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30. Juni 2010, 18:08

Das neutrale Land schafft die Wehrpflicht ab - Dienst im Kriegsfall soll bleiben

An die vier Millionen Schweden haben im 20. Jahrhundert ihre Pflicht fürs Vaterland geleistet - ohne nur einen Schuss auf einen Feind abgegeben zu haben. Mit heutigem Donnerstag soll die Wehrpflicht in Schweden enden, ab nun sollen nur noch Freiwillige zur Armee. Bisher mussten junge Männer im Durchschnitt elf Monate lang ihren „Lumpen" ableisten, wie der Wehrdienst von den schwedischen Jugendlichen fast liebevoll genannt wurde. Mit abgeschafft wird auch der verpflichtende Zivildienst.
Im Kriegsfall könnte die Regierung die laut dem neuen Gesetz formell nur „ruhend gestellte" Wehrpflicht zwar wieder einführen. Doch das neutrale Schweden hat seit 200 Jahren keinen Krieg mehr geführt. Lediglich zu Friedensmissionen der Uno in Afghanistan, Liberia und am Balkan trägt Schweden bei.

Die Armeeführung rechnet mit einem jährlichen Bedarf von 6000 „Angestellten", wie die Berufssoldaten mit einer gewissen Prise Verharmlosung offiziell heißen. Die bürgerliche Regierung Schwedens hatte im vergangenen Jahr aus Budgeträson eine massive Verkleinerung der Armee und den Wechsel zu einem Berufsheer beschlossen.

Formular statt Wehrdienst

In Friedenszeiten muss künftig also kein Schwede mehr den typischen, grobscheckigen Tarnanzug der Armee tragen und auch sonst nicht zur „Totalförsvaret" („Totale Verteidigung") des Landes beitragen. Die einzige Pflicht, die den 18-jährigen Schweden auferlegt bleibt, ist das Ausfüllen eines Eignungsformulars via Internet. Die darin enthaltenen Fragen zu Gesundheit, körperlicher Leistung, Interessen und schulischer Ausbildung bilden die Basis für mögliche Einberufungen im Krieg.

Im Fall einer Mobilmachung im Krieg sollen künftig Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sein. Schon bisher sind ein Drittel aller Soldaten Frauen. Auch verpflichten sich schwedische Soldaten künftig automatisch zu einem möglichen Einsatz im Ausland.
Die Armeeführung will neben einer höheren Frauenquote künftig auch mehr Migranten anwerben. „Wir wollen Leute, die eine spannende Entwicklung durchmachen wollen und sich an neue Erfahrungen herantrauen", warb ein Armeesprecher. (Andreas Stangl aus Stockholm, DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2010)

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Posting 1 bis 25 von 53
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Lazarus Long
42
Armes Schweden!

Das nächste Land, dass in kürze fest stellen wird was für einen schweren Fehler es begangen hat.
Bleibt zu hoffen, dass Österreich nicht so dumm ist.

jaws
31

Endlich!
Hoffentlich bald auch hierzulande.

an kog
32

Schweden ist doch sonst unser Vorbild in einfach nur allem.

Also: Nur Mut! Auf gehts!

Ich bin "Allzeit bereit" für die Abschaffung.

Zala Manda
00
Krieg gehört ins:

http://www.hgm.or.at/

Flowchi
00
ist zwar nicht das Land in dem ich lebe...

...aber glaubt Ihr wirklich daß irgendjemand für Euch eine Waffe in die Hand nehmen wird wenn Ihr was provoziert?

NIEMALS...

Ihr habt so viele Feinde in den eigenen Reihen daß Euch schlecht werden würde, würdet Ihr wissen wieviele Euch ohne zu fragen einfach jagen würden,...

Mein Gott,...diese Blindheit ist enorm,....enorm,...schafft das Bundeheer ab,...WIR werden euch nicht folgen, egal wohin Ihr wollt,...Ihr habt schon so oft gelogen und betrogen, wieder gelogen und nochmals betrogen,...

Ob Österreich oder Deutschland, Ungarn oder sonstwo in Europa,...ab dem Zeitpunkt wo Ihr irgendetwas mehr macht als es schon ist,...wird es knallen und daß Ihr das nicht wisst ist schon eine Art Behinderung...Blindheit nenne ich Sie!!!

:)=

Mostbluzza
00
man kann auch kriege führen

ohne waffe. schwedens pseudo-neutralität und 200 jahresfrieden ist ein tja beispiel dafür.

http://www.winkelried.info/2009/10/3... weltkrieg/

ohne schwedens rohstoffe für dt. wäre der krieg in 6 monaten vorbei gewesen
2 mio dt. soldaten querten schweden
8000 schweden kämpften für finnland
...

also so friedefreudeeierkuchen wars auch nicht. die schweden haben sich auch arrangieren müssen.

byron sully
32
sehr gut so,

die zahl der ewiggestrigen länder in der eu, die an der wehrpflicht festhalten, hat sich damit weiter reduziert. nur noch österreich, deutschland, finnland, estland, griechenland und zypern halten an diesem unsinn fest. möge es auch auf die regierungen dieser länder mal vernunft regnen (guttenberg hat in deutschland immerhin einen ersten ansatz geleistet). und österreich orientiert sich ja immer so gern an schweden. warum nicht auch hier?

byron sully
20

dänemark hab ich vergessen...

Bumm Uckl
00
Norwegen ..

gruss von der i-tipferl-kavallerie ;-)

byron sully
00

ich hab eu-länder gemeint ;-)

Feindschicht
43
sehr gescheit

für was brauche ich eine versicherung, ich hab eh nie einen unfall ! schnell kann es gehen und es entstehen wieder konflikte. vor dem jugo-krieg haben auch alle gesagt "schaffts das heer ab oder machts ein berufsheer". wie dann die grenze gesichert wurde durch das heer wurden sogar die draken von der bevölkerung beklatscht. 6 monte ein bisschen sport und drill schaden keinem und auch keiner ! was ich nicht verstehe warum das nur männer machen müssen .. bei mir müssten frauen auch in die pflicht genommen werden

an kog
31

Also erstens hätte ich damals Österreich nicht gegen Jugoslawien verteidigen können.
Als österreichischem Wehrsklaven fehlt es einem da am Willen, am Mut, am Können, an der Ausrüstung, an den fähigen Vorgesetzten, an der Gewaltbereitschaft und vor allem natürlich am real existierenden Feind.

Zweitens hat mir das Zwangsbundesheer (ich wurde von der Zivildienstkommision bei der Gewissensprüfung dereinst wegen minderwertigem Gewissen abgelehnt) sehr wohl geschadet. Und wie! Ich kann Ihnen nichts positives über diese Zeit berichten.

Chien de Pique
20

Und ein Berufsheer hätte die Grenze nicht sichern können? Tatsächlich braucht man im Ernstfall Profis und keine unglücklichen Wehrsklaven, die entweder überfordert wären, illoyal gegenüber dem Staat oder die erste Chance ergreifen würden, sich abzusetzen.

Mostbluzza
02
argumentationsproblem

es kommt auf den gegner an.

auch der "feind" hat zu 99% keine vollprofis.

konflikte, gerade heutzutage, entstehen spontan bzw. sind lange geschürt und explodieren halt überraschend.
in kriegszeiten brauchen sie zahlen, mengen an menschen und nicht spezialisten, wo sie jeden persönlich kennen. das wirds nicht spielen, da gehts gegen den mob, organisierte, schnell bereite feindarmeen usw. sie können mit ein paar tausend hansln im extremfall nicht mal klagenfurt verteidigen (logistik, abwehr, angriff, sanität, stab, kommunikation uvm. - wenn sie für jeden bereich nur 300 leute haben, brauchens gar nicht anfangen).
von vorwärtsaktivität oder objektschutz brauchma gar nicht reden.

an kog
31

Äh, ich weiß ja nicht ob sich die Strategie in Österreich in den letzten Jahren geändert hat, aber zu meiner Zeit war der Plan folgender:

Pro Forma Widerstand leisten, damit das für die Weltöffentlichkeit einmal klar gestellt ist, und dann ab in die Wälder und Berge und versuchen so lange durch zu halten, bis andere den Krieg irgendwie beendet haben.

Feindschicht
00

für den nachschub braucht man die leute auf jeden fall !

Soph Isticus
21
Österreich hingegen...

... ein Land der Ewig-Gestrigen, der Ein-und-Zubetonierer des status quo, was die Entwicklung des Männerbildes im 20. und 21. Jh betrifft. Männer sind anscheinend primatenmäßig zu keinerlei Evolution mehr berechtigt. Einmal Krieger, immer Krieger! Während wir bei Frauen keinerlei Zwangsdienst, Zwangsstrafen oder Strafandrohung benötigen, scheint das bei Männern ja nachgerade in der Geschichte festbetoniert.

Solange Männer jedoch wehrpflichtig und ausschließlich ihrem Geschlecht nach Kanonenfutter bleiben, wäre jede Art von Gleichstellung in der Bezahlung im Zivilleben kein adäquater Ausgleich.

jaws
00

Es liegt bei den Männern das zu ändern!

EquinoxOmega
22
Super

Wann ist es endlich bei uns so weit? Weiters bin ich positiv überrascht, dass dies unter einer bürgerlichen Regierung geschehen ist, was scheinbar zeigt, dass dort sogar die Konservativen fortschrittlicher sind als bei uns weite Teile der Sozialdemokraten.

an kog
21

Sobald man die Aufrechterhaltung des Sozialsystems keine Zivildienstsklaven mehr benötigt, wird auch die Wehrpflicht abgeschafft.

byron sully
11

in sachen berufsheer waren es in den meisten ländern die konservativen, die fortschrittlicher waren als die sozialdemokraten. der konservativismus ist sonst überhaupt nicht meine politische richtung, aber hier gehört den konservativen lob ausgesprochen. in den meisten eu-ländern, in denen die wehrpflicht in den letzten 20 jahren abgeschafft wurde, ging die initiative von konservativ geführten regierungen aus.

Der elegante Herr von nebenan
 
00

Dazu müsste man halt wissen warum es in Ö ein Volksheer und kein Berufsheer gibt.

Ums verständlicher zu gestalten:

Berufsheer ist rechts
Volksheer ist links

Manuel_P
12

Gleichstellung von Mann und Frau, die Schweden sind uns wirklich voraus.

Mostbluzza
01
das stimmt

beim sterben sind alle gleich.

dann brauchma nur noch das pensionsalter angleichen ...

cipf
 
13

Heere abschaffen.
War gestern - zufällig - in der Hofburg. Gab da einen Empfang für einen neuen Botschafter.
Rund 60 Gardisten in absolut unansehnlichen, graurünen Fetzen die schon mal bessere Jahre gesehen, schmorten in der prallen Sonne. Nur um einem - wahrscheinlich korrupten - Menschen alle "militärischen Ehren" zu erweisen. Dazu ein paar österreichische Goldfasane (natürlich im Schatten).
WIDERLICH!

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