Bosse standen Revolte hilflos gegenüber

30. Juni 2010, 19:06
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    foto: ap photo/jacques brinon

    Die beiden Herrren vor der Nationalversammlung.

Ex-Verbandspräsident Escalettes und Ex-Trainer Domenech mussten sich vor der National­versammlung rechtfertigen

Paris - Raymond Domenech und Jean-Pierre Escalettes, die mittlerweile abgetretenen Protagonisten des französischen Fußball-Verbandes FFF, sind der Spielerrevolte bei der WM in Südafrika nach eigenen Angaben hilflos gegenübergestanden. Dieses Ergebnis hätte am Mittwoch eine Anhörung vor der Nationalversammlung in Paris gebracht, berichtete Kommissionsmitglied Lionel Tardy nach der nicht öffentlichen Sitzung.

Nach den Angaben von Tardy hat der am Montag als Verbandschef zurückgetretene Escalettes alles unternommen, um die Spieler davon abzubringen, aufgrund des Rauswurfs von Nicolas Anelka das Training zu boykottieren. "Er hat gesagt, dass er einer wahren Mauer gegenübergestanden sei und dass er so etwas in seiner 50-jährigen Erfahrung im Fußball noch nicht erlebt habe", erklärte Tardy.

Laut Ex-Teamchef Domenech trug die Berichterstattung der Sport-Tageszeitung "L'Equipe", die auf der Titelseite in großen Lettern die wüsten Beleidigungen von Anelka abdruckte, zum Zerfall der Mannschaft bei. "Domenech hat uns gesagt, dass mit dieser Story alles begonnen hat. Er glaubt, er hätte die Situation unter Kontrolle gehabt, wäre die Geschichte nicht gedruckt worden", sagte Tardy. Domenech und Escalettes wollten sich nach der Anhörung gegenüber Medienvertretern nicht äußern. 

Auch ein Abgeordneter der konservativen Regierungspartei informierte die Öffentlichkeit zu Beginn der Sitzung auf seinem Twitter-Account über die Geschehnisse. 'Wir sind ausgeschieden, weil wir mit 23 verwöhnten Kindern angetreten sind, die völlig die Bodenhaftung verloren haben.' 

Blatter gegen die Grande Nation

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte die Einmischung der französischen Politik in Angelegenheiten des Fußballs am Dienstag scharf kritisiert. UMP-Vorsitzender Jean-Fran++ois Cope verteidigte die Anhörung jedoch. 'Es ist eine traurige Sitzung, die aber zahlreiche Missstände in der Leitung des Verbandes ans Licht gebracht hat', sagte der Politiker und forderte: 'Das Modell der Verbandsführung muss grundlegend modernisiert werden.'

Am Dienstag hatte Blatter deutliche Worte an die französische Regierung gerichtete und vor einer Einmischung in die Autonomie des FFF gewarnt. 'Frankreich hat eine wahre Staatsaffäre aus dem Fußball gemacht, aber der Fußball gehört in die Hände der Verbände', hatte der Schweizer gesagt.

Blatter erlaubte sich sogar, den Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy persönlich zu rügen. 'Der französische Fußball kann auf die FIFA zählen, sollte es zu politischen Einmischungen kommen - selbst, wenn es auf präsidialer Ebene geschieht.' Dies, sagte Blatter, 'ist eine klare Botschaft. Sollten die weiteren Konsultationen scheitern, bleibt uns als einziges Mittel die Suspendierung.'

Die französische Regierung hat die Vorwürfe des FIFA-Bosses zurückgewiesen und bestritten, sich in die Angelegenheiten des Verbandes einzumischen. 'Das stand nie zur Debatte', sagte Regierungssprecher und Erziehungsminister Luc Chatel. 'Der FFF ist ein souveräner Verband und wählt seinen Präsidenten und den Nationaltrainer selbst', fügte der Politiker hinzu. 'Wir waren bei der WM allerdings Zeuge einiger disziplinarischer Verfehlungen, die für alle Franzosen Konsequenzen hatten. Aus diesem Grund kann die Regierung über diesen Aspekt nicht einfach hinwegsehen', erklärte Chatel.

Domenech hatte nach der 1:2-Niederlage gegen Südafrika seinem Gegenüber Carlos Alberto Parreira den Handschlag verweigert. Im vorausgegangenen Spiel gegen Mexiko (0:2) hatte Stürmer Nicolas Anelka seinen Trainer auf das Übelste beschimpft. 'Als Erziehungsminister muss ich sagen, dass das Verhalten unserer Mannschaft und das Verhalten des Trainers alle Erzieher in Frankreich geschockt haben dürfte', äußerte Chatel. (APA/Reuters/sid)

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under ground
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würde da niemanden das herz aufgehen, wenn das in österreich passieren würde? dico und ludwig auf der bank verhört von peter pilz, warum die petite nation trotz voller öfb-kassen so miserable trainer hat, unprofessionell ist und ergo so einen sch.. kickt?

Artischoke
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Das scheint die französische Variante zu sein, um nach Skandalen die Situation wieder zu normalisieren: Ein möglichst großes und aufwändiges Spektakel, als Ersatzhandlung für Transparenz und als Profilierungsmöglichkeit für jedes Mitglied der Elite und seine Großmutter.

Die Stimme des Marktes
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Unpackbar, daß sich...

...ein Mafiosi wie der Blatter traut, eine demokratisch gewählte Regierung anzugehen...

eko
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Wobei er sich mit Sarkozy und seinem Ego wohl den Richtigen ausgesucht hat.
Wer setzt sich da wohl durch?
Die Conciergerie ruft schon ...

zico
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der fisch beginnt am kopf zu stinken

MiNeum71
 
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Daß die Fifa mit zweierlei Maß mißt, wundert nicht. Im Falle Nordkoreas, die sich aus politischen Gründen geweigert hatten, Südkoreas Hymne zu spielen (zweimal imzuge der WM-Quali 2010), da waren die Herrschaften aber sehr stumm.

joseba beloki
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auch ich bin gegen eine einmischung der politik in den fußball.
soll sich der korrupte haufen fifa die infrastruktur seiner großveranstaltungen doch selber zahlen.

elchtester
91

gut dass die mannschaft nicht aus dem bewerb genommen wurde, so konnten sich die obergscheiten selbst blamieren. auch ein gutes beispiel wie multi-kulti funktioniert....

Bigmouth
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Das ist ganz sicher das dümmste posting zu irgendeinem Beitrag mit WM-Bezug seit dem Anpfiff der Partie Südafrika:Mexico. Ihrer Logik zufolge müßte Deutschland eigentlich schon längst wieder heimgeflogen sein. Aber Debatten mit ihnen erscheinen nicht sehr zielführend.

Ausgeflippter Lodenfreak
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Unsinn! Genauso wie es falsch war die Erfolge mit der vielfälltigen Herkunft der Spieler in Zusammenhang zu bringen als Frankreich Welt- und Europameister wurde, ist es jetzt falsch die Misserfolge damit in Zusammenhang zu bringen.
Wenn überhaupt, hat die Mannschaft trotz der unterschiedlichen Herkunft zusammengehalten und sich geschlossen gegen Trainer und Verband gestellt.

Silvio Lackner
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Ich stell mir grad vor, der Dico wird ins Parlament zitiert,

weil der Wallner "Heast, du Oasch" zu ihm gsagt hat...

seemsaint
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Stell dir lieber vor, der Benni Raich wird ins Parlement zitiert, nachdem bei den Olympischen Spielen ein österr. Desaster passiert ist (keine Mediallie), das Skiteam den Training boykottiert hat, weil der Benni den Cheftrainer übelst geschimpft hat - und das ganze auf der Titelseite der Krone war.

Ist das Bsp jetzt realistische genug, um deine Phantasie nicht zu überfordern?

Silvio Lackner
00

und was hat er zum Schröcksnadel gsagt?

Dem Hansi sein Präsident
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Nachschlagen bei Maradona?

der lange
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wo ist platini?

chef der uefa?

auch er verhält sich nur noch wie ein politiker; wenn er gebraucht wird, ist er nicht da ...
händeschütteln, postenschachern, kalstes buffet verspeisen ...

auf ihn würde man in frankreich hören, aber wahrscheinlich hat er auch eine maulkorb (selbstverpasst oder verpasst gekriegt?) ...

BPC
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Er hat doch schon viel getan, die WM-Teilnahme gesichert,die EM nach Frankreich geholt, obwohl er theoretisch über den Dingen stehen müsste...

RG88
02
Statt in Hotels

hätten die Franzosen in einem Puff trainieren sollen. Das wäre ihnen vertrauter gewesen und sie hätten ihr inneres Gleichgewicht nicht verloren.

Dorian Gray
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Mag sein das die Französichen Fu0ßballer peinlich waren.

Aber noch peinlicher ist das sich die NAtionalversammlung damit beschäftigt.
Haben wir sonst keine Probleme ?
Banken,Arbeitslose,Ghettoviertel!

Aber so eine schöne Ablenkung von den echten Problemen nimmt man doch gerne ...

BPC
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Das nennt man Politik.Ein "geschenkter Elfer", denn zum einen lenkt man von den wirklichen Probemen ab, zum anderen kann man sich gut profilieren, sich empören, wohlwissend, dass man eh keinen großen Einfluss nehmen kann, weil sonst Blatter mit der Keule kommt. Das ist doch herrlich,was Besseres kann einem Politiker nicht passieren...

Raymond Domenech
03
Drängt sich gleich die Frage auf

warum man Angesichts der eigenen Sterblichkeit überhaupt zu so einem Kasthema was posten sollte.

Angesichts dieser tödlich ernsten Probleme.

Meklon von Andromeda
 
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ROFL!

seemsaint
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Das ist die Standard 0815 Frage, rund um Politik.

Insofern wäre jeder Sportminister, sowie Familienminister sofort abzusetzen und das Amt zu streichen.
Denn soll sich ein Sportminister mit Arbeitslosenquoten oder Finanzmarktfragen beschäftigen, nur weil diese Themen wichtiger sind, als jene, die ihm/ihr zugeordnet sind?

Nur damit dumme Leute, nicht diese lächerlichen Fragen stellen können?

max coochi
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alle raus.

meiner meinung nach hätte der trainer alle spieler nach dem aufstand suspendieren müssen, die sich gegen ihn aufgelehnt hatten; selbst wenn er die konsequenz einer spielabsage in kauf nehmen müßte. sowas darf sich keine führungsposition erlauben - egal welche fehler er vom standpunkt der spiele aus macht.

der größte fehler von domenech war dann jedoch, dass er dem SA-Trainier das shake-hand verweigert hat; damit hat er seine aggression ggü. dem gesamten fussball kund getan.

BPC
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So einfach geht das nicht. Da hängen Sponsorengelder dran und auch die FIFA würde darauf reagieren...

seemsaint
01
Die Regentenfrage

Klar muss sich die FIFA hier verteidigen! Denn aus sicht ihrer obersten Bosse ist eines offensichtlich: Der Fußball wird vom Geld regiert, und von sonst nichts anderem.

Fans mit illegaler Werbung an der Kleidung werden in Polizeigewahrsam genommen, Mannschaftsbuslogos von Mercedes werden mit dem (Sponsor-)emblem von Hyunday überklebt, die verarmte Bevölkerung rund um WM Stadien wird zwangsdeportiert und weit weit weg gesiedelt, im Umkreis von WM Stätten darf ausschließlich WM Bier verkauft werden.

Klar, dass man hier kaum Zeit für Regelfragen oder Technikfragen hat - wenn man mit seinem "eigentlichen" Geschäft so viel zu tun hat. Wenn hier auch noch Politik mitmischen will, dann muss man Grenzen ziehen. Das sollte jeder verstehen...

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