Kombination aus zwei Welten

30. Juni 2010, 18:14
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Private Banking: Oppenheim-Fusion mit Deutscher Bank

Wien - Durch die Übernahme von Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank hat sich auch in Österreich die Struktur der Privatbank verändert. Bis auf das Private Banking und das Asset Management werden keine Dienste mehr angeboten. Ins Private Banking von Sal. Oppenheim wurden die Österreich-Aktivitäten der Deutschen Bank in diesem Bereich fusioniert. "Seit Montag heißen wir Deutsche Bank Österreich AG" , erklärt Bernhard Ramsauer, der diesen Bereich leitet. Mit 91 Mitarbeitern betreut das so genannte Private Wealth Management in Österreich 2120 Kundenverbünde mit einem verwalteten Vermögen von rund 4,35 Mrd. Euro.

Die Fusion ermögliche es, dem Kunden noch bessere Möglichkeiten in der Vermögensverwaltung zu bieten. "Wir treten an mit einer Kombination aus dem Spirit einer Privatbank mit bedingungsloser Kundenorientierung und verbinden das nun mit der Bonität und Stabilität einer der führenden internationalen Banken" , erklärt Ramsauer die neue Strategie. Konkret würden für die Architektur eines Portfolios jetzt noch mehr Produkte zur Verfügung stehen und man könne auf noch mehr Know-how, etwa im Research, zurückgreifen. Was Kunden für die individuelle Betreuung berappen müssen, "ist auch individuell" , sagt Ramsauer.

Der Name Sal. Oppenheim ist durch die Übernahme aber nicht ganz verschwunden. Das Asset Management, das institutionelle Kunden betreut, firmiert in Österreich weiterhin unter Sal. Oppenheim.

Notwendig wurde die Übernahme des Luxemburger Instituts, weil dieses im Zuge der Finanzkrise erstmals seit dem zweiten Weltkrieg Verluste verbuchen musste (vor allem wegen der Lasten aus der Beteiligung an dem insolventen Arcandor-Konzern) und die Eigentümer die Finanzlücke nicht mehr schließen konnten. 2009 stand ein Minus von 1,2 Mrd. Euro in der Bilanz. Die Deutsche Bank hat Sal. Oppenheim im Frühjahr für eine Milliarde Euro übernommen. Für die Privatbank endete damit nach 220 Jahren die Zeit der Eigenständigkeit. Die Deutsche Bank stieg damit zum größten Vermögensverwalter für Privatkunden in der Euro-Zone auf. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.7.2010)

  • B. Ramsauer leitet das neue Private Banking.
    foto: standard/regine hendrich

    B. Ramsauer leitet das neue Private Banking.

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