Schneckentempo bei Energieplan

30. Juni 2010, 17:50
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Verbände, Grüne plädieren für mehr Alternativenergie

Wien - Das pünktlich zum 30. Juni nach Brüssel übersandte Energiekonzept Österreichs, das heute, Donnerstag, von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) der Öffentlichkeit vorgestellt wird, ruft mehr Kritik als Zustimmung hervor. Der Plan sei unambitioniert, sagt der Grüne oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober.

Über weite Strecken sind die Ziele Rückschritte zu bestehenden Vorgaben, meint Heinz Kopetz, Präsident des ÖVP-nahen Biomasseverbandes.

Obwohl der Plan EU-Vorgaben umsetzt, ist er den Interessenvertretungen für erneuerbare Energien (etwa: Wind, Solar, Biomasse) viel zu wenig weitreichend. Anschober meint, dass die österreichischen Vorgaben ohne große Anstrengung umgesetzt werden können. Schließlich beträgt der Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergiemix dank der Wasserkraftwerke bereits 28,8 Prozent, Die EU-Vorgabe, bei der Österreich bis 2020 dann 34,2 Prozent Alternativenergien aufweisen muss, sei quasi mit links zu erreichen. Obwohl gleichzeitig der Verbrauch um 13 Prozent zurückgefahren werden muss.

Auch die Verbände für erneuerbare Energien sind mit dem Energieplan nicht zufrieden. Der Tenor in der Branche: Das derzeitige Ausbautempo sei höher als die Vorgaben, die die EU für Österreich formuliert hat. "Da verpassen wir die Märkte für Erneuerbare Energien" , sagt Anschober. Seiner Meinung nach wäre ein kompletter Ölausstieg in Österreich bei Wärme und Kälte in absehbarer Zeit machbar.

Die Interessenvertreter für Alternativenergien plädieren deshalb für einen Österreich-internen, schärferen Aktionsplan, bei dem der Alternativenergieanteil auf 50 Prozent angehoben wird. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.7.2010)

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