl erwartet sich von der Wahl auch Signalwirkungen für die weiteren Rektorswahlen und für die Top-Wissenschafterinnen. Nun gelte es, "weiter entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um Frauen auf ihrem Karriereweg in Wissenschaft und Forschung zu unterstützen".

Vorbildwirkung erwartet sich auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Damit gebe es "endlich wieder eine Rektorin an einer staatlichen österreichischen Universität". Das sei besonders wichtig, da Frauen gerade im Wissenschaftsbetrieb sehr schnell an eine "Decke aus Beton" stoßen, wenn sie die Karriereleiter erklimmen wollen. Mit der Wahl von Hammerschmid sei man dem Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen an Österreichs Universitäten zu erreichen, ein Stück nähergekommen.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) wertet es als "ermutigendes Signal, eine Frau an der Spitze einer Hochschule zu sehen". "Damit ist endlich wieder eine Frau im Männerclub der Rektoren", so ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer. Kritik gab es seitens der Studentenvertreter an der Tatsache, dass die Besetzung des Rektorspostens durch ein Mitglied des Uni-Rates "suboptimal" sei.

 

Stelle vorzeitig ausgeschrieben

Die Stelle für die Leitung der Vetmed war vorzeitig ausgeschrieben worden, eigentlich wäre die Amtszeit des scheidenden Rektors Wolf-Dietrich von Fircks noch bis Oktober 2011 gelaufen. Wegen "der Komplexität und dem Aufwand des internationalen Suchverfahrens" hatte dieser allerdings beim Uni-Rat angeregt, den Posten schon früher auszuschreiben und mit Oktober 2010 das Amt fließend zu übergeben. Dieser Entscheidung waren monatelange Querelen vorangegangen: Von Fircks wurde der Misswirtschaft beschuldigt, zuletzt allerdings von Gutachten entlastet.

Hammerschmid ist derzeit die einzige und insgesamt erst die zweite Frau an der Spitze einer staatlichen Universität. Die 2007 an der Universität für Bodenkultur (Boku) zur ersten Rektorin einer Uni gewählte Ingela Bruner war Anfang 2009 von ihrem Amt zurückgetreten. Als Gründe gab sie "unüberbrückbare, unterschiedliche Auffassung mit dem Vorsitzenden des Senats bezüglich der Führung der Universität", "Mobbing" im Zusammenhang mit ihrer Krebserkrankung sowie "massive Versuche, mich einzuschüchtern" an - Vorwürfe, die von Senat und Uni-Rat zurückgewiesen wurden, die ihrerseits von "Führungsmängeln" und "nachweisbaren Unterlassungen und Fehlentscheidungen der Rektorin" sprachen.

"Neuer Typ von Wissenschaftsmanagerin"

Hammerschmid wurde 1968 in Oberösterreich geboren. Sie hat am Anfang ihrer beruflichen Karriere sieben Jahre wissenschaftlich gearbeitet, bevor sie auf die Seite der Forschungsfinanzierung und Forschungspolitik wechselte. Beim aws war sie unter anderem für die strategische Entwicklung und Umsetzung von Förderprogrammen, insbesondere die kommerzielle Verwertung von Erfindungen der Universitäten sowie Förderung und Finanzierung von Unternehmen zuständig.

Von März 2008 bis Mai 2010 gehörte sie dem Universitätsrat als stellvertretende Vorsitzende an. Für den Unirats-Vorsitzenden Helmut Pechlaner ist Hammerschmid "ein neuer Typ von Wissenschaftsmanagerin, der vor dem Hintergrund sich verändernder Anforderungen an die Universität von heute stark nachgefragt ist". Sie vereine wissenschaftliche Expertise mit wirtschaftlicher Kompetenz. An Hammerschmid werde besonders ihre "absolute Zuverlässigkeit bei der Einhaltung von Zusagen" geschätzt. (APA)

Kommentar posten
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Biologin
01.07.2010 17:41

Also ich bin ja einiges gewöhnt, weil ich doch öfters Postings lese. Bin trotzdem einigermassen entsetzt über so viele unglaublich gehässige Leute, die sich hier tummeln, noch dazu der größte Teil davon ganz offensichtlich ohne jede Ahnung von Forschung, Universitäten, Förderungen, Publikationen etc. etc. Ich wünsche Sonja alles Gute und den armen hasserfüllten Postern gute Besserung.

Loxoceles
03.07.2010 20:43

Wenn die Dame sich um einen solchen Job beworben hat, muss sie das aushalten. Ansonsten wäre sie für den Job ungeeignet.

Beeblebroxx1
01.07.2010 20:19
Gnae' Frau

Das hat mit Gehaessigkeit nichts zu tun, it just smells, aber in Oesterreich ist man Geruch gewoehnt... ein internationaler Kandidat haette ja dien Filz zerschneiden koennen und das haette weh getan.....

Nevim
04.07.2010 12:06

Wieviele andere Rektorenposten in Österreich sind denn international besetzt bitte?

m3a
01.07.2010 16:29

ausschreibung (in etwa):
wir suchen eine rektorIn.
nach möglichkeit ohne Y-chromosom.
niemand neues bitte.
fachqualifikation nicht umbedingt erforderlich.
halbwegs ansehnlich solls sein (damits was gleichschaut).
nach möglichkeit die richtige affinität in der politik haben.

österreich, what else?

Bekka
 
01.07.2010 14:43
ok ganz nett die sekretärin

aber wo ist der herr hammerschmid?

leonidis
01.07.2010 09:45
also ich find sie süß

global_citizen
01.07.2010 09:39
Siebe Jahre Wissenschaft ohne Output

laut Scholar Google. Die Vetmed ist ja auch in
jeder Hinsicht ein Ösistanisches Unikat.
Bei mir waren für die Promotion schon ein paar
Papers notwendig, aber ich bin auch keine gutaussehende Frau mit Parteibuch.

eze eze
 
25.09.2010 22:35

Wie ist das eigentlich, wenn eine Wissenschaftlerin geheiratet und den Namen des Mannes angenommen hat (was ja in weiten Kreisen immer noch das Übliche ist) - ist dann überhaupt noch eruierbar, was sie früher publiziert hat?

Beranek
01.07.2010 11:29

Hab's auch schon versucht. Scheint nichts publiziert zu haben.

bloody-nine
 
01.07.2010 11:59
wenn man den richtigen namen eingibt

(dezenter hinweis: die frau ist verheiratet...) kommt man auf zwei sehr respektable publikationen aus der zeit als postdoc am institut für molekulare genetik (wo sie nur kurze zeit tätig war).
man könnte auch berücksichtigen dass sie den grossteil ihrer laufbahn inklusive doktorarbeit bei einer pharmafirma verbracht hat (boehringer ingelheim), wo publizieren nicht die priorität ist. dazu müsste man halt ein bissl mehr wissen, was immer ein vorteil ist.

doktorv
01.07.2010 19:46

hilfreich wäre dann : s. Name als Hinweis, um in der Pubmed zu suchen. Nur wenns darum geht die Qualifikation der Fr. Dr. als Rektorin der VetMed zu verifiziren.
Nix für ungut
lg

bloody-nine
 
02.07.2010 09:55
wie komm ich dazu

biografische details von frau hammerschmid hier zu posten? sie muss sich vor ihnen nicht rechtfertigen was ihre qualifikation betrifft, und ich muss sie nicht verteidigen.

Loxoceles
06.07.2010 22:22

Wenn die Dame so hoch qualifiziert ist, wie es die Presseaussendungen andeuten, dann soll dies auch überprüfbar sein. Ansonsten wäre alles nur heiße Luft und die Dame ist tatsächlich kaum qualfiziert. Es macht den Eindruck, als versuche man, dies zu verbergen.

eze eze
 
25.09.2010 22:40

Da es unmöglich ist, den wissenschaftlichen Output einer verheirateten Frau festzustellen, welche den Namen ihres Mannes angenommen hat, ist dies eine Bringschuld der Redaktion. Ich trau mich übrigens fast wetten, dass bei den ganzen Zitationsindexen und dergleichen sich kein Mann die Mühe macht, die zwei Namen einer Frau zu addieren - und dadurch solche Frauen systematisch benachteiligt werden.

doktorv
02.07.2010 10:00

Das versuchen Sie aber die ganze Zeit

doktorv
01.07.2010 19:54

ok. werfe ein "e" dazu, falls es auffallen sollte
lg

koko
01.07.2010 11:02

oje, du armer!

bloody-nine
 
01.07.2010 10:03
erstens,

die frau hammerschmid hat nicht an der vetmed studiert oder gearbeitet.
zweitens, 5 jahre ihrer wissenschaftlichen arbeit war sie bei einer pharmafirma. die publizieren nicht unbedingt alles, wie sie, herr gscheit, sicher wissen.
drittens, jemals auf die idee gekommen dass sie verheiratet ist und früher einen anderen namen getragen haben könnte?

Chick3
01.07.2010 10:38

Soviel zur (nicht vorhandenen) einschlägigen Erfahrung im Veterinär- oder Universitätsbereich. Ihre Argumente hebeln sich selbst aus!

bloody-nine
 
01.07.2010 10:49
ich hab nicht vor für frau hammerschmid

zu argumentieren - wen die vetmed-gremien wieso auswählen ist deren sache. noch weniger will ich gegen ihre mitbewerber argumentieren, die ich überhaupt nicht kenne.
aber wenn jemand glaubt, eine gschwinde google-search zeige eh schon alles was man wissen müsste, dann kann man das schon zurechtrücken.
seit wann genau muss man übrigens an einer bestimmten universität studiert oder gearbeitet haben um als rektor bestellt werden zu können? was hat fircks studiert, und wo, und was hat er vorher gemacht?

Chick3
01.07.2010 14:08

Wen die VetMed Gremien auswählen ist leider nicht nur deren Sache... das betrift ein paar andere dann leider auch noch.
Ausserdem gehts hier weniger um die Person Hammerschmid sondern um die Art und Weise wie das Ganze abgelaufen ist!

Chick3
01.07.2010 09:05
"der Komplexität und dem Aufwand des internationalen Suchverfahrens"

Wieso das wenn die Kandidatin schon von Anfang an feststeht?

Beranek
01.07.2010 10:31

Stand schon mal in der Presse:
http://diepresse.com/home/bild... 5/index.do

Conchobaris
01.07.2010 09:50

"die Komplexität und der Aufwand des internationalen Suchverfahrens" war nur ein Vorwand, um die Rektorsausschreibung schon jetzt, und nicht am Ende der Vertragszeit von Ex-Rektor von Fircks (Herbst 2011) durchführen zu können. Ihm wurde ja Misswirtschaft vorgeworfen, was er aber logischer Weise dementiert hat. Der Unirat hatte danach ein externes Gutachten über die Gebarung des Rektors in Auftrag gegeben. Der Zwischenbericht der Firma hat bereits ausgereicht, um den Posten neu auszuschreiben. Ein umfassender Endbericht wurde hingegen nie bekannt. Damit wurde ein gesichtwahrender Ausstieg des Ex-Rektors möglich, der ja auch in einem Standard-Interview behauptete, er sei freiwillig gegangen. Vetmed-Insider wissen, dass das so nicht stimmt

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